Zu wenig Spannung
Ich hatte mich sehr auf "Apartment 5B" von Lisa Unger gefreut und anhand des Klappentexts eine spannende Geschichte mit "Only Murders in the Building"-Vibes erwartet. Denn die Idee, dass ein junges Paar ...
Ich hatte mich sehr auf "Apartment 5B" von Lisa Unger gefreut und anhand des Klappentexts eine spannende Geschichte mit "Only Murders in the Building"-Vibes erwartet. Denn die Idee, dass ein junges Paar eine Wohnung in einem Apartmentkomplex erbt, in dem seltsame Dinge vor sich gehen, klingt echt super gut.
Erzählt wird die Story, die in vier Akte unterteilt ist, aus Sicht der Protagonistin Rosie; hin und wieder gibt es außerdem Kapitel aus der Perspektive von Willa, die im Jahr 1963 in Rosies und Chads Apartment gewohnt hat. Der Schreibstil ist flüssig, wodurch ich der Story gut folgen konnte, und ich mochte die bildhafte Beschreibung des Windermere-Gebäudes und von New York.
Obwohl ich das Gefühl hatte, dass mir Rosie und ihr Mann Chad eigentlich sympathisch sein müssten – sie ist Autorin und er ein erfolgloser Schauspieler, weshalb sie in New York eher schlecht als recht über die Runden kommen –, wurde ich mit beiden leider nicht warm. Mir war es von Anfang an suspekt, dass Chads Onkel ihnen anstatt seiner Tochter das luxuriöse Apartment vererbt.
Hinzu kommt, dass für mich leider keine Spannung aufkommen wollte. Mit den vielen Todesfällen über die Jahre hinweg und der Ansammlung an kuriosen Bewohnern hätte das Setting im Windermere auf jeden Fall viel Potenzial für eine spannende Story gehabt. Leider dümpelt die Handlung aber nur so vor sich hin und es passiert recht wenig. Und auch wenn ich eigentlich ein Horror-Fan bin, haben mich die übernatürlichen Elemente doch etwas irritiert, da ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte.
Erst im letzten Viertel hat die Story dann endlich an Fahrt für mich aufgenommen. Und auch wenn ich die Auflösung zum Teil schon habe kommen sehen und alles etwas sehr konstruiert fand, hat mir das Ende dann doch ganz gut gefallen.
Alles in allem ist "Apartment 5B" aber für mich ein eher schwacher Thriller mit zu wenig Spannung. Schade, denn die Idee war echt super.