Spannende Mörderjagd in einem alternativen England. Roman
Dietmar Schmidt (Übersetzer)
Saturday-Times-Bestseller
Eine fremde Welt. Und doch vertraut. Und sehr, sehr tödlich
England, heute: Ein modernes Land, doch die industrielle Revolution hat hier nie stattgefunden. Stattdessen stammen alle technischen Errungenschaften von der weitaus fortschrittlicheren Südhalbkugel. Auf den britischen Inseln leben Kelten, Sachsen und Pikten in einem brüchigen Frieden zusammen. Regelmäßig gibt es Versuche, die Insel zu einem »United Kingdom« zu vereinen. Ausgerechnet zu solch einem Zeitpunkt wird die Leiche eines keltischen Diplomaten aufgefunden, brutal angenagelt an einen uralten Baum. Die sächsische Ermittlerin Aedith und der keltische Inspektor Drustan werden trotz aller Gegensätze und Konflikte gemeinsam auf den Fall angesetzt. Können sie den Täter fassen, bevor er die Friedensbemühungen zunichte macht und das Land ins Chaos stürzt?
»Eines der besten Debüts seit Langem. Henrys Mischung aus Alternativwelt-Elementen und klassischem Krimi ist innovativ, unterhaltsam, bissig und sehr oft sehr lustig.«
The Financial Times
Meine Meinung
Beim Lesen von "Pagans – Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter" hat mich vor allem die Idee rund um ein England ohne industrielle Revolution, in dem Kelten, Sachsen und Pikten mit alten ...
Meine Meinung
Beim Lesen von "Pagans – Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter" hat mich vor allem die Idee rund um ein England ohne industrielle Revolution, in dem Kelten, Sachsen und Pikten mit alten Religionen und Göttern leben und Politik von Spannungen und Misstrauen geprägt ist, fasziniert. Der Mord an einem Diplomaten bringt die fragile Ordnung ins Wanken und die Ermittler Aedith und Drustan müssen trotz ihrer Gegensätze zusammenarbeiten. Ich fand das Zusammenspiel der beiden lebendig und glaubwürdig, ihre Unterschiede machen meiner Meinunng nach den Reiz aus.
Das Setting ist ungewöhnlich und detailliert, manchmal fast zu dicht, sodass der Einstieg schwerfällt. Man braucht Geduld und Konzentration, bis man sich in den vielen Begriffen und kulturellen Eigenheiten zurechtfindet. Wenn man aber drin ist, entfaltet die Geschichte eine besondere Spannung, die aus Krimi, politischer Intrige und alternativer Historie besteht.
Etwas schwächer fand ich, dass sich die Handlung in der Mitte etwas zieht und dass das Finale weniger kraftvoll wirkt als der lange Aufbau vermuten lässt. Trotzdem hat mich das Buch beschäftigt und wirklich gut unterhalten können. Für mich ist es ein tolles und gelungenes Debüt.
Über den Autor
James Alistair Henry arbeitete als Buchhändler und ist ein bekannter und vielfach ausgezeichneter Drehbuchautor und Redakteur, u.a. für die Kult-Serien SMACK THE PONY, GREEN WING, CAMPUS sowie für die erfolgreichen Kinderserien BOB DER BAUMEISTER, HEY DUGGEE und SHAUN, DAS SCHAF. Seine Sketchshow WOSSON CORNWALL wurde zur BBC RADIO COMEDY OF THE WEEK gewählt. James lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Cornwall.
„Pagans“ besticht durch das Worldbuilding. Man fühlt sich in eine bekannte Welt versetzt, die aber doch so neu ist. Hier trifft die Moderne auf Stämme von Kelten, Sachsen und Piken. Gleichzeitig ist hier ...
„Pagans“ besticht durch das Worldbuilding. Man fühlt sich in eine bekannte Welt versetzt, die aber doch so neu ist. Hier trifft die Moderne auf Stämme von Kelten, Sachsen und Piken. Gleichzeitig ist hier alles „verkehrtherum“. Die Weltmacht haben afrikanische Staaten, Teile der britischen Insel sind Entwicklungsländer. Eine sehr interessante Mischung!
Aber das macht es auf der anderen Seite auch kompliziert. Man kann das Buch nicht durchfliegen. Die Nähe zur realen Welt verwirrt manchmal. Vor allem, weil das Worldbuilding nicht hinreichend genug beschrieben und erklärt wird.
Die Story ist gut. Ein guter Krimi, der allerdings keinen Raum zum rätseln gibt. Das Ende ist keine Überraschung und die Spannung dadurch im Rahmen.
Gefallen haben mir die Charaktere, die sehr unterschiedlich sind, aber sehr gut zusammenarbeiten und für eine Prise Humor sorgen. Aber auch hier fehlt mir (wie beim Worldbuilding) die Tiefe. Man lernt die Personen nicht wirklich kennen. Geschichten aus der Vergangenheit werden nur angedeutet oder angerissen. Das Buch bleibt insgesamt einfach zu oberflächlich. Vielleicht hätten ihm ein paar Seiten mehr gut getan. Schade, denn das Potenzial war da.
Trotz der Kritik kann ich nicht sagen, dass es ein schlechtes Buch ist. Auf eine gewisse Art fesselt es auch gleichzeitig. Eine eindeutige Meinung zu diesem Buch zu haben, fällt schwer. Es polarisiert. Und das wiederum kann auch ganz gut sein. Denn ein Buch, das einen über längeren Zeitraum beschäftigt, kann kein schlechtes Buch sein.
"Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter" von James Alistair Henry ist ein Krimi in einer Alternativwelt. Gerade davon habe ich mir soviel versprochen und vielleicht waren meine Erwartungen daran ...
"Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter" von James Alistair Henry ist ein Krimi in einer Alternativwelt. Gerade davon habe ich mir soviel versprochen und vielleicht waren meine Erwartungen daran auch einfach zu hoch.
Es spielt in einem modernen England, allerdings ohne die industrielle Revolution. Auf den britischen Inseln leben Kelten, Sachsen und Pikten und es gibt gerade wieder eine große und wichtige Konferenz, die sich mit der Bildung eines »United Kingdom« befasst. Zu diesem Zeitpunkt wird einer der Diplomaten aufgefunden, ermordet und an einen Baum genagelt.
Die Ermittlungen werden von zwei sehr verschiedenen Ermittlern geführt, einer keltisch und sehr unabhängig, die andere sächsisch mit der Polizeitruppe hinter sich. Diese beiden Ermittler waren für mich sehr interessant und ich hätte gerne viel mehr über sie erfahren, gerade über Drustan, den Kelten.
Wenn man sich erstmal eingelesen hat, in dieser fremden Welt angekommen ist, entfaltet sich wirklich ein sehr spannendes Szenario. Die Ermittlungen sind spannend und verzweigen sich in verschiedene Richtungen, die Auflösung weiß mich durchaus zu überraschen.
Der Kriminalfall ist sehr intelligent aufgebaut und gelöst, das hat mir richtig gut gefallen.
Weniger gut fand ich, dass mir gerade beim Worlbuilding und den Protagonisten noch Tiefe fehlte, da wäre ich gerne noch tiefer eingestiegen, vielleicht auch als Reihen-Auftakt. So kamen mir viele Aspekte zu kurz und ließen mich mit vielen Fragen zurück.
Welches Genre: Nicht klar ersichtlich beim lesen, keine klaren Grenzen. Eine Mischung aus allem, dennoch hätte ich mehr erwartet. Ich war schon sehr gespannt auf das Buch, ...
Pagans: Krimi, Thriller, Fantasy
Welches Genre: Nicht klar ersichtlich beim lesen, keine klaren Grenzen. Eine Mischung aus allem, dennoch hätte ich mehr erwartet. Ich war schon sehr gespannt auf das Buch, da das Genre übergreifende sehr interessant klang. Die Optik hat mich gleich begeistert, sehr ansprechend. Top Optik und Gestaltung.
Mit den ersten 100 Seiten hatte ich ziemlich zu kämpfen, da hätte ich mir mehr und bessere Erklärungen gewünscht. Da ich zwischendrin öfter ins Glossar blättern musste. Allerdings nach diesen Seiten wurde es immer besser und ich konnte es flüssiger lesen. Man gewöhnte sich an den Schreibstil.
Nichts zum schnell nebenher lesen. Stämme, Länder, Politik: Da muss man sich schon konzentrieren, um da mit zu kommen und alles zu verstehen, bzw ein paar Lücken bleiben, die nicht erklärt werden, etwas schade.
Die Charaktere fand ich wunderbar auch der Humor. Ein besonderses Buch, dass mich nicht zu 100% gepackt hat, warscheinlich weil ich so etwas noch nicht gelesen habe.
Fazit: Trotz meiner Kritik:
Ein besonderes Buch, aber nicht für jedermann.
Ich werde es nocheinmal lesen und es hat einen besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommen.
Pagans ist alles andere als ein klassischer Krimi, Thriller oder Fantasyroman. Wer klare Genre-Grenzen erwartet, wird vermutlich enttäuscht – wer sich jedoch auf eine komplexe, politisch aufgeladene und ...
Pagans ist alles andere als ein klassischer Krimi, Thriller oder Fantasyroman. Wer klare Genre-Grenzen erwartet, wird vermutlich enttäuscht – wer sich jedoch auf eine komplexe, politisch aufgeladene und atmosphärisch dichte Geschichte einlässt, kann mit diesem Buch ein außergewöhnliches Leseerlebnis erfahren.
Die Handlung spielt in einem alternativen England, in dem die Kolonialisierung nie stattgefunden hat. Kelten (Stämmler), Pikten (Norsen) und Engländer (Angelsachsen) leben nebeneinander auf der Insel. Christentum ist eine neue, unbekannte Kraft. Diese Welt wirkt vertraut und fremd zugleich – allerdings bleibt das Worldbuilding stellenweise leider zu oberflächlich erklärt. Gerade in der ersten Hälfte war es für mich schwer, mich zurechtzufinden. Viele Begriffe, Ethnien, Religionen und politische Strukturen werden eingeführt, ohne dass sie ausreichend erklärt werden. Für mich war das ein deutlicher Dämpfer im Leseerlebnis.
Ein Glossar ist vorhanden, was mir sehr geholfen hat. Dennoch: Ich musste mich über weite Strecken aktiv durchbeißen. Ohne bis kaum Vorwissen über englische/europäische Geschichte oder die kulturellen Hintergründe rund um Kelten und Angelsachsen bleibt der Einstieg zäh. In meiner Leserunde hat mir der Austausch geholfen, das Gelesene besser einzuordnen – und mit zunehmender Seitenzahl wird man mit einer durchdachten Kriminalgeschichte belohnt.
Der Kriminalfall ist spannend konstruiert, logisch aufgebaut und stückweise sehr clever durchdacht. Motive und Indizien werden nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern sinnvoll aufgebaut. Besonders gelungen fand ich Details wie die Beweisführung mit einer Drohne oder die Beobachtung eines minimalen Spalts zwischen Handschuh und Ärmel – kleine Hinweise, die große Wirkung entfalten.
Was die Charaktere betrifft, hatte ich gemischte Gefühle. Aedith, die Protagonistin, ist sympathisch und bringt mit ihrer schlagfertigen Art sowie kleinen humorvollen Momenten etwas Lockerheit in die ansonsten eher schwere Geschichte. Drustan bleibt für mich etwas blass, seine Vergangenheit wird nur angerissen. Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert aber gut und sorgt für eine gewisse Spannung und Witz.
Besonders eigen ist die Darstellung der Polizeiarbeit. Dass Fälle von den Stämmlern in Bardengesang vorgetragen werden, ist skurril, aber passend zur alternativen Welt. Es zeigt auch, wie tief kulturelle Unterschiede im Buch verankert sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass Misstrauen und Vorurteile eine große Rolle spielen – wie eine Form von Alltagsrassismus, nur eben angepasst an diese Welt.
Politik spielt eine zentrale Rolle in Pagans. Der Roman verwebt Machtspiele, Intrigen und kulturelle Konflikte geschickt mit der Kriminalhandlung. Das ist spannend, aber fordert auch Aufmerksamkeit. Kapitelweise hatte ich das Gefühl, den Faden zu verlieren – besonders, wenn erneut Begriffe eingeführt wurden, die nicht erklärt wurden oder wenn technische Begriffe wie "Mobifon" auftauchten, die eher für Verwirrung sorgten.
Der letzte Abschnitt des Buches war der stärkste. Endlich kam ich in einen Lesefluss, der vorher schwer zu finden war. Zwar gab es ein Kapitel, das ich inhaltlich nicht nachvollziehen konnte, aber insgesamt konnte das Finale vieles wieder ausgleichen.
Mein Highlight war ein Zitat, das den schrägen Humor des Buches gut trifft: „Und hin und wieder bekommt man die Gelegenheit, das Schicksal zu seiner Nutte zu machen.“
Fazit: Pagans ist kein Buch für zwischendurch. Es verlangt Konzentration, Geduld und den Willen, sich auf eine ungewohnte Welt einzulassen. Wer das schafft, wird mit einer originellen Mischung aus alternativer Historie, Politik, Kriminalfall und kultureller Tiefe belohnt. Für mich war es nicht ganz das Richtige, vor allem wegen des mangelnden Worldbuildings und der sprachlichen Komplexität. Ich bin aber auch ins Buch gegangen mit dem Verständnis dass mir mehr Fantasy begegnet, wie ich es sonst gewohnt bin. Dennoch ein guter Read für alle, die mal etwas ganz anderes erleben wollen.