Cover-Bild Eine eigene Zukunft

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20,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 31.03.2019
  • ISBN: 9783458762263
María Dueñas

Eine eigene Zukunft

1936 holt der Vater die drei Töchter nach, aus der andalusischen Provinz mitten hinein in die Hauptstadt der Welt: New York. Hier sollen sie im Restaurant helfen. Doch als der Vater stirbt und das Geld kaum zum Überleben reicht, wissen sich Victoria, Mona und Luz nicht anders zu helfen: Sie verwandeln das väterliche Lokal in ihren eigenen Nachtklub … María Dueñas hat einen ergreifenden Schwesternroman geschrieben. Ein Buch über drei starke Frauen, die sich einen Platz in der Fremde erkämpfen, über Familienbande und den Glanz der ersten großen Gefühle.

Zu Beginn ist New York eine einzige Überwältigung. Doch als der Vater bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, wird die Stadt für die Schwestern schnell zur Bedrohung. Wie sollen sie für sich und ihre lebensuntüchtige Mutter aufkommen? Victoria, Mona und Luz verzagen nicht, die jungen Frauen haben eine Idee: Warum verwandeln wir das Restaurant nicht in einen Nachtklub, in einen Ort für die vielen spanischen Migranten, mit Gesang, Tanz und Unterhaltung? Gemeinsam begeben sie sich auf ein verwegenes Abenteuer in den Häuserschluchten Manhattans. Sie begegnen der Liebe, verfallen der Leidenschaft für die Musik und kosten den süßen Geschmack der Unabhängigkeit zum allerersten Mal …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2019

Drei Schwestern halten zusammen

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Inhalt: Der Spanische Einwanderer Emilio Arenas hat sich bereits in diversen Berufen versucht bevor er 1936 in New York sein Restaurant eröffnet. Jetzt kann er seine Familie aus Andalusien in die USA nachholen. ...

Inhalt: Der Spanische Einwanderer Emilio Arenas hat sich bereits in diversen Berufen versucht bevor er 1936 in New York sein Restaurant eröffnet. Jetzt kann er seine Familie aus Andalusien in die USA nachholen. Das sind Remedios, seine Frau und die drei Töchter Victoria, Mona und Luz.
Kurz nach deren Ankunft in Nee York kommt der Vater bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben. Die Mutter und Töchter bleiben mittellos ohne Geld und ohne die Sprache sprechen zu können zurück. Doch dann nehmen Victoria, Mona und Luz ihr Schicksal schliesslich selbst in die Hand.
Sie beschließen, das Restaurant in einen Nachtclub zu verändern.
Mit der Zeit wachsen die drei ungleichen Schwester an und mit ihren Aufgaben und jede schafft es, sich eine Zukunft in der neuen Heimat aufzubauen.
Mein Fazit: Ein gelungener Frauenroman um drei mutige Schwestern, die dem Schicksal trotzen und Stärke beweisen. Ein Roman über den Zusammenhalt in der Familie, aber auch innerhalb der spanischen Gemeinde im fremden New York.
Der Schreibstil der Autorin Maria Duenas gefällt mir sehr gut. Der Anfang hat mich mitgerissen und war ungeheuer spannend, dann gab es einige Längen, denn die Autorin hat eine sehr ausführliche Erzählweise. Ab und an hätte man etwas kürzen können.
Ich habe das Buch gerne gelesen und empfehle es weiter.

Veröffentlicht am 27.05.2019

New Life in New York

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Emilio Arenas aus Malaga hält es nie lange bei seiner Familie in Andalusien. Immer wieder zieht es ihn hinaus in die Welt, immer kehrt er wieder, ist kurze Zeit Teil der Familie, zeugt ein Kind, um dann ...

Emilio Arenas aus Malaga hält es nie lange bei seiner Familie in Andalusien. Immer wieder zieht es ihn hinaus in die Welt, immer kehrt er wieder, ist kurze Zeit Teil der Familie, zeugt ein Kind, um dann wieder an der Pier zu stehen, auf in den nächsten weit entfernten Winkel der Welt. Zurück bleiben seine Frau Remedios und irgendwann drei Töchter.
Auf sich alleine gestellt, aber Teil der spanischen weiblichen Gemeinschaft aus Müttern und Schwiegermüttern, Nachbarinnen und Cousinen. Anfang der 1930er Jahre fasst er schließlich in New York Fuß, die spanische Gemeinde rund um die Cherry Street in Midtown Manhattan wird tatsächlich so etwas wie ein Zuhause. 1936 bucht er Schiffspassagen für seine Frau und seine drei mittlerweile fast erwachsenen Töchter Victoria, Mona und Luz. Er übernimmt ein einfaches spanisches Lokal, „El capitan“, das Grundlage für das zukünftige Leben der Familie sein soll. Seine drei Töchter sind alles andere als begeistert von dem neuen Leben in Amerika, Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder zurück in die spanische Heimat zu reisen, insbesondere als Emilio einem Unfall zum Opfer fällt.
Doch dann kommt alles anders: plötzlich sind sie Teil eines Schadensersatzverfahrens bedingt durch den Tod des Vaters, das ihnen plötzlich große finanzielle Möglichkeiten verspricht. Doch wollen sich dubiose Anwälte ihre unglückliche Lage zu Nutze machen. Außerdem müssen die drei überlegen, wie sie künftig für den Unterhalt sorgen. Einerseits wollen sie nicht Fuß fassen in der neuen Welt, andererseits sind sie gezwungen, ihr Leben in die Hand zu nehmen, und plötzlich entstehen Träume und Wünsche, Pläne und Verbindungen. So stark der familiäre Zusammenhalt der drei Schwestern ist, so unterschiedlich sind sie in ihren Charakterausprägungen. Mona, die mittlere ist eindeutig die überlegteste, analytischste der drei, sie entwickelt quasi den Businessplan für den neuen „capitan“ : für die Töchter des Kapitäns „Las hijas de capitan“ wie das neue Lokal heißen soll, ein Nachtklub mit Gesang und Tanz, Flamenco und coplas. Luz lebt für die Musik, das Schauspiel und es dauert nicht lange, bis andere auf ihr Talent aufmerksam werden, ihr vieles versprechen, doch wenig für sie tun. Victoria ist mir immer ein wenig passiv vorgekommen. Sie fügt sich, sie hilft, steht auch meist der Mutter zur Seite – und geht schließlich den ersten Schritt der drei, in dem sie eine Ehe eingeht. Das ist das Ziel der Mutter für alle drei: möglichst schnell einen Mann finden, ebenfalls Spanier und dann zurück nach Andalusien. Die Idee, einen Nachtklub aus dem capitan zu machen, für sie ein Ding der Unmöglichkeit. Doch mit der Zeit bemerken die Töchter das auch irgendwann, dass sie ihre „eigene Zukunft“ bauen müssen und die scheint dann doch in Amerika zu liegen, an der Seite selbst gewählter Männer und selbst gewählter beruflicher Zukunften.

Maria Duenas hat einfach ein Händchen – oder ein Herzchen? – für wundervolle Figuren, starke Persönlichkeiten und ein Gespür für Familien – und Gesellschaftsstrukturen. Ein bisschen Sozialgeschichte, ein bisschen Politik, so wie im richtigen Leben greift alles ineinander. Umfeld und Umwelt sind untrennbar mit dem Denken und Handeln der Protagonisten verknüpft. Wie schon in ihrem Roman „Wenn ich jetzt nicht gehe“ fallen insbesondere wieder die unglaublich guten Schilderungen von Orten, Atmosphäre und Menschen auf. Man erlebt das quirlige Manhattan, die spanischen Nachbarn, die aufeinander einbrüllenden Schwestern, die zänkische Dona Maxima und die verliebten, gut angezogenen männlichen Nebencharaktere so hautnah, als sähe man sie auf einer Leinwand vor sich. Dadurch entsteht für mich ein unheimlich großer Lesegenuss, der auch dieses Mal wieder aufgefangen wird von einer wirklich ebenso spannenden Handlung, denn die Schwestern erleben so einiges, bevor klar ist, das sie in Amerika wirklich angekommen sind, wie und mit wem sie ihr Leben fortan bestreiten werden.

Fazit: Maria Duenas ist eine große Erzählerin. Ich hoffe sie findet noch viele zeitgenössische oder historische Schauplätze für ihre Ideen. Auch hier erzählt sie eine einfach runde, lesenswerte Geschichte. Ohne Kitsch, ohne langwierige Verstrickungen – aus dem Leben.