Cover-Bild Trag das Feuer weiter
Band 3 der Reihe "Das Land der Anderen"
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Luchterhand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 14.01.2026
  • ISBN: 9783630876481
Leïla Slimani

Trag das Feuer weiter

Der neue große Roman der SPIEGEL-Bestsellerautorin - »Was für ein schönes, großes, reiches Buch.« Volker Weidermann, DIE ZEIT
Amelie Thoma (Übersetzer)

»Eine atemberaubende Lektüre.« Martina Läubli, Neue Zürcher Zeitung

»Ein literarisches Meisterwerk.« DER SPIEGEL
Von der beeindruckenden Suche zweier Schwestern nach Freiheit: der neue große Roman des literarischen Weltstars Leïla Slimani. SPIEGEL-Bestsellerautorin. Prix-Goncourt-Preisträgerin. Der faszinierende Abschluss der Familientrilogie - nach »Das Land der Anderen« und »Schaut, wie wir tanzen«.


Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit »brain fog«, einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt. Auf Anraten ihres Arztes reist sie nach Marokko, in das Land ihrer Kindheit, das sie als junge Frau verlassen hat. Als sie auf der Farm ihrer Großeltern in Meknès eintrifft, hat sie das Gefühl eine Fremde zu sein. Sie fragt sich, wer sie ohne die Erinnerungen an ihre Familie ist. Und taucht ein in ihre eigene Geschichte. Eine Geschichte, die auf ganz eigene Weise vom Kampf gegen gesellschaftliche Grenzen erzählt - und von dem Streben nach Freiheit.

Rabat, 1980. Mia ist sechs Jahre alt, als ihre Schwester Ines geboren wird. Ihre Mutter ist Gynäkologin. Ihr Vater leitet eine Bank. Die beiden Schwestern könnten nicht unterschiedlicher sein. Mit stillem Befremden verfolgt Mia, wie mühelos sich Ines anpasst, und es braucht Jahre, bis die beiden Schwestern einander näherkommen. Als Mia zum Studium nach Paris zieht, ist es ein Aufbruch in die Freiheit: Zum ersten Mal kann sie dort ihre Homosexualität offen leben. Und es ist ein Versprechen an ihren Vater: das Feuer, das in ihrem Innern brennt, weiterzutragen. So wie Mathilde, ihre Großmutter, und Aisha, ihre Mutter, entscheidet sie sich für einen ganz eigenen Weg.

»So schafft es Leila Slimani wieder einmal Frauenfiguren zu erschaffen, die einem enorm nahe kommen in ihrem Witz, ihrer Wut.« Marie Schoeß, Deutschlandfunk

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2026

Ankunft des Monarchfalters

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"Trag das Feuer weiter" ist der Abschlussband einer Trilogie von Leila Slimani. Das Buch lässt sich eigenständig lesen, aber um das große Ganze zu verstehen, wäre Vorwissen vermutlich gut. Slimani beschreibt ...

"Trag das Feuer weiter" ist der Abschlussband einer Trilogie von Leila Slimani. Das Buch lässt sich eigenständig lesen, aber um das große Ganze zu verstehen, wäre Vorwissen vermutlich gut. Slimani beschreibt in ihrer Buchreihe starke Frauen, drei Generationen einer Familie, die gegen viele Widerstände zu kämpfen haben, um sich am Ende ihren Traum zu verwirklichen. In Falle der Protagonistin Mia ist dies die Schriftstellerei - nach Oma Mathilde und Papa Mehdi ist sie bereits die dritte Daoud, die diesen Traum hegt, und diejenige, die ihn nun endlich wahr werden lassen kann. Der Monarchfalter ist angekommen.

Die Geschichte erzählt von Mia, die in den 80er-Jahren in Marokko aufwächst und erst durch ihren Weggang nach Frankreich erfährt, wie sich Freiheit anfühlt. Endlich kann sie ihre Homosexualität offen leben, ohne komisch angesehen zu werden. Und endlich ist sie unter jungen Menschen, die sie verstehen und schätzen, wie sie ist. Ähnliches erlebt auch ihre Schwester Inés, die von Geburt an auf ihr hübsches Aussehen reduziert wird, sich später mit Lügengebilden in den Mittelpunkt spielen muss und die Schwierigkeiten hat, ihre stark ausgeprägte Sexualität in Marokko auszuleben.

Neben der persönlichen Ebene gibt es viele Hinweise auf die politische Lage im Land und die spezielle Situation der Familie Daoud, die grundsätzlich eine eher liberale Einstellung vertritt. Die Daouds wohnen im Ambassadors, dem Viertel, das der gehobenen Schicht zugeordnet ist und in dem die Kinder in die französische Schule gehen. Ein Culture Clash innerhalb des eigenen Landes… Gerade Vater Mehdi erlebt, in welch widersprüchlicher Gesellschaft sie leben und wie schnell das mühsam errichtete Kartenhaus ohne eigenes Zutun zusammenfallen kann.

Der Roman ist sehr facettenreich geschrieben, es gibt Wechsel in der Zeitebene, in den Orten ebenso wie in der Erzählperspektive. Die Sprache schönt nichts – gerade in den ersten Kapiteln, die Mias Kindheit und Jugend wiedergeben, ist der Ton derbe und die Handlung oft schockierend. Doch genau so soll es sein, denn genau daran erinnert sich Mia, als sie sich als Erwachsene zu Heilungszwecken zu Besuch in Marokkko aufhält und dort in ihre Familiengeschichte eintaucht.

Mein Fazit: Ich habe die ersten beiden Bände nicht gelesen, konnte dem Roman aber dennoch gut folgen. Schriftstellerische eine großartige Leistung, die zum Nachdenken anregt und Lust auf mehr macht…

Veröffentlicht am 14.01.2026

Die Geschichte der Schwestern

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Trag das Feuer weiter, Leila Slimanis dritter Teil ihrer marokkanischen Familiensaga liest sich herrlich.
Die dritte Generation ist in Form von Mia und Ines da. Sie sind die die Töchter von Aicha und Mehdi. ...

Trag das Feuer weiter, Leila Slimanis dritter Teil ihrer marokkanischen Familiensaga liest sich herrlich.
Die dritte Generation ist in Form von Mia und Ines da. Sie sind die die Töchter von Aicha und Mehdi. Auch Amine und Mathilde, jetzt die Großeltern sind noch dabei.
Dann auch die extravagante Selma, die die Rolle der bewunderten Tante von Mia und Ines einnimmt.
Alle Figuren haben Klasse, zum Teil wirken sie auch leicht überzeichnet.
Es ist großartig, dass die Autorin die Abschnitte gerecht auf die Figuren verteilt, auch wenn Mia und Ines jetzt die zentralen Charaktere sind.
Mia, die den Anfang als Schriftstellerin in Paris innehat, wird besonders intensiv dargestellt. Sie ist als Jugendliche im Rabat der Achtziger Jahre burschikos, sucht nach ihrer Identität.
Leila Slimani schreibt ausgewogen, detailreich, aber nichts Überflüssiges. Das ist beeindruckend.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Spannende Geschichte einer marokkanischen Geschichte

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Die Schriftstellerin Mia wohnt in Paris. Eine Reise in ihr Heimatland Marokko lässt Erinnerungen an ihre Kindheit wieder auftauchen. Damals wohnten ihre Eltern mit ihr in Rabat. Als Mia sechs Jahre alt ...

Die Schriftstellerin Mia wohnt in Paris. Eine Reise in ihr Heimatland Marokko lässt Erinnerungen an ihre Kindheit wieder auftauchen. Damals wohnten ihre Eltern mit ihr in Rabat. Als Mia sechs Jahre alt ist, wird ihre Schwester Ines geboren. Ihre Mutter arbeitet als Gynäkologin, ihr Vater leitet eine Bank. Die beiden Schwestern sind sehr unterschiedlich. Als Mia zum Studium nach Paris zieht, ist es für sie ein Aufbruch in die Freiheit, denn erst dort kann sie ihre Homosexualität offen leben.

Das Buch ist der Abschluss der Trilogie “Das Land der Anderen”, in der die Autorin Leila Slimani sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinandersetzt. Ich kenne die vorherigen Bände nicht, man kann das vorliegende Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Die Familie von Mia und Ines genießt einige Privilegien in ihrem Leben. Dennoch fühlt sich Mia erst wirklich frei, als sie in Paris lebt. Die Geschichte Marokkos dient als Hintergrund für die Ereignisse in der Familie. Die Autorin kann den Leser gut in ihr Heimatland, in ihre eigene Geschichte entführen, man lernt das privilegierte Leben in Marokko kennen, den Kulturkreis, in dem sie aufgewachsen ist und der sie geprägt hat. Die verschiedenen Anekdoten reihen sich so aneinander, dass sie ein lebendiges Abbild einer Familie in Marokko darstellen.

Das Buch erzählt auf spannende Weise aus dem Leben der marokkanischen Schriftstellerin Leila Slimani. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Aufwachsen im goldenen Käfig

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In diesem Roman wird die Familiengeschichte der Protagonistin erzählt.

In einem armen Land wächst sie zusammen mit ihrer Schwester nicht nur in einer privilegierten Familie auf sondern auch in einer Art ...

In diesem Roman wird die Familiengeschichte der Protagonistin erzählt.

In einem armen Land wächst sie zusammen mit ihrer Schwester nicht nur in einer privilegierten Familie auf sondern auch in einer Art goldenen Käfig. Die Armut der anderen Menschen und ihre Sorgen und Nöte bekommt sie wenn überhaupt nur am Rande mit. Sie wächst wohl behütet auf. Besucht eine der besten Schulen. Wird dadurch auch mit westlichen Werten sozialisiert.

Durch ihre Orientierung ist sie gezwungen sich zu verstellen. Was teils groteske Züge annimmt und sie charakterlich für mich eher unsympathisch macht. Sie stellt sich extrem fordernd und aneignend da. Zudem in vielen Fällen auch sehr über griffig.

Mit ihrem Verhalten als Kind und Jugendliche hatte ich teils erhebliche Problem. Aber Rückblickend kann man dies schlicht und einfach damit erklären, dass die Eltern beide ihrer Erziehungsarbeit nicht wirklich nachgekommen sind.

Das eigentliche Ziel die Familiengeschichte respektive die Figur ihres Vaters schärfer zu zeichnen, mehr über ihn zu erfahren, wird verfehlt. Grund hierfür ist der Vater selbst, der seine eigene Vergangenheit verleugnet und abgestreift hat. Das wenige was man über ihn erfährt ist jedoch bemerkenswert. Zum einen scheint er aus sehr ärmlichen Verhältnissen zu stammen. Hat sich bis ganz nach oben in einer Bank gearbeitet und dafür den Kontakt zu seiner Familie rigoros abgebrochen. Auch integer, weitblickend und Zukunftsgewand war er.

Durch all diese Privilegien hatte die beiden Schwestern die Möglichkeit ihre Zukunft in Europa zu finden und sich dort zu integrieren. Gerade noch rechtzeitig genug bevor ihr eigentliches Heimatland kollabierte und ihre Familie in Ungnade fiel.

Fazit: Ein wirklich interessanter Roman, der es dem Leser ermöglicht in einen anderen Kulturkreis einzutauchen und einer Familiengeschichte nachzuspüren. Auch wenn die Protagonistin eher unsympathisch ist, ist der Roman absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine Geschichte mit interessanten Figuren, die Ausdauer erfordert

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Ich kenne die beiden Vorgänger der Trilogie nicht und würde mich der allgemeinen Einschätzung anschließen, dass das auch nicht notwendig ist, gerade den Nebenfiguren aber durchaus ein tieferes Profil gegeben ...

Ich kenne die beiden Vorgänger der Trilogie nicht und würde mich der allgemeinen Einschätzung anschließen, dass das auch nicht notwendig ist, gerade den Nebenfiguren aber durchaus ein tieferes Profil gegeben hätte.

Ich hatte über eine ziemlich lange Strecke hinweg ganz schön zu kämpfen mit der Struktur des Buches. Die Erzählperspektiven der Kapitel wechseln, auch hin zu Mehdi, obwohl ich eine Geschichte über Mia erwartet hatte. Auch wenn es natürlich ebenso um seine Vergangenheit geht, die Mias Kindheit und Aufwachsen nun einmal geprägt hat, hätte das vielleicht auch auf eine andere Art erzählt werden können. Immer wieder irritierend war zudem, dass aus den Kapitelüberschriften nicht hervorgeht, wer gerade spricht. Bei so komplexen Büchern kenne ich das anders und ich finde es auch ziemlich hilfreich, um beim Lesen nicht immer wieder zu stolpern.

Der Roman erfordert nicht nur deshalb ein recht aufmerksames Lesen. Auch die Zeiten wechseln durchaus häufig und sorgen zusätzlich zu den vielen erzählenden Figuren dafür, dass sich die Geschichte recht fragmentarisch anfühlt. Erst in der zweiten Hälfte konnte sich für mich so etwas wie ein Lesesog einstellen. Denn erst dann hatten manche Figuren für mich ein greifbares Profil. Besonders die Nebenfiguren verblassen dagegen zunehmend und gerade Aïcha sowie Selma hätte ich wirklich gern ebenso bis zum Ende begleitet.

Das ist deshalb schade, weil Slimani durchaus ein Händchen dafür hat, interessante und ambivalente Figuren zu erschaffen. Mia und Inès sind starke Frauenfiguren, die mich in ihrer jeweiligen Rebellion begeistert haben. Gleichzeitig wurde ich von ihnen auf unterschiedlichen Ebenen berührt. Mia macht eine furchtbare schulische Erfahrung in Bezug auf ihre Homosexualität und erfährt die konkrete Solidarität ihrer ehemals verhassten Schwester, die wiederum ein sexuell sehr aktives Leben führt - mit durchaus fragwürdigen Verbindungen. Aber ich mochte die Zeichnung der beiden, die nicht klassisch gut, sondern eben authentisch ambivalent ist.

Was mich schon enttäuscht hat, war der Fakt, dass Mias auf dem Klappentext sowie den ersten Seiten angesprochener Brain Fog und eine damit eventuell in Verbindung stehende Erkrankung überhaupt nicht relevant ist. Ich habe mir wirklich erhofft, Mia auch in der Gegenwart begleiten zu dürfen, aber dem war nicht so. Deshalb kann ich die Vermarktung des Buches nicht so richtig nachvollziehen und bin entsprechend ernüchtert.

Ein Werk, welches das große Schreibtalent der Autorin zeigt und mir am Ende auch Lesefreude bereitet hat, das aber bis dahin wirklich viel Ausdauer sowie aufmerksames Lesen erfordert und welches mich trotz der Lichtblicke nicht so richtig nachhaltig beeindruckt hat. Da ich logisch aufgebaute bzw. klar strukturierte Familienerzählungen bevorzuge, habe ich mich hier schwerer getan als erhofft.

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