Cover-Bild Die Glocke im See
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24,99
inkl. MwSt
  • Verlag: steinbach sprechende bücher
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 24.01.2019
  • ISBN: 9783869743332
Lars Mytting

Die Glocke im See

Beate Rysopp (Sprecher)

Norwegen im Jahr 1880, in einem dunklen und abgeschiedenen Tal: Die junge, wissbegierige Astrid ist anders als die übrigen Mädchen im Dorf. Sie träumt von einem Leben, das aus mehr besteht als Heiraten, Kinderkriegen und am Ende bei der Feldarbeit Sterben. Sehnt sie sich nach einem Leben mit dem jungen Pastor Kai Schweigaard? Oder entscheidet sie sich für das Neue, Unberechenbare?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2019

Traditionsverbundene Familiengeschichte in einem abgelegenen Tal Norwegens

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„Die Glocke im See“ ist der Auftakt einer Familien-Triologie. Norwegen, Ende des 19. Jahrhunderts, in einem Tal, das durch die abgelegene Lage von seiner Entwicklung her Jahrzehnte hinter dem übrigen Norwegen ...

„Die Glocke im See“ ist der Auftakt einer Familien-Triologie. Norwegen, Ende des 19. Jahrhunderts, in einem Tal, das durch die abgelegene Lage von seiner Entwicklung her Jahrzehnte hinter dem übrigen Norwegen hinterhinkt. Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte der Bewohner von Butangen, einer Stabkirche und den sogenannten Schwesternglocken. Das Leben in Butangen ist karg und beschwerlich. Durch harte Winter und Hunger gibt es immer wieder Tote. Im Frühling blüht nicht nur die Natur auf. Auch für die Bewohner von Butangen ist dies eine Zeit, die sehnsüchtig erwartet wird.

Astrid Hekne ist sehr wißbegierig, für diese Zeit eine ungewöhnliche Eigenschaft. Sie bekommt oft zu spüren, daß sie sich lieber mit sinnvollen Dingen beschäftigen soll. Sie hat eine unbändige Sehnsucht auf ein moderneres Leben, das sie nur aus dem Lesen von Zeitungen des Pfarrers kennt. Butangen und seine Traditionen dagegen lassen eine Frau nur ein sehr vorhersehbares Leben führen.

Irgendwann wird die Stabkirche von Butangen als zu klein erachtet. Der neue Pfarrer Kai Schweigaard verkauft die Kirche an die Kunstakademie Dresden, um die Finanzierung der neuen Kirche sicherzustellen. Gerhard Schönauer ist Architekturstudent in Dresden und soll nun in Butangen Zeichnungen für den Wiederaufbau in Deutschland anfertigen. Beide Männer üben einen gewissen Reiz auf Astrid aus. Sie muß eine Entscheidung zwischen Tradition und Moderne fällen.

Die Familiengeschichte der Familie Hekne und ihr Leben in Butangen ist aber auch tief mit der Geschichte der Stabkirche und den zwei Schwesterglocken verbunden. Der ursprünglich in Norwegen vorhandene heidnische Glaube spielt auch in der Zeit der Stabkirche noch eine Rolle. Und so erzählt der Autor auch von der Mystik und Melancholie dieser Zeit. Er hat es durch seinen bildhaften Erzählstil immer mehr geschafft, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen.

Die Sprecherin der Hörbuch-Version, Beate Rysopp, hat eine äußerst angenehme Stimme und versteht es sehr gut, dem Hörer die Stimmungen der Geschichte zu vermitteln.

Mein Fazit:
Der Auftakt der Familien-Triologie hat mich durch seine bildhafte Erzählweise mitgenommen in die karge und beschwerliche Lebensweise im alten Norwegen. Die Beschreibung der Stabkirche vermittelt ein sehr genaues Bild der Geschichte und Architektur genauso wie von dem gelebten Glauben, der immer noch von den heidnischen Ursprüngen dieser Gegend beeinflußt wird. Auf die zwei Folgebänden und die Weiterführung der Familiengeschichte bin ich schon sehr neugierig.
Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.02.2019

Spannend und berührend

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1880: Mitten im Gebirge von Norwegen liegt das kleine Dorf Butangen. Dort befindet sich eine Stabskirche, um deren Glocken sich eine besondere Legende rankt, die unmittelbar mit der Familie Hekne zusammenhängt. ...

1880: Mitten im Gebirge von Norwegen liegt das kleine Dorf Butangen. Dort befindet sich eine Stabskirche, um deren Glocken sich eine besondere Legende rankt, die unmittelbar mit der Familie Hekne zusammenhängt. Astrid, die älteste Tochter ist anders als die anderen Mädchen und träumt von einem ganz andren Leben. Doch wird sie ihre Träume wahr machen können?
Nachdem ich von Lars Mytting mit viel Begeisterung bereits das Buch ,,Und die Birken wissen´s noch" gelesen hatte, war ich auch neugierig auf sein neustes Werk und wurde auch hier nicht enttäuscht. In dieser Geschichte wird man in das Norwegen von 1880 mitten in ein kleines abgeschiedenes Dorf mitgenommen und erlebt dort den Alltag der Menschen. Sehr präzise und mit vielen Details wird das Leben der Leute dort beschrieben, aber der Fokus liegt sehr oft auf der Stabskirche, die noch aus dem Mittelalter stammt und durch die vielen Holzarbeiten wunderbar aussehen muss.
Die Handlung wird aus der Sicht von drei verschiedenen Figuren geschildert. Da ist Astrid, die mit ihrer so ganz anderen und direkten Art die Leute im Dorf verwundert, aber bei dem jungen Pfarrer Kai Schweigaard dadurch Bewunderung und auch Gefühle auslöst. Dazu kommt noch der junge deutsche Architekturstudent Gerhard, der die Stabskirche nach Dresden versetzen soll und sich bei seiner Arbeit in Astrid verliebt.
Die Drei sind mir beim lesen richtig ans Herz gewachsen und so wie alles erzählt wird, könnte man meinen, vieles davon sei so wirklich passiert.
Lars Mytting hat hier wieder eine besondere Geschichte geschrieben, deren Handlung man keineswegs vorhersehen kann. Mich persönlich hat vieles, was passiert, sehr erschreckt und ich hatte mit einigen Wendungen überhaupt nicht gerechnet. So ist dies ein Buch, indem auch viel Leid vorkommt und sich nicht alles so entwickelt, wie man es sich als Leser gewünscht hätte.
Die Handlung lebt auch von den vielen detailreichen Beschreibungen des Autors. Er schafft es wirklich einem die Stabskirche vor Augen zu malen und das einmal aus der Sicht von Astrid, des Pfarrers und aus der Architektensicht von Gerhard. Manchmal waren mir jedoch die Legende und die alten Gebräuche im Dorf irgendwie zu unheimlich.
Da ich die Geschichte als Hörbuch gehört habe, möchte ich auch die Sprecherin Beate Rysopp lobend erwähnen. Sie trägt mit ihrer angenehmen Stimme dazu bei, dass man sich wirklich nach Norwegen versetzt fühlt und gar nicht mehr aufhören will, der Handlung zu lauschen.
Insgesamt ist ,,Die Glocke im See" ein spannendes, aber auch sehr berührendes Hörbuch, welches mich auch jetzt noch gedanklich beschäftigt. Gerne empfehle ich es hier weiter.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Auftakt zu einer stimmungsvollen norwegischen Familientrilogie

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Die titelgebende Glocke dieses ersten Bandes einer norwegischen Familientrilogie ist Teil eines sagenumwobenen Glockenpaars. Einst hat sie ein Bauer aus dem Gudbrandsdal im Andenken an seine beiden jung ...

Die titelgebende Glocke dieses ersten Bandes einer norwegischen Familientrilogie ist Teil eines sagenumwobenen Glockenpaars. Einst hat sie ein Bauer aus dem Gudbrandsdal im Andenken an seine beiden jung verstorbenen siamesischen Zwillingstöchter, zwei Meisterinnen der Teppichwebkunst, gießen lassen. Weil er das gesamte Silber seines Hekne-Hofs dafür mit eingeschmolzen hat, werden diesen „Schwesterglocken“ übernatürliche Kräfte nachgesagt: Sie läuten bei drohendem Unheil von alleine.

Astrid Hekne ist eine Nachfahrin dieser Schwestern und lebt auf diesem durch den Verlust des Familiensilbers verarmten Hof. 1880 ist sie 20 Jahre alt, eine rastlose, wissensdurstige junge Frau mit einem ausgeprägten eigenen Willen, die bereits zwei Bewerber abgewiesen hat. Sie möchte nicht das übliche Schicksal der Frauen im Gudbrandsdal teilen: Kinder gebären und sich zu Tode schuften. Etwas verändern in diesem unzugänglichen, rückständigen Tal möchte auch der neue junge Pfarrer Kai Schweigaard. Niemand soll mehr - wie gerade geschehen - in der viel zu kleinen Kirche erfrieren, deshalb möchte er statt der alten Stabkirche eine moderne, größere und komfortablere Kirche bauen. Das alte Gebäude soll abgebaut und nach dem Willen der sächsischen Königin Carola in Dresden neu errichtet werden, Kirche und Glocken sollen den Neubau finanzieren helfen. Dazu schickt man aus Sachsen den jungen Architekturstudenten Gerhard Schönauer nach Norwegen, der die alte Kirche zeichnen und das Unternehmen begleiten soll. Unvorstellbar für Astrid, dass Butangen die Schwesterglocken, die seit Jahrhunderten zum Dorf gehören, verlieren soll. Während Astrid sich für den Verbleib der Glocken einsetzt, kämpfen die beiden Männer um ihre Gunst.

Der 1968 im Gudbrandsdal geborene Lars Mytting hat diesen historischen Roman so kunstvoll gewebt wie die legendären Hekne-Schwestern ihre ausdrucksstarken Teppiche. Sehr stark sind die Passagen, in denen das entbehrungsreiche Leben der Menschen und die Natur beschrieben werden, aber auch die Mystik, die ich sonst nicht so schätze, passt wunderbar in diesen ebenso poetischen wie höchst melancholischen Roman. Ausgesprochen interessant sind auch die Passagen über die Architektur der Stabkirchen und die Frage, was schwerer wiegt: Denkmalschutz oder das Streben nach Fortschritt und Lebensqualität. Stellenweise wurde es mir aber zu gefühlvoll und die Dreiecksgeschichte zwischen Astrid, Kai und Gerhard hätte für meinen Geschmack gerne etwas weniger Raum einnehmen dürfen.

Ich habe mir diesen Roman von Beate Rysopp ungekürzt auf zwei MP3 CDs in knapp 14 Stunden vorlesen lassen und habe mich dabei sehr gut unterhalten. Lediglich ein Booklet habe ich vermisst. Der Sprecherin mit ihrer warmen, angenehmen Stimme und einer guten Intonation ist es zu verdanken, dass es an einigen Stellen nicht zu rührselig wird, die Mystik hebt sie dagegen hervor.

Für mich war „Die Glocke im See“ ein gelungener Auftakt zu einem literarischen Norwegen-Jahr, das auf der Frankfurter Buchmesse 2019 seinen Höhepunkt finden wird. Ich freue mich auf die weiteren Bände dieser Trilogie, denn selbstverständlich will ich wissen, wie es der nächsten Generation und den Schwesterglocken weiter ergeht.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Ein toller Auftakt der Reihe!

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Eine urige, atmosphärische, tragische, großartig erzählte Geschichte, die ich sehr gern gehört habe.
Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend. Aber da ist noch viel mehr als eine bloße Abfolge ...

Eine urige, atmosphärische, tragische, großartig erzählte Geschichte, die ich sehr gern gehört habe.
Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend. Aber da ist noch viel mehr als eine bloße Abfolge der Ereignisse. Man muss diese Geschichte auf sich wirken lassen: nachdenken, nachfühlen, dann hat man mehr davon.
Ich war sofort im Geschehen drin. Und musste feststellen, dass man sich auf diesen Roman am besten voll und ganz einlassen sollte. Dann entgehen einem die schöne, gehaltvolle Sprache, die stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen zu allen Jahreszeiten und die Sätze, die jedes Zitatenheft ehren können, und noch vieles mehr, wohl kaum.
Authentisch und atmosphärisch ist das Leben in Norwegen im Jahr 1840 dargestellt worden. Es ist, als ob man eine Zeitreise unternimmt. Man trifft die Menschen dort, sieht, wie es ihnen ergeht, gegen welche Widrigkeiten sie ankämpfen müssen.
Auch die Protagonisten erscheinen sehr authentisch, wie dem wahren Leben entsprungen. Sie haben ihre Ecken und Kanten, sind aber auch Kinder ihrer Zeit. Dem Ganzen liegt eine Liebesgeschichte, eine Art Dreieckbeziehung zugrunde. Zwei junge Männer: der örtliche neue Priester, der deutsche Student der Architektur und die Einheimische junge, hübsche, gescheite Astrid. Als weitere Protagonisten kann man die alte Stabkirche, ein Kunstwerk mit all den Schnitzereien, sowie die Kirchenglocken ansehen, denn sie spielen eine große Rolle und verändern stark das Leben der Anderen. Gerade die Glocken haben eine bemerkenswerte Vorgeschichte. Und der Spruch, „Die Kirche im Dorf lassen“, gewinnt hier seine spezielle Bedeutung. Alle Protagonisten verändern sich im Laufe der Geschichte. Das sieht man heute nicht so oft, meist in besonders kunstfertigen Werken.
Auch einige Überraschungen sind dabei. Die Handlung konnte ich selten, zum Schluss gar nicht voraussehen.
Beate Rysopp hat sehr gut gelesen. Stundenlang konnte ich ihr zuhören. Freue mich auf weitere Hörbücher in ihrer Darbietung.

Fazit: Das erste Highlight des Jahres in der Kategorie Roman. Eine Geschichte über die Liebe, Freundschaft, Verrat, Pflichterfüllung, Heimatliebe und noch vieles mehr. Nicht besonders fröhlich, eher tragisch, aber sehr beeindruckend, die noch lange nachhallt. Toll, dass es der Auftakt einer Familiensaga ist, und man auch die Fortsetzung freuen darf. Gern vergebe ich die wohl verdienten 5 Sterne und eine Hörempfehlung.

Veröffentlicht am 08.02.2019

Sehr zu empfehlen. Ruhig und dennoch fesselnd

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Wir befinden uns im Jahr 1880 in Norwegen. Ein dunkles, abgeschiedenes Tal und ein etwas rückständiges Dorf, dessen Bewohner gelernt haben auf sich allein gestellt zu sein. Unter den Dorfbewohnern befindet ...

Wir befinden uns im Jahr 1880 in Norwegen. Ein dunkles, abgeschiedenes Tal und ein etwas rückständiges Dorf, dessen Bewohner gelernt haben auf sich allein gestellt zu sein. Unter den Dorfbewohnern befindet sich die junge Astrid. Sie ist nicht wie die anderen in ihrem Dorf. Sie ist wissbegierig und strebt nach mehr als der Arbeit auf dem Feld, der Familiengründung und dem frühzeitigen Tod. Sie träumt von einem Leben außerhalb dieser Tristesse.
Der junge Pastor Kai Schweigaard, ein gebildeter Mann, ist der einzige Lichtblick für die junge Frau. Doch als eines Tages ein Fremder in ihr Dorf kommt, weckt dies ein ganz unbekanntes Feuer in der jungen Frau.

Mein Fazit:
Ich bin begeistert, denn diese Geschichte hat so viel mehr, als nur das tolle Cover und eine gute Sprecherin. Der Autor hat eine so traurige und ruhige Geschichte gesponnen, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu zuhören.
Zunächst beginnt er mit der Sage um die Kirchenglocken, die bereits sehr traurig und mystisch ist. Er geht dann über zur Beschreibung des Dorfes, der Landschaft und der Gemeinde des Dorfes. Wer jetzt denkt, das klinge langweilig, der irrt sich. Denn der Autor schafft zunächst die Atmosphäre und entwickelt daraus erst langsam, dann immer schneller die eigentliche Geschichte, die sich hauptsächlich in diesem Dorf abspielt. Ich habe gar nicht gemerkt, wie mir geschah, denn aufeinmal war ich mittendrin in dieser verwobenen und fesselnden Geschichte, dass ich das Hörbuch nicht mehr weglegen wollte!
Wirklich einfach einzigartig!

Ich möchte nicht zu viel verraten. Aber wer nach einer traurigen, fesselnden und fiktiven Geschichte mit einem Hauch Mystik sucht, der ist mit "Die Glocke im See" mehr als gut beraten :)

Viel Spaß beim Hören <3