Cover-Bild Jahre der Veränderung

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau TB
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 21.01.2020
  • ISBN: 9783746635682
Linda Winterberg

Jahre der Veränderung

Die Hebammen-Saga
Drei junge Frauen folgen dem Ruf des Lebens.

Berlin 1929: Die drei Freundinnen haben ihren Weg gefunden: Edith arbeitet als Hebamme in der Klinik und in einer Beratungsstelle für Frauen. Margots Leben steht kopf, nachdem sie sich in einen verheirateten Mann verliebt hat, und Luise unterrichtet inzwischen Hebammen-Schülerinnen und stürzt sich ins Nachtleben der schillernden Metropole. Gleichzeitig zeigen sich die Spuren der Weltwirtschaftskrise nur zu deutlich in Berlin. Armut und Leid sind allgegenwärtig. Als Edith ein verlockendes Angebot bekommt, das ihr Leben verändern wird, ist die Freundschaft der drei Frauen auf eine harte Probe gestellt.

Die große Hebammen-Saga: historisch fundiert, atmosphärisch und voller liebenswerter Figuren.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2020

tolles Bild der Zeit

0

10 Jahre nach Ende des ersten Bandes. Margot, Luise und Edith arbeiten immer noch an der Frauenklinik in Neukölln. Und keine von ihnen hat es geschafft ein glückliches Liebesleben zu führen. So sind sie ...

10 Jahre nach Ende des ersten Bandes. Margot, Luise und Edith arbeiten immer noch an der Frauenklinik in Neukölln. Und keine von ihnen hat es geschafft ein glückliches Liebesleben zu führen. So sind sie sich nicht nur Freunde sondern auch Familie, die sich gegenseitig durchs Leben helfen. Wir begleiten die drei bis in das Jahr 1932 hinein, durch eine Zeit in der es wirtschaftlich immer schwieriger wird und sich auch die politische Stimmung immer wieder aufheizt. Besonders Edith bekommt das immer wieder zu spüren, obwohl sie ihre jüdische Abstammung selbst nicht lebt.

Ich war sehr begeistert von diesem Buch. Linda Winterberg schafft es das wahre Leben in Berlins Straßen lebendig werden zu lassen. Man spürt die Armut und die Sorgen aber gleichzeitig gibt es auch immer wieder Szenen, bei denen einem das Herz aufgeht. Wenn die Kinder im Sommer im Springbrunnen planschen und sich Schlangen am Eisverkäufer bilden. Trotz der Sorgen, die die Leute ja weiter umtreiben. Und auch in der Klinik liegen Leid und Freude extrem nah beieinander. Da werden Geburten gefeiert und gleichzeitig müssen viele auch bei schweren Geburten sterben oder nach einer verpfuschten Abtreibung. Dieses Thema steht auch im täglichen Alltag der Hebammen immer wieder im Vordergrund. Die Debatte, Abtreibungen zu legalisieren stand auch schon damals auf der politischen Tagesordnung. Die Autorin schafft es hier mehrere Seiten zu beleuchten und das Dilemma deutlich zu machen, wann es moralisch denn zu rechtfertigen ist.

Alles in allem ist es ein wirklich tolles Buch, das einen in diese letzten Jahre der Weimarer Republik abtauchen lässt. Das Ende ist bittersüß gehalten, für die Freundinnen verändert sich vieles. Und ich freue mich schon sehr auf den dritten Band und darauf die drei weiter begleiten zu dürfen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2020

Noch besser als der erste Band der Hebammen-Saga

0

Ich fande es anfangs etwas schwer, in den zweiten Teil der Hebammen-Saga hineinzukommen, da ich erst einmal überlegen musste, wer jetzt wieder wer der drei Hebammen Luise, Margot und Edith ist. Zudem sind ...

Ich fande es anfangs etwas schwer, in den zweiten Teil der Hebammen-Saga hineinzukommen, da ich erst einmal überlegen musste, wer jetzt wieder wer der drei Hebammen Luise, Margot und Edith ist. Zudem sind seit dem ersten Band zehn Jahre vergangen und in diesem Buch gibt es sehr viele Zeitsprünge von mehreren Wochen bzw. Monaten. Man hat als Leser das Gefühl, es fehlt der rote Faden. Das legt sich aber mit zunehmender Seitenzahl und man gewöhnt man sich an die Zeitsprünge.

Großes Manko wie schon im ersten Buch: Luise, Margot und Edith haben zwar verschiedene Leben (Aufgaben als Hebamme, Männerbekanntschaften), aber ihre Gedanken sind komplett gleich. Man kann sie dadurch nicht unterscheiden. Ein bisschen Verschiedenheit der Charaktereigenschaften wäre schön gewesen, denn so muss man genau lesen, um wen es sich gerade handelt.

Im Vorgänger fande ich die geschilderten Geburten zu ähnlich, was hier nicht mehr der Fall ist, da mehr Variation geboten wird, sodass die Geburten nicht immer gleich verlaufen. Eigenartig finde ich allerdings, dass die drei jeweils alle Kinder einer Frau (z. B. alle drei oder sogar alle acht Babys) holten. Wie geht das, dass sie immer zur rechten Zeit Dienst haben, nie eine andere Geburt betreuen? Das ist mir zu viel Zufall.

Besonders gefallen hat mir wieder die Darstellung der Lebenssituation in Berlin um 1930. Man erfährt viel über das Leben einfacher und armer Leute, aber auch über den zunehmenden Antisemitismus. Laura Winterberg bewegt sich mit dem Buch nahe am Menschen.

Fazit:

Ich begleitete gerne die drei Protagonisten Luise, Margot und Edith, auch wenn sie mir in ihrer Art zu ähnlich sind. Spannend ist das Leben zur damaligen Zeit und die Arbeit der Hebammen. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

In Zeiten des Umbruchs

0

1929 Berlin. Die Wirtschaftskrise hält die Bevölkerung weiter in ihrem Klammergriff, es fehlt an allen Ecken und Enden. Knapp ein Jahrzehnt ist vergangen, seitdem sich Edith, Luise und Margot zum ersten ...

1929 Berlin. Die Wirtschaftskrise hält die Bevölkerung weiter in ihrem Klammergriff, es fehlt an allen Ecken und Enden. Knapp ein Jahrzehnt ist vergangen, seitdem sich Edith, Luise und Margot zum ersten Mal begegnet sind. Mittlerweile sind die drei Frauen ausgebildete Hebammen, die gemeinsam an der Frauenklinik Neukölln tätig sind. Luise kümmert sich tagsüber intensiv um die Ausbildung des Nachwuchses, doch abends stürzt sie sich ins bunte Berliner Nachtleben, um so den tragischen Tod ihres Freundes Günther zu kompensieren. Edith hat sich neben ihrer Kliniktätigkeit der Beratung von jungen Frauen verschrieben. Sie möchte mit Männern nichts zu tun haben, seitdem sie haarscharf einer Vergewaltigung entgangen ist und denkt darüber nach, ein Medizinstudium zu beginnen. Als Jüdin muss sie zudem erstmals Diskriminierung und Beleidigungen einstecken. Derweil hat sich Margot mit einem verheirateten Arzt eingelassen, der allerdings keinerlei Anstalten macht, ihre Beziehung zu legalisieren. Währenddessen gewinnt Hitler immer mehr an politischem Einfluss, was sich auch auf das Leben der drei Frauen auswirkt…
Linda Winterberg hat mit „Jahre der Veränderung“ den zweiten Teil ihrer Hebammen-Saga vorgelegt, der erneut mit einem eingängigen, flüssigen und gefühlvollen Schreibstil sowie interessanten Handlung und gut recherchiertem Hintergrund überzeugen kann. Der Leser fühlt inmitten des Frauentrios sofort wieder unter alten Freundinnen und darf sie über einen Zeitraum von 4 Jahren bis 1932 wieder ein Stück ihres Lebens begleiten. Die Freundschaft zwischen Margot, Edith und Luise ist zusammengewachsen, sie geben sich untereinander Halt, führen aber auch alle einzeln ein Leben, das sich sehr von denen der Freundinnen unterscheidet. So darf der Leser durch die bildhaften Beschreibungen der Autorin mit Luise durchs Berliner Nachtleben der späten 20er Jahre folgen, wo sich die Bevölkerung ihren Frust des Alltags von der Seele tanzt und trinkt. Auch die Geburtsszenen im Kreißsaal sowie die leidgeprüften Jungmütter, die durch Prostitution den Lebensunterhalt verdienen müssen und sich dabei Krankheiten einfangen sind so plastisch geschildert, dass man als Leser hautnah dabei ist und miterlebt, wie nahe Freud und Leid beieinander liegen. Der mit der Handlung wunderbar verwebte geschichtliche Hintergrund ist gut recherchiert und zeichnet das Bild einer politisch gebeutelten Bevölkerung, die immer mehr Arbeitslose zu verzeichnen hat und von der Hand in den Mund lebt. Die wachsende Macht Adolf Hitlers wirft ihre Schatten voraus, schon bald weht ein rauer Ton durch Berlins Straßen, der vor allem Edith als Jüdin in Angst versetzt.
Die Charaktere haben sich natürlich weiterentwickelt und sind nun erwachsene Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und dem Leser wie alte Freundinnen erscheinen, die man schon ewig kennt und deren Schicksal einem am Herzen liegt. Aufgrund dieser Nähe fällt das Mitfiebern, Mitbangen und –hoffen leicht, und Winterberg lässt den Leser eine Achterbahn der Gefühle durchleben. Edith geht regelrecht in ihrem Beruf auf. Sie ist ehrgeizig und so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen, doch die immer öfter aufkommenden Judenanfeindungen wehen ihr ins Gesicht und lassen Angst in ihr aufsteigen. Luise ist feinsinnig und sensibel, fühlt sich verloren. Deshalb kommt sie auch nicht über Günthers Tod hinweg. Sie sucht das Vergessen in der schillernden Berliner Nachtwelt, doch diese bunte Scheinwelt kann sie nur für einige Stunden ablenken. Margot ist eine Kämpferin, die nicht so schnell aufgibt. Doch ihre Affäre bringt sie an den Rand der Verzweiflung und lässt sie leiden, denn sie sehnt sich so sehr nach Liebe. Aber auch Protagonisten wie Marina geben der Handlung zusätzliche Glanzpunkte.
„Jahre der Veränderung“ ist eine wunderbare Fortsetzung, die von Beginn an mit einer packenden Handlung sowie einem spannenden historischen Hintergrund zu fesseln weiß. Herausragend und abwechslungsreich erzählt, kann es hier nur eine absolute Leseempfehlung geben.

Veröffentlicht am 07.02.2020

Drei Frauen und ihre Neue Lebenswege

0

Jahre der Veränderung
Inhaltsangabe:

Drei junge Frauen folgen dem Ruf des Lebens.

Berlin 1929: Die drei Freundinnen haben ihren Weg gefunden: Edith arbeitet als Hebamme in der Klinik und in einer Beratungsstelle ...

Jahre der Veränderung
Inhaltsangabe:

Drei junge Frauen folgen dem Ruf des Lebens.

Berlin 1929: Die drei Freundinnen haben ihren Weg gefunden: Edith arbeitet als Hebamme in der Klinik und in einer Beratungsstelle für Frauen. Margots Leben steht kopf, nachdem sie sich in einen verheirateten Mann verliebt hat, und Luise unterrichtet inzwischen Hebammen-Schülerinnen und stürzt sich ins Nachtleben der schillernden Metropole. Gleichzeitig zeigen sich die Spuren der Weltwirtschaftskrise nur zu deutlich in Berlin. Armut und Leid sind allgegenwärtig. Als Edith ein verlockendes Angebot bekommt, das ihr Leben verändern wird, ist die Freundschaft der drei Frauen auf eine harte Probe gestellt.

Die große Hebammen-Saga: historisch fundiert, atmosphärisch und voller liebenswerter Figuren.

Meine Meinung zur Autorin und Buch


Meine Meinung zur Autorin und Inhalt:
Mit großer Spannung habe ich nun den 2. Teil von der Hebammensaga von Linda Winterberg/ Nicole Steyer gelesen. Er schließt sich wunderbar dem 1. Teil an.
Und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil das Warten hat sich gelohnt, ich bin begeistert und fiebere schon der 3. Fortsetzung entgegen. Die Autorin hat mal wieder sehr gut recherchiert, alles ist so authentisch , Bildhaft und berührend erzählt. Die damalige nach dem großen Krieg, die Armut, Arbeitslosigkeit und das Elend, in den Elendsvierteln von Berlin, da kamen einem schon mal die Tränen beim Lesen. Sehr vieles ist historisch belegt, der Bau der Frauenklinik, die Hebammenlehranstalt und der Chefarzt der Klinik Prof. Dr. Sigfried Hammerschlag, besonders die Frauen und Mütterberatung, waren mir neu, das es sie schon damals gab.Ihre Figuren sind so real und Authentisch, ich habe die drei Mädels, Edith, Margot und Luise sofort in mein Herz geschlossen, und sie für ihren Wunsch nach Freiheit und Selbstverwirklichung bewundert, kein einfaches Unterfangen zur damaligen Zeit, den sie nach den 10 Jahren die vergangen sind geschafft haben. Es sind Jahre der Veränderung, sehr schön sind die wilden Zwanziger und die der aufkommenden Nazis beschrieben, eine Welt im Umbruch.Der Schreibstil ist wie immer sehr flüssig und mitreißend, sie versteht es einem in das Geschehen hineinzuziehen, es ist wie ein Sog beim lesen, man verschmilzt mit ihren Protagonisten und wird eins mit ihnen. Lacht, weint , hofft und bangt mit ihnen. Die frei Mädels haben es geschafft ihre eigenen Wege zu gehen und ihre berufliche Wünsche auszuleben. Ich habe viel Neues erfahren, und mich wieder gefreut tief in das Innere Seelenleben von den dreien zu schauen,und an ihren Emotionen teilzuhaben. Eine Geschichte die mal wieder mit viel Herzblut geschrieben ist.

Inzwischen sind 10 Jahre vergangen, vieles hat sich verändert, die Welt ist im Umbruch, das bekommen auch die drei Freundinnen, Edith, Margot und Luise zu spüren. Ich bewundere sie immer noch, wie sie felsenfest zusammen halten, eine für die andere der Fels in der Brandung ist. Jede von ihnen hat ihre Berufliche Ziele verwirklicht, man spürt wie sie mit Leib und Seele, Hebammen sind. Man bekommt viele tiefe Einblicke in ihreArbeit und den täglichen aufreibenden Arbeitsablauf, ja Kinder kommen nicht Planmäßig zur Welt, das wissen sie mittlerweile. Edith arbeitet nebenbei auch noch in einer Beratungsstelle für Frauen und Mütter, ich wusste garnicht das es 1929 schon so etwas gab. Luise bildet Hebammen Schülerinnen aus, was sie mit viel Liebe macht. Man spürt wie sehr den dreien die Armut und das Elend in den Armenvierteln Berlins bedrückt, Frauen die nicht mehr wissen wie sie ihre Familie Satt bekommen, Männer die Arbeitslos sind, die Weltwirtschaftskrise hat so richtig zu geschlagenen, und die Leidtragenden sind wieder mal die Armen. Auch die Nazis, bekommen Nährboden , schuld daran ist der Unmut, der Hunger , Arbeitslosigkeit, eine Regierung die den Boden unter den Füßen verloren hat. Alle drei haben ihr Päckchen zu tragen, in Bezug ihrer Beziehung zu Männern. Margot tat mir schon sehr Leid, wie sie von Georg hingehalten wird, er ist unglücklich verheiratet, steht aber zu seiner kranken Frau. Eine schon fast aussichtslose Liebe, fast wie bei Romeo und Julia. Auch Luise, hat eine unglückliche Liaison, mit einem der sich als Frau verkleidet, mit ihm stürzt sie sich in das Berliner Nachtleben, das sehr ausgiebig beschrieben ist, man konnte es miterleben. Edith als Jüdin stehen schwere Zeiten bevor, sie bekommt es zu spüren, was ich sehr schrecklich fand, sie tat mir so leid, aber was für ein Trost das sie Jonas kennen lernt, der ihr ein unglaubliches Angebot macht, das sie aus dieser schrecklichen Lage retten könnte. Aber wie werden Luise und Margot auf dieses Angebot reagieren, es wird die Welt der dreien auf den Kopf stellen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2020

Jahre der Veränderung

0

Handlung:
Berlin 1929
Edith, Margot und Luise sind in der Hauptstadt angekommen, fühlen sich heimisch und gehen in ihrer Arbeit vollkommen auf. Sie unterrichten mittlerweile selbst angehende Hebammen-Schülerinnen, ...

Handlung:
Berlin 1929
Edith, Margot und Luise sind in der Hauptstadt angekommen, fühlen sich heimisch und gehen in ihrer Arbeit vollkommen auf. Sie unterrichten mittlerweile selbst angehende Hebammen-Schülerinnen, sind dazu noch beschäftigt, diverse Kurse oder Sprechstunden für Schwangere, aber auch Interessierte anzubieten. Nur in der Liebe will es bei den dreien nicht so laufen. Margot ist in einen verheirateten Mann verliebt, die anderen beiden sind noch nicht wirklich dazu bereit, einen Mann in ihr Herz zu lassen. Die Vergangenheit lastet noch zu sehr auf ihnen...
Nicht nur die drei Hebammen werden sich verändern, sondern auch die Lage in Deutschland, in der ganzen Welt. Die Weltwirtschaftskrise erreicht auch Deutschland, man sieht an immer mehr Ecken der Stadt die Armut und auch in der Politik kommen schwere Zeiten.

Meinung:
Das Cover ist dem des ersten Teils sehr ähnlich. Wieder dominieren eher leichte, frühlingshafte Farben, die ein idyllisches und stimmiges Bild ergeben. Die obere Szenerie ist gleich geblieben, wieder schauen drei Damen den Betrachter aufmerksam und keck an, ich stelle mir immer noch vor, dass es sich hier um Margot, Edith und Luise handelt. Nur um eine Nuance hat sich die Schriftfarbe geändert, diese ist kräftiger geworden und sticht dadurch stärker heraus. Die größte Veränderung gibt es am unteren Rand. Dort wurde eine Stadtszene dargestellt, die modern und recht lebhaft wirkt. Insgesamt gefällt mir die das Cover gut, es passt irgendwie perfekt zu der Geschichte und auch die Ähnlichkeit mit dem ersten Teil empfinde ich als gut gelungen.

Letztes Jahr hatte ich bereits den ersten Teil der Hebammen-Saga gelesen, fand diesen richtig gut und habe mich dementsprechend sehr auf die Fortsetzung gefreut. Ich hatte noch lange Zeit über die Charaktere nachgedacht, das Buch hat mich nicht so schnell losgelassen. So sind mir viele Details im Gedächtnis geblieben und nach wenigen Seiten fielen mir immer mehr Geschehnisse aus dem ersten Teil ein. So hatte ich einen recht leichten Start in die Handlung und konnte mich schnell auf das Buch konzentrieren und mich beim Lesen entspannen.

Wenn ich das Buch einmal in der Hand hatte, wollte ich es am liebsten gar nicht mehr weglegen. Nicht nur die Handlung hat mir wieder richtig gut gefallen, sondern auch die Charaktere und die Schreibweise. Diese war an sich recht einfach gehalten, bekam ihren Anspruch durch allerlei historische Details, die geschickt in die Handlung eingeflochten wurden. Nicht nur politische Ereignisse wurden anschaulich und genau dargestellt, auch durch die zahlreichen Geburten und einige Erläuterungen dazu kann man einiges lernen.
So bin ich flott vorangekommen und viel zu schnell zum Ende des Romans gekommen. Jede einzelne Seite ließ sich leicht lesen, hat der Handlung einen ruhigen, spannenden oder aufregenden Unterton gegeben und viele Situationen authentisch erscheinen lassen.
Die Kapitel hatten eine angenehme Länge, waren nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang. Jedes Kapitel hatten einige Absätze, gerade richtig für die Leser, die nicht gerne mitten im Satz das Buch aus der Hand legen. Genau das mag ich nämlich nie und so war es auch mir möglich, immer mal ein paar Seiten zu lesen, auch wenn ich nur wenig Zeit habe.

Vielen Kapiteln vorangestellt ist ein Hinweis auf den Monat, sowie das Jahr der folgenden Handlung. Das war wirklich wichtig und hilfreich, es gab immer mal wieder Zeitsprünge und die gesamte Handlung erstreckt sich über einige Jahre (sie beginnt 1929 und endet 1932). In diesen Jahren passiert nicht nur in der Weltgeschichte einiges, sondern auch die drei Hebammen erleben sowohl beruflich, als auch privat allerhand. So hat man als Leser immer fix im Blick, wann die Handlung gerade stattfindet und man verliert dadurch das Zeitgefühl nicht.
Gerade bei den Handlungsjahren kann man sich ja auch schon denken, was passieren könnte und der langsam aufkommende Judenhass, als auch der Aufstieg von Hitler wurde äußerst eindringlich geschildert. Als Leser weiß man natürlich, wie sich alles weiterentwickeln wird und ich denke, so kann man noch mehr mit den Protagonisten mitfiebern und sich mitfreuen, weil man weiß, dass die schönen Zeiten nicht mehr ewig andauern werden.

Viele Szenen sind nicht sonderlich spannungsreich, es werden Tagesabläufe erzählt, die meist eine angenehme Ruhe ausstrahlen. Es werden normale Probleme von Menschen und vor allem der damaligen Zeit beschrieben und auch das Privatleben der drei Hebammen kommt nicht zu kurz. Ich empfand es als sehr angenehm, dass die Stimmung im Buch eher ruhig ist und die Szenen nicht zu aufregend gestaltet wurden.
Mir hat es gefallen, dass die Handlung nicht vorhersehbar war. Man konnte sich zwar stets seine Gedanken machen und ein mögliches Ende erahnen, doch am Ende kam es durch einige Wendungen und Geschehnisse immer anders. So blieb ein Ende offen, so sehr man auch spekuliert hat.
Allerdings habe ich ein was kritisch hinterfragt. Öfter wird geschildert, dass eine der drei Damen zufällig an einem Ort ist, wo genau in dem Moment bei einer Schwangeren die Wehen einsetzen. Ich weiß nicht, ob dies wirklich so oft vorkommt, ein oder zwei Schilderungen davon hätten gereicht, so kam mir das ein bisschen zu häufig vor. Anstelle dessen hätte es mir besser gefallen, wenn man vielleicht mehr über die Arbeitsabläufe von Hebammen erfährt oder manche Details kurz umschreibt und sie nicht so im Raum stehen lässt. Mir war es z.B.: vollkommen unbekannt, dass Babys nach der Geburt Augentropfen bekommen. Da hätte man kurz erwähnen können, weshalb dies so ist.

Im Roman sind allerhand Handlungsorte vorhanden, wobei starke Unterschiede zwischen Arm und Reich sichtbar werden, wenn auch nicht mehr so stark wie im ersten Teil. Vor allem wenn Margot, Edith oder Luise einen Hausbesuch machen zeigen sich häufig die Abgründe und finanzielle Nöte der armen Bevölkerung. Dazu stehen natürlich die Reichen auf der anderen Seite, haben wunderschöne Häuser, genügend Geld und kaum Sorgen.
Die Handlungsorte sind meist recht einfach geschildert, mit wenigen Worten umschrieben, sodass ein vages Bild vor Augen entsteht. Besonders gut konnte ich mir den Kreißsaal vorstellen, diesen konnte ich mir tatsächlich am besten vorstellen und mir hat die Stimmung dort meist gefallen. Ich musste jedes Mal etwas lächeln, wenn Edith, Margot oder Luise einem neuen Baby auf die Welt geholfen haben und dieses begrüßt haben. So entstand eine hoffnungsfrohe, heitere und besondere Stimmung, die zum Wohlfühlen eingeladen hat.

Schon im ersten Teil mochte ich die drei Hebammen Margot, Luise und Edith sehr. Sie haben ein sehr einnehmendes, sympathisches und energiegeladenes Auftreten. Man merkt an jeder Stelle, dass sie mit ihrem Beruf mehr als zufrieden sind und ihre Bestimmung gefunden haben.
Auch diesmal ist mir wieder aufgefallen, wie unterschiedlich die drei sind, sie unterschiedliche Ziele anstreben und wie sie daran arbeiten, diese auch zu erreichen.
Ich finde, diesmal steht die Freundschaft untereinander nicht so sehr im Mittelpunkt. An vielen Stellen kann man die Dynamik immer noch deutlich sehen, doch ich habe eher das Gefühl, dass das Augenmerk mehr auf den einzelnen Individuen liegt. Man sieht die drei Damen oft allein auftreten, meist während der Arbeit, ab und an auch in privaten Momenten. So wirken sie deutlich erwachsener und reifer, daher finde ich den neuen Fokus angenehm und passend.
Auch die anderen Charaktere besaßen ein lebendiges Auftreten, hatten ihre Eigenheiten und einzigartige Züge. Man erkannte an ihrem Wesen auch teilweise ihren sozialen Status, was sehr authentisch wirkte und ein perfektes Abbild der Gesellschaft gab.

Fazit:
Lange Zeit habe ich mich auf die Fortsetzung gefreut, hatte dementsprechend einige Erwartungen und wurde nicht enttäuscht. Im Grunde habe ich nur einen kleinen Kritikpunkt, den ich bereits angesprochen hatte: die zahlreichen Geburten, bei denen Edith, Margot oder Luise ganz zufällig dabei sind, weil sie im richtigen Moment am richtigen Ort waren. Davon weniger und ich wäre wunschlos glücklich.
Ansonsten konnte mich das Buch überzeugen. Die Schreibweise war ein Traum, die Handlung hatte eine angenehme Mischung von spannenden und ruhigen Momenten und wartete stets mit neuen Wendungen auf. Mir haben die Charaktere richtig gut gefallen, das Setting hatte teilweise besondere Reize und auch die Einbindung von historischen Details ist gelungen und passte stets perfekt zu der Situation.
Nun geht natürlich das große Warten auf den finalen Teil los, auf den ich mich ebenfalls schon riesig freue. Ich habe gerade so viele Fragen zu der weiteren Handlung und auch schon einige Ideen, wie es weitergehen könnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere