Cover-Bild Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag

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10,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 16.03.2020
  • ISBN: 9783442489541
Lucy Astner

Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag

Roman
Manchen Menschen schickt das Leben ein Wunder. Anderen schickt es die achtjährige Lupi …

Der TV-Moderator Jacob Chrissen führt ein Leben in Saus und Braus – bis er bei einem Helikopterabsturz seine Frau und seinen Sohn verliert. Dass er selbst nahezu unversehrt davonkommt, grenzt an ein Wunder. Doch Jacob sieht keinen Sinn mehr im Leben, und von Wundern hält er auch nicht viel.
Die achtjährige Lupi dagegen könnte dringend ein Wunder gebrauchen. Als sie Jacob trifft, steht für sie fest: Dieser Mann muss Gott persönlich sein! Wer sonst überlebt einen Sturz vom Himmel? Und so ist Lupi wild entschlossen, Jacob zu zeigen, dass das Leben schön ist – und die Welt ihn noch braucht.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2020

Eine wunderschöne Hommage an das Leben selbst

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Inhalt:

Jacob Chrissen verliert bei einem Helikopterabsturz seine Frau und seinen Sohn, überlebt selbst aber nahezu unverletzt. Was andere als Wunder sehen, ist für ihn jedoch eine Strafe.

Wenn im Leben ...

Inhalt:

Jacob Chrissen verliert bei einem Helikopterabsturz seine Frau und seinen Sohn, überlebt selbst aber nahezu unverletzt. Was andere als Wunder sehen, ist für ihn jedoch eine Strafe.

Wenn im Leben der achtjährigen Lupi kein Wunder geschieht, wird sie demnächst ihrer Mutter Becky weggenommen und in eine Pflegefamilie gebracht. Jetzt kann ihr also nur einer helfen: Gott persönlich und wer könnte das sein, wenn nicht gar Jacob. Immerhin ist er vom Himmel gefallen.

Doch manchmal braucht es kein Wunder, sondern nur eine unerwartete Begegnung, die das Leben für immer verändert … .

Meine Meinung:

Am Anfang des Buches lernt man Jacob und seine Familie kennen und erlebt hautnah mit, wie sie in den Helikopter einsteigen. Sofort wird klar, dass der Moderator keinen wirklichen Draht zu seinem Sohn hat und auch seine Ehe nicht zum Besten steht. So wirklich sympathisch war er mir zu Beginn nicht. Sein persönlicher bzw. beruflicher Erfolg scheint ihm wichtiger zu sein, als das Wohl seiner Familie, damit macht er sich beim Leser nicht gerade beliebt. Trotzdem fällt er nach dem Unfall in ein tiefes Loch und erkennt keinen Sinn mehr in seinem Leben, weswegen er es beenden möchte. Sehr einfühlsam, aber auch authentisch schildert Lucy Astner die Verzweiflung ihres Protagonisten und brachte mir so den Moderator näher. Auch, wenn er Fehler in seinem Leben gemacht hat, hatte ich sehr großes Mitleid mit Jacob.

Lupi bildet dagegen einen sehr schönen Kontrast zu Jacob. Während die Kapitel aus seiner Sicht eher düster, zu Beginn fast schon hoffnungslos sind, sprüht ihre Sichtweise fast schon vor Optimismus. Obwohl ihre Situation nahezu aussichtslos ist und ihr Leben alles andere als leicht, sieht sie doch immer auch das Gute im Leben. Als sie jedoch keinen Ausweg mehr sieht, hofft sie in Jacob ein Wunder zu finden. Dafür muss sie aber erst einmal dafür sorgen, dass er sich selbst besser fühlt und sein Leben wieder in den Griff bekommt. Das macht sie mit ihrer ganz eigenen Art und lockt damit Jacob aus seinem Schneckenhaus. Lupi gefiel mir wirklich richtig gut. Sie ist ein außergewöhnliches Mädchen und trotzt allen Widrigkeiten. Trotzdem hatte ich auch mit ihr Mitgefühl, denn sie darf nicht wirklich Kind sein und ihr Leben ist alles andere als leicht.

Als Lupi schließlich auf Jacob trifft, schleicht sie sich mit ihrer außergewöhnlichen Art in dessen Leben und wirbelt es gehörig durcheinander. Das brachte für mich auch einiges an Humor in die Geschichte und ließ mich oftmals schmunzeln. So hebt sich die bedrückende Stimmung, die durch Jacobs Gemütszustand entsteht, nach und nach immer mehr auf. Lupi wird für ihn langsam immer mehr als nur ein menschlicher Störfaktor. Sie bringt ihn dazu, seine Vergangenheit zu überdenken, sie zu verarbeiten und damit wieder einen Schritt in die Zukunft zu machen. Ich fand es unglaublich berührend, wie die Autorin in diesem Buch mit ihren Protagonisten umgeht. Sie zeigt ihre Fehler auf, ohne sie abzuwerten, findet aber auch einen Weg, wie sie wieder mit sich ins Reine kommen können. Das erzeugte in meinen Augen eine sehr schöne, lebensbejahende Atmosphäre und vermittelt ganz klar eine Botschaft: Jeder macht mal Fehler, es kommt nur darauf an, wie man am Ende damit umgeht.

Dabei setzt Lucy Astner sehr auf Emotionen. Ich konnte die Verzweiflung von Jacob selbst spüren, hab mit Lucy um ein bisschen Normalität gekämpft, wollte ihrer Mutter ins Gewissen reden oder zwischen Jacob und seiner Schwester vermitteln. Man hat als Leser fast das Gefühl selbst in der Geschichte zu stecken und alles hautnah mitzuerleben, so lebendig schildert sie die jeweiligen Situationen und so authentisch die Gefühle dazu. Ich wurde richtig mitgerissen und habe ebenfalls auf ein Wunder gehofft. Doch auch, wenn man meinen könnte, die Begegnung von Lupi und Jacob wäre so ein Wunder, sind es am Ende doch die Protagonisten selbst, die ihr Leben verändern. Glück ist eben das, was man selbst daraus macht.

Fazit:

Dieses Buch hat mich unglaublich berührt. Lucy Astner zeichnet mit viel Gefühl und Wertschätzung das Leben ihrer beiden ungewöhnlichen Protagonisten nach und schafft trotz der Fehler oder schwierigen Situation eine schöne und lebensbejahende Atmosphäre. Am Ende verändert vielleicht nicht ein Wunder das Leben, sondern die Begegnungen mit anderen und das eigene Handeln. Eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte. Unglaublich schön!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 14.04.2020

Eine herzerwärmende Geschichte voller Humor

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Zum Inhalt:
Jacob Chrissen ist auf seiner Karriereleiter ganz oben, als sein Leben plötzlich eine dramatische Wendung nimmt. Er ist der einzige Überlebende bei einem Helikopterabsturz, bei dem jedoch seine ...

Zum Inhalt:
Jacob Chrissen ist auf seiner Karriereleiter ganz oben, als sein Leben plötzlich eine dramatische Wendung nimmt. Er ist der einzige Überlebende bei einem Helikopterabsturz, bei dem jedoch seine Frau und sein fünfjähriger Sohn ums Leben kommen. Nach dem Verlust seiner Familie ist nichts mehr wie früher und Jacob findet einfach nicht mehr zurück ins Leben. Da taucht plötzlich die achtjährige Lupi auf; ein außergewöhnliches frühreifes Mädchen, die ihm nicht mehr von der Seite weicht. Denn Lupi glaubt, dass Jacob Gott sein müsse. Schließlich hat er ja einen Hubschrauberabsturz überlebt. Lupi braucht so sehr die Hilfe von Gott und hofft auf ein Wunder, um ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Leider hat Jacob aber mit seinem Leben bereits abgeschlossen...

Meine Leseerfahrung:
Nur auf Grund des Buchtitels oder -covers hätte ich womöglich nicht zu diesem Roman gegriffen. Ich war zunächst doch sehr skeptisch, ob die Geschichte mich überhaupt erreichen wird. Der Anfang hat mich aber bereits sehr berührt, denn die Geschichte von Jacob beginnt nun mal mit dem Tod seiner Familie und das ist wahrlich nicht leicht zu verdauen. Jacob hat eine spürbare Mordswut auf Alles und Jeden und kommt zu der Erkenntnis, dass er nicht hätte überleben dürfen. Denn er hat viele Fehler bezüglich seiner Ehe und Familie begangen und war offenkundig kein guter Vater gewesen. Eigentlich hat er sich schon dazu entschieden, seinem Leben eigenmächtig ein Ende zu setzen. Was aber so traurig beginnt, nimmt eine humorvolle Wendung, als die kleine Lupi bei Jacob auftaucht. Die wiederum ist so verbissen in ihren Glauben an ein Wunder, dass die beiden Figuren einen eindeutigen Kontrast zueinander bilden. Lupi ist voller Tatendrang und glaubt an eine zweite Chance im Leben. Ihr kindlicher Optimismus ist nahezu ansteckend. Sie ist zudem auch kein gewöhnliches Kind, denn sie musste auf Grund ihrer verantwortungslosen Mutter Becky für ihr Alter schnell reif werden. Jacob hingegen hat zwar karrieretechnisch viel erreicht im Leben, wirkt aber dennoch recht unbeholfen, insbesondere was zwischenmenschliche Beziehungen angeht. Und das scheint auch vor seinem großen Verlust der Fall gewesen zu sein. 

Die Dialoge zwischen Jacob und Lupi sind köstlich, da hier tatsächlich zwei Welten aufeinander treffen und man sich hin und wieder fragt, wer hier Kind und wer Erwachsener in dieser Story ist. Ich habe mich beim Lesen sehr über die gemeinsamen Szenen amüsiert. Auch wenn manchmal einige Passagen nicht wirklich authentisch wirkten, und man sich fragt, ob ein Kind überhaupt so handeln würde, waren die Erzählfragmente am Ende sehr stimmig und führten zu einem zufriedenstellenden Abschluss der Geschichte. 

Dank des lebhaften Erzählstils der Autorin konnte ich mir sowohl die Figuren als auch die Situationen, in denen sie sich befanden, ausgesprochen gut vorstellen und war emotional sehr eingebunden. Man merkt, dass hier eine gute Drehbuchautorin am Werk ist. Es würde mich daher nicht wundern, wenn auch dieser Roman bald verfilmt werden würde. Auf die Besetzung der Rolle von Lupi wäre ich auf jeden Fall am Meisten gespannt.

Fazit:
Lucy Astner erfreut uns mit einer emotional mitreißenden Geschichte, bei der Trauer und Freude sich abwechseln und die mit einer gesunden Portion Humor bestückt ist. Ein besonders schönes Buch für Herzensmenschen!

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