1) Cover und Schreibstil
Cover: Das Cover ist ansprechend und überträgt direkt ein italienisches Lebensgefühl.
Schreibstil: Der Einstieg hat für mich einen schönen Mix aus Atmosphäre und Zug: Im Prolog am Comer See wird über Musik, Abendstimmung, Eifersucht und Freundschaftsbruch direkt ein emotionaler Sog aufgebaut.
Danach wechselt es in eine ruhigere, beobachtende Erzählweise bei Giovanna (Alltag, Nachbarschaft, Schildkröte Bruno), bevor der Text dann sehr effektiv in den Krimimodus kippt (Anruf, Leiche, Tatort).
Ich mag auch das Lokal-Kolorit (italienische Begriffe, Orte, Essen) – das macht die Welt greifbar, ohne aufgesetzt zu wirken.
2) Erster Eindruck der Charaktere
Liliana kommt auf mich ziemlich verletzt rüber – als würde sie sich gerade fragen, ob sie für Alice überhaupt noch wichtig ist. Alice bleibt dagegen eher schwer greifbar, fast so, als würde sie bewusst auf Abstand gehen. Matteo hat dieses charmant-ironische Auftreten, bei dem man nicht genau weiß, ob man ihn mögen oder lieber vorsichtig sein sollte. Giovanna wirkt angenehm ruhig und professionell, und Maria hat für mich sofort etwas Warmes, Bodenständiges – aber man merkt schnell: Das Ganze wird für sie nicht nur „ein Fall“, sondern geht deutlich näher ran.
3) Erwartungen an den Fortgang der Handlung
Ich glaube nicht, dass die Sache so einfach ist, wie sie am Anfang aussieht – dafür wirkt alles zu „praktisch“ eindeutig. Ich rechne eher damit, dass da noch etwas dranhängt, vor allem weil der Prolog schon andeutet, dass alte Geschichten und Beziehungen später wieder hochkommen. Und dass Stefano ausgerechnet nur mit Maria sprechen will, fühlt sich für mich wie ein Hinweis an: Da steckt eine persönliche Verbindung dahinter, die die Ermittlungen vermutlich ordentlich durcheinanderbringt.