Cover-Bild Das Blut von London

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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Krimis & Thriller / Historische Kriminalromane
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 08.07.2019
  • ISBN: 9783453439375
Laura Robinson

Das Blut von London

Historischer Roman
Robert Brack (Übersetzer)

London, 1781: Aus dem Nebel der Hafendocks schält sich das Bild eines schrecklichen Verbrechens. Eine männliche Leiche, die Brandmale aufweist. Harry Corsham, der zur oberen Gesellschaftsschicht gehört, erfährt, dass es sich bei dem Ermordeten um seinen Jugendfreund Tad handelt. Erinnerungen kommen bei ihm auf, aus Zeiten, in denen Tad und er noch voller Ideale waren. Corsham will die Mörder seines Freundes finden, um Seelenfrieden zu erlangen. Doch damit stellt er sich gegen die Mächtigen Londons. Für seine Familie und ihn geht es jetzt um Tod oder Leben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2019

Historischer Roman mit starkem Krimianteil

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London, 1781:

Harry Corshams Jugendreund Tad wird auf brutale Art und Weise ermordet und in den Londoner Docks drapiert, damit ihn auch jeder sieht.
Auf seine Brust vor ein Sklavenzeichen eingebrannt.

Harry ...

London, 1781:

Harry Corshams Jugendreund Tad wird auf brutale Art und Weise ermordet und in den Londoner Docks drapiert, damit ihn auch jeder sieht.
Auf seine Brust vor ein Sklavenzeichen eingebrannt.

Harry Corsham gehört der oberen Schicht Londons an und muss sich nun in den Dreck der Gesellschaft hinab begeben, um herauszufinden, was mit seinem Freund passiert ist und wer hinter diesem brutalen Mord steckt.

Dieser Roman wird zunehmend zu einem Krimi und zeigt auf, wie wenig ein Menschenleben wert sein kann. Besonders das Leben der Sklaven in London, deren Befreiung das Ziel von vielen Sklavereigegnern ist.

Durch die gute Recherche und das authentische Setting wird der Leser regelrecht in die Geschichte hineingezogen, riecht den Dreck und zuckt vor Bewegungen in den Schatten zurück.

Veröffentlicht am 30.08.2019

Menschliche Abgründe ...

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Laura Robinson nimmt uns mit ins Jahr 1781 nach London. Die Stadt wächst stetig, aber die Kluft zwischen Arm und Reich ist sehr groß und es gibt viele Bezirke, in die man besser keinen Fuß setzt, wenn ...

Laura Robinson nimmt uns mit ins Jahr 1781 nach London. Die Stadt wächst stetig, aber die Kluft zwischen Arm und Reich ist sehr groß und es gibt viele Bezirke, in die man besser keinen Fuß setzt, wenn man an Leib und Leben hängt.

Captain Harry Corsham erzählt uns diese Geschichte aus seiner Perspektive. Die Schwester seines Jugendfreundes Tad Archer sucht ihn verzweifelt auf, da ihr Bruder verschwunden ist. Die Spur führt nach Deptford ins Hafenviertel: dort ist die schlimm zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden worden, der sich Thomas Valentine nannte.
Leider muss Harry feststellen, dass es sich dabei um Tad handelt und trotz der Warnungen seitens des Friedensrichters beginnt er sofort, auf eine Faust herauszufinden, wie es zu diesem grausamen Mord kommen konnte.
Schon bald wird klar, dass er sich damit bei einigen Personen von Rang und Namen extrem unbeliebt macht, denn Tad war ein ausgesprochen aktiver Gegner der Sklaverei und versuchte zeitlebens, den Betroffenen mit rechtlichem Beistand zu helfen.
Immer mehr erkennt Harry, dass eine große Sache hinter dem Mord steckt, es geht um sehr viel Geld, um Ansehen, vielleicht sogar um den Fortbestand der Sklavenhaltung. Er setzt dabei nicht nur einmal sein eigenes Leben aufs Spiel, doch er gibt nicht auf ...

Harry ist ein Charakter, der sehr authentisch wirkt durch die lebendige Gefühlswelt und seine Gedanken, an denen wir teilhaben dürfen. Man kann deshalb wirklich gut mit ihm mitfühlen, wenn er immer wieder schwere Entscheidungen treffen muss, die nicht selten mit Leben oder Tod zu tun haben.
Er begibt sich auf so gefährliches Terrain, dass sein eigenes Leben und sogar seine Familie davon nicht unerheblich bedroht sind.

Wir dürfen in menschliche Abgründe blicken, die so grausam sind, dass man sie am liebsten als reine Fiktion abtun würde. Aber die Autorin hat sich sehr genau mit den Themen befasst, die sie in diesem Roman verarbeitet. Leider sind die Gräueltaten im Zusammenhang mit den Überseekolonien und der damit verbundenen Sklaverei wohl in Wirklichkeit sogar noch um ein Vielfaches schlimmer gewesen, als wir nach dem Lesen dieses Buches erahnen können.

Es geht wirklich blutig und sehr grausam zur Sache, aber durch den unaufgeregten, ruhigen Schreibstil empfindet man vieles als nicht so unmittelbar bedrohlich, sogar actionreiche Szenen stechen kaum heraus.
Man könnte es auch als historischen Krimi bezeichnen, denn es geht vor allem um die langwierige Suche nach dem Täter. Auf vielen Irrwegen, mit zahlreichen falschen Spuren und unvorhergesehenen Wendungen gelangt Harry am Ende ans Ziel, doch bis dahin fließt viel Blut und es sterben weitere Unschuldige.

Ein historischer Roman, der uns die Gräuel der Sklavenhaltung hautnah schildert. Spannend, fesselnd, emotional und sehr komplex aufgebaut.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Fesselnd, spannend, überraschend

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Einst waren sie Freunde, beste Freunde. Tad Archer und Harry Corsham. Damals ging Harry im Hause Archer ein und aus. Er gehörte praktisch zur Familie und das hatte ihm viel bedeutet. Doch dann kam der ...

Einst waren sie Freunde, beste Freunde. Tad Archer und Harry Corsham. Damals ging Harry im Hause Archer ein und aus. Er gehörte praktisch zur Familie und das hatte ihm viel bedeutet. Doch dann kam der Bruch. Ein dummes Zerwürfnis der Intoleranz der damaligen Gesellschaft geschuldet. Er hatte versucht es zu verdrängen, doch es war eine Wunde die nie ganz verheilte. Als Tads Schwester vor seiner Tür stand, hätte er sie fast von seinem Diener abweisen lassen. Allein sein Ehrgefühl verbat es ihm. Tad war immer für ihn da gewesen, er hatte ihm über die schwerste Zeit seines Lebens hinweggeholfen. Eine düstere, trostlose Zeit. Wie hätte er Amelia abweisen können? Zumal wäre sie nie Grundlos bei ihm aufgetaucht. Zehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung. Ihre Sorge um Tad hatte sie zu ihm geführt. Er wurde vermisst und sie befürchtete das Schlimmste, denn Tad folgte immer noch seinen Idealen, die Abschaffung des Sklavenhandels, und hatte sich damit mächtige Feinde geschaffen.

Harry begab sich auf die Suche nach seinem Freund. Alles was er fand war seine Leiche. Doch damit fing das Abenteuer erst an, denn um seines Seelenfriedens willen musste er den Mord an seinem Freund aufklären. Akribisch folgte er den Spuren die Tad wie Brotkrümel hinterlassen hatte und verstrickte sich in einem Netzt aus Lügen und Intrigen. Was war das Geheimnis, dass Tad im Begriff war zu lüften und was hatte das alles mit den Worten der jungen Sklavin: „Er kam hierher, um seinen dunklen Engel zu besuchen.“, die ihm seitdem nicht mehr aus dem Kopf gingen, zu tun? Nun all das und noch viel mehr erfahrt ihr, wenn ihr den Roman »Das Blut von London« lest.

Seit langer Zeit habe ich mal wieder zu einem historischen Roman gegriffen und muss sagen, dass ich recht angetan von der Geschichte bin. Ein historischer Roman der sich wie ein Krimi liest. Es ist äußerst spannend und kurzweilig mit Harry Corsham auf Mörderjagd zu gehen. Das Kopfkino kommt dank Laura Robinsons bildlicher Schreibweise sofort in Gang. Sie entführt mich ins London des 18. Jahrhunderts und versteht es mit ihren Worten eine schöne atmosphärische Stimmung zu erschaffen. Ich sehe die Schauplätze und Handlung direkt vor meinem inneren Auge. Geschickt eingeflochtene Rückblenden halten die Geschichte am Laufen und offenbaren mitunter neue Spuren auf dem Weg zur Lösung des Falls. Unerwarteten Wendungen und Überraschungen halten bis zum Schluss den Spannungsbogen konstant.

Fazit: Fesselnd, spannend, überraschend. Eine tolle Geschichte, ein historischer Roman der sich wie ein Krimi liest. Absolut Empfehlens- und Lesenswert.

Veröffentlicht am 24.07.2019

Atmosphärisch duster

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Hafendocks im Mittelalter stelle ich mir eh ein wenig verrufen vor. Dieser historische Krimi spielt in London um 1781, der Freund des Ich-Erzählers und Soldaten Corsham wird in den Docks umgebracht. Die ...

Hafendocks im Mittelalter stelle ich mir eh ein wenig verrufen vor. Dieser historische Krimi spielt in London um 1781, der Freund des Ich-Erzählers und Soldaten Corsham wird in den Docks umgebracht. Die Umstände sind verzwickt, um nicht zu sagen mysteriös. Corsham sucht den Mörder.

Atmosphärisch düster

Robinsons Sprache ist wortgewaltig, sie beschreibt durch die Augen des Ich-Erzählers und ihrer Protagonisten. Die Sprache an sich ist modern, keinerlei Anklang an die dritte Person singular/plural, wie sonst bei historischen Romanen. Das schadet der Geschichte keineswegs. Diese ist fein aufgebaut, setzt auf kleine, dramatische Szenen und gut gesetzte Spannungsbögen. Auch die Figuren sind so ausgearbeitet, dass ich sie mir bildlich vorstellen kann. Inklusive vieler Gestalten, die Corsham befragt. Man versinkt im Krimi, verliert Ort und Zeit aus dem Sinn.