Cover-Bild Ein Buchclub zum Verlieben
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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Zeitgenössische Lifestyle-Literatur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 11.03.2026
  • ISBN: 9783458785996
Lucy Gilmore

Ein Buchclub zum Verlieben

Roman
Susann Urban (Übersetzer)

Sloane Parker führt ein unscheinbares Leben als Bibliothekarin in einer verschlafenen Kleinstadt. Einsam fühlt sie sich nicht – und doch wartet sie jeden Tag darauf, dass Arthur McLachlan erscheint: der grantige alte Mann, der ihre Regale durchstöbert und sie mit spitzen Bemerkungen neckt. Ihr Schlagabtausch ist längst zum Höhepunkt ihres Alltags geworden. Als Arthur eines Morgens nicht auftaucht, ist Sloane sofort beunruhigt. Schließlich findet sie ihn – erstaunlich froh über ihren Besuch.

Um Licht in sein tristes Leben zu bringen, gründet Sloane einen Buchclub. Nach und nach stoßen weitere Menschen dazu, die in den Büchern und in der Gemeinschaft Trost und Freude finden. Denn jeder trägt ein besonderes Buch im Herzen – und die Kraft der Geschichten kann selbst die einsamsten Seelen zusammenführen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Einsamkeit

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Der Griesgram Arthur und die zurückhaltende Sloane liefern sich in der Bibliothek jeden Tag Wortgefechte über Bücher, deren Inhalte und ihre Interpretationen dazu. Selten sind sie einer Meinung, ansonsten ...

Der Griesgram Arthur und die zurückhaltende Sloane liefern sich in der Bibliothek jeden Tag Wortgefechte über Bücher, deren Inhalte und ihre Interpretationen dazu. Selten sind sie einer Meinung, ansonsten haben sie nichts miteinander zu tun. Bis zu dem Tag als Arthur nicht kommt, Sloane macht sich Sorgen das dem alten Herrn etwas passiert sein könnte. Sie riskiert sogar ihren Job um das heraus zu finden. Aber nicht nur sie macht sich Sorgen um den alten Griesgram der die Menschen reihenweise mit seinen Sprüchen vorDam dem Kopf stösst.
Ein großes Thema in diesem Roman ist die Einsamkeit, vor allem die entsteht wenn ein geliebter Mensch stirbt und man allein zurück bleibt. Damit umzugehen ist schwer. Ein Job oder Kinder können diesen Verlust nicht kompensieren.
Die Beschreibung wie ein gemeinsames Interesse, diese Einsamkeit auflöst, wie dadurch neue Freundschaften entstehen und auch wie dadurch entstandene Wunden wieder heilen können, ist der Autorin sehr gut gelungen. Ohne Pathos mit Humor und Feingefühl lässt sie Menschen um uns herum entstehen, die trotz geäußerter Gemeinheiten mir sympathisch wurden und die anderen waren sowieso vom ersten Moment an liebenswert. Dazu kommt natürlich die Liebe zu Büchern und das einige meiner Lieblingsbücher in diesem Roman Einzug gehalten haben.
Ein besonderes Highlight für mich war das es in diesem Buch vor allem um eine platonische Liebe zu dem Buchclub ging und es keine romantische Liebe war.

Veröffentlicht am 08.04.2026

tolle Idee, aber leider nicht ganz rund

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Sloane Parker führt ein ruhiges, strukturiertes Leben als Bibliothekarin in einer Kleinstadt bis der schroffe Arthur McLachlan beginnt, ihren Alltag gehörig durcheinanderzubringen. Zwischen bissigen Wortgefechten ...

Sloane Parker führt ein ruhiges, strukturiertes Leben als Bibliothekarin in einer Kleinstadt bis der schroffe Arthur McLachlan beginnt, ihren Alltag gehörig durcheinanderzubringen. Zwischen bissigen Wortgefechten über Literatur entsteht eine ungewöhnliche Verbindung. Als Arthur plötzlich wegbleibt und sich herausstellt, dass es ihm schlecht geht, beschließt Sloane, ihm zu helfen – auch gegen seinen Widerstand. Aus dieser Entscheidung heraus entsteht ein kleiner Buchclub, der nach und nach immer mehr unterschiedliche Menschen zusammenführt. Jeder von ihnen bringt seine eigene Geschichte mit, und durch die gemeinsamen Bücher beginnen sie, sich selbst und einander besser zu verstehen.

Das Buch „Ein Buchclub zum Verlieben“ von Lucy Gilmore hat mich sofort mit seiner Grundidee abgeholt und auf gewisse Weise auch sehr berührt, aber leider nicht ganz so rund, wie ich es mir erhofft hatte.

Was mir sofort gefallen hat, war der Schreibstil. Lucy Gilmore schreibt angenehm leicht, sehr zugänglich und gleichzeitig mit einem gewissen Charme, der perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passt. Gerade die Dialoge – vor allem zwischen Arthur und den Beteiligten – sind oft witzig, pointiert und haben mich mehrfach schmunzeln lassen. Diese kleinen literarischen Schlagabtausche gehören für mich definitiv zu den Highlights des Buches. Gleichzeitig schafft die Autorin eine warme, fast schon gemütliche Atmosphäre, die dieses typische „Kleinstadt-Feeling“ transportiert. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst Teil dieses kleinen Kosmos zu sein.

Auch die Grundidee des Buchclubs fand ich richtig schön umgesetzt. Besonders mochte ich, wie die ausgewählten Bücher die Lebensrealitäten der Figuren widerspiegeln und ihnen dabei helfen, sich selbst besser zu verstehen. Diese Verbindung zwischen Literatur und persönlicher Entwicklung ist wirklich gelungen und hat dem Ganzen eine tiefere Ebene gegeben. Der Buchclub wirkt wie ein sicherer Raum, in dem sich die Figuren öffnen, wachsen und verändern können – dieses Found-Family-Gefühl fand ich richtig stark und emotional.

Und genau hier liegt auch eine der großen Stärken des Buches: die Charakterentwicklung. Jeder einzelne bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Probleme und Unsicherheiten mit. Im Laufe der Handlung entwickeln sich die Figuren weiter, arbeiten an sich selbst und finden – zumindest teilweise – ihren eigenen Weg.
Besonders Arthurs Entwicklung hat mir gut gefallen. Zu sehen, wie dieser mürrische, verschlossene Mann langsam auftaut, war wirklich schön und teilweise auch berührend.

Aber – und das ist leider ein großes Aber – genau diese Vielzahl an Figuren und Geschichten ist für mich gleichzeitig auch die größte Schwäche des Buches.
Ich hatte oft das Gefühl, dass einfach zu viele Handlungsstränge parallel erzählt werden. Zwar lernt man alle Figuren grundsätzlich kennen, aber vielen Geschichten fehlt es an Tiefe. Manche Entwicklungen wirken auf mich zu schnell, zu oberflächlich oder schlicht nicht ganz zu Ende gedacht. Es wird unglaublich viel angerissen, aber nicht alles bekommt den Raum, den es eigentlich gebraucht hätte. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus auf weniger Figuren gelegt wird, um deren Geschichten wirklich intensiv und rund erzählen zu können.

Durch diese Überfülle an Perspektiven hatte ich stellenweise auch Schwierigkeiten, emotional wirklich dranzubleiben. Ich mochte die Charaktere wirklich sehr, aber ich habe sie nicht so tief gefühlt, wie es möglich gewesen wäre. Immer wenn ich das Gefühl hatte, gerade eine Verbindung aufzubauen, sprang die Geschichte schon weiter zur nächsten Person oder zum nächsten Konflikt. Das hat es mir teilweise schwer gemacht, komplett einzutauchen.

Hinzu kommt, dass einige Handlungsstränge für mich etwas überstürzt abgeschlossen wurden oder sich nicht ganz stimmig angefühlt haben. Das Ende versucht zwar, für alle Figuren eine Lösung zu finden, aber nicht alles wirkt dabei wirklich rund. Manche Probleme werden sehr schnell abgehandelt, andere bleiben gefühlt ein Stück weit offen. Bei mir hat das ein leicht unvollendetes Gefühl hinterlassen.

Trotzdem möchte ich betonen, dass ich das Buch insgesamt gerne gelesen habe. Es hat viele schöne, warme Momente, eine tolle Grundidee und Figuren, die man ins Herz schließen kann – auch wenn ich mir gewünscht hätte, sie noch intensiver kennenzulernen. Besonders das Thema Gemeinschaft, Zusammenhalt und persönliches Wachstum wurde wirklich schön dargestellt.

Fazit

Für mich ist „Ein Buchclub zum Verlieben“ von Lucy Gilmore insgesamt ein Buch mit viel Herz und Potenzial, das aber nicht ganz ausschöpft, was möglich gewesen wäre. Es ist eine Geschichte, die mich auf eine leise, angenehme Weise begleitet hat – aber eben nicht ganz so tief berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

hab die erste Hälfte wirklich geliebt, dann wurde es etwas überfüllt

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„Hätte ich gewusst, dass sich mein Haus in den Schauplatz eines Jojo-Moyes-Roman verwandelt, hätte ich mich gleich ins Pflegeheim stecken lassen.“
Seite 290

Sloane ist Bibliothekarin und jeden Tag wartet ...

„Hätte ich gewusst, dass sich mein Haus in den Schauplatz eines Jojo-Moyes-Roman verwandelt, hätte ich mich gleich ins Pflegeheim stecken lassen.“
Seite 290

Sloane ist Bibliothekarin und jeden Tag wartet sie darauf, dass der mürrische Arthur McLachlan zur Tür hereinkommt, um sich mit ihm einen Schlagabtausch zu liefern. Doch dann taucht Arthur an einem Morgen nicht auf und auch an den darauf folgenden nicht. Sloane macht sich Sorgen – und sie macht sich auf die Suche.

„Übrigens, wenn Ihr Großvater mit dem Garderobenständer wirft, weichen Sie einfach aus, aber die Vase ist ein Erbstück. Die sollten Sie lieber auffangen.“
Seite 152

Ich hab mich direkt in den ersten Kapiteln in die Geschichte geliebt ♥Ich mochte Sloane, ich mochte das Setting und den Schreibstil. Sloane ist eine ruhige Person, ein bisschen schrullig, sie freut sich jeden Tag darauf, sich mit einem alten Mann zu streiten und wenn sie mit ihrem Verlobten zusammen ist, fehlt definitiv der gewisse Funke.
Arthur ist nicht grumpy, er ist durch und durch grimmig, mit Tendenz zu schlichtweg gemein. Aber er wird Sloane nicht los, so sehr er sich auch bemüht. Nach und nach sammelt sich eine bunte Gruppe an Figuren, von denen jeder so sein Päckchen zu tragen hat und schließlich entsteht ein Buchclub.

Das Buch wird nicht nur von Sloane erzählt, auch Arthur, Maisey die Nachbarin und noch mehr Figuren bekommen ihre eigene Perspektive. Mir persönlich, war das in der Hinsicht zu viel, dass die Schicksale angerissen, aber nicht so richtig zuende erzählt wurden. Es fehlte etwas an Tiefe. Vielleicht hätten drei Perspektiven einfach ausgereicht.

„Ihre Lebensgeschichte-“
„Ist das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt ist. Aber ich habe sonst keine, daher behalte ich sie.“
Seite 138

Die erste Hälfte des Buches fand ich durchweg großartig und bin nur so durch die Seiten geflogen ♥ Danach hat es mich leider etwas verloren, es war etwas überfüllt an Schicksalen, ohne dass wirklich Tiefe zustande kam. Ein paar Dinge wirkten nicht bis zum Ende gedacht. Das Ende selber war wieder sehr schön ♥ Das Buch reicht nicht an das Debüt der Autorin heran, ist aber auf jeden Fall lesenswert =)

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Weit von RomCom, Small-Town-Charme und Feel-Good entfernt

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„Ein Buchclub zum Verlieben“ wird als warmherziger Feel-Good-Roman angepriesen, aber hinter dem Cover versteckt sich davon ebenso wenig wie der versprochene Smalltown-Charm. Ehrlich – diese Geschichte ...

„Ein Buchclub zum Verlieben“ wird als warmherziger Feel-Good-Roman angepriesen, aber hinter dem Cover versteckt sich davon ebenso wenig wie der versprochene Smalltown-Charm. Ehrlich – diese Geschichte könnte in jeder Großstadt, jedem Dorf, jeder beliebigen Gemeinde spielen, denn abgesehen von Arthurs Haus erhält das Setting keine besondere Betrachtung.

Meiner Ansicht nach spiegelt auch der Klappentext nicht das wider, was uns Lucy Gilmore präsentiert. Zwar beginnt die Handlung mit Sloane und ihren Begegnungen mit Arthur McLachlan, doch die Bibliothekarin steht bis zum Schlussakt nur für diesen ersten Abschnitt im Vordergrund. Denn das plötzliche Fernbleiben des mürrischen, ruppigen Griesgrams zieht einen Rattenschwanz nach sich, der nicht nur zur Gründung eines kleinen Buchclubs – mit Treffpunkt in Arthurs staubigen Wänden – führt, sondern zu einigen Bekanntschaften, aus denen über die Wochen Freundschaften werden. Zusammenkünfte, die für jede/n nach und nach eine eigene Bedeutung erhalten.

Maisey ist die neugierige Nachbarin von gegenüber, die über alles, was vor ihrer Tür passiert, Bescheid weiß. Die Mittvierzigerin wird von der Angst vor dem Alleinsein geplagt, kämpft, wie ihre neue Freundin Sloane, mit etlichen Unsicherheiten und ist zugleich eine aufgeschlossene, fürsorgliche und manches Mal schräge Persönlichkeit, die dringend aufhören muss, sich stets und ständig kleinzuhalten und zurückzunehmen. Dass ihre Wochenhighlights jemals daraus bestünden, mit dem alten McLachlan über hochtrabende Literatur zu fachsimpeln, seine Unhöflichkeiten lächelnd zu erdulden und eine zusammengewürfelte Gruppe Fremder zu bekochen, ist selbst für die professionelle Wahrsagerin eine unerwartete Wendung ihres tristen, stets zurückgewiesenen Daseins.

Tha! Von wegen, seine Meinung würde Sloane in ihrem kleinen Club fehlen, nein, lediglich seine Erfahrungen als Krankenpfleger sind vonnöten. Ausgerechnet bei DEM Schrecken der Bibliothek. Aber trotzdem schätzt Mateo das Angebot, wird durch die Treffen frisch motiviert und inspiriert. Zum Verdruss von Lincoln, der weiß, wie unstet Mateo ist, wie schnell er das Interesse an Dingen, Jobs und Menschen verliert. Hauptsache nicht tun, was seine Mutter erfreut, wofür er bestimmt ist, sich gegen Druck und das Festlegen stemmen.

Tagelang hat er vor dem Haus seines Großvaters ausgeharrt, bis ihn Maisey regelrecht hineingezogen hat, in das Tohuwabohu von Arthurs Anwesen, in dem Melancholie und Wehmut genauso deutlich in der Luft liegen wie der Geruch unzähliger Klassiker. Greg wäre nicht hier, hätte er es seiner Mutter nicht versprochen, hätte das Krankenhaus nicht angerufen. Und trotz dass ihm der Alte ständig klarmacht, wie unerwünscht er ist, fühlt sich Greg nicht danach, zurückzugehen, in sein auf Eis gelegtes Leben.
Außerdem muss er unbedingt herausfinden, wieso diese drei Menschen freiwillig und ohne Bezahlung Zeit mit seinem unfreundlichen, gemeinen und viel zu ehrlichen Großvater verbringen.

Mittzwanzigerin Sloane liebt Geschichten, Struktur und hat eine sie erfüllende Anstellung in einer Bücherei. Zusätzlich wartet die junge Frau mit einem perfekten Verlobten samt dessen perfekter Familie auf. Dabei ist Sloane Parker tief im Herzen einsam. Unsicher. Noch immer in Trauer und ohne Rückhalt von ihren Eltern. Gerade Arthur McLachlan bringt ihre vermeintlich stabile Welt, ihre nie ganz fest gewordenen Überzeugungen, ihre Emotionen aus dem Gleichgewicht – in dem er mit seinen unverblümten, forschen und selten herzlichen Worten den Nagel auf den Kopf trifft und – ohne es zu wollen – vier Personen in sein Haus lässt, die einander genauso sehr brauchen wie Arthur die Gesellschaft des Buchclubs.

Auch Dreh- und Angelpunkt Arthur McLachlan erhält genauere Betrachtung und wenn er sich auch als klischeehafter Grumpy-Granddad gibt, so stecken in ihm so viele Gefühle. So viel Traurigkeit, Verbitterung – und plötzlich auch wieder Hoffnung und Lebenswille.

„Ein Buchclub zum Verlieben“ ist eine Geschichte über Einsamkeit, gebrochene Menschen, Ängste und Vergebung. Über die Konsequenzen und die Narben, die Verluste, Erwartungen und das Leben selbst hinterlassen. Und eine, in der neben dem sich neu auch das Zusammenfinden im Fokus steht. Aller Unterschiede und Fehler, aller schlechten Tage und Tränen, aller Differenzen zum Trotz.
Gilmore legt Wert auf eigensinnige, gar charakterlich wundersame, verlorene Menschen, was tatsächlich mehrfach für Situationskomik und Witz sorgt. Auch den Aufbau empfand ich theoretisch als passend, um die Mitglieder dieser Gemeinschaft kennenzulernen und vor allem: um sie zu verstehen. Ihren Ballast mit ihnen zu tragen.
Ungünstig: Sobald ein neuer Abschnitt beginnt, heißt, ein/e andere/r ProtagonistIn im Zentrum der Betrachtung steht, fallen vorherige Handlungsstränge inklusive aufgeworfener Konflikte und begonnener Ereignisse/Entscheidungen hinten runter. Leider ist der Plot auch nicht zur Gänze logisch, wirkt des Öfteren undurchsichtig verworren und nicht zu Ende gedacht, was wahrscheinlich vorrangig an dem »zu viel von allem« liegt. Die eine oder andere „Fügung/Figur/Erkenntnis“ wird plump und unrealistisch mitten hineinplatziert – was den Eindruck zur Folge hat, dass der Autorin plötzlich etwas (wieder) eingefallen ist.

Klingt jetzt erstmal nach keiner Empfehlung, oder? ABER – selbst wenn sich zusätzlich zu den erwähnten kritischen Punkten auch noch Fehler in den Text geschlichen haben und der Roman – mMn fälschlich – als Feel-Good | Wholesome vermarktet wird – ist der Kern dieser eher melancholischen, in großen Teilen schwermütigen Found-Family-Story doch ersichtlich und relevant. Stilistisch verfolgen wir das nachdenklich stimmende Geschehen in einem schnörkellosen, einfachen Ton. Die Fragen nach Gemeinsamkeiten, Verknüpfungen und Hintergründen sowie die Identifikationsmöglichkeiten mit den einzelnen Schicksalen machen es leicht, interessiert zu bleiben.

Gespickt mit der Liebe zum geschriebenen Wort, mit Nostalgie und Zuversicht ist dieser Roman nicht nur den einsamen Herzen gewidmet. Sondern allen Menschen. Denn niemand weiß wirklich, was der andere fühlt. Nicht, bis wir hinsehen. Uns die Zeit nehmen, um zuzuhören.

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