Cover-Bild Der Ozean so wild und weit
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Luchterhand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 10.06.2026
  • ISBN: 9783630877914
Malachy Tallack

Der Ozean so wild und weit

Roman
Klaus Berr (Übersetzer), Cornelius Reiber (Übersetzer)

Für Leser*innen von Benjamin Myers: ein Roman über die unermessliche Kraft des Meeres und der Freundschaft

1957: Sonny verdient sich seinen Lebensunterhalt auf einem Walfangschiff im Südatlantik. Der Alltag auf dem Ozean ist rau, er lehrt ihn die Zerbrechlichkeit des Daseins. Als er schließlich in seine Heimat zurückkehrt, auf die Shetlandinseln, um sich mit seiner Frau Kathleen und seinem Sohn Jack eine Existenz aufzubauen, liegt das schwere Erbe seiner Zeit auf See wie ein Schatten über der Familie.

Viele Jahrzehnte später lebt Jack nach dem tragischen Tod seiner Eltern ein zurückgezogenes Leben im alten Cottage der Familie. Jack ist wie die karge Landschaft um ihn herum: stoisch und schweigsam, immer schon da. All seine Gefühle wandern in die Country-Songs, die er selbst schreibt und die er in einem anderen Leben auf der Bühne gesungen hätte. Bis eines Tages eine geheimnisvolle Schachtel vor seiner Tür liegt und eine Freundschaft mit der jungen Nachbarstochter beginnt, die Jack eine neue Perspektive auf seinen Platz in der Welt eröffnet.

Malachy Tallack hat einen unvergesslichen Roman geschrieben, der voller kleiner Augenblicke ist und voller großer Momente: ein Buch über die lebensverändernde Kraft der Freundschaft und der Musik.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2026

Ein stiller Roman über die Menschen, die uns prägen - und die Dinge, die uns tragen

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Malachy Tallack erzählt mit Der Ozean so wild und weit keinen Roman, der laut werden muss, um zu berühren. Stattdessen entfaltet sich Seite für Seite eine stille, fast schwebende Atmosphäre, die lange ...

Malachy Tallack erzählt mit Der Ozean so wild und weit keinen Roman, der laut werden muss, um zu berühren. Stattdessen entfaltet sich Seite für Seite eine stille, fast schwebende Atmosphäre, die lange nachhallt.

Zu Beginn begegnen wir Jack als erwachsenem Mann, der zurückgezogen im Elternhaus auf den Shetlandinseln lebt. Nicht aus Resignation oder Verbitterung, sondern weil dieses Leben für ihn auf eine leise Weise stimmig geworden ist. Er wirkt nicht einsam, sondern wie jemand, der gelernt hat, mit dem Alleinsein zu leben. Vieles von dem, was ihm im Leben vielleicht gefehlt hat, findet er in der Musik. Sie wird für ihn zu Erinnerung, Trost, Verbindung und einer Sprache für all das, was sich kaum aussprechen lässt.

Als eines Tages ein kleines schwarzes Kätzchen vor seiner Tür auftaucht und Jack es zunächst eher aus Pragmatismus aufnimmt, verändert sich sein Alltag beinahe unmerklich. Gerade diese leisen Veränderungen machen den Roman so besonders. Ohne große Gesten zeigt Tallack, wie die bloße Anwesenheit eines Tieres Nähe schenken und einem Menschen neue Perspektiven eröffnen kann.

Parallel entfaltet sich die Geschichte von Jacks Eltern Sonny und Kathleen. Wir begleiten Sonny zunächst als Walfänger und erleben später die Anfänge ihrer gemeinsamen Familie. Dadurch wird schnell deutlich, dass dieser Roman weit mehr erzählt als eine einzelne Lebensgeschichte. Es geht um Herkunft, um Entscheidungen, um Fehler und ihre Folgen – und darum, wie vergangene Generationen in einem Menschen weiterleben.

Besonders gelungen sind die eingestreuten handschriftlichen Songtexte Jacks, die dem Roman zusätzliche Nähe verleihen. Countrymusik durchzieht die gesamte Geschichte wie ein roter Faden. Wer die erwähnten Künstler und Lieder kennt, entdeckt darin sicherlich eine weitere Ebene. Doch auch ohne diesen Bezug entfaltet die Musik ihre Wirkung und wird zu einem stillen Ausdruck von Sehnsucht und Identität.

Jack selbst ist eine Figur, die sofort Interesse weckt. Nach außen wirkt er manchmal verschlossen und eigenwillig, gleichzeitig trägt er von Beginn an eine große Liebenswürdigkeit in sich. Gerade dieser Widerspruch macht ihn so glaubwürdig.

Am meisten berührt hat mich jedoch das Gefühl, das der Roman immer wieder einfängt: nicht wirklich einsam zu sein und sich dennoch mit einer tiefen Form des Alleinseins arrangiert zu haben. Dieses Spannungsfeld beschreibt Tallack mit großer Feinfühligkeit. Es ist ein Buch über das Menschsein, über Beziehungen, über verpasste Möglichkeiten und darüber, wie Musik oder ein Tier manchmal genau das schenken können, was Worte nicht vermögen.

Auch sprachlich überzeugt der Roman vollkommen. Die Sprache ist ruhig, klar und zugleich außergewöhnlich atmosphärisch. Gerade weil sie nie aufdringlich wird, entfaltet sie ihre größte Kraft.

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Veröffentlicht am 12.07.2026

Der ewige Traum

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Malachy Tallack stellt in seinem Roman ‘Der Ozean so wild und weit‘ einen im Umgang mit seinen Mitmenschen äußerst unsicheren und scheuen Mann in den Mittelpunkt. Jack ist zweiundsechzig Jahre alt und ...

Malachy Tallack stellt in seinem Roman ‘Der Ozean so wild und weit‘ einen im Umgang mit seinen Mitmenschen äußerst unsicheren und scheuen Mann in den Mittelpunkt. Jack ist zweiundsechzig Jahre alt und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf den Shetland-Inseln, im Haus des Onkels seiner Mutter. Tom, jener Onkel, verstand es, den jungen Jack so zu nehmen, wie er eben war und gab ihm damit eine gewisse Sicherheit, die ihm sein Vater durch seine Stränge und Härte nicht vermitteln konnte.
Jack liebte die Country-Musik. Hier konnte er mit seinen lyrischen Texten und Melodien in eine Traumwelt eintauchen. Nichts wünschte er sich sehnlicher als auf der Bühne zu stehen, um dort seine Lieder zu singen. Dafür reiste er nach Glasgow auf der Suche nach Gleichgesinnten. Doch der plötzliche Tod seiner Eltern holte ihn sehr schnell auf den Boden der Tatsachen und in die Heimat zurück. Nie wieder brachte er die Energie auf, auszubrechen aus der gewohnten, vertrauten Umgebung, um sich zu verwirklichen. Er trennte sich schließlich von Besitz, den er nicht beherrschen konnte und ging zum Broterwerb nur einfachen Tätigkeiten nach. Jack lebte genügsam, achtete auf Ordnung im Haushalt und auf seinem Grundstück, blieb seiner Musik stets treu. Damit begleitete sein Alleinsein niemals das Gefühl von Einsamkeit, bis eines Tages ein Kätzchen und die kleine Vaila seinen Alltag neu belebten.
Es ist eine bewegende Geschichte, die von einer melancholischen Grundstimmung getragen wird. Die Naturbeschreibungen einer rauen Küstengegend gepaart mit charakterlichen Besonderheiten hält die Spannung auf einem stets hohen Niveau, drängt nach dem interessierten Wissen um den weiteren Verlauf der Geschichte, die durch ihre Tiefgründigkeit besticht und damit zum wahren Lesevergnügen wird.

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