Cover-Bild Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Urban
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 30.04.2020
  • ISBN: 9783404179800
Mary E. Garner

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich

Roman
Nichts ist für die Londonerin Hope Turner schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin Jane Austen zu träumen. Denn ihr eigenes Leben ist alles andere als spannend und romantisch. Das ändert sich, als sie sich eines Tages in die Buchhandlung Mrs. Gateway’s Fine Books verirrt und dort einem mysteriösen Gentleman begegnet. Der attraktive Fremde geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Doch da ist auch der grimmige und unnahbare Rufus Walker, der sie regelrecht zu verfolgen scheint. Bis er ihr schließlich Unglaubliches offenbart: Der Buchladen ist das einzige Portal in die Welt der Bücher, in der die Romanfiguren ein Eigenleben führen. Doch diese Welt ist in Gefahr ...

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2020

Wohlfühlbuch

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Hope Turner lebt allein und mit nur wenigen Kontakten, mit Ausnahme ihrer an Demenz erkrankten Mutter, in einer Wohnung in London. Sie arbeitet für eine Online-Dating-Agentur und hat Freude daran, Menschen ...

Hope Turner lebt allein und mit nur wenigen Kontakten, mit Ausnahme ihrer an Demenz erkrankten Mutter, in einer Wohnung in London. Sie arbeitet für eine Online-Dating-Agentur und hat Freude daran, Menschen zu helfen, ihr Glück zu finden. Als sie eines Tages in die Buchhandlung gegenüber eintritt, verändert sich alles. Sie bekommt die Möglichkeit, in Buchwelten einzutauchen und das im wahrsten Sinne des Wortes…

Den Aufhänger der Geschichte finde ich großartig. Sehr kreativ, sich mit gelöschten Wörtern zu beschäftigen. Die Umsetzung finde ich ebenso gelungen.

Das ist natürlich ein Traum jedes Bücherliebenden in die Welten ihrer Lieblingsgeschichten einzutauchen. Die ein oder andere bekannte Romanfigur wiederzuerkennen hat Spaß gemacht :)

Kurze Anekdoten über die Ehekrise von Quasimodo und Esmeralda oder ein Zusammentreffen mit Bambi im Wald machen Spaß und lockern die Geschichte auf.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Hope, eine ledige und recht einsame Frau, die Bücher liebt und für belesene Männer schwärmt. Mit ihrem amüsanten, lockeren Schreibstil, mit der Hopes Gedanken und die Dialoge mit den Menschen, die ihr begegnen zum Leben erwachen, hat die Autorin mir regelmäßig ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

Die bunt zusammengewürfelte Truppe, der sich Hope anschließt, ist total gelungen. Der brummige Rufus, die aufgedrehte Gwen, der konservative Lance und Hope, die neugierig ist und sich mit ihnen ins Abenteuer stürzt. Alle sind sie mit ihren Eigenheiten sehr sympathisch. Die Figuren bekommen Seite für Seite immer mehr Tiefe und man erfährt Stück für Stück ihre Geschichte - sowohl die der Romanfiguren als auch die der realen Menschen. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln sich richtig schön, dass ich sie gerne verfolgt habe. Die Freundschaft zwischen Hope und Gwen mochte ich besonders gerne, aber auch was auch immer zwischen Rufus und Hope war, fand ich richtig schön. Die Figuren sind allesamt sympathisch und ich habe sie im Verlauf der Geschichte liebgewonnen. Ich freue mich darauf, sie in den Folgebüchern wiederzutreffen :)

Der Geschichte wohnt eine eher flache Spannungskurve inne, die erst im letzten Drittel etwas steiler wurde. Es handelt sich hier um ein Buch, dessen Geschichte so vor sich hinplätschert und das ich in die Kategorie "Wohlfühlbuch" einordnen würde.

Obwohl ich gern mit Hope durch ihren "normalen" Alltag und durch die Bücherwelten spaziert bin, empfand ich diese Passagen teilweise als zu lang. Es passierte dann doch etwas zu wenig. Die Geschichte entwickelt sich zu Beginn sehr schnell, stagniert dann und nimmt erst im letzten Drittel wieder an Fahrt auf. Auf den letzten Seiten wurde es plötzlich aufregend und dramatisch. Viele neue Erkenntnisse und furchtbare Ereignisse sorgten dafür, dass mein Herz schneller schlug.

Das Ganze endet mit einem schlimmen Cliffhanger, der etwas suggeriert, was ich niemals glauben werde! Es wird sich aufklären und es wird nicht so sein, wie es scheint! Ich weigere mich, etwas anderes zu glauben :D

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Veröffentlicht am 28.08.2020

Eine wunderbare Reise durch Bücher

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Inhalt
Hope liebt die Bücher von Jane Austen und taucht liebend gern in diese Welt ein. Eines Tages sucht sie in einer Buchhandlung Unterschlupf vorm Regen und begegnet dort einem geheimnisvollen Mann, ...

Inhalt
Hope liebt die Bücher von Jane Austen und taucht liebend gern in diese Welt ein. Eines Tages sucht sie in einer Buchhandlung Unterschlupf vorm Regen und begegnet dort einem geheimnisvollen Mann, an den sie ständig denken muss. Kurze Zeit später wird Hope dann von Rufus, der sie scheinbar verfolgt hat, mit einer unglaublichen Geschichte konfrontiert: Der Buchladen soll sie in die Welt der Bücher bringen, denn dort wird ihre Hilfe benötigt...

Meine Meinung
Was für ein unglaublich tolles Buch! Ich bin einfach nur begeistert und freue mich schon wahnsinnig darauf, Band 2 zu lesen.

Die Handlung hat mich schon direkt am Anfang gekriegt und gefesselt, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Sie hatte so viele Facetten, die mich einfach beeindruckt haben. Es gab Erzählstränge, die in der „realen“ Welt spielten, die Hope und ihre Mutter betrafen, was ich sehr interessant und spannend fand. Und dann gab es natürlich auch noch den Handlungsstrang, der in der Buchwelt spielte, der ebenfalls sehr spannend und fesselnd war. Ebenso hielt die Geschichte auch unerwartete Wendungen parat, die noch einmal das Tempo erhöhten und zur Spannung beitrugen.
Besonders toll fand ich natürlich das Weltgestaltung in dem Buch. Das war so durchdacht, detailverliebt usw, dass ich mir einfach nur gewünscht hatte, selbst mit Hope einmal dorthin zu reisen und die ganzen Figuren zu besuchen. Vor allem ein gewisser Hund ist mir hier richtig ans Herz gewachsen. Ich mochte es sehr, wie nah die Gestaltung natürlich an die jeweiligen Bücher angelehnt waren, die Figuren und die Zentrale des Bundes aber doch auf diese Geschichte abgestimmt waren. Die Figuren hatten ganz eigene Charakterzüge und sind ganz anders aufgetreten, was ich sehr genossen habe, weil es dadurch immer etwas Neues zu entdecken gab und man die Figuren ganz neu kennen lernen konnte.
In diesem ersten Band wurde zunächst auch viel erklärt, insbesondere Begrifflichkeiten eingeführt und erläutert. Es war schon viel Input, hat aber zu einem besseren Verständnis der Geschehnisse und der Bücherwelt beigetragen.

Hope fand ich wirklich toll. Ich fand sie sehr sympathisch und konnte mich auch gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfiebern. Ich mochte ihre Art von Humor und die Sprüche, die sie manchmal rausgehauen hat sehr gerne. Da musste ich auch mal Schmunzeln. Besonders toll ist natürlich ihre Liebe zu Büchern und ich mochte es sehr gerne, sie auf ihrem ersten Weg in die Bücherwelt zu begleiten.
Auch die Nebencharaktere des Buches fand ich einfach toll. Sie sind so vielschichtig und unterschiedlich, dass ich das Gefühl hatte, von Begegnung zu Begegnung sie wirklich immer näher kennen zu lernen und mir über sie zu erfahren. Natürlich gab es auch Figuren, die etwas geheimnisvoller waren und, wo ich nicht genau wusste, ob sie vertrauenswürdig sind. Das machte das Kennenlernen natürlich noch spannender und interessanter.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig gehalten, sodass ich gut voran gekommen bin und das Buch regelrecht verschlingen konnte.
Besonders gut hat mir natürlich die sehr buchige Atmosphäre gefallen. Ich habe es wirklich genossen, mit Hope in diese Welt einzutauchen. Die Geschichte hat mich einfach in ihren Bann gesogen und ich konnte mich richtig gut in sie einfühlen und mich dort hin versetzen.
Auch die Gefühle und Emotionen wurden gut rüber gebracht, sodass mich die Geschichte auch berühren und emotional mitreißen konnte.

Insgesamt einfach ein toller, faszinierender und überzeugender Auftakt der Reihe und ich freue mich schon darauf, erneut mit Hope in die Bücherwelt einzutauchen und viele neue Figuren zu treffen.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

enttäuschend

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„Ein großer Teil der Bevölkerung ist derart weichgespült und durch die Medien, durch Werbung und durch Massenkonsum gedanklich beschränkt, dass es ihnen gar nicht möglich wäre, aus schlechter Energie eine ...

„Ein großer Teil der Bevölkerung ist derart weichgespült und durch die Medien, durch Werbung und durch Massenkonsum gedanklich beschränkt, dass es ihnen gar nicht möglich wäre, aus schlechter Energie eine grundsätzlich gute zu machen.“ (S. 158)

Man nehme eine hervorragende Idee und verwurste sie zu Das Buch der gelöschten Wörter – Der erste Federstrich. Der Gedanke, dass alle gelöschten Wörter, die in böser Absicht geschrieben wurden, Unheil in der Welt anrichten können und deswegen in einem Buch gesammelt werden, ist neu. Natürlich kann ein solches Buch der gelöschten Wörter in den falschen Händen großes Unglück über alle hereinbringen. Doch zum Glück gibt es den Bund, ein Zusammenschluss von Romanfiguren und sogenannten Wanderern und Verwandler, die die gelöschten Wörter sicher verwahren.
Wanderer sind Menschen mit dem Nachnamen Walker (oder äquivalent in jeder anderen Sprache) und können sich in Bücher hineinlesen. Verwandler besitzen den Nachnamen Turner (ebenfalls in der jeweiligen Sprache) und können böse Wörter in eine positive Bedeutung wandeln. Ohne einen Wanderer können Verwandler eine Buchwelt nicht betreten.

Hope Turner ist eine besonders starke Verwandlerin und wird durch Rufus Walker in die Bücherwelt hineingezerrt. Außerdem ist sie 42 Jahre alt, arbeitet für ein Datingportal von zu Hause aus, kümmert sich um ihre demenzkranke Mutter und ist seit zwei Jahren Single.
Auf den ersten Blick wirkt Hope sympathisch. Sie hat der Männerwelt abgeschworen und sorgt sich rührend um ihre Mutter. Sie verbringt lieber Zeit mit Lesen als mit echten Menschen. Doch sobald sie in die Machenschaften des Bundes hineingezogen wird, reiht sich ein potenzieller Liebhaber an den nächsten. Eine beste Freundin, Gwen, hat sie natürlich auch in der neuen Welt gefunden, die zu Beginn nichts besseres zu tun hat als mit ihrer sexuellen Orientierung herauszuplatzen.
Ihre Stärke und Unabhängigkeit von Männern müssen die beiden auch im Großen und im Kleinen demonstrieren, in dem sie z.B. eine höflich gereichte Hand ausschlagen und sich lieber umständlich vom Boden hoch quälen oder riskieren ins Wasser zu fallen.
„Meine Besteigung des Bootes geriet zwar nicht so ganz geschickt wie seine, aber schließlich war ich kein hilfloses Weibchen, das ohne männliche Hilfe unfähig war, ein Ruderboot zu entern.
»Wahnsinn! Das nenne ich wirklich feministisch«, lobte Gwen. »Nein, Lance, lass das! Du hast doch gesehen, dass wir Frauen das genauso gut allein können.« […] Als sie das Bein ausstreckte, verfing sich ihr Fuß im Saum, und beinahe wäre sie gestrauchelt und kopfüber ins Wasser gestürzt. […] In diesem feministischen Konflikt gefangen bedachte Gwen uns kurz mit einem kritischen Blick. Dann hellte ihre Miene sich auf, und sie fasste meine Hand.
»Hope, Liebes, wärst du so reizend, mir behilflich zu sein, so unter Schwestern?«, flötete sie“ (S.193f.)
Selbstverständlich setzt sich Hope für alle Lebewesen ein, egal ob Romanfigur, Tier oder Mensch. Wenn ein literarischer Hund in Gefahr ist, muss dieser gerettet werden, ob das eigene Leben auf der Kippe steht oder nicht.
„Doch er spürte meinen Widerstand.
»Was ist?«
Ich wandte den Kopf und sah zu der Hundehütte hinüber.
»Ist nicht dein Ernst?«
»Aber sie werden ihn da drin doch …« Ich brach ab.“ (S. 312)

Die Geschichte wird aus Hopes Sicht als Ich-Erzähler erlebt. Was anfangs wie ein spannender Abenteuerroman mit Detektivelementen klingt, ist nur eine weitere Romanze, basierend auf der Liebe zu Büchern. Die vermeintliche Zerstörungskraft der gelöschten Wörter wird aus den Augen verloren, genau wie die Zusammenhänge zwischen dem Bund und den Bösewichten. Wichtig allein ist Hope und dass sie möglichst viel Zeit mit all ihren anbahnenden Romanzen verbringt und eine beliebige, oft oberflächliche Beziehung aufbaut. Zum Schluss noch schnell einen Cliffhanger einfügen und schon ist das Interesse am zweiten Teil da, egal wie ärgerlich das gesamte Buch bisher war.

Ich habe dich durchschaut, Mary E. Garner, und ich werde der Versuchung widerstehen! Denn der Ärger über Hopes Teenagergehabe in der Nähe von gutaussehenden Männern und ihr unreifes, überspitztes Verhalten gegenüber ihres Wandlers, hat mir gereicht.

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Veröffentlicht am 07.08.2020

Richtig tolle Grundidee, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen :/

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Hope Turners Leben ist ziemlich einsam. Keine Freunde, keine Beziehung und ihre Mutter, der sie immer sehr nahestand, musste aufgrund einer besonderen Form von Alzheimer in ein Pflegeheim ziehen. Hopes ...

Hope Turners Leben ist ziemlich einsam. Keine Freunde, keine Beziehung und ihre Mutter, der sie immer sehr nahestand, musste aufgrund einer besonderen Form von Alzheimer in ein Pflegeheim ziehen. Hopes Leben besteht so ziemlich nur aus den Besuchen bei ihrer Mutter und ihrer Arbeit beim Dating Portal Herz trifft Herz. Zumindest bis sie eines Tages in die Buchhandlung namens „Mrs. Gateway’s Fine Books“ stolpert. Danach soll sich ihr Leben für immer verändern. Einer der Männer von Herz trifft Herz, stellt sich als ein Mann namens Rufus Walker heraus. Er sucht Hope bei ihr zu Hause auf und nimmt sie erneut zum Buchladen von Mrs. Gateway mit. Was ihr dort enthüllt wird, zieht ihr zunächst den Boden unter den Füßen weg. Die Buchhandlung stellt sich als ein Portal zu allen Buchwelten, die es je gab und je geben wird heraus. Von dort können Wanderer wie Rufus, Verwandler wie Hope in die unterschiedlichen Buchwelten hineinlesen. Als Hope in ihrer Lieblingsgeschichte Stolz und Vorurteil landet, denkt sie zunächst, sie stände unter Drogeneinfluss. Doch je länger sie sich in dieser anderen Welt aufhält, je mehr sie sieht und erfährt, desto mehr wird sie davon überzeugt, dass es alles wahr ist. Als Hope schließlich von der Leiterin des sogenannten Bunds erfährt, dass sie eine ganz besondere Gabe zu haben scheint, wird Hope bewusst, dass ihr Leben nie wieder das gleiche sein wird.

Charaktere:

Als ich mich für das Buch entschieden habe, bin ich davon ausgegangen, dass Hope zwischen 17 und 22 Jahre alt sein wird. Damit lag ich allerdings vollkommen daneben. Unsere Protagonistin ist bereits über 40 Jahre alt, was prinzipiell natürlich nicht schlimm ist, mich aber dennoch verwundert hat. Zunächst dachte ich, dass ich vielleicht Probleme haben werde mich mit ihr zu identifizieren, da jemand in diesem Alter ja nochmal anderes denken und handeln dürfte als ich mit meinen 24 Jahren. Tja, und auch da lag ich mal wieder falsch. Hope liest sich wie eine typische YA/NA Protagonistin. Ich musste mich jedes Mal selbst daran erinnern, dass sie eigentlich doppelt so alt ist, was mich dann wiederum ein bisschen rausgebracht hat, weil es sich irgendwie nicht richtig für mich angefühlt hat. Es erinnert mich ein bisschen an eine sogenannte „Ton-Bild-Schere“, bei Nachrichtensendungen. Solltet ihr davon noch nicht gehört haben, das ist, wenn die gezeigten Bilder nicht mit dem gesprochenen Text übereinstimmen. Und in diesem Fall passt eben das ausgewählte Alter nicht zu der tatsächlich geschriebenen Person. Zumindest meiner Meinung nach, aber ich habe es auch in mehreren anderen Rezensionen gelesen. Dementsprechend habe ich mich mit Hope irgendwie schwergetan. Sie ist prinzipiell ein netter Charakter, aber irgendwie empfand ich sie leider auch als ein bisschen platt gestaltet. So richtig viel Charakter habe ich bei ihr nicht entdecken können. Ich fand außerdem, dass sie im Buch von anderen Figuren unverhältnismäßig oft gelobt und bewundert wurde. Mir konnte die Autorin leider nicht nahebringen, weshalb Hope für alle anderen so etwas Besonderes ist.

Für Hope gibt es im Laufe des Buchs drei potenzielle love interests. Ihren Exfreund Christian, der plötzlich wieder auftaucht und ihr seine Gefühle gesteht, obwohl er vor zwei Jahren mit ihr Schluss gemacht hat. Rufus, ihren Wanderer, welchen sie zunächst kaum Sympathie entgegenbringt, gegen Ende des Buchs aber doch eine Art Verbindung ihm gegenüber verspürt. Und Kenan, Rufus Bruder, welchem sie am Anfang des Buchs in Mrs. Gateway’s Fine Books begegnet und seitdem nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen scheint. An sich habe ich kein Problem mit Dreiecksgeschichten o.ä., allerdings ist zwischen ihnen allen kaum etwas passiert, außer dass man an manchen Stellen merkte, das jemand vielleicht Gefühle für einen anderen hegte. Ich hätte mir gewünscht, dass entweder die Liebesgeschichte weniger Raum in Anspruch genommen hätte oder oben mehr. So war es für mich persönlich irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Prinzipiell ist der Schreibstil der Autorin vollkommen in Ordnung, jedoch hat sie sich meiner Meinung nach ein bisschen sehr in Details und Beschreibungen verrannt. Mir hat gut gefallen, dass wir als Leser mal einen anderen Blick auf Buchwelten und -charaktere bekommen. Jedoch wurden diese so ausführlich beschrieben, dass meiner Meinung nach die eigentliche Handlung viel zu kurz gekommen ist. Was ich sehr schade finde, denn die Idee des Buchs finde ich wirklich, wirklich gut und spannend. Dadurch, dass die Handlung jedoch für mich nur sehr schleppend vorangekommen ist, hat mir persönlich leider auch die Spannung gefehlt. Es gab viele Stellen, die einzeln betrachtet wirklich Potenzial hatten, jedoch sind sie so im restlichen Text untergegangen, dass ich mich leider vorrangig durch die Geschichte durchquälen musste.

Fazit:

„Das Buch der gelöschten Wörter“ basiert auf einer wirklich tollen Grundidee, leider bin ich mit der Umsetzung jedoch nicht richtig warm geworden. Ich habe bereits in anderen Büchern festgestellt, dass ich kein Fan davon bin, wenn die Schauplätze, Charakterbeschreibungen etc. zu sehr ausgeschmückt sind. Beziehungsweise hat mir bei den Protagonisten sogar die Tiefe gefehlt, während Nebenfiguren sehr umfangreich beschrieben wurden. Für mich war das nicht wirklich ausbalanciert. Wie oben bereits beschrieben tat ich mich allgemein mit der Protagonistin schwer und kam bis zum Schluss auch nur bedingt richtig in einen Lesefluss. Ich habe mich einfach zu oft gefragt, ob diese ganzen Informationen wirklich für die Handlung nötig sind. Für mich waren sie es nicht. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, zunächst habe ich überlegt, ob ich dem zweiten Teil noch eine Chance geben soll, doch nachdem ich einige Rezensionen dazu gelesen habe, musste ich feststellen, dass es ähnlich wie im ersten Buch weitergeht und damit hatte ich einfach zu viele Probleme um es nochmal 400 Seiten lang zu versuchen. Ich tue mich ein bisschen schwer, ob ich es euch empfehlen soll, oder nicht. Für mich hatte das Buch, wie euch sicher aufgefallen ist, viele Schwächen. Dennoch finde ich die Idee wirklich toll und mochte gerne die Vorstellungen, dass die Buchcharaktere in ihrer eigenen Welt weiterleben. Ich würde einfach mal sagen, wenn euch die Idee hinter dem Buch anspricht und ihr sehr detaillierte Geschichten, welche vielleicht nicht die größte Spannung haben, gefallen, dann gebt dem Buch ruhig mal eine Chance. Wenn ihr lieber habt das die Handlung ein bisschen knackiger und auf den Punkt gebracht ist, dann greift doch lieber zu einem anderen Titel.

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Veröffentlicht am 18.07.2020

Tolle Welt der Bücher

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Das Leben der Protagonistin Hope Turner ist recht monoton und öde. Dazu verfolgt sie die ganze Zeit ein Wahnsinniger. Deswegen ist für sie nichts schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin ...

Das Leben der Protagonistin Hope Turner ist recht monoton und öde. Dazu verfolgt sie die ganze Zeit ein Wahnsinniger. Deswegen ist für sie nichts schöner, als sich in die Bücher ihrer Lieblingsautorin rein zu lesen. Eines Tages begibt sich Hope in eine Buchhandlung und begegnet einem mysteriösen fremden Mann. Nach einem Gespräch merkt sie, dass dieser ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Von einem Tag auf den anderen entdeckt Hope ein magisches Portal in die Welt der Bücher. Nun kann sie verschiedenen Charakteren aus verschiedenen Büchern begegnen und in deren Lebens- und Handlungswelt eintreten. Natürlich gibt es eine schlechte Seite bei dem Ganzen. Eine große Macht taucht auf, die Unheil und Leid über beide Welten verbreiten möchte.
Mir hat über das Buch hinweg, der Bezug zu zahlreichen Klassikern wie Anna Karenina etc. sehr gefallen. Die Welt der Bücher ist durch die Autorin sehr detailliert und liebevoll gestaltet worden. Die Protagonistin Hope tastet sich wie der Leser peu a peu an die Welt der Bücher ran, wodurch man gedanklich in dieser Welt toll entfliehen kann. Hope, als Protagonistin, ist eine sehr liebesvolle Person, die einem sehr leid tuen kann. Ihr Leben ist durch Einsamkeit und Trist gekennzeichnet. Dennoch stand ich mit der Protagonistin in einem gewissen Zwiespalt. Trotz ihres Alters (um die 40) verhielt sie sich recht jung, wodurch ich des Öfteren ein anderes mentales Bild von Hope im Kopf hatte. Die weiteren Charaktere ergänzen die Geschichte sehr gut und Figuren wie Gwen rundeten das Buch gut ab. Das Konzept der Wanderer und Umwandler stellt für mich ein weiteres Highlight des Buches dar, da ihre Fähigkeiten im Buch gut zur Geltung kommen. Trotzdem fehlte mir im Ganzen eine gewisse Spannung im Mittel- und Schlussteil.
Der erste Band der Fantasyreihe „Das Buch der gelöschten Wörter“ stellt eine tolle Bücherwelt mit bezaubernden Charakteren dar. Dennoch fehlte mir die Spannung in der Handlung. Aufgrund des Cliffhangers zum Schluss werde ich mir den zweiten Band auch zur Gemüte ziehen.

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