Cover-Bild Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 704
  • Ersterscheinung: 15.04.2019
  • ISBN: 9783442205554
Marie Lacrosse

Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

Das Weingut 2 - Roman
Die Ehe zwischen dem Dienstmädchen Irene und dem reichen Erben Franz sollte eine Liebesheirat sein. Doch nach einer ungeheuerlichen Enthüllung von Franz' Vater verlässt die schwangere Irene ihren geliebten Bräutigam ohne ein Wort. Einsam bringt sie ihren kleinen Sohn zur Welt und tritt eine Stelle als Textilarbeiterin in einer Fabrik an. Die Bedingungen dort sind grausam, und Irene muss bis zur Erschöpfung arbeiten. Aber dann lernt sie den charismatischen Arbeiterführer Josef kennen, der ihr Kraft und Geborgenheit gibt. Obwohl sie Franz noch immer liebt, beginnt sie eine Beziehung mit ihm. Aber kann Irene den Verlust von Franz wirklich überwinden?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2019

Furiose Fortsetzung auf dem Weingut Gerban

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1870er Jahre. Zwischen die Liebe von Franz und Irene sollte mit Freude erfüllt sein, die in eine baldige Ehe mündet. Doch dann zerbricht Franz’ Vater mit seinen Äußerungen das junge Glück. Irene sieht ...

1870er Jahre. Zwischen die Liebe von Franz und Irene sollte mit Freude erfüllt sein, die in eine baldige Ehe mündet. Doch dann zerbricht Franz’ Vater mit seinen Äußerungen das junge Glück. Irene sieht keinen anderen Ausweg und verlässt, obwohl schwanger, Franz und Altenstadt, um ihren Sohn allein zur Welt zu bringen und einer Arbeit in einer Textilfabrik nachzugehen, um das Auskommen zu sichern. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen hart, und Irene stößt schon bald an ihre Grenzen. Mit der Bekanntschaft des Arbeiterführers Josef Hartmann bessert sich die Lage für Irene, denn sie ist nicht mehr allein und genießt es, eine Schulter zum Anlehnen zu haben. Doch ihre Gedanken sind noch viel zu oft bei ihrer großen Liebe Franz. Gibt es doch noch ein Zurück?

Marie Lacrosse hat mit “Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben” den fulminanten zweiten Teil der elsässischen Familiensaga vorgelegt, der nahtlos an Band 1 anschließt und genauso mit Spannung, exzellenter historischer Hintergrundrecherche und einer tollen Fortführung der Geschichte zu faszinieren weiß. Mit ihrem eindringlichen, fesselnden und gefühlvollen Erzählstil zieht die Autorin den Leser sofort in ihren Bann, alles ist so plastisch und bildgewaltig beschrieben, dass man es vor dem inneren Auge regelrecht vor sich sehen kann und mit den ersten Zeilen bereits wieder auf das Weingut der Familie Gerban einzieht, um die weiteren Entwicklungen der bereits liebgewonnenen Protagonisten dort hautnah zu mitzuverfolgen und sich selbst als Teil der Familie zu fühlen. Geschickt eingestreute Rückblenden frischen dabei das Gedächtnis auf in Bezug auf die einzelnen Handlungen. Die Autorin lässt den Leser aber nicht nur am Leben der Weingutbewohner teilhaben, sondern gibt auch einen wunderbaren und tiefen Einblick in das damalige gesellschaftliche Leben, harte Arbeitsbedingungen, die politischen Geschehnisse sowie die Auflehnung der ärmeren Bevölkerung für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Geschichte ist wunderbar abwechslungsreich durch immer wieder geschickt gelegte Wendungen, so dass der Leser zum Miträtseln regelrecht animiert wird, wie es wohl alles ausgehen wird und dabei gleichzeitig eine Gefühlsachterbahn erlebt, wie man sie nicht oft in Büchern findet.

Die Charaktere sind liebevoll mit Leben versehen, die Entwicklungen der einzelnen Hauptprotagonisten sind so glaubhaft und realitätsnah, dass der Leser sich gut in sie hineinversetzen und mit ihren fiebern kann. Franz steht vor seinem 21. Geburtstag und wird dann über den Erbteil seiner Mutter verfügen können. Er ist ein fleißiger junger Mann, der schon genaue Vorstellungen von seiner Arbeit auf dem Weingut hat und zupacken kann, doch alles ist nur halb so viel wert ohne seine geliebte Irene. Irene ist eine stolze und konsequente Frau, deren Herz schwer verwundet ist und die durch harte Arbeit und Zupacken versucht, ihre Unglück zu vergessen und all ihre Liebe ihrem kleinen Sohn zuteil werden zu lassen. Pauline ist ein bedauernswertes Geschöpf, dass wehrlos der Willkür von Ärzten ausgesetzt und ein Entkommen regelrecht unmöglich ist. Franz Vater ist ein schrecklicher Mann, der mit seinem Reden und Tun das Glück seines Sohnes zerstört. Josef Hartmann ist ein charismatischer Mann, der die Menschen zu führen weiß. Aber er hat auch ein Herz. Ebenso überzeugen die übrigen Protagonisten mit ihren Auftritten und machen die Geschichte so sehr gelungen.

Auch Band 2 “Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben” bietet wieder alles, was das Leserherz begehrt, denn vor einem wunderbar recherchierten historischen Hintergrund geht es um eine unglückliche Liebe, Intrigen, Familienzwist, unmenschliche Arbeitsbedingungen sowie Kinderarbeit. Spannend und gefühlvoll in Szene gesetzt ist die Mischung unwiderstehlich und dafür kann es nur eine absolute Leseempfehlung geben! Einfach grandios!!!

Veröffentlicht am 14.05.2019

Mal wieder ein absolutes Highlight ...

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Schon sehnsüchtig hatte ich diesen zweiten Teil der Romanreihe um die beiden Protagonisten Irene und Franz gewartet und was soll ich sagen? Kaum aufgeklappt, war es auch schon wieder zu Ende. Es liest ...

Schon sehnsüchtig hatte ich diesen zweiten Teil der Romanreihe um die beiden Protagonisten Irene und Franz gewartet und was soll ich sagen? Kaum aufgeklappt, war es auch schon wieder zu Ende. Es liest sich aber auch wirklich flüssig und spannend und versorgte mich als Leserin auch so ganz nebenbei noch mit ganz wunderbarer geschichtlicher Information. Hier wurde das Leben in einer psychiatrischen Anstalt in den 1870er Jahren beleuchtet, ebenso wie die Arbeitsbedingungen in Textil- und Metallfabriken, ganz zu schweigen von den allgemeinen Lebensbedingungen zu der damaligen Zeit. Und natürlich wurde auch die hohe Kunst der Weinherstellung nicht vernachlässigt. Immer wieder wurde mir beim Lesen bewusst, mit wie viel Liebe zum Detail die sympathische Autorin Marie Lacrosse – auch bekannt unter ihrem richtigen Namen Marita Spang – ihre Recherchen angegangen haben muss, um den Charakteren Leben einzuhauchen. Dank der Leserunde, an der ich mit anderen interessierten LeserInnen teilnehmen durfte, war das Buch für mich kurzweilig, lebendig und informativ zugleich und ich freue mich schon riesig auf den nächsten Band schon in diesem Jahr im September. Wirklich eine großartige Arbeit, die du hier abgegeben hast, liebe Maria … bis zum nächsten Mal!

Veröffentlicht am 12.05.2019

Von Börsencrash und Kinderarbeit im 20. Jahrhundert

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Der Krieg ist vorbei und so langsam tritt auch im Elsass wieder Normalität ein. Nicht so auf dem Weingut. Irene ging ohne ein Wort weg und nur Franz´Mutter weiß, warum sie das tat. Dass sie schwanger war, ...

Der Krieg ist vorbei und so langsam tritt auch im Elsass wieder Normalität ein. Nicht so auf dem Weingut. Irene ging ohne ein Wort weg und nur Franz´Mutter weiß, warum sie das tat. Dass sie schwanger war, weiß auch nur sie und dass ausgerechnet der Vater von Franz sie verjagte, ebenfalls. Als Franz Gerban aus dem Krieg heimkehrt, leben im Haus nur noch sein Vater und die verwöhnte Schwester. Er selbst wurde schwer verwundet und hat fremden Menschen sein Leben zu verdanken.

Irene schlägt sich mehr schlecht als recht mit ihrem kleinen Sohn durch. Im Laufe der Zeit werden ihr Fleiß und ihre Sparsamkeit belohnt und sie kann mit Fränzel ein relativ gutes Leben führen. Pauline, Franz´ Mutter wurde vom Vater in eine Irrenanstalt gesteckt. Ja, so hießen damals die psychiatrischen Kliniken und Marie LaCrosse hat auch ihre Sprache der damaligen Zeit angepasst.

Sofort am Anfang des Buches zitiert die Autorin einige Erlasse, die das Arbeiten von Kindern in der damaligen Zeit erlauben. Auch diese Tatsache wird in dem Buch beschrieben und gleichzeitig die Gefährlichkeit der Kinderarbeit dargestellt. Frauen mussten trotz Schwangerschaft und Niederkunft arbeiten. Elternzeit oder Mutterschutz gab es nicht. Familien, deren Versorger im Krieg gefallen sind, bekamen keine oder nur ganz geringe Unterstützung. Die Not der Arbeiter war groß und Männer ertränkten ihren Frust häufig in Alkohol. Darunter litten die Ehefrauen und mitunter auch die Kinder. Scheidungen gab es nicht, da es für den Gesetzgeber normal war, dass Frauen geschlagen wurden.

Das Buch gefiel mir ausgesprochen gut. Nicht nur die Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind genau dargestellt. Auch die Ungerechtigkeit sowie die Kluft zwischen Fabrikbesitzern und Arbeitern ist beschrieben. Die Reichen wissen fast nicht wohin mit ihrem Geld und die Armen haben oft nicht einmal eine Tasse Milch für ihre Jüngsten. Die Anfänge der heute so mächtigen Gewerkschaften erläutert Marie LaCrosse in dem Buch und sogar der Börsencrash spielt eine gravierende Rolle. Wer damals streikte oder zum Streik aufrief, der musste Lohnkürzungen hinnehmen oder sogar den Verlust des Arbeitsplatzes.

Schule gab es nur für Zöglinge reicher Eltern und die Pflicht zum Besuch kam erst ab 1918 und das war keine Garantie, dass die Kinder tatsächlich zum Unterricht gehen durften. Sehr gut gefiel mir auch die Beschreibung der Arbeit in Tuchfabriken. Die großen Maschinen sind so genau beschrieben, dass ich mir die jeweilige Tätigkeit daran sehr gut vorstellen konnte. Das Ende ist heftig und hat mich lange nicht losgelassen. Ich freue mich sehr, wenn ich den 3. Band „endlich“ in Händen halten kann.

Veröffentlicht am 11.05.2019

Rezension: „Das Weingut - Aufbruch in ein neues Leben“ von Marie Lacrosse

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Im April 2019 ist der zweite Teil der Weingut-Saga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ von Marie Lacrosse im Goldmann-Verlag erschienen. Die Geschichte rund um Franz und Irene und das Gerbansche ...

Im April 2019 ist der zweite Teil der Weingut-Saga „Das Weingut – Aufbruch in ein neues Leben“ von Marie Lacrosse im Goldmann-Verlag erschienen. Die Geschichte rund um Franz und Irene und das Gerbansche Weingut wird weitererzählt und dabei rücken auch die Arbeitsbedingungen in den Fabriken Ende des 19. Jahrhunderts in den Fokus.

Elsass, 1871: Der deutsch-französiche Krieg ist vorbei. Als Franz aus dem Krieg zurückkehrt, ist das Dienstmädchen Irene, dass er eigentlich heiraten wollte nicht mehr da. Diese ist geflohen als Wilhelm Gerban ihr eine niederschmetternde Wahrheit enthüllt. Nach der Geburt ihres Sohnes verdingt sie sich in einer Textilfabrik unter schwersten Bedingungen. Hierbei lernt sie auch den Arbeiterführer Josef Hartmann kennen, der sich für die Belange der Fabrikarbeiter einsetzt. Bei ihm findet sie ein Stück weit Nähe und Geborgenheit. Doch kann sie Franz, den Vater ihres Sohnes, jemals wirklich vergessen?

Was habe ich mich auf diesen zweiten Teil gefreut! Schon der erste Teil konnte mich mit seiner Familiengeschichte, in der das Historische nicht nur Beiwerk ist, von sich überzeugen und so war es auch dieses Mal wieder.
Marie Lacrosse hat mich mit ihren Beschreibungen und ihrer Wortwahl direkt ans Ende des 19. Jahrhunderts katapultiert. Ich habe die Szenen, sei es nun auf dem Weingut, in den Fabriken oder in Frankreich, vor meinem inneren Auge gesehen und konnte so noch mehr der Geschichte nachspüren.
Dieses Mal wurde auch der Spannungsbogen durchgehend gehalten. Manchmal wollte ich noch zügiger lesen, um schneller zu erfahren wie es mit Irene und Franz weiter geht, aber ich wollte auch auf keinen Fall etwas verpassen. Die Dramatik war diesmal gut gesetzt und zu keinem Zeitpunkt übertrieben.
Die Themen in diesem Buch sind vielfältig. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken werden eindrücklich geschildert. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spielen zu dieser Zeit keine Rolle und auch die Kinder mussten ihren Beitrag zum Lebensunterhalt der Familie leisten. Es wird das Bild einer Gesellschaft gezeigt, in der die Schere zwischen Arm und Reich sehr groß ist. Mit Josef Hartmann gibt es eine Person in diesem Buch, die sich für die Belange der Arbeiter*innen einsetzt und eine Verbesserung erreichen möchte.
Der Weinanbau nimmt in diesem Roman einen wichtigen Platz ein. Hier ist die Autorin dem Wunsch vieler Leser nachgekommen, die mehr über den Anbau und die verschiedenen Weinsorten erfahren wollten. Es wurde ein großes Spektrum abgedeckt, der auch die Verwaltung eines Weingutes sowie die damit einhergehenden Widrigkeiten nicht außer Acht lässt. Als weiteren Themenschwerpunkt haben wir psychatrische Einrichtungen und die Behandlungsmethoden, die dort zu jener Zeit angewandt wurden. Mit den Personen im Buch habe ich jederzeit mitgefiebert. Im Besonderen mit Irene und Franz, aber auch das Schicksal Pauline Gerbans, Franz Mutter, hat mich in Atem gehalten. Mathilde konnte mich in diesem Roman positiv überraschen, andere Personen wiederum haben mit ihrer Niedertracht und ihrem Neid weiter an Sympathie verloren.
Bei all diesen positiven Punkten hat es die Autorin wieder geschafft, nicht das Historische aus den Augen zu verlieren. Man merkt dem Buch auf jeder Seite an, dass gut recherchiert wurde. Dies dann so einzubinden, dass der Leser etwas lernt und sich dabei unterhalten fühlt, ist eine große Kunst.
Ausgestattet ist der Roman mit einem Personenverzeichnis, einem Glossar, einem Quellenverzeichnis und einem Nachwort, dass Wahrheit und Fiktion trennt und den positiven Eindruck der ausführlichen Recherche stützt. Die Fakten wurden geschickt in die Geschichte eingebaut und es gab Veränderungen im vertretbaren Rahmen. Für alle Ungeduldigen gibt es ganz zum Schluss noch eine Leseprobe aus Teil 3, der im Herbst erscheint und die Reihe abschließen wird.

Fazit: Eine Familiensaga mit Tiefgang, die meinen Wissensdurst nach historischen Informationen gepaart mit einer spannenden Handlung stillt. Der zweite Teil der Weingut-Saga hat mir noch besser gefallen als Band 1 und so bin ich in freudiger Erwartung auf den Herbst. Empfehlenswert für alle, die eine Familiensaga lesen möchte, die nicht nur unterhält, sondern auch ein Bild der Zeit vermittelt, in der sie spielt.

Veröffentlicht am 08.05.2019

Spannende Fortsetzung

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In meiner Rezension des ersten Teils habe ich eben entdeckt, dass ich dachte hier handelt es sich um eine Dilogie...nein, es wird eine Trilogie und Band 3 wird im September dieses Jahres erscheinen. Und ...

In meiner Rezension des ersten Teils habe ich eben entdeckt, dass ich dachte hier handelt es sich um eine Dilogie...nein, es wird eine Trilogie und Band 3 wird im September dieses Jahres erscheinen. Und wer diese Trilogie beginnt, dem kann ich versprechen, dass er sicherlich genauso den letzten Band entgegenfiebern wird, wie ich.

Band 2 schließt dort an, wo Band 1 aufgehört hat. Die Autorin stellt die Charaktere zwar anfangs nochmals vor und geht auf einige Details aus dem ersten Teil ein, jedoch ist es sinnvoll mit dem ersten Teil anzufangen und danach "Aufbrauch in ein neues Leben" zu lesen. Und für Irene, als auch für Franz, ist es genau das, denn ihre Wege trennen sich.
In jeweils einem eigenen Handlungsstrang begleiten wir die beiden liebgewonnen Charaktere weiter. Im dritten Erzählstrang leiden wir mit Franz Mutter Pauline, die von ihrem Ehemann in die Irrenanstalt eingewiesen wurde. So kann er seine Frau kontrollieren und er hat eine bessere Möglichkeit ans Erbe zu kommen, das eigentlich Franz zusteht.
Irene versucht sich indessen mit Fränzel durchzuschlagen, sowie eine neue Bleibe und Arbeit zu finden. Dies erweist sich anfangs alles andere als einfach, bis sie eine Stelle als Nopperin in einer Tuchfabrik findet. Doch die Arbeitsbedingungen sind schlecht und der Lohn reicht kaum zum Überleben.

Die eingeflochteten historischen Fakten ziehen sich wie schon im ersten Band durch die Geschichte. Marie Lacrosse hat sich im zweiten Teil vorallem der Ausbeutung der Arbeiter und der Industralisierung gewidmet. Als Leser erhält man Einblick in die Arbeitswelt der Textilherstellung und kann sich kaum vorstellen unter welchen Bedingungen Frauen und Männer, als auch Kinder, damals arbeiten mussten. Besonders Kinder wurden bei den gefährlichen Maschinen eingesetzt, denn der Lohn für die Erwachsenen reicht kaum um über die Runden zu kommen. Obwohl Kinderabeit bis zu einem gewissen Alter verboten ist, kümmert sich kaum jemand darum, denn jede Münze mehr im Geldbeutel bedeutet Essen.
Diese Zeit war auch der Beginn der Gewerkschaften, die sich gegen die unmenschlichen Methoden und Grausamkeiten der Arbeitgeber zu wehren begannen. Mit Josef Hartmann lernt Irene einen dieser Männer kennen, die sich für die Rechte der Arbeiter einzusetzen versuchen.

Aber auch bei Franz auf dem Weingut ist nicht alles eitel Sonnenschein. Immer wieder gibt es Streitereien, bis Franz sich vom Vater und der Heimat abwendet. Als Sohn einer Französin fühlte er sich schon immer mehr als Franzose, anstatt als Deutscher. Durch die Besetzung des Elsasses durch die Preußen gerät er jedoch wieder in einem Konflikt, der ihn in große Gefahr bringen kann.
Obwohl sich Franz anfangs vom Weingut abwendet, erfährt der Leser in diesem zweiten Teil mehr über den Weinanbau und auch den Versuch Eiswein herzustellen. Da ich selbst in der Nähe eines Weinbauangebietes wohne, war mir Eiswein bekannt, denn auch dieser wird bei uns in der Wachau erzeugt.
Die Abläufe auf dem Weingut werden ebenso interessant dargestellt, wie die Versuche menschliche Bedingungen in den Textilfabriken zu erlangen. Die Autorin hat wie üblich eine akribische Recherche betrieben, die diese Zeit des Umbruchs wunderbar lebendig werden lässt.

Im dritten Erzählstrang, der sich um Pauline dreht, erlebt man als Leser Methoden, die in der Psychatrie eingesetzt werden, die einem sprachlos zurücklassen. Ob es Pauline schafft zu überleben und die Anstalt wieder verlassen kann, müsst ihr selbst lesen.

Das Ende ist diesmal nicht offen, was ich als angenehm empfunden habe. Trotzdem kann ich es kaum erwarten Band 3 in den Händen zu halten, der im September erscheinen wird.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Marie Lacrosse/Marita Sprang ist wie immer einfach grandios. Sie schreibt fesselnd und man hat das Gefühl nur durch die Seiten zu fliegen...trotz der hohen Seitenanzahl. Die vielschichtige Handlung bietet Spannung und Dramatik.
Jeder Charakter entwickelt sich in der Geschichte weiter und bei einem oder zwei erlebt man sogar noch eine große Überraschung.
In der Klappbroschur findet ihr außerdem ein ausführliches Personenverzeichnis, ein Glossar, ein Nachwort der Autorin und eine kleine Leseprobe des dritten Teiles.

Fazit:
"Das Weingut: Aufbruch in ein neues Leben" hat mir noch besser gefallen als der erste Band der Reihe. Die Autorin hat diese Zeit des Umbruchs wunderbar lebendig werden lassen und wie immer fabelhaft recherchiert. Marie Lacrosse aka Marita Spang bringt wie kaum eine andere Autorin dem Leser Geschichte so wunderbar lebendig nahe, dass es eine Freude ist ihre Bücher zu lesen und mit ihren Figuren mitzufiebern.