Rezension zu Camp Rainbow – Über mir der Himmel von Alicia Zett
Ich habe mich sehr auf Camp Rainbow gefreut, weil das Setting eines queeren Sommercamps in den Alpen eine tolle, sommerliche und zugleich wichtige Atmosphäre versprach. Leider hat mich die Umsetzung nur ...
Ich habe mich sehr auf Camp Rainbow gefreut, weil das Setting eines queeren Sommercamps in den Alpen eine tolle, sommerliche und zugleich wichtige Atmosphäre versprach. Leider hat mich die Umsetzung nur teilweise überzeugt.
Der Einstieg in die Geschichte war leicht und angenehm zu lesen. Besonders schön fand ich die Grundidee des Camps als Ort der Freiheit und Selbstentfaltung, und auch die Repräsentation queerer Identitäten war vielfältig und authentisch dargestellt. Das Thema „erste Liebe“ wurde einfühlsam behandelt, und Malins Unsicherheit war gut nachvollziehbar.
Trotzdem konnte mich das Buch insgesamt nicht richtig mitreißen. Einige Entwicklungen wirkten für mich vorhersehbar, und die Dynamik zwischen den Figuren blieb an vielen Stellen eher oberflächlich. Gerade bei Malins Gefühlen für Juan und später auch für Nora hätte ich mir mehr Tiefe und emotionalere Momente gewünscht. Auch die Konflikte wurden manchmal sehr schnell und einfach gelöst, wodurch die Geschichte ein wenig an Spannung verloren hat.
Der Schreibstil war flüssig, aber nicht besonders herausstechend, und manche Dialoge wirkten ein wenig gestellt. Insgesamt hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass das Buch zwar viele schöne Ansätze hatte, diese aber nicht immer richtig entfaltet wurden.