Cover-Bild Die Krankheitensammlerin

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: BoD – Books on Demand
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 196
  • Ersterscheinung: 16.05.2019
  • ISBN: 9783735719867
Kia Kahawa

Die Krankheitensammlerin

Fiona ist eine unfreiwillige Sammlerin: Depressionen, Übergewicht, HWS-Syndrom, Selbstwertprobleme. Sie ist davon überzeugt, dass sie ihre Erkrankungen verdient hat.
Auch mit den Menschen hat sie es schwer. Sie fühlt sich unter ihnen fehl am Platz, vergleicht sich ständig mit anderen und glaubt, all ihre Probleme allein lösen zu müssen.
Sie träumt von einer gesunden, schlanken und erfolgreichen Version ihrer selbst. Nachdem eine weitere Diagnose Fionas Sammlung ergänzt, trifft sie eine Entscheidung. Sie macht eine Kehrtwende und will von heute auf morgen ein perfektes Leben führen.
Koste es, was es wolle.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 2 Regalen.
  • 1 Mitglied hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2019

Andere Erwartungen gehabt

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Zum Inhalt:
Fiona sammelt seit Jahren Krankheiten, unter anderen Depression, Übergewicht und Schilddrüsenunterfunktion. Dazu hat sie kein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Das soll sich jetzt alles ...

Zum Inhalt:
Fiona sammelt seit Jahren Krankheiten, unter anderen Depression, Übergewicht und Schilddrüsenunterfunktion. Dazu hat sie kein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Das soll sich jetzt alles anders und aus der alten Fiona soll die neue Fiona werden. Die neue Fiona soll diese ganzen Krankheiten nicht mehr haben. Das Gewicht muss natürlich auch runter. Dann will sie erfolgreich und beliebt sein. Ob das funktionieren kann?

Meine Meinung (enthält Spolier):
Ich habe mich entschieden, dieses Buch zu lesen und mein Glück bei der Leserunde zu versuchen, da ich durch mein Hashimoto manchmal auch wie eine Krankheitensammlerin fühle. Hier wird dann aber eher Fionas Probleme mit ihrer manischen Depression und bipolaren Störung erzählt. Damit kann ich wenig anfangen.
Erstmal aber zum Schreibstil: Der Schreibstil liest sich soweit ganz gut. Es wird aus der 1. Person, also aus Fionas Sicht geschrieben. Man kommt gut in die Geschichte rein und da das Buch nicht sehr lang ist, kann man es auch recht fix lesen. Es sind recht viele Rechtschreibfehler im Buch drin. Mich persönlich hat es nicht gestört.
Fiona hat alle möglichen Krankheiten und nimmt alle möglichen Medikamente gegen diese Krankheiten. Dabei nimmt sie es aber nicht so ganz genau. Dass das nicht gut gehen kann, ist jedem Leser klar. Sie will plötzlich sich von einen Tag um 180° verändern. Auch das kann nicht gut gehen. Vor allem ihr Übergewicht ein Dorn im Auge. Dabei macht sie alle Fehler, die ein Anfänger nur machen kann. Wie es aber nach dem Anfang weitergeht, wird leider nicht mehr erzählt. Fiona ist sehr Ich-bezogen. Zwischendurch erkennt sie, dass sie es eigentlich doch gar nicht so schlecht hat, aber das hilft auch kein bisschen. Gegenüber ihren Therapeuten und Psychiater ist sie unehrlich. Auch ihr Umfeld vertraut sie sich nicht an. Gut, ihr Umfeld ist recht klein. Besteht aus der Mutter, den Bruder Paul, ihren besten Freund Paul und einen Online-Freund Thilo. Thilo vertraut sie sich an, aber auch da jammert sie nur über ihr Leben und interessiert sich nicht für Thilo, der auch Probleme hat. Zum Ende wird Fiona immerhin etwas sympathischer und ich habe eher Mitleid mit ihr.
Über die Familie lernt man wenig kennen, was ich schade finde. Der Freund Paul ist auch ein bisschen komisch. Für einen besten Freund ist er sehr wenig präsent. Auch wird er im Verlauf der Geschichte eher unsympathisch.

Fiona will zu viel auf einmal, das geht nicht gut. Dann erkennt sie, nach einigen Fehler und nachdem es zu einem Zusammenbruch kommt, dass sie in kleineren Schritten alles machen muss. Das ist grob zusammengefasst, die ganze Geschichte. Da habe ich ein bisschen mehr erwartet. An der einen oder anderen Stelle auch mehr Details.

Schade finde ich, dass der Klappentext nicht das hält, was es verspricht. In sehr langen Teilen geht es um Fionas manische Depression und nicht, wie sie ihr Leben ändern will. Das finde ich schade.
Das Buch habe ich in einer Leserunde erhalten und dafür danke ich der Autorin. Letztendlich sollte jeder sich selbst ein Bild machen, ob das Buch was für einen ist. Mein Geschmack hat es nicht ganz getroffen.

Veröffentlicht am 08.06.2019

Erfüllte nicht ganz die Erwartungen

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In „Die Krankheitensammlerin“ begleiten wir Fiona, die, wie der Titel schon verrät, gleich mit mehreren chronischen Krankheiten zu kämpfen hat. Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion ist für sie ...

In „Die Krankheitensammlerin“ begleiten wir Fiona, die, wie der Titel schon verrät, gleich mit mehreren chronischen Krankheiten zu kämpfen hat. Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion ist für sie der zündende Moment, ihr Leben zu ändern. Das fand ich von der Thematik her sehr interessant, denn ich kenne sonst keine Romane, in denen es um Schilddrüsenkrankheiten geht und ich war gespannt, wie Fiona ihr neues Leben, ihre Vorsätze, angehen würde. Der Klappentext verrät, daß sie dabei ziemlich unbarmherzig mit sich selbst ist. Leider ist der Klappentext irreführend, denn letztlich geht es sehr stark um Manie und Psychose. Ein großer Teil des Buches beschreibt Fionas Abgleiten in dieselben. Es wäre sinnvoll gewesen, diesen Fokus im Klappentext nicht gänzlich unerwähnt zu lassen, denn so gehen die Leser mit falschen Erwartungen an das Buch und Leser, die sich eher für die in „Die Krankheitensammlerin“ behandelten Themen interessieren, werden nicht durch den Klappentext angesprochen.

Ich wollte Fiona auf ihrer Reise begleiten, lesen, wie sie mit der Diagnose zurechtkommt, wie ihre radikalen Vorsätze sich gegen die Realität behaupten müssen und was sie dadurch ändert. Eine solche Reise gibt es aber leider nicht. Die detaillierten Beschreibungen ihrer manischen Phasen, ihrer durch die Psychose beeinflussten Gedanken fand ich anstrengend. Das spricht allerdings auch für die Autorin, denn solche Beschreibungen sollen auch anstrengend sein, sonst würden sie am Thema vorbeigehen. Überhaupt ist der Schreibstil eigentlich erfreulich. Es blitzt trockener Humor hindurch, es ist gerade am Anfang noch eine gewisse Leichtigkeit vertreten, es kann aber auch die Verzweiflung und eben auch die Manie gut vermittelt werden. Einige Stilmittel (wie zB recht sinnlose und halbherzig umgesetzte Namensdoppelungen) waren allerdings nicht mein Fall.

Fiona ist keine sympathische Protagonistin, das soll sie auch gar nicht sein. Am Beginn und am Ende des Buches und in manchen Momenten zwischendurch kann man mit ihr mitfühlen, aber den Großteil des Buches über ist sie unangenehm. Es gibt unsympathische Protagonisten, über die man gerne liest, bei Fiona gleitet es aber zu sehr ins Enervierende ab. Das ist sicher zum großen Teil ihren Krankheiten geschuldet, aber für meinen Geschmack war es doch etwas zu viel Selbstmitleid, zu viel mangelnde Empathie, zu viel Herabsehen auf andere. Sie theoretisiert ausführlich zu diversen Themen, was mir ebenfalls zu viel war. Man hätte ihre Charakteristika meiner Meinung nach auch etwas weniger ausführlich und wiederholend vermitteln können, so daß die Botschaft angekommen, aber Fiona dem Leser nicht so sehr auf die Nerven gegangen wäre.

Die Gewichtung entsprach auch in anderen Punkten nicht meinem Geschmack. Während die für Fiona wichtigen Menschen und ihre Beziehung zu ihnen seltsam blaß bleiben, wird eine Zufallsbegegnung mit einem Obdachlosen sehr breit berichtet, nimmt eine meines Erachtens viel zu übertriebene Entwicklung, die für das Buch zu überfrachtet ist.

Manche Fragen blieben offen, versickerten in der Geschichte. Ein schwerwiegendes Thema wurde ganz am Ende in ein paar Sätzen kurz angesprochen, war – wie das Ende der Obdachlosengeschichte - für diese Nebenbeibehandlung viel zu gewichtig und für die Geschichte nicht relevant.

Oft hatte ich das Gefühl, daß alle mögliche Gesellschaftskritik unbedingt in die weniger als 200 Seiten hineingepreßt werden sollte, was zu Lasten der Geschichte und der Charaktere ging. Der an vielen Stellen so schöne trockene Humor mußte dann der trockenen Belehrung Platz machen, der Leser wurde im Vorbeigehen mit Themen konfrontiert, die sich nicht in einigen Absätzen nebenbei behandeln lassen.

Bei den ungünstigen Gewichtungen und generell hätte ein gutes Lektorat viel bewirken können. Eine sorgfältige Nachlektorierung des Buches wäre meines Erachtens ohnehin angebracht. Es sind zahlreiche Fehler vorhanden, darunter gleich mehrere störende Logikfehler.

Insofern bin ich zwiegespalten. Der Schreibstil ist überwiegend gut, das Thema ungewöhnlich und an vielen Stellen gelungen vermittelt (auch wenn es leider nicht das Thema war, das der Klappentext verspricht). Gerade der Anfang des Buches ist gelungen, nimmt den Leser gleich mitten in die Geschichte. Der letzte Teil ist berührend und beinhaltete das, was ich eigentlich von der Geschichte erwartet hatte. Die oben genannten Punkte haben aber leider mein Lesevergnügen stark beeinträchtigt.