Cover-Bild Nix passiert

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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein fünf
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 31.01.2020
  • ISBN: 9783961010387
Kathrin Weßling

Nix passiert

Roman
Alex ist verlassen worden. Und ohne Jenny ist Berlin einfach nichts. Kurzentschlossen nimmt Alex sich eine Auszeit im Kaff seiner Kindheit. Doch statt Erholung sieht er sich mit einer Idylle konfrontiert, die keine ist, nie wirklich eine war – auf jeden Fall nicht für ihn. Statt Unterstützung gibt es Familienstreit, offene Rechnungen mit alten Freunden und vor allem Langeweile. Und Alex fragt sich, ob er die Kleinstadt eigentlich jemals hinter sich gelassen hat. Und was überhaupt Zuhause bedeutet.

Intensiv und unerschrocken, klar und kompromisslos erzählt Kathrin Weßling die Geschichte eines jungen Mannes, der nicht nur alle anderen, sondern vor allem sich selbst belogen und betrogen hat – das Abbild einer Generation auf der Suche nach allem und nichts, nach Heimat zwischen Provinz und Großstadt, vor allem aber nach sich selbst.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2020

Von Liebeskummer, Angst und mehr

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Kurzmeinung:
Nix passiert von Kathrin Weßling ist ein Buch, dass es mir am Anfang nicht ganz leicht gemacht hat und mich dann doch ganz schnell voll und ganz für sich einnehmen konnte. Ich war begeistert ...

Kurzmeinung:
Nix passiert von Kathrin Weßling ist ein Buch, dass es mir am Anfang nicht ganz leicht gemacht hat und mich dann doch ganz schnell voll und ganz für sich einnehmen konnte. Ich war begeistert von der poetischen Sprache und wunderschönen Metaphern, von dieser emotional fordernden Geschichte. Begeistert von den echten, verletzlichen, menschlichen Figuren. Kathrin Weßling schafft den Spagat zwischen tiefgreifend und leicht, zwischen traurig und zum Lachen. Teilweise sarkastisch, fast zynisch, und meistens einfach so wahr und echt.


Meine Meinung:
Ein bisschen hatte ich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzukommen. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich musste mit dem Stil erst warm werden und in das Setting hineinkommen. Etwas abgeschreckt war ich von zunächst langen Seiten gefüllt von Liebeskummer und Gejammer. Doch ich habe weitergelesen und war dann ganz schnell ganz begeistert von der poetischen Sprache und wunderschönen Metaphern, von dieser emotional fordernden Geschichte. Begeistert von den echten, verletzlichen, menschlichen Figuren. Ich habe Alex jedes Wort geglaubt und war ziemlich angetan von dieser erfrischenden Männerfigur, die so wenig den typischen Männerfiguren in der Literatur entspricht und mir gerade deswegen sehr gefallen hat.

Liebe Liebeskummer Bestseller Großstadt Kleinstadt Familie LeseprobeDie Geschichte ist jung, authentisch, „relatable“. Ich habe mich verstanden gefühlt und geborgen. Davon zu lesen, dass andere auch solche Erfahrungen machen. Das es ok ist, solche Sachen zu fühlen und zu denken. Das es ok ist, Angst zu haben, verletzlich zu sein, keinen Plan zu haben.
Aber am meisten begeistert hat mich wirklich der Stil und die großartige und außergewöhnliche Sprache. Diese Mischung aus Schmerz, tollen sprachlichen Bildern und Humor. Am liebsten hätte ich jeden zweiten Satz angestrichen und aufgeschrieben.
Kathrin Weßling schafft den Spagat zwischen tiefgreifend und leicht, zwischen traurig und zum Lachen. Teilweise sarkastisch, fast zynisch, und meistens einfach so wahr und echt.

In dem Buch stecken viele Themen und ich denke, für jeder Leserin wird etwas anderes herausstechen. In der Geschichte geht es um Liebeskummer, um falsche Entscheidungen. Um Freundschaft. Es gibt eine Reflexion darüber, was Heimat bedeutet. Was Familie bedeutet. Über den Umgang mit Schmerz, mit Unsicherheit, mit Trennungen und Liebeskummer.

Es macht den Vergleich zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land (und kommt dabei leider nicht ganz ohne Klischees aus. Was mich beim lesen aber nicht gestört hat.). Es geht um die bedeutsamen und bewegten Jahre der Jugend. Wie grausam Jugendliche sein können. Wie schwer es einem die eigenen Ängste machen können. Wie einem die Heimatstadt viel zu eng werden kann, und man sich jahrelang fort träumt. Und wie einem der neue Ort dann zu weit ist und man selbst sich verloren fühlt.
Ihr merkt schon, in dem Buch steckt viel drin und ich würde euch empfehlen, das Buch einfach selbst zu lesen und herauszufinden, was dieses Buch für euch ist und was für euch heraussticht.


Fazit:
Nix passiert von Kathrin Weßling ist ein schönes Buch, ein echtes Buch. Eine Geschichte voller Schmerz und Schönheit, Angst und Hoffnung. Von Familie und Freundschaft, vom Erwachsenwerden und (Über)Leben. Und natürlich von der Liebe.
Ich habe Nix passiert von Kathrin Weßling gern gelesen und möchte jetzt unbedingt mehr von der Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 14.02.2020

Tolles Buch

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[Rezensionsexemplar|Netgalley]
Das Buch enthält erstaunlich wenig Handlung und es geht im Grunde nur um die Gedanken von Alex, der uns das alles erzählt. Man bekommt als Leser einen sehr guten Eindruck ...

[Rezensionsexemplar|Netgalley]
Das Buch enthält erstaunlich wenig Handlung und es geht im Grunde nur um die Gedanken von Alex, der uns das alles erzählt. Man bekommt als Leser einen sehr guten Eindruck davon wie sich das Leben mit Angst/Panikattacken anfühlt und was diese für Auswirkungen haben. Es ist halt nichts was man einfach so überwinden oder abstellen kann oder was einfach so verschwindet. Immer wieder beschwert sich Alex über sein eigenes Verhalten und seine Unfähigkeit dieses zu verändern. Und das geschieht oft auf sehr ironische Weise und spiegelt eigentlich ganz gut wieder wie es ist mit solchen Erkrankungen zu leben.
Vor allem die authentische Darstellung der Unterschiede zwischen Großstadtleben und Provinz haben mir gefallen, auch wenn natürlich alles etwas überspitzt dargestellt wurde. Und der Kontrast zwischen dem Leben in Berlin und dem in Braus könnte nicht größer sein. Als Landei kenne ich diese typischen Provinzgedanken bezüglich Panikattacken bzw. psychischen Erkrankungen und es ist in der Regel einfach etwas, was man nicht publik machen möchte aufgrund der vielen Vorurteile. Auch dieser Zwiespalt zwischen dem Wunsch auszubrechen und von dort weg zukommen oder doch da zubleiben. Und egal wie lange man weg war erschreckt es doch einen immer wieder wie normal dieses spießerische Lebensmodell auf dem Dorf ist(Haus, Auto, Kind und Hund), mit dem man als Jugendlicher oft einfach nichts zu tun haben will. Und erst später stellt man fest, dass das oft nur nach Außen den perfekten Anschein macht und es im Inneren ganz anders aussieht.
Zudem sind in unserer Generation Y alle auf der Suche nach irgendetwas und wollen sich verwirklichen ohne jemals anzukommen oder zu sich selbst zu finden. Und genau das passiert Alex, der auf der Suche nach dem perfekten Ich sich selbst verlor und nie wirklich heraus gefunden hat wer er wirklich ist. Es wird ständig über belangloses geredet und all das bedeutende wird nicht erwähnt und das finde ich passt wirklich zu der heutigen Zeit.
Es ist auch einmal schön einen Mann als Erzähler zu haben, der eben nicht dem typischen Rollenbild entspricht.
Der moderne Schreibstil sorgt für einen angenehmen Lesefluss. Auch wenn das Buch mir auf den ersten Blick viel zu dünn erschien, fand ich jetzt rückblickend die Länge total angemessen. Es ist dann doch ein Thema über das man jetzt keine 400 Seiten in dem Stil lesen möchte.
Das größte Manko an dem Roman ist wahrscheinlich, dass die Klischees eine wahnsinnig große Rolle spielen und man gefühlt nichts anderes präsentiert bekommt. Das ist einfach nur schade und ich hätte mir schon an manchen Stellen gewünscht, dass die Figuren etwas mehr als nur ihre Klischees darstellen.

Fazit:
Mir passiert es die letzte Zeit wirklich selten, dass mich ein Roman so mitreißt und ich mich ein Stück weit mit den Gedanken von Alex identifizieren kann. Das Buch spiegelt das Leben mit einer psychischen Erkrankung ganz gut wieder und vor allem die Scham und die Unfähigkeit darüber mit anderen zu reden. Aber auch das Thema Liebeskummer wird gut und nachvollziehbar präsentiert.

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Veröffentlicht am 02.02.2020

Über die Angst

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"Es ist erstaunlich, wie lange man etwas für sich behalten kann, das einen so quält, das so zehrt an der Kraft, eigentlich alle Energie verbraucht, während man trotzdem einfach so weiterlebt, als hätte ...

"Es ist erstaunlich, wie lange man etwas für sich behalten kann, das einen so quält, das so zehrt an der Kraft, eigentlich alle Energie verbraucht, während man trotzdem einfach so weiterlebt, als hätte man noch einen geheimen Reservetank, der nur dafür da ist, zu funktionieren, wenn eigentlich gar nichts mehr geht. Und dann, eines Tages, in einem völlig unscheinbaren Moment, ist er aufgebraucht, dieser Reservetank, und das ganze System versagt, alle Lichter aus, ciao."

Alex ist verlassen worden. Etwas über ein Jahr waren er und Jenny zusammen. Jenny, seine absolute Traumfrau. Er kann nicht fassen, dass er die Beziehung so falsch gedeutet hat, er war doch so glücklich. Oder?
Alex beschließt kurzerhand, die Eltern zu besuchen. Nach Jahren in Berlin zurück in die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Obwohl er eigentlich nie wieder dorthin zurück wollte...

Kathrin Weßling überzeugt wieder einmal mit ihrem modernen, sarkastischen und provokativen Schreibstil. Ich war am Anfang des Buches etwas verwirrt, wohin die Erzählung hingehen wird, weil das eigentliche Thema zumindest mir erst mit der Zeit klar wurde. Wer dran bleibt und weiterliest wird nicht enttäuscht: Weßling beschreibt einfühlsam und detaillreich, wie sich ein Leben mit Angst/Panikattacken anfühlt und regt wieder einmal zum Nachdenken an. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Die Angst besiegen

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Der Roman „Nix passiert“ ist von der Schriftstellerin Kathrin Weßling interessant geschrieben.
Sie schreibt über die Gefühlswelt eines jungen Mannes Alex, der von seiner Freundin verlassen wurde.
Alex ...



Der Roman „Nix passiert“ ist von der Schriftstellerin Kathrin Weßling interessant geschrieben.
Sie schreibt über die Gefühlswelt eines jungen Mannes Alex, der von seiner Freundin verlassen wurde.
Alex Art ist mir nicht so sympathisch. Sonnst hat er sich nicht so um seine Familie gekümmert, jetzt will er bei seinen Eltern in der Provinz unter schlüpfen. Da gibt es einiges aufzuarbeiten. Dann erfahren wir von seinen Problemen.
Die Autorin lässt Alex in vielen Selbstzweifeln und Angstattacken hin und her denken. Sehr gut, wie sie sich in so einen Charakter hinein denken und in die Geschichte einbringen kann.
Das Buch fängt mässig an und fesselt immer mehr.

Veröffentlicht am 27.01.2020

alles ist eine Botschaft

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„alles ist eine Botschaft, eine Message, auch, keine zu senden.“ [166]

„Nix passiert“ war mein erstes Buch von Kathrin Weßling und anfangs war ich leicht irritiert, wie sich die Geschichte entwickeln ...

„alles ist eine Botschaft, eine Message, auch, keine zu senden.“ [166]

„Nix passiert“ war mein erstes Buch von Kathrin Weßling und anfangs war ich leicht irritiert, wie sich die Geschichte entwickeln würde. Auf den ersten Seiten ahnt man noch nicht, inwiefern einen dieser Roman einfangen wird. Man liest, dass Alex, unser Protagonist, verlassen wurde und der Beziehung mit Jenny nachtrauert.
„Dabei füllte der ewige Konjunktiv nur die Stille zwischen uns, das Präsens, in dem ich neben ihr saß und an die Vergangenheit dachte, daran, wie schön es mal gewesen war.“ [26]
Weßling schreibt gut, auch wenn anfangs nicht wirklich viel passiert, die Handlung noch etwas auf sich warten lässt, die Charaktere noch etwas blass erscheinen, so nimmt mit zunehmender Seitenzahl die Geschichte Fahrt auf und die Rückblicke in die Vergangenheit öffnen den Blick in die Zukunft.
Mit ihrem Werk gelingt Weßling eine perfekte Skizzierung, ein getreues Bild einer Generation, welche auf der Suche nach allem und nichts ist. Dass Alex, auf der Suche nach sich selbst, zum Ziel kommt, sich findet, hat die Autorin hervorragend herausgearbeitet und dargestellt.
Der Schreibstil ist klar, direkt und wenn man es anders sagen möchte: modern. Weßling beschönigt nichts. Sie schreibt, wie es sich tatsächlich verhält. Und so stellt sie Alex als „eine Bier zapfende Lüge auf zwei Beinen“ [176] dar, der nicht nur die anderen Mitmenschen belügt, sondern sich auch selbst betrügt. Besonders gefällt mir dessen Entwicklung mit zunehmendem Fortgang der Geschichte.
Es bleibt festzuhalten, dass Weßling ein beeindruckendes Werk liefert, in dem sich Leser*innen wiederfinden können, das eigene Handeln kritisch hinterfragt und durch eine reflektierte Sichtweise der Autorin brilliert. Es macht viel Spaß durch die Seiten zu fliegen, egal wie intensiv das Geschriebene bei den Lesern wirkt.
„Und ich sehne mich nach nichts mehr, (…) dass einfach mal gar nix passiert.“ [125]

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