Großartige Familiengeschichte im Bergischen Land
Mit ,, Die Honigfrauen-Ein Sturm zieht auf " nimmt die Autorin Mirjam Müntefering den Leser mit in eine berührende Familiengeschichte , die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Elberfeld / Wuppertal im ...
Mit ,, Die Honigfrauen-Ein Sturm zieht auf " nimmt die Autorin Mirjam Müntefering den Leser mit in eine berührende Familiengeschichte , die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Elberfeld / Wuppertal im Bergischen Land spielt.
Seit mehreren Generationen betreibt die Familie Honig in Elberfeld ihre Konditorei. Ihre hervorragenden Backwaren sind in der Stadt wegen ihrer besonderen Qualität beliebt. Ludwig Honig hat ein besonderes Händchen für besondere Kreationen, steht genauso gerne in der Backstube , wie er Zeit mit seiner Enkelin Irma verbringt. Seitdem sie nach dem Tod ihrer Mutter auch noch den Vater verlor , kümmern sich Ludwig und seine Frau Auguste um das Kind, inzwischen eine junge Frau von 20 Jahren. Als Kind erkrankte Irma an Kinderlähmung, so daß sie beim Gehen etwas eingeschränkt ist und bei längeren Strecken auf den Rollstuhl angewiesen ist. Irma und ihr Großvater haben ein sehr inniges Verhältnis zueinander, während Auguste eher kühl und abweisend streng wirkt. Als Ludwig plötzlich ums Leben kommt , ändert sich das Leben für Irma und Auguste komplett. Was soll aus dem Betrieb werden, der finanziell viel schlechter da steht als gedacht, da Ludwig heimlich ein heruntergekommenes Landhaus erworben hat. Das ist nicht das einzige Geheimnis, von dem Irma erfährt. In ihrer Traurigkeit steht Irma ihr Eugen zur Seite. Schon seit Kindertagen ihr bester Freund und als Buchhalter im Betrieb tätig. Auch Arno Kuhn , dessen Familie Cafés betreibt, ist zur Stelle Irma genießt es , daß er sich um sie bemüht und es in ihrem Bauch zu kribbeln beginnt.
Mirjam Müntefering hat mich mit ihrem hervorragenden flüssigen und sehr gut zu lesenden Erzählstil von der ersten Seite an mitten in die Geschichte der Familie gezogen. Die detailreichen Beschreibungen des Ortes, die Fahrt mit der Schwebebahn und des Landhauses ließen schnell Bilder in meinem Kopf entstehen. Ich war selbst schon in Wuppertal bzw im Bergischen Land und habe ebenfalls die eindrucksvolle Schwebebahn-Fahrt genießen können.
Durch die abwechselnden Erzählperspektiven von Irma, Auguste und Harriet, taucht man tief in die Gedanken und Gefühle der drei Frauen ein, wodurch ihre Schicksale und Beweggründe besonders greifbar werden. Die Spannung steigt mit jedem Kapitel, so daß ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Ergänzt wird das Ensemble durch die lebenskluge Minna, die der Handlung zusätzliche interessante Aspekte verleiht. Die stimmungsvolle Atmosphäre, der kontinuierliche Spannungsaufbau und der feine Duft der Konditorei schaffen ein lebendiges Setting, in das man sofort eintaucht. Zu gerne hätte ich die Köstlichkeiten aus der Backstube oder das Picknick probiert.
Durch die tragischen Umstände entwickelt sich Irma von einer zurückhaltenden jungen Frau zu einer selbstbewussten Persönlichkeit. Sie lernt ihre inneren Hindernisse zu überwinden und versucht ungewöhnliche Ideen umzusetzen. Ebenso eindrucksvoll schildert die Autorin die Rolle der Frau in der damaligen Zeit, die gesellschaftlichen Erwartungen und das enge Korsett aus Regeln und gesellschaftlichen Konventionen.
Ich bin sehr gespannt, wie es im zweiten Teil der Familiensaga um die Honigfrauen weitergeht und kann es kaum erwarten, bis ich ,, Die Honigfrauen-Eine neue Heimat " in den Händen halten und lesen kann. Bis zum 19. August 2026 muß ich mich gedulden. Bis dahin könnte ich eine Bergische Kaffetafel im Landhauscafé Honigstal in Wuppertal genießen, das Mirjam Müntefering zu diesem großartigen Roman inspiriert hat.
Ein großartiger Roman über drei unterschiedliche Frauen, die um die Erfüllung ihrer Träume kämpfen, der zeigt ,wie wichtig Freundschaft, Wärme und Liebe sind.
Von ganzem Herzen eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.