Cover-Bild Die Toten von morgen
Band 2 der Reihe "Berliner Schattenwelt"
(17)
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 270
  • Ersterscheinung: 19.05.2026
  • ISBN: 9783518475447
Kim Koplin

Die Toten von morgen

Thriller | Berliner Unterwelt trifft französische Drogenkartelle
Thomas Wörtche (Herausgeber)

Ein fesselnder Großstadtthriller – atmosphärisch und actiongeladen

Ein junger Mann liegt tot unter einer Brücke in Berlin-Charlottenburg – Kopfschuss, keine Papiere, keine Zeugen. Kommissarin Nihal Khigarian ist gerade erst aus Hamburg zurück, innerlich zerschrammt, ihr Vater im Sterben, ihr Bruder im Knast – weil sie ihn da reingebracht hat. Und dann taucht auch noch Saad wieder auf, mit Leila, dem Mädchen, das sie wie eine Tochter liebt – und das sie verlassen hat.

Während Nihal versucht, sich im Job wieder zu fangen, gerät sie mitten hinein in einen Bandenkrieg, der Berlin zu zerreißen droht: ein alter König, ein skrupelloser Neuling, Drogen, Geld – und Saad, der plötzlich Teil des Spiels ist. Und vielleicht der Schlüssel.

Als eine zweite Leiche auftaucht, erkennt Nihal, wie tief sie selbst bereits verstrickt ist. Und dass ihre Vergangenheit sie schneller einholt, als sie laufen kann. Denn manchmal sind es nicht die Toten von gestern, vor denen man sich fürchten muss. Sondern die Toten von morgen. Und einer von ihnen … könnte Saad sein.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2026

Gut wieder da zu sein

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Aktuell gibt es ganz genau drei deutsche Autoren, die mit entlarvendem Blick die Schattenseiten Berlins jenseits von Mitte, Grunewald und Prenzlauer Berg zeigen: Johannes Groschupf, Clemens Murath und ...

Aktuell gibt es ganz genau drei deutsche Autoren, die mit entlarvendem Blick die Schattenseiten Berlins jenseits von Mitte, Grunewald und Prenzlauer Berg zeigen: Johannes Groschupf, Clemens Murath und Kim Koplin aka Edgar Rai, was Koplin bereits in dem genialen Vorgänger „Die Guten und die Toten“ unter Beweis gestellt hat.

Nun also „Die Toten von morgen“, die gelungene Fortsetzung der Geschichte um Nihal, Kommissarin in spe, und Saad, dem syrischen Flüchtling, immer noch auf der Flucht vor dem Marseiller Drogenkartell und Leila, seine kleine Tochter, die Nihal lieb gewonnen hat und in ihr eine Ersatzmutter sieht.

Der Tote in Charlottenburg aus Nihals neuestem Fall ist der Aufhänger für den Drogenkrieg, der die Handlung dominiert, die uns in die Berliner Parallelwelt mit ihren dunkelsten Seiten katapultiert, knallhart und dreckig. Mit jeder Menge Ironie vom Autor beschrieben, so dass man sich stellenweise das Schmunzeln nicht verkneifen kann.

Ein gut konstruierter, stimmiger Plot, spannende Handlung mit jeder Menge Tempo, getrieben von kurzen Kapiteln aus unterschiedlichen Perspektiven – alles vorhanden, was einen guten Thriller auszeichnet und damit jede Menge Lesespaß garantiert. Versprochen!

Veröffentlicht am 30.05.2026

Bandenkrieg

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Nihal ist ein Kommissars Anwärterin und gerade aus Hamburg wieder zurück nach Berlin gezogen, geflohen vor einer Liebe, von der sie nicht weiß, ob sie die will. Ihr Freund Saad und seine Tochter Leila ...

Nihal ist ein Kommissars Anwärterin und gerade aus Hamburg wieder zurück nach Berlin gezogen, geflohen vor einer Liebe, von der sie nicht weiß, ob sie die will. Ihr Freund Saad und seine Tochter Leila sind allerdings auch wieder in Berlin zurück. Das ist ihr unbekannt als ein Toter gefunden wird, hingerichtet, was auf eine Abrechnung im Bandenmilieu hinweist. Doch sie finden den Auftraggeber nicht, obwohl Nihal sich auf die Spur des Toten setzt. Bevor sie mehr erfährt, wird wieder ein Toter gefunden. Das alles schreit nach einem Bandenkrieg. Als sie die Adresse observiert, an der der Tote öfter halt gemacht hat, bemerkt sie das Saad auch dort arbeitet. Doch was hat er mit dem Ganzen zu tun? Diese Frage bringt Nihal an den Rand ihrer Aufnahmefähigkeit.
Der Thriller „Die Toten von Morgen“ von Kim Koplin spielt in der Hauptstadt Berlin und nicht weniger als um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. Die beiden Hauptcharaktere sind Nihal und Saad, die eine On-Off Beziehung pflegen und Nihal nicht so richtig Vertrauen in Saad Hat. Der hat eine 5-jährige Tochter, die Nihal abgöttisch liebt, sie aber nicht weiß, ob sie das mit dem Kind kann und will. Diese Nebenschauplätze, neben dem spannenden Thriller Anteil sind es, die immer wieder für Hochspannung sorgen und auch dafür zuständig sind das Buch nicht gut aus der Hand legen zu können. Die Autorin hat die Kapitel dann auch noch mit Namen gekennzeichnet, so dass man genau sie Perspektive auf die Geschehnisse mitbekommt. Denn sowohl im Privatleben von Nihal geschieht eine ganze Menge, sondern auch in ihrem Beruf, der die Rivalitäten im Bandenbereich beschreiben. Ein neuer Spieler will dem Platzhirschen seine Vorherrschaft nehmen und diesen brutalen Bandenkrieg beschreibt dieser Thriller ebenfalls. Bei aller Brutalität gelingt es der Autorin immer wieder kleine Abschnitte einzubauen, die nicht ganz Ernst erscheinen. Da wäre die Freundschaft zwischen Mohammed und Saad und das Verhältnis zwischen Nihal und ihrem Chef. Hier wird auch nochmal ein zentrales Thema angesprochen, Vertrauen. Die Sprache, die die Autorin benutzt lässt den Leser ein bisschen atemlos zurück, doch dafür unterstützt sie die Spannung bis zum Finale außergewöhnlich gut.
Ich finde diesen Thriller hochspannend und verzeihe ihm auch, dass er manchmal ein bisschen drüber ist. Der Story tut das gut und vor allem bewegt sich die Autorin in einem Bereich, der sich durch hohe Brutalität auszeichnet. In diesem Umfeld das Thema Vertrauen zu beschreiben, finde ich gut gelungen.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

alles nur nicht gewöhnlich

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Ein toter junger Mann wird in Berlin aufgefunden. Es scheint der Beginn eines Krieges zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu sein. Kommissarin Nihal versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Doch welche ...

Ein toter junger Mann wird in Berlin aufgefunden. Es scheint der Beginn eines Krieges zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu sein. Kommissarin Nihal versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Doch welche Rolle spielt Saad, von dem sie dachte sie sieht ihn nie wieder?
Der Thriller ist der zweite in der Reihe um Nihal und Saad. Man kann ihn aber gut ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen. Die nötigen Informationen bekommt der Leser.
Krimis im Drogenmilieu sind jetzt nicht so unbedingt mein Lieblingsthema. Das Buch hat mich vor allem wegen der ungewöhnlichen Protagonisten interessiert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist etwas ganz anderes als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe.
Die Protagonisten Nihal und Saad sind echte Charakterfiguren. Beide hatten sie schon mit einigen Schicksalsschlägen im Leben zu kämpfen, weshalb sie wohl auch so sind wie sie sind. Jeder von ihnen bringt seine Geheimnisse mit, an deren Auflösung ich eben so sehr interessiert war wie an der Lösung des Falls. Miteinander verbindet sie eine komplizierte Liebesgeschichte, die ich mit viel Freude verfolgt habe. Die kleine Leila, Saads Tochter, mochte ich sehr. Sie ist ein absolut toughes Mädchen, bringt zusätzlich Pep in die Geschichte und ich musste mehr als einmal über ihre Sprüche schmunzeln.
Bei den doch recht vielen Personen der beiden Banden hatte ich manchmal etwas Mühe den Überblick zu behalten, wer nun wohin gehört. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch. Der Schreibstil ist alles, nur nicht gewöhnlich. Es herrscht schon ein recht rauer Umgangston. Aber die Sprache spiegelt die Welt der Protagonisten wunderbar wieder, weshalb ich das absolut gelungen finde.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Die Toten von Morgen

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Brutal, schmutzig, skrupellos, Multi-Kulti, brodelnder Sommer in Berlin. Mittendrin Nihal, Kommissarsanwärterin, zurück nach Berlin, in einen Sumpf aus einem Bandenkrieg. Der alteingesessene Dogenboss ...

Brutal, schmutzig, skrupellos, Multi-Kulti, brodelnder Sommer in Berlin. Mittendrin Nihal, Kommissarsanwärterin, zurück nach Berlin, in einen Sumpf aus einem Bandenkrieg. Der alteingesessene Dogenboss bekommt Konkurrenz von einem Neuling, der Drogenkrieg beginnt, erst ein Toter unter der Caprivibrücke, dann weitere Tote. Mittendrin Saad mit seiner kleinen Tochter. Saad wollte nur eine Arbeit, seine Papiere sind in Ordnung und gerät in einen Drorgenumschlagplatz. Sein und das Leben seiner Tochter sind gefährdet. Und da kommt Nihal, die mit aber auch ohne Saad nicht leben kann. Ihr Leben ist alles andere als unkompliziert. Vater liegt im Sterben, Bruder im Knast, voller Wut und Elektrizität, macht 1000 Sit ups täglich, liebt den Schmerz und crasht mit ihrem Vorgesetzten, da sie immer alles auf eigene Faust erledigt. Ein Thriller, der den Leser fesselt, ihn atemlos macht. Kim Koplin versteht es ungemein, die Berliner Schattenwelt auferstehen zu lassen. Seine Sätze sind kurz, komplex und weisen mit aller Deutlichkeit auf Gefahr und Korruption hin. Es ist bereits der zweite Teil und wir haben Nihal, Saad und Leila schon aus dem vorherigen Band gekannt. Ein Showdown, das seinesgleichen sucht. Auch das dunkle Cover mit der einsamen Person ist mehr als düster und gefährlich.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Noir bleibt Noir. Zum Glück!n

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Wie klasse ist das denn: Kaum vier Wochen nachdem ich Die Guten und die Toten gelesen hatte, hatte ich Band zwei in der Hand. Nihal lässt einen nicht lange warten.
Berlin, Nacht, Asphalt. Rauer Sound, ...

Wie klasse ist das denn: Kaum vier Wochen nachdem ich Die Guten und die Toten gelesen hatte, hatte ich Band zwei in der Hand. Nihal lässt einen nicht lange warten.
Berlin, Nacht, Asphalt. Rauer Sound, schnelle Schnitte, Figuren mit Bruchlinien. Und wieder zieht einen dieser zweite Band rein, weil Koplin nicht einfach dieselbe Geschichte noch einmal erzählt, sondern tiefer geht – vor allem in das, was Nihal ausmacht und kaputt macht.
Ihr Vater liegt im Sterben. Und Nihal steht draußen. Denn sie hat ihren Bruder ins Gefängnis gebracht – der hatte mit ihrer Dienstwaffe einen Überfall begangen und einen Polizisten angeschossen. Was sie getan hat, war richtig. Das weiß sie. Hilft ihr kein bisschen. Die Eltern strafen sie mit Schweigen und Vorwürfen, und Nihal bestraft sich gleich selbst noch dazu. Schuldgefühle, die sie für sinnlos hält und trotzdem nicht loswird. Den Zorn kanalisiert sie, wie immer: in Sport. Gefühle zeigen? Kommt nicht in Frage. Das kennen wir ja.
Was neu ist: Saad und Leila sind wieder da. Nihal hatte den Kontakt gekappt – zu nah waren ihr die beiden gekommen, zu gefährlich für jemanden, der emotionale Distanz als Überlebensstrategie betreibt. Aber ein neuer Fall bringt sie wieder zusammen. Und diesmal ist Saad nicht nur am Rand der Geschichte – er scheint mittendrin zu stecken.
Zwei Männer werden hingerichtet, scheinbar ohne Zusammenhang. Dahinter steckt ein Versuch, den Berliner Drogenmarkt neu aufzuteilen: Ein Newcomer will King Charles vom Thron stoßen, der das Geschäft bisher kontrolliert hat. Koplin wechselt wieder in rasantem Rhythmus zwischen den Perspektiven – Nihal, Saad, King Charles –, und wer den ersten Band kennt, weiß: Durchhalten lohnt sich. Die Fäden fügen sich.
Stil und Ton: unverändert. Knapp, direkt, keine Schnörkel. Noir eben – konsequent und ohne Kompromisse, genau wie beim ersten Mal.
Das Ende ist diesmal fast zu aufgeräumt. Praktisch alles gelöst, alles geklärt – für eine Welt, die sonst so schön unordentlich ist, sind das schon paradiesische Zustände. Ob es daher einen dritten Band geben wird, scheint fraglich. Was wirklich schade wäre. Nihal hat, finde ich, noch einiges vor sich.
Wer Die Guten und die Toten mochte, wird hier nicht enttäuscht. Wer noch nicht angefangen hat: unbedingt mit Band eins beginnen.

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