Cover-Bild Wie wir Menschen wurden

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 11.11.2019
  • ISBN: 9783453207189
Madelaine Böhme, Rüdiger Braun, Florian Breier

Wie wir Menschen wurden

Eine kriminalistische Spurensuche nach den Ursprüngen der Menschheit - Spektakuläre Funde im Alpenraum
Nadine Gibler (Illustrator)

Spektakuläre Funde werfen ein neues Licht auf die Geschichte der menschlichen Evolution

Die Wiege der Menschheit liegt in Afrika – das galt lange als unumstößliche Erkenntnis. Doch in den vergangenen Jahren tauchten immer mehr Knochenfunde auf, die zeitlich und räumlich nicht ins Bild passen: Forscher entdeckten in Europa zahlreiche Fossilien von frühen Vorfahren heutiger Menschenaffen, aus denen später die menschliche Evolutionslinie hervorging.
Aus bekannten und völlig neuen Puzzleteilen rekonstruiert die renommierte Paläontologin Madelaine Böhme ein hochaktuelles Bild der Menschwerdung, das mit vielen gängigen Vorstellungen bricht. Sie beschreibt die Wendepunkte der Forschung und lässt die faszinierende Welt unserer frühesten Vorfahren lebendig werden. Ein packender Wissenschaftskrimi!

Ausstattung: mit Farbbildern und Illus im Text

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2020

Neue Perspektive auf die Entstehung des Menschen

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Jahrzehntelang schien die sogenannte „Out of Africa“-Theorie, wonach sich die wesentlichen Schritte hin zur Entstehung des modernen Menschen alle in Afrika zugetragen haben, die unumstrittene Lehrmeinung ...

Jahrzehntelang schien die sogenannte „Out of Africa“-Theorie, wonach sich die wesentlichen Schritte hin zur Entstehung des modernen Menschen alle in Afrika zugetragen haben, die unumstrittene Lehrmeinung der Paläoanthropologie zu sein.
In der letzten Zeit wird diese jedoch mehr und mehr in Frage gestellt – nicht zuletzt durch neue und wiederentdeckte Funde aus Europa und Asien.

Madelaine Böhme war an einigen dieser Entdeckungen selbst beteiligt. Sie schildert hier den aktuellen Forschungsstand und lässt auch persönliche Erlebnisse miteinfließen. So entsteht eine spannende Reise durch die letzten Jahrmillionen, wo eine verwirrende Vielfalt an Vor- und Frühmenschenarten mit sich ständig wandelnden Umweltbedingungen zurechtkommen musste. Dabei begegnen uns unter anderem Eiszeiten, Savannen in Deutschland und ein ausgetrocknetes Mittelmeer und es zeigt sich, wie stark der Zusammenhang und wechselseitige Austausch zwischen Afrika und Eurasien waren.
Einige Kapitel greifen jeweils ein spezielles Merkmal des Menschen heraus (zum Beispiel seine Eignung als Dauerläufer, die Zähmung des Feuers oder die Entstehung von Sprache und Schrift) und spüren dessen Herkunft nach. Auch hier warten einige überraschende Gedanken, etwa, dass nicht so sehr die höhere Eiweiß-, sondern eher die höhere Stärkezufuhr durch die Nahrung das Gehirnwachstum stimulierte.

Die Ausführungen sind allgemeinverständlich gehalten und in einem flotten Stil verfasst. Zahlreiche farbige Bilder und Grafiken veranschaulichen den Inhalt.
Positiv aufgefallen ist mir weiters, dass die „Ghostwriter“ hier ebenfalls am Cover aufscheinen.
Schade nur, dass es kein Stichwortverzeichnis gibt. Gerade bei einem Buch, das mit so vielen interessanten Fakten vollgestopft ist, wäre dies hilfreich.

Alles in allem ist dieses Werk auf jeden Fall empfehlenswert. Es hat natürlich nicht auf alle Fragen eine Antwort und einigen Aussagen würde von anderen Wissenschaftlern wohl widersprochen werden. Gerade das macht aber einen Teil seines Reizes aus. Man ist hier an der Front der aktuellen Forschung und ich bin gespannt, was die nächsten Jahre noch für Erkenntnisse bereithalten werden.

Veröffentlicht am 21.11.2019

Wissenswert und spannend

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Prof. Dr. Madelaine Böhme, Geowissenschaftlerin und Paläontologin, ist seit Ende 2009 Professorin für terrestrische Paläoklimatologie an der Universität Tübingen und Gründungsdirektorin des Senckenberg ...

Prof. Dr. Madelaine Böhme, Geowissenschaftlerin und Paläontologin, ist seit Ende 2009 Professorin für terrestrische Paläoklimatologie an der Universität Tübingen und Gründungsdirektorin des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP Tübingen). Sie zählt zu den profiliertesten Paläo-Klimatologen und Paläo-Umweltforschern und betrachtet die menschliche Evolution auch im Hinblick auf die Veränderungen des Klimas und der Umwelt.
2017 untersuchte Böhme zusammen mit einem Forscherteam einen in Griechenland gefundenen Unterkiefer und einen Zahn aus Bulgarien, die dem Vormenschen Graecopithecus freybergi zugeschrieben werden.
Ihre (und die anderer) Erfahrungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen beschreibt sie auf spannende und informative Weise in Wie wir Menschen wurden. Professor Böhme und ihre (journalistischen Co-Autoren) unternehmen mit dem Leser eine Reise durch Zeit und Raum. Dabei erfährt man neben fundierten, auf Ausgrabungen basierenden Fakten auch ungeklärte Kriminalfälle der Paläontologie. Auch wenn der wissenschaftliche Apekt nie vernachlässigt wird und man mit Bezeichnungen wie Graecopithecus, Sahelanthropus, Dryopithecus schon fast erschlagen wird, findet auch der Laie Zugang zu dieser interessanten Forschungsbereich. Eine Antwort auf die Frage wie wir Menschen wurden bekommen wir nicht, aber zumindest werden einem die potentiellen Vorfahren der eigenen Art näher gebracht.
Eine kriminalistische Spurensuche nach den Ursprüngen der Menschheit ist tatsächlich spannend. Und beendet ist die Frage unseres Ursprungs immer noch nicht. Und durch neue Funde erfahren wir zum einen mehr, aber neue Fragen warten ebenfalls auf eine Antort.
Ist Afrika wirklich die Wiege der Menschheit?
Und welche Verwandten des Homo sapiens warten noch auf ihre Entdeckung?

Wer mehr über die Herkunft der Menschen wissen will wird mit diesem Buch seine Freude haben.