Cover-Bild Winterseele. Kissed by Fear

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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 19.04.2017
  • ISBN: 9783473585083
Kelsey Sutton

Winterseele. Kissed by Fear

Ursula Held (Übersetzer)

Niemand weiß, dass Elizabeth Caldwell die Gabe besitzt, Gefühle in menschlicher Gestalt zu sehen. Sehnsucht, Mitleid, Wut - sie alle halten sich von Elizabeth fern, denn sie zeigt als einzige Sterbliche keine Reaktion auf ihre Berührung. Allein der Angst und Schrecken verbreitende Fear wird bei ihr schwach. Er ist besessen davon herauszufinden, welche Macht Elizabeth zu dem gemacht hat, was sie ist ...

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2018

Langatmig, verworren sowie zu viel verschenktes Potenzial

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Elizabeth besitzt die Gabe, Gefühle und Elemente zu sehen, die andere Menschen nicht sehen können. Allerdings kann sie selbst keine Emotionen spüren, so dass sich die Gefühle von ihr meist fernhalten. ...



Elizabeth besitzt die Gabe, Gefühle und Elemente zu sehen, die andere Menschen nicht sehen können. Allerdings kann sie selbst keine Emotionen spüren, so dass sich die Gefühle von ihr meist fernhalten. Nur FEAR gibt nicht auf und versucht immer wieder ihre Gefühle zu wecken. Ob er es schaffen wird, erfahrt ihr im Roman.

Anfangs war ich von Elizabeth sehr fasziniert und angetan. Ich wollte unbedingt hinter ihr Geheimnis kommen und herausfinden, wieso sie nichts fühlen kann. Ich wollte, dass sie die Liebe erfährt und mit Fear glücklich ist. Denn Fear macht sie irgendwie glücklich und ist immer in gefährlichen Momenten bei ihr…

Aber dann gab es wieder Augenblicke, in denen ich Elizabeth einfach nur an den Schultern gepackt und gerüttelt hätte. Denn anstatt ihren Freunden (Fear, Joshua, Maggie, Mut etc.) zu sagen was sie denkt, was sie fühlt und was sie hofft, bleibt sie einfach nur stumm und schweigt. Sie teilt sich ihnen nicht mit, denkt dafür aber. Doch keiner ihrer Freunde kann Gedanken lesen, wie sollen sie dann bitte erfahren, was in ihr vorgeht? Diese Szenen habe ich regelrecht gehasst. Ich wollte, dass Elizabeth sich endlich öffnet und ihre Liebe und Hoffnungen gesteht und nicht ständig schweigt und nachgrübelt. Denn sie grübelte ständig, was aufgrund der vielen Wiederholungen nervig war.

Wie ihr seht, bin ich ein wenig zwiegespalten, was Elizabeth betrifft. Einerseits finde ich ihre Art faszinierend und begeisternd, auf der anderen Seite nervte sie mich auch, wenn sie unschlüssig herumstand und nicht mit der Wahrheit über ihre wahren Gefühle und Gedanken herausrückte.

Heftig fand ich zudem, dass alle Personen – Elizabeth´s Mutter, ihr Vater Tim, Charles, Maggie, Joshua und sein Dad, Morgan und ihre Schwester etc. so unglaublich viele Probleme hatten mit denen sie zu kämpfen hatten. Das war einfach ZU VIEL des Schlechten. Hier hätte es gereicht, wenn nur ein paar von ihnen Schwierigkeiten gehabt hätten. So wirkte es jedoch voll übertrieben. Es war zwar gut angedacht, diese ernsten Themen anzusprechen, aber wie gesagt: Es war einfach zu viel davon auf einem Haufen, so dass man leicht den Überblick verlor, welcher Charakter welches Problem hatte, nachdem man weiter gelesen und mit dem nächsten Problemcharakter konfrontiert wurde. Weniger ist manchmal mehr!!!

Die Grundidee, dass Elemente und Gefühle in einer Parallelwelt um die Menschen herum leben, gefiel mir recht gut. Ich mochte auch das emotionslose Mädchen Elizabeth zu Beginn. Aber nach und nach begannen die Wiederholungen und die langatmigen nichts sagenden Szenen, die mich einfach nur noch gelangweilt haben. Ich bemerkte auch immer wieder, dass man einige Szenen hätte anders schreiben, spannender hätte machen können. Meiner Meinung nach war die Grundidee toll, aber es wurde zu viel gutes Potenzial verschleudert. Ich hatte irgendwie mehr von diesem Buch, von dieser Geschichte erwartet. So war es für mich kein Problem, dieses Buch bei Seite zu legen und später weiter zu lesen, da mich die Story nicht mehr so in den Bann zog.

Die Geschichte an sich ist gut gestaltet und auch schön und detailreich geschrieben, was mir gut gefallen hat. Allerdings traten während dem Lesen immer mehr Ungereimtheiten und Fragen auf und ließen mich verwirrt und irritiert zurück. Manche Fragen wurden nicht beantwortet, so dass ich noch immer gern die Antwort darauf erfahren möchte.

Ich verstehe u. a. aber auch nicht so recht, dass Albtraum das Gegenteil von Leben darstellen soll. Logischer wäre doch, den Tod zu wählen.

Ich mochte Fear sehr gern. Anfangs schien er noch etwas gruslig, aber er zeigte Gefühle und das machte ihn für mich zu einem echten Freund, bei dem ich immer wieder hoffte, dass er bald erscheinen möge. Joshua hingegen war einfach nur ein guter Kumpel für mich, er war da und war okay. Mit ihm konnte ich mich nicht so gut anfreunden wie mit Fear. Fear hatte halt etwas Magisches, Liebevolles, Sehnsüchtiges. Joshua tat mir während des Lesens aber immer mehr Leid. Er ist ein lieber netter Junge, der seine Pflicht tut und doch immer nur ausgenutzt wird. Ich hätte ihm gern ein schönes Happy End gewünscht und mehr Lebensfreude. Irgendwie war aber sein Ende für mich schon ab der Mitte des Buches vorhersehbar.

Ich hätte mir gewünscht, dass Maggie mehr Emotionen in Elizabeth weckt und Joshua nicht verletzt wird, denn er ist ein lieber Kerl. Ich finde es jedoch wundervoll, was Elizabeth für Joshua und seinen Vater getan hat. Dafür liebe ich Elizabeth! ❤

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht und flüssig geschrieben, so dass ich keine Probleme hatte, ihrer Geschichte zu folgen und mich in sie hineinzufinden. Auch gefällt mir das deutsche Cover mit der rötlich-metallischen Schrift und den Schmetterlingen sehr gut sowie der Untertitel „Kissed by Fear“, wobei dieser meiner Meinung nach schon etwas zu viel verrät.

Mich hat dieses Werk nicht so berührt, wie ich es von ihm erwartet hatte. Zu Beginn war ich noch begeistert und fasziniert, etwa ab der Mitte des Buches war ich dann jedoch eher mehr gelangweilt und teilweise auch von Elizabeth genervt, so dass ich mir Szenen mit Fear – ganz gleich ob gruslig oder romantisch – regelrecht herbeigesehnt hatte, die letztendlich auch nicht mehr so berauschend waren wie zu Beginn der Geschichte. Es gab zu viele ungeklärte Fragen, ein vorhersehbares Ende und regelrechte Verwirrspiele, bei denen ich noch immer nicht ganz durchblicke und mich unschlüssig zurücklassen.

Ich kann diesem Werk nur 3/5 Punkten geben.

Veröffentlicht am 15.06.2018

Tiefgründige und gefühlvolle Geschichte

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Elisabeth kann nicht fühlen. Stattdessen sieht die Gefühle und Elemente als Personen zwischen den Menschen umherwandern. Der gutaussehende Angst ist jedoch der festen Überzeugung, dass sich ein Geheimnis ...

Elisabeth kann nicht fühlen. Stattdessen sieht die Gefühle und Elemente als Personen zwischen den Menschen umherwandern. Der gutaussehende Angst ist jedoch der festen Überzeugung, dass sich ein Geheimnis dahinter verbirgt und als Elisabeth beginnt Albträume zu haben , weiß sie, dass sie Mauer der Gefühllosigkeit brechen muss um herauszufinden, was es mit ihr aus sich hat.

Eine Geschichte wie diese habe ich noch nie gelesen und ich bin von der Idee begeistert. Zumal die Autorin die Geschichte auf eine gefühlvolle und tiefgründige Weise erzählt, die einen einfach dazu bringt über die Dinge nachzudenken. Ich gebe zu, es ist keine Geschichte, die man eben mal so wegliest, sondern eher eine auf die man sich einlassen muss. Es ist ebenfalls ein kompliziertes Thema, denn wer weiß wirklich wie sich eine Person ohnr Gefühle benehemen würde. Deswegen hatte ich an der ein oder anderen Stelle Zweifel ob alles wirklich so logisch und zusammenpassenf ist. Letztendlich muss ich aber sagen, dass die Autorin es gut beschrieben hat und es Sinn macht, wenn auch nicht auf den ersten Blick, denn man muss lange auf Erklärungen warten.

Das führt aber dazu, dass es bis zur letzten Seite spannend bleibt und nachdem den eher ruhigen Start wird es ab der Mitte dann richtig spannend.

Was mich richtig fasziniert hat war die Beschreibung der Angst als Person, denn ich hätte ihn mir ganz anders vorgestellt. Und auch andere Emotionen hätte ich persönlich anders beschrieben, doch nach einigem Nachdenken und mit den Erklärungen, die im Laufe des Buches vorkommen, machen die Beschreibungen absolut Sinn. Man merkt, dass sich die Autorin mit den einzelnen Emotionen auseinander gesetzt hat und sich tiefgründige Gedanken dazu gemacht hat, was mich wirklich überzeugen konnte.

Die Geschichte an sich ist an einigen Stellen etwas komplizierter und kam mir auch manchmal schwammig vor, doch letztendlich konnte ich nicht vorhersehen was passieren wird, weshalb ich garnicht mehr aufhören wollte zu lesen. Außerdem wurde alles so gefühlvoll und bildhaft beschrieben, dass ich mich allein schon deswegen am liebsten in die Geschichte reinlegen wollte.

Wer poetische und tiefsinnige Geschichten mag, für den ist das Buch genau das richtige. Die Geschichte war vielleicht nicht perfekt, aber durch ihre Art und die Kreativität wird sie mir noch lange in Erinnerung bleiben. Sie hat etwas komplett Neues und bringt einen dazu über Dinge nachzudenken, die man vielleicht nicht so sieht. Eine lasche Mainstream Geschichte ist sie auf keinen Fall und deswegen für mich ein tolles Highlight im Jugendbuchgenre.

Veröffentlicht am 04.02.2018

Voller Emotionen

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Ich habe bei der Aufmachung des Buches und dem Klapptext mit einer Liebesgeschichte gerechnet und war zunächst irritiert, dass diese nur am Rande der Geschichte spielt. Stattdessen erwartete mich eine ...

Ich habe bei der Aufmachung des Buches und dem Klapptext mit einer Liebesgeschichte gerechnet und war zunächst irritiert, dass diese nur am Rande der Geschichte spielt. Stattdessen erwartete mich eine Story mit vielen Emotionen. Doch von vorn.
Der Einstieg ist mir aufgrund des flüssigen und rasanten Schreibstils sehr leicht gefallen. Ich war sofort in der Geschichte drin und gefangen, denn spannend wird es schon auf der ersten Seite.
Dort erhält Elisabeth Besuch von Fear und diese Treffen gibt einen Einblick auf die Gefühlslosigkeit der Protagonistin.
Elisabeth wirkt kalt und unnahbar auch in Situationen die unter die Haut gehen. Trotzdem mochte ich sie sehr gern. Das mehr dahinter steckt vermutet man schon am Anfang und geschickt wirft die Autorin dem Leser immer wieder Häppchen hin zur Lösung der Geschichte ohne zu viel zu verraten. So war ich mir bis zum Schluss nie sicher ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege.
Überrascht war ich von den Gefühlen in der Geschichte. Auf den Leser brechen eine Menge Emotionen ein. Wut, Sehnsucht, Hass, Kummer, Trauer und auch ein wenig Liebe. Elisabeth muss viel Grausames auf ihrem Weg erleben und tat mir oft sehr Leid.
Die Idee mit den Gefühlen in Menschengestalt fand ich toll umgesetzt. Und auch das Ende war passend gewählt, auch wenn nicht alle Fragen beantwortet werden, ist doch der Schluss zufrieden stellend. Ob es einen 2. Teil geben wird? Wer weiß ich würde mich freuen wenn die Autorin das Potential weiter ausschöpft und die Story noch mehr ausbaut.

Mein Fazit

"Winterseele- Kissed by Fear" war eine emotionsgeladene Geschichte mit viel Gefühl. Auch wenn die Liebesgeschichte nur am Rande spielt hat es die Story dennoch geschafft mich zu berühren und gefangen zu nehmen. Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen und ich kann es jedem Leser der besondere und bewegende Geschichten sucht nur ans Herz legen.

Veröffentlicht am 27.01.2018

Die Macht von Gefühlen

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Winterseele - Kissed by Fear ist ein sehr komplexer, dennoch trotzdem besonderer Einzelroman mit einer außergewöhnlichen Grundidee und Umsetzung aus der Feder von Kelsey Sutton. Was wäre, wenn du als einziges ...

Winterseele - Kissed by Fear ist ein sehr komplexer, dennoch trotzdem besonderer Einzelroman mit einer außergewöhnlichen Grundidee und Umsetzung aus der Feder von Kelsey Sutton. Was wäre, wenn du als einziges Wesen auf der Erde keine Gefühle empfinden könntest? Die Leere dein täglicher Begleiter wäre?

Das Cover ist meiner Meinung nach total gelungen. Es ist einer dieser Bücher, die real sogar noch viel besser aussehen als gedacht! Die rote glänzende Schrift besitzt eine einzigartige Textur und ist wie das Kleid des Mädchens blutrot. Der Himmel ist in einen schönen Farbverlauf gehüllt, der von blau in gelb und auch rot übergeht. Das schönste Motiv hier ist aber natürlich das Mädchen, dass zur Seite gen Himmel schaut, während ihr Kleid dabei in tausend rote Schmetterlinge zerspringt. Eine zauberhafte Gestaltung, Hut ab!

Gefühle begleiten uns das ganze Leben an. Denn sie sind das Leben. Das, was den Menschen aus macht, besonders macht. Doch genau das kann Elizabeth Caldwell nicht. Schon seit Jahren. Sie weiß, dass sie anders ist. Denn zu ihrer Gefühlslosigkeit kann sie sie sehen. Die Gefühle in Menschengestalt. Freude, Trauer, Sehnsucht.
Und besonders einen scheint Elizabeth fasziniert zu haben: Fear. Die Angst. Doch natürlich kann auch das schrecklichste Gefühl von allen keine Regung in Liz auslösen. Dennoch will Elizabeth endlich die Wahrheit wissen: Wer ist sie? Wie ist sie so geworden?
Während sie die Spuren zur Wahrheit verfolgt, zieht jedoch eine immense Gefahr auf, die alle fürchten. Und sie will Liz...

Der Schreibstil von Kelsey ist eigentlich total flüssig und manchmal wirklich poetisch geschrieben. Sie erzeugt sehr gut eine bestimmte Atmosphäre und versteht es Charakteren Leben einzuhauchen, sogar Elizabeth, die ja eigentlich nichts fühlen kann. Der Einstieg war dennoch etwas schwerfällig, da es dann doch recht anders mit einer gefühlslosen Protagonistin umzugehen. Trotzdem ist die Welt, die sie erschafft und die Idee dahinter, mehr als einzigartig.

"Wie schmeckt deine Angst, Elizabeth?"
- Fear in Winterseele - Kissed by Fear

Elizabeth kann seit mehr als 10 Jahren weder mit anderen mitfühlen noch selber fühlen. Was sie aber kann, ist Gefühle zu sehen. Wesen von einer anderen Ebene. Ihre familiäre Situation ist durch ihre Art deshalb angespannt und auch die Schule ist nicht gerade ein Segen für sie. Trotzdem versucht sie es allen recht zu machen, ein relativ normales Leben leben. Aber natürlich geht das nicht so einfach. Vor allem nicht, wenn Gefühle im Spiel sind...

Ich brauchte, wie viele, auch meine Zeit um mit Elizabeth warm zu werden. Sich mit jemanden zu identifizieren, der anscheinend nichts fühlen kann und alles rational betrachtet ist sehr schwierig, vor allem in Büchern. Aber nach der Eingewöhnungsphase hat mich ihre Geschichte dann doch sehr gefesselt. Liz war zwar nicht meine Lieblingscharakterin, dennoch eine sympathische Hauptperson, vor allem gegen Ende.

Natürlich darf das Thema , wenn es um heutige Jugendbücher geht, nicht fehlen: die klassische Dreiecksbeziehung. Ich bin ehrlich und sage: Ich hasse so etwas. Sie verkomplizieren Geschichten nur unnötig und daher war ich so gar nicht begeistert davon, dass man auch hier eine finden wird. Dennoch muss ich im Nachhinein gestehen, dass es wichtig für die Verbindung und Wendung der Geschichte war. Aber im Endeffekt ist dieser Roman sowieso nicht hauptsächlich eine Liebesgeschichte, sondern hat wirklich eher eine Ähnlichkeit mit einem Fantasykrimi.

Die Geschichte hat trotz einiger Schwächen definitiv ihren Reiz und ist daher trotzdem sehr lesenswert. Die Handlung fand ich Buch dabei am besten, besonders das Ende gefiel mir dann doch sehr gut und hat einiges herausgerissen, vorhersehbar oder nicht. Klar gab es leider einige kleine Längen, die man vielleicht hätte umgehen können und Fear, die männliche Hauptperson, hätte definitiv öfter auftauchen können aber dieses Buch könnte man sowieso nicht ganz mit den anderen Jugendbüchern dieser Thematik vergleichen. Ich fand die Geschichte schlussendlich wirklich sehr schön und vergebe daher 4-4,5****.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Düster und hoffnungsvoll zugleich

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Elizabeth Caldwell ist eine sehr ungewöhnliche junge Frau, denn sie ist nicht in der Lage, irgendetwas zu fühlen, stattdessen ist es als würde sie nur Leere empfinden. Doch nicht nur das ist aussergewöhnlich, ...

Elizabeth Caldwell ist eine sehr ungewöhnliche junge Frau, denn sie ist nicht in der Lage, irgendetwas zu fühlen, stattdessen ist es als würde sie nur Leere empfinden. Doch nicht nur das ist aussergewöhnlich, sie besitzt auch noch eine Gabe, sie sieht Emotionen in Form von menschlichen Gestalten. Durch ihre Art sind die meisten Menschen gegenüber Elizabeth eher ablehnend oder zurückhaltend, selbst die eigene Familie hält zu ihr Abstand. Doch da gibt es noch einen Jungen in ihrer Klasse, dem sie nicht egal schDüster und hoffnungsvoll zugleich [Rezension] Winterseele Kissed by Fear von Kelsey Suttoneint und neben ihm gibt es auch noch eine Emotion, nämlich Fear, der eigentlich bekannt dafür ist, Angst und Schrecken zu verbreiten und auch dieser scheint besonderes Interesse an Elizabeth zu haben.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist nicht nur äußerlich wundervoll, denn es konnte mich auch inhaltlich absolut überzeugen und fesseln. Gerade der Schreibstil kam mir hier zu Beginn noch sehr emotionslos, kalt und leer vor, ganz so, als würde Kelsey Sutton mit ihrer Sprache Elizabeths Gefühlswelt oder eher die nicht vorhandene Gefühlswelt, wiederspiegeln. Das ist hier sehr beeindruckend gelungen, denn dadurch bekommt das Buch eine ganz eigene Atmosphäre, die irgendwo zwischen Düsternis und Kälte und doch Hoffnung auf Gefühle liegt. Sprachlich konnte mich dieses Buch also überzeugen, fesseln und durchaus auch beeindrucken und ich würde auch sagen, dass dieses Buch dadurch auch nicht nur für jüngere Leser geeignet ist.
Dabei ist das Buch auch sehr spannend, denn ich habe eine ganze Zeit lang gerätselt, was mit Elizabeth nicht stimmt. Ja, es gab einige Vermutungen und eine ungefähre Ahnung hatte ich auch, doch trotzdem war ich mir nie sicher, denn die Autorin versteht es sehr gut, all das geheimisvoll zu halten. Allein dadurch, dass auch Elizabeth keinerlei Ahnung hat, warum sie nichts empfinden kann und warum sie Gefühle in menschlicher Gestalt sieht, wollte ich einfach hinter ihr Geheimnis steigen und dieser Wunsch zog mich immer mehr durch die Seiten. Selten habe ich erlebt, dass es so unglaublich lange dauert, bis man auch nur in die Nähe der Lösung gelangt.
Alles in allem ist es ein absoluter Genremix, auf der einen Seite gibt es die Fantasyelemente, bei denen die Emotionen Gestalt annehmen, dann gibt es das typische Szenario an den Highschools, in denen die Queen der Schule auf die Aussenseiterin hackt, dann gibt es noch die Komponente der häuslichen Gewalt und noch vieles mehr. Alles wirkte auf mich ein, ließ mich kaum zur Ruhe kommen und machte mich immer wieder aufs Neue nachdenklich.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Form aus Elizabeths Perspektive. Normalerweise bringt genau diese Erzählform den Charakter dem Leser näher, doch hier hatte ich lange Zeit nicht das Gefühl, allein dadurch, dass die Protagonistin einfach keine Gefühle hat. War sie mir dadurch sympathisch? Nein, nicht unbedingt, stattdessen dachte ich immer wieder: du musst doch jetzt etwas spüren, Mädel! Doch auf der anderen Seite hatte ich hier die perfekte Gelegenheit, mich in Elizabeth zu versetzen, zu spüren, wie es ist, wenn man nichts spürt. Ich konnte nachempfinden, wie Elizabeth sich Verhalten muss, um wenigstens halbwegs "normal" zu sein, denn sie ist eine perfekte Beobachterin, die den Menschen in ihrer Umgebung einfach das zeigt, was diese erwarten. Das gelingt ihr nicht immer, aber machte sie auf eine bestimmte Art wieder menschlicher. Eine Frage kreiste dabei immer wieder durch meinen Kopf: wie ist es, wenn man nichts empfindet? Diese Protagonistin ist auf jeden Fall ganz aussergewöhnlich.
Neben Elizabeth gibt es noch diverse weitere Charaktere, von denen vor allem Fear und Joshua wichtige Rollen zuteil werden. Fear, der schon seit langem von Elizabeth fasziniert ist und sie immer wieder versucht, aus dem leeren Raum zu befreien, soll die Emotion Angst sein. Richtig beängstigend ist er nicht, ich denke, dass man gerade ihm noch mehr Tiefe hätte geben können, doch trotzdem war es interessant, ihm zuzusehen und manches Mal musste ich erst überlegen, ob er einfach nur auf Illusionen baut. Joshua ist neben Fear der menschliche Part, den Elizabeth nicht kalt lässt und der, egal wie oft Elizabeth ihn von sich stösst, an ihr festhält. Letzten Endes spielt er eine wichtige Rolle in der gesamten Entwicklung. Aber auch alle weiteren Charaktere geben hier eine bestimmte Rolle wieder, die alle geschickt auf Elizabeths Entwicklung einwirken.
Mein Fazit:
Ein absolut aussergewöhnliches Buch, das zu fesseln weiß und eine besondere Geschichte erzählt. Mir fällt nichts ein, mit dem ich diese Geschichte vergleichen könnte und genau das ist hier auch das besondere. Ein Buch mit einer Atmosphäre, die Leere in jeder Hinsicht wiederspiegelt und doch schwingt hier immer wieder die Hoffnung mit, die Hoffnung auf Leben, auf Emotionen. Wer sich auf neue Geschichten einlassen kann, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Klare Leseempfehlung!