Cover-Bild Portugiesisches Schicksal

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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Detektive
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 08.03.2021
  • ISBN: 9783453424548
Luis Sellano

Portugiesisches Schicksal

Ein Lissabon-Krimi
Wer nach Lissabon kommt, sollte unbedingt im Pôr do sol zu Abend essen. Die Küche ist hervorragend, und die Terrasse bietet einen traumhaften Blick auf die Altstadt und den Hafen. Womöglich ist es aber auch nicht ganz ungefährlich dort. Es heißt, dass mehrere Gäste nach dem Verzehr der portugiesischen Köstlichkeiten plötzlich verstorben sind. Der ehemalige Polizist Henrik Falkner beschließt, den Gerüchten auf den Grund zu gehen. Als Kellner mischt er sich unter die Belegschaft, um herauszufinden, wer von seinen neuen Kollegen möglicherweise ein Mörder ist …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2021

Was ist los im Pôr do sol?

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Was ist los im Pôr do sol? Eigentlich sollte dort jeder, der Lissabon besucht, einmal gespeist haben - das allein macht schon misstrauisch. Und in der Tat verkehren dort viele Touristen, aber nicht nur ...

Was ist los im Pôr do sol? Eigentlich sollte dort jeder, der Lissabon besucht, einmal gespeist haben - das allein macht schon misstrauisch. Und in der Tat verkehren dort viele Touristen, aber nicht nur - auch Einheimische besuchen es gern. Dabei gehen Gerüchte um, die so gar nicht einladend sind: nach dem Essen dort sollen mehrere Gäste gestorben sein.

Henrik Falkner findet dazu sogar einen Vermerk in den Unterlagen seines verstorbenen Onkels - das lässt ihn hellhörig werden, denn Onkel Martin hat sich bei seinen Nachforschungen nie mit Belanglosigkeiten aufgehalten.

Er schleust sich also als Kellner ein - und merkt schnell, warum es so einfach ist, dort einen Job zu bekommen. Für einen Hungerlohn schuftet man sich tot (naja, jedenfalls beinahe) und es herrscht ein ganz schön strenges Regime. Zudem scheinen einige Mitarbeiter wie auch der Patron selbst nicht ganz koscher zu sein. Irgendwelche kriminellen Aktivitäten tragen sich dort zu, dessen ist sich Henrik sich sicher. Nur welche?

Ein Krimi mit ordentlich Lissaboner Lokalkolorit, den man nur lesen sollte, wenn man nicht gerade viel Hunger hat - denn er ist nach der Wochenkarte des Pôr do sol gegliedert und auch sonst kommt viel Eßbares drin vor - aber mindestens ebenso viel Kriminelles. Auch an Humor mangelt es nicht und so ist dieser Krimi sehr geeignet als Urlaubslektüre für Portugal! Ich habe ihn aber auch sehr gern auf der heimischen Couch gelesen - so eine kleine Reise lesenderweise ist doch immer mal nett!

Veröffentlicht am 28.03.2021

Abgründe

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Eigentlich noch voll und ganz mit den Nachwirkungen des Feuers, das vor einigen Monaten im Antiquariat wütete, beschäftigt, stößt Henrik Falkner plötzlich auf Quittungen eines Nobelrestaurants, in dem ...

Eigentlich noch voll und ganz mit den Nachwirkungen des Feuers, das vor einigen Monaten im Antiquariat wütete, beschäftigt, stößt Henrik Falkner plötzlich auf Quittungen eines Nobelrestaurants, in dem er seinen verstorbenen Onkel niemals vermutet hätte. Wie so häufig einem Bauchgefühl folgend, setzt er sich in Bewegung und ehe er sich versieht, gehört Henrik zur Belegschaft. Aber gibt es dort tatsächlich ein Geheimnis zu ergründen?

Der vorliegende sechste Band der Reihe spielt zwar einige Monate nach den Ereignissen des direkten Vorgängers, geht aber zunächst auf den ein oder anderen Aspekt noch einmal kurz ein, um eine gewisse Einordnung vorzunehmen. Das allerdings ist hauptsächlich für Leser interessant und verständlich, die auch ‘Portugiesische Wahrheit’ verfolgt haben. Für alle anderen sind die Zusammenhänge nicht unbedingt nachvollziehbar.

Da jedoch jeder Band einen eigenständigen Fall beinhaltet, der unabhängig lesbar ist, sollte man sich wohl am besten darauf konzentrieren. Denn der Autor zeigt gekonnt, was sich aus zunächst unscheinbar wirkenden Belegen alles entwickeln kann. Vermutlich ahnt nicht einmal Henrik Falkner, welches Ausmaß das Geschehen annehmen wird. Als er dies zu realisieren beginnt, ist aus der zunächst nicht so recht in Schwung kommen wollenden Ermittlung längst ein Selbstläufer geworden.

Plötzlich geht es temporeich, ab und an vielleicht auch ein wenig unüberlegt, zu und nicht nur der Leser muss sich sputen, um nicht abgehängt zu werden. Wird es schlussendlich ausschließlich um Schadensbegrenzung gehen oder ist ein konkreter Ermittlungserfolg möglich? Diese Frage drängt sich immer wieder an die Oberfläche, je tiefer man in die dargestellte Materie eintaucht. Niemals hätte man erwartet in solche Abgründe einzutauchen und auf derartige Figuren zu treffen. Jedwede Charakterisierung würde entweder bereits zu viel vorwegnehmen oder dem Grauen nicht gerecht werden.

Man darf keinesfalls den Fehler begehen die Lektüre zu unterschätzen. Womöglich belächelt man zu Beginn sogar noch die ein oder andere Begebenheit, im weiteren Verlauf aber tritt die anfängliche Leichtigkeit immer mehr in den Hintergrund. Die zutage geförderte Thematik wiegt zu schwer als dass sie von einem Schmunzeln begleitet werden könnte.