Cover-Bild Scythe – Die Hüter des Todes
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 21.09.2017
  • ISBN: 9783737355063
Neal Shusterman

Scythe – Die Hüter des Todes

Pauline Kurbasik (Übersetzer), Kristian Lutze (Übersetzer)

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Der erste Band der internationalen Bestseller-Trilogie!
Schutzumschlag mit Metallic-Folien-Veredelung

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2019

Ein wundervoller Reihenauftakt, der sehr neugierig auf alles Kommende macht!

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Nachdem mir der Abschlussband der unglaublichen "Vollendet"-Reihe im September mal wieder vor Augen geführt hat, welch ein genialer Autor Neal Shusterman ist, habe ich mich entschieden, mich auch an seine ...

Nachdem mir der Abschlussband der unglaublichen "Vollendet"-Reihe im September mal wieder vor Augen geführt hat, welch ein genialer Autor Neal Shusterman ist, habe ich mich entschieden, mich auch an seine - mittlerweile weltweit bekannte - Scythe-Trilogie zu machen. Eine sehr gute Entscheidung, wie ich jetzt nach dem ersten Teil feststelle. "Scythe - Die Hüter des Todes" ist ein typischer Neal Shusterman, der mit einem absurd erscheinenden Szenario schockt, das glaubhaft und realistisch aufgezogen wurde.


"Ich mag den Regen hier", erklärte er ihr. "Er erinnert mich daran, dass einige Naturgewalten niemals ganz gebändigt werden können. Sie sind ewig und das ist besser, als unsterblich zu sein."


Das Cover der broschierten Zweitauflage erinnert in Motiv und Farbe sehr stark an das amerikanische Originalcover und gefällt mir damit besser als die Gestaltung der gebundenen Ausgabe. Die rote Robe, die schwarze Sense, die futuristisch anmutenden Streifen, der Comic-Titel - all das ergibt ein stimmiges Gesamtbild, das auf zentrale Motive und die eher düstere Stimmung vorbereitet. Der Titel "Scythe", abgeleitet vom englischen Wort für "Sense" passt natürlich wie die Faust aufs Auge, auch wenn sich einige Schwierigkeiten bei der Aussprache des Titels ergeben. Innerhalb der Buchdeckel sind mir die relativ große Schrift und der riesige Abstand zum unteren Rand negativ aufgefallen. Alles in allem kommt diese Geschichte aber in einem sehr überzeugenden Kleid daher.


Erster Satz: "Wir müssen von Rechts wegen Buch führen über die Unschuldigen, die wir töten."


Mit diesem Satz aus dem vorangestellten Auszug aus dem "Nachlesetagebuch" der Ehrenwerten Scythe Curie, aus dem wir über das ganze Buch verteilt Eindrücke erhalten, starten wir in ein philosophisches Gedankenexperiment, das zunächst wie eine Utopie daherkommt, sich aber bald zu einem packenden Gesellschaftsthriller entwickelt. Stellt euch vor, ihr lebt in einer perfekten Zukunft, in der euch weder Tod, noch Krankheit oder Ungerechtigkeit zu ängstigen brauchen. Ihr habt Naniten in eurem Blut, die dafür sorgen, dass ihr euch immer gut fühlt und gesund seid. Ihr könnt sooft "über den Berg kommen" und euren Körper auf ein jüngeres Alter zurücksetzen lassen wie ihr wollt, werdet ihr entgegen aller Wahrscheinlichkeit durch einen Zwischenfall "totenähnlich" gemacht, könnt ihr in einem Revival-Zentrum wiederbelebt werden. Der allwissende und allmächtige "Thunderhead" steuert und regelt die Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft, sodass Verbrechen, Kriege und Korruption zusammen mit der Sterblichkeit der Vergangenheit angehören. Stellt euch vor, ihr könnt ewig leben. Klingt das nicht nach der absoluten Utopie?


"1. Du sollst töten.
2. Du sollst unvoreingenommen, besonnen und ohne böswillige Absichten töten.
3. Du sollst der Familie derjenigen, die dein Kommen akzeptieren, ein Jahr Immunität gewähren sowie auch allen anderen, die du als würdig erachtest.
4. Du sollst die Familie derjenigen töten, die sich widersetzen.
5. Du sollst zeit deines Lebens der Menschheit dienen, und deine Familie soll als Entschädigung zeit deines Lebens Immunität genießen.
6. Du sollst in Worten und Taten ein vorbildliches Leben führen.
7. Du sollst keinen Scythe außer dich selbst töten.
8. Ring und Robe sollen deine einzigen weltlichen Besitztümer sein.
9. Du sollst weder heiraten noch dich fortpflanzen.
10. Du sollst dich allein an diese Gebote halten."


Ja, aber wie soll das funktionieren wenn der Platz auf der Erde beschränkt ist, keiner mehr stirbt und ständig neue Kinder geboren werden? Um das Bevölkerungsproblem zu lösen gibt es die Scythe. Ausgebildete Todesengel in langen, bunten Roben, die nach willkürlichen Kriterien Menschen "nachlesen" oder ihnen "Immunität" für ein Jahr gewähren können. Der Tod ist nun immer noch keine Gewissheit sondern nur eine unwahrscheinliche Begleiterscheinung in bunter Robe. Doch wie kann ein Mensch entscheiden, wer leben soll und wer sterben muss? Mit dieser elementaren Frage müssen sich Citra und Rowan befassen, als sie gegen ihren Willen von Scythe Faraday zu seinen Lehrlingen berufen werden und die Kunst des Tötens ebenso lernen müssen wie die Kraft des Mitgefühls. Und während die beiden sich in ihrer neuen Rolle einfinden müssen, bemerken sie immer mehr Abgründe hinter der Fassade des unfehlbaren Scythetums. Denn wo Menschen sind, sind auch Fehler. Wo Menschen sind, sind auch Machtkämpfe, Intrigen, Emotionen wie Hass und Liebe, Voreingenommenheit, Vorurteile und der tiefe Schmerz, mit den Folgen der Taten leben müssen - das ganze, unsterbliche Leben lang. Bald geraten die zwei zwischen die Lager der Scythe der alten und der neuen Ordnung, bei deren Streit es um nichts Geringeres geht als die Legalisierung von Mord...


"Vergesst alles, was ihr über Scythe zu wissen glaubt. Lasst eure vorgefassten Vorstellungen hinter euch. Eure Ausbildung beginnt mit dem heutigen Tag."


Zugegeben, die Idee ist schon absurd, abstoßend und ein wenig makaber. Doch an alle, die nun die Stirn runzeln und an der Seriosität der Geschichte zweifeln: diese Idee funktioniert innerhalb dieser schockierenden und gleichzeitig wahnsinnig faszinierenden Geschichte, die Spannung, Gesellschaftskritik, Gruppendynamik und einen Schuss Wahnsinn zu einem komplexen Meisterwerk verarbeitet, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Neal Shusterman legt hier mehr Wert auf innere Konflikte der Protagonisten und auf die Einblicke in das System der Scythe als auf spannende Action. Die vielen interessanten Gedanken über Sterblichkeit, Tod, Stagnation, Inspiration, Verantwortung und Intensität von Leben machen die Geschichte aber dennoch zu einem atmosphärisch dichten, spannenden Roman. Und wie in einer jeden guten Dystopie schwingt auch eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik mit. Der Beginn von "Scythe" ist nicht so mitreißend wie "Vollendet" - es fehlt das haarsträubende Tempo und die aufdringliche Intensität der Geschichte - Neal Shusterman geht es hier ruhiger an und ermöglicht die Einführung in elementaren Grundgedanken des Scythetums und das langsame Kennenlernen der Protagonisten.



"Alles hat sich geändert, Sir." Und dann sagte Faraday etwas Rätselhaftes, das erst viel später einen Widerhall in ihnen wachrufen sollte.
"Vielleicht wird sich alles nochmal ändern."


Besonders hervorgehoben wird die perfide Idee durch den meisterhaft direkten, schonungslosen Schreibstil, der uns einen gruseligen Gänsehautmoment nach dem anderen beschert ohne grausam oder blutig zu sein. Der Autor - ein Meister der Handlungsstränge - tischt uns ein komplexes Beziehungsgeflecht voller Wiedersehen, Trennungen, Enden und Neubeginnen, Hass und Liebe auf und sorgt durch überraschende Wendungen und provokante Fragen dafür, dass wir beim Lesen immer gedanklich anwesend sind. Auch emotional ist diese Geschichte schwer zu lesen, dass wir sowohl den Schmerz der nachgelesenen Opfer, der Hinterbliebenen als auch den Schmerz und die Schuld der Scythe ertragen müssen. Neal Shusterman versteht es geschickt, uns ein umfassendes Bild der Gesellschaft zu liefern, in dem er immer wieder Nebenpersonen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen und Lebenssituationen ihre Sichtweise schildern lässt. Ansonsten wird immer abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptprotagonisten Citra und Rowan als personale Erzähler erzählt, was ich etwas schade fand, da ich bei diesen tiefgreifenden Charakteren gerne ihre Geschichte aus der Innensicht zum Beispiel aus der Ich-Perspektive erlebt hätte. Nichtsdestotrotz erhalten wir auf den 513 Seiten einen wundervollen Einblick in die Köpfe und Herzen der beiden Lehrlinge, die damit leben müssen, bis ans Ende ihres Lebens Menschen den Tod zu bringen.



"Du hast ein wenig Freude gespürt, doch das war nur ein Schatten dessen, wie es sein kann. Ohne drohendes Leid können wir keine Freude empfinden. Wir bekommen bestenfalls Annehmlichkeit." (…) Sie lebten in einer Welt, in der es im Grund auf niemanden mehr wirklich ankam. Das Überleben war garantiert. Das Einkommen war garantiert. Es gab genug Nahrung, Komfort wurde gestellt. Der Thunderhead kümmerte sich um die Bedürfnisse eines jeden. Und wenn einem nichts fehlte, wie könnte das Leben dann anders sein als angenehm?"


Da wäre zum einen Citra, die als pflichtbewusste, neugierige und offenherzige junge Frau auftritt, die mutig für ihre Prinzipien einsteht und sich nicht leicht einschüchtern lässt. Zur perfekten Scythe machen sie gerade ihre Empfindsamkeit und ihr tiefer Gerechtigkeitssinn, mit dem sie aber im Scythetum auch aneckt. Rowan dagegen ist eher zurückgezogen, still und der typische Außenseiter. Er beschreibt sich selbst als "Salatblatt" im Sandwich, das einfach da ist, aber von keinem wahrgenommen wird. Schon bevor er zum Todesengel auserwählt wird, wird er von Gleichaltrigen geächtet und ist in seiner eigenen Familie nicht mehr als eine Randnotiz. Doch so unscheinbar er von außen wirkt, so brodelt es in seinem Inneren und er scheint immer mit einem Fuß über dem Abgrund zu leben. Mit wenigen Worten charakterisiert der Autor seine Protagonisten als starke Teenager, die vor allem eines sind: Menschen. Menschen, die Angst haben, Rache wollen, lieben, hassen, zweifeln, trauern, hoffen und leben wollen. Auch wenn das Buch an manchen Stellen hart und kompromisslos erscheint, hat es mich doch tief berührt. Ich liebe Bücher, die mich zum Nachdenken anregen, egal in welchem Genre sie angesiedelt und dieses hat mich wirklich sehr dazu angeregt!



"Unsterblichkeit kann die Torheit und Schwäche der Jugend nicht mildern. Die Unschuld ist dazu verdammt, einen sinnlosen Tod durch unsere eigenen Hände zu sterben, sie fällt den Fehlern zum Opfer, die wir niemals ungeschehen machen können. Deswegen begraben wir das Staunen, das uns einst zum Erblühen brachte, und ersetzen es mit Narben, von denen wir nie sprechen, zu verwachsen, als dass sie von irgendeiner Technologie repariert werden könnten."


Auch alle Nebencharaktere sind authentisch und hinterlassen einen bleibenden Eindruck auch wenn sie nur eine sehr kurze Rolle spielen. In diesem Buch tauchen so viele Leute auf, die alle nur in wenigen Sätzen charakterisiert werden, was aber vollkommen ausreicht. Jeder der irgendwie auftaucht, seine Rolle spielen darf und schließlich wieder verschwindet, scheint sich perfekt in das komplexe Gebilde von Neal Shusterman einzufügen. Sehr eindrücklich in Erinnerung bleiben die drei Scythe Goddard, Faraday und Curie, die wir ein wenig näher kennenlernen dürfen, da sie Citra und Rowan als Lehrmeister fungieren und wir durch die Einfügungen der "Nachlesetagebücher" vor jedem Kapitel einen Einblick in die Erlebniswelt und Gedanken der sonst eher unnahbaren Todesengel erhalten. Besonders die so kalt wirkende "Grande Dame des Todes" Scythe Curie mit ihren so integren Vorstellungen und Prinzipien und dem warmen Herz hat es mir hier sehr angetan.


"Mein größter Wunsch für die Menschheit ist nicht Frieden, Bequemlichkeit oder Freude. Ich wünsche mir, dass alle von uns im Inneren ein wenig sterben, wenn wir den Tod eines anderen miterleben. Denn nur der Schmerz der Empathie wird unsere Menschlichkeit erhalten. Es gibt keine Gottesvision, die uns noch helfen kann, sollten wir das verlieren."


Ich könnte hier noch viele Gründe mehr angeben, wieso mich dieses Buch so sehr fasziniert und so gefesselt hat, aber am besten du machst dir selbst ein Bild und liest diesen wirklich tollen Roman. Ich würde das Buch aber erst Lesern ab 16 oder 18 Jahren empfehlen. Alles andere ist meiner Ansicht nach viel zu früh um mit diesem doch sehr schwierigen Thema fertig zu werden oder es wirklich ganz zu verstehen. Perfekt abgerundet wird die Geschichte durch das stimmige, abgeschlossene Ende, das alle Stränge geschickt und zufriedenstellend zusammenführt, sodass man die Geschichte als Einzelband lesen könnte. Besonders schön ist, dass das Ende von miesen Cliffhangern oder Brüchen absieht, die den Leser dazu zwingen, weiterzulesen. Ich werde natürlich trotzdem möglichst bald zum nächsten Teil greifen, einfach weil ich unbedingt erfahren will, wie es mit Citra, Rowan und der Gesellschaft der Scythe weitergeht.





Fazit:



"Scythe - Die Hüter des Todes" ist ein typischer Neal Shusterman, der mit einem absurd erscheinenden Szenario schockt, das glaubhaft und realistisch aufgezogen wurde. Ein wundervoller Reihenauftakt, der sehr neugierig auf alles Kommende macht - die Mischung aus philosophischem Gedankenexperiment und packendem Gesellschaftsthriller erschüttert, berührt, verstört und begeistert!

Veröffentlicht am 22.09.2019

Großartiger Dystopie-Auftakt

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Klappentext:
Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
All das haben die Menschen in der Zukunft erreicht. Doch auch in einer perfekten Welt müssen Menschen sterben. Bist du bereit zu entscheiden, ...

Klappentext:
Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
All das haben die Menschen in der Zukunft erreicht. Doch auch in einer perfekten Welt müssen Menschen sterben. Bist du bereit zu entscheiden, wer leben darf und wer gehen muss? Bist du bereit zu töten? Citra und Rowan sind es nicht.


Inhalt:
Die Zukunft der Menschheit sieht rosig aus. Es gibt keine Krankheiten und keine Armut mehr und jeder ist unsterblich. Um die Überbevölkerung jedoch in Zaum zu halten, gibt es die Scythe. Diese sind allein dazu befugt zu entscheiden, wer sterben muss und wer nicht. Außerdem gibt es gewisse Regeln, an die sie gebunden sind. Eines Tages werden Citra und Rowan, zwei ganz normale Jugendliche von Scythe Faraday dazu auserwählt, bei ihm in die Lehre zu gehen und selbst Scythe zu werden. Jedoch wird diese Ausbildung für beide zu einem Kampf gegeneinander, da von den Höchsten entschieden wurde, dass nur einer von beiden ein Scythe werden kann und der andere sterben muss...


Meine Meinung:
Ich habe so viel Gutes von dieser Reihe gehört und ich kann mich dem Hype bedenkenlos anschließen. Es ist wirklich bemerkenswert, was Neal Shusterman hier für eine Welt geschaffen hat. Zwischen den Kapiteln gab immer wieder Tagebucheinträge die von verschiedenen Scythe verfasst wurden, was mir gute gefallen hat und einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt derer gegeben hat.

Die Scythe sind wirklich eine bemerkenswerte Institution. Es gibt hier sowohl gute als auch böse Scythe. Obwohl diese sich eigentlich an die höchsten Regeln halten müssen, finden die, die den Weg des Bösen gewählt haben doch einen Weg Schlupflöcher in diesen Regeln zu finden.

Unsere beiden Protagonisten Rowan und Citra waren auch interessante Charaktere. Anfangs tat ich mir mit Citra etwas schwer, aber nach und nach wurde sie mir immer sympathischer. Besonders gefallen hat mir auch die Entwicklung die die beiden im Laufe der Geschichte gemacht haben. Diese Entwicklung war langsam und authentisch und hat zu den Beiden gepasst.

Was mich etwas irritiert hat, war die Liebelei zwischen Rowan und Citra. Das war das einzige, was ich nicht so wirklich nachvollziehen konnte. Eine Freundschaft ja, aber eine Liebesbeziehung hat zwischen den beiden irgendwie nicht gepasst. Aber da diese sowieso mehr im Hintergrund geblieben ist, hat mich das jetzt nicht so sehr gestört.


Fazit:
Ich bin so gespannt auf den zweiten Teil, das Ende hat mir mega gut gefallen. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen. Der Schreibstil des Autors ist toll und man fliegt nur so durch die Geschichte. Ein tolles Setting, tolle Charaktere und eine spannende Handlung mit unvorhersehbaren Wendungen. Ich vergebe volle 5 Sterne und bin froh dieses Buch endlich in die Hand genommen zu haben.

Veröffentlicht am 20.09.2019

Die Geschichte bleibt oberflächlich

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„Die Menschen könnten alles lesen, tun es aber nicht. Sie spielen bloß und schauen sich Katzenhologramme an.“ (S.101)

Wenn ich unsterblich wäre und auf das gesamte Wissen der Welt Zugriff hätte, hoffe ...

„Die Menschen könnten alles lesen, tun es aber nicht. Sie spielen bloß und schauen sich Katzenhologramme an.“ (S.101)

Wenn ich unsterblich wäre und auf das gesamte Wissen der Welt Zugriff hätte, hoffe ich, dass ich dieses auch nutze. Ich würde gerne viele Sprachen lernen, vielleicht auch verschiedene Instrumente,; durch die Welt reisen und mir einen schönen Ort zum Leben suchen; so lange Berufe ausprobieren, bis ich meinen Traumberuf gefunden habe. Mit einem unendlichen Leben vor mir, wäre mir mein jetztiges Leben zu eintönig. Wenn man nur begrenzt Zeit hat, gibt es eine Menge Dinge, die getan werden „müssen“. Wenn man viele Leben vor sich hat, man nicht an diversen Krankheiten sterben kann und eine höhere Macht sich um alles kümmert, wozu dann das Leben mit Nichtigkeiten verschwenden.

„Die Entwicklung der Zivilisation war abgeschlossen. Das wusste jeder. Was die Menscheit betraf, gab es nichts Neues mehr zu erfahren. Nichts an ihrer Existenz musste noch enträtselt werden. Und das bedeutete, dass kein Mensch wichtiger war als irgendein anderer. Im großen Plan der Dinge war vielmehr jeder gleich nutzlos.“ (S.18)

Genau das passiert aber in der Welt der Scythe, von Citra und Rowan. Die Menschen brauchen keine Angst vor Krankheiten oder dem Alter zu haben, selbst vor Unfällen sind sie zwar nicht sicher, werden jedoch einfach wieder belebt. Der Tod existiert in dem Sinne nicht mehr. Wenn ein Unfall passiert, oder sich jemand von einem Gebäude stürzt, ist die Person nur „totenähnlich“ und wird im nächsten Revival-Zentrum wiederbelebt.
Um jedoch das Bevölkerungswachstum etwas zu regulieren und eine Überpopulation zu verhinden, hat der Thunderhead, die KI mit einem Bewusstsein, das Scythetum gegründet. Die Scythe haben ihren eigenen Kodex, ihre eigenen Regeln, und stehen über dem Gesetz. Sie sind ausgebildet, um die Menschen nachzulesen, denn töten klingt zu real. Wer für eine Nachlese ausgewählt wird, ist willkürlich und von jedem Scythe persönlich abhängig. Sie haben eine Quote zu erfüllen, dürfen aber keinen Vorurteilen folgen.
In diesem Buch geht es um die Ausbildung von Citra und Rowan zu Scythe. Der Ehrenwerte Scythe Faraday wählt beide als seine Lehrlinge, gewährt am Ende aber nur einem die Würde des Scythetums. Faraday erzählt seinen Auserwählten gerne, warum er sie ausgesucht hat und besucht später die Beerdigungen. Er nennt das Anstand.
Es gibt auch andere Scythe, die scheinbar willkürlicher ihre Opfer auswählen. So geht Scythe Curie auf die Straße und schaut sich die Menschen an, bis sie ein passendes Opfer findet.
Scythe Goddard dagegen führt gerne Massennachlesen durch, ähnlich einem Flugzeugabsturz.
So hat jeder Scythe seine eigene Nachlesemethode, doch ihre Quote von 260 Nachlesen pro Jahr muss jeder einhalten.

„Darin liet das Paradoxon der Profession […]. Nicht diejenigen die den Job haben wollen, sollten ihn bekommen … sondern die, die sich am vehementesten weigern zu töten.“ (S.56)

Natürlich gibt es auch im Scythetum Politik und Intrigen, Machspielchen und Gier. Und so kommt es zu dem Konflikt, dass Citra und Rowan einander besiegen müssen und der Gewinner am Ende den Verlierer Nachlesen muss. Da spoilert leider schon der Klappentext, den ich zum Glück vorher nicht kannte. Für mich war diese Wendung überraschend.

Außer, dass der Klappentext spoilert, führt er auch in die Irre. Citra und Rowan haben sehr wohl eine Wahl bei ihrer Ausbildung. Scythe Faraday schlägt ihnen lediglich vor, die Lehre bei ihm zu machen, zwingt sie jedoch nicht gegen ihren Willen.
Ich vermisse auch die „tiefe Verbindung“ der beiden. Eine gewisse Anziehung ist nicht zu leugnen, die jedoch den inneren Konflitk der beiden nur künstlich fördert. Ohne diese Anziehung wäre die Geschichte nicht anders.

„Wenn man sich nicht regelmäßig in den Schlaf weint, hat man als Scythe zu wenig Mitgefühl.“ (S.99)

Zwischen den emotionalen Konflikten der beiden Teenager und den politischen Konflikten innerhalb des Scythetums, geht die Geschichte der Scythe und der ganzen Welt völlig unter. Es gibt so viele Häppchen, die dem Leser serviert, aber nicht weiter verfolgt werden. Zum Beispiel wird eine Religion erwähnt, die für die Geschichte von Rowan und Citra keinen größeren Nutzen hat. Oder der Thunderhead, der die Welt regiert. Wie konnte eine KI ein Bewusstsein erlangen?
Außerdem kommt das Wort „Scythe“ zu oft vor, lässt sich nicht gut lesen und bringt den Lesefluss durcheinander. Es muss eine Übersetzung geben, die passt; etwas vergleichbares, was nicht stört.
Die Geschichte hat viel Potential, welches durch Teenagergehabe und Machtgier verloren geht. Ein emotionales Thema wird ohne jegliches Gefühl abgearbeitet; eine Gesellschaft mit vielen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Das Buch versprach etwas außergewöhnliches zu werden und ist doch nur wenig befriedigend. Die Geschichte bleibt oberflächlich.


Veröffentlicht am 15.09.2019

Scythe 1

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Nachdem ich schon immer so viel Gutes über das Buch gelesen hatte, wanderte es auch auf meine Wunschliste, allerdings hab ich es mir nie gekauft. Als mir mein Freund dann den Wunsch dieses Buches vor etwa ...

Nachdem ich schon immer so viel Gutes über das Buch gelesen hatte, wanderte es auch auf meine Wunschliste, allerdings hab ich es mir nie gekauft. Als mir mein Freund dann den Wunsch dieses Buches vor etwa 6 Monaten erfüllt hat, hab ich es leider trotzdem nicht zur Hand genommen und gelesen. Wie auch? Mein SuB wächst und wächst und mich zu entscheiden, was ich als Nächstes lese, fällt mir dann immer sehr schwer. Jetzt, nach etwa 6 Monaten, hab ich dann endlich zu diesem Buch gegriffen und wurde nicht enttäuscht.

Das Buch find ich mit seinem schimmerenden Umschlag und Cover wunderschön gestaltet und mein Blick fällt in Buchhandlungen auch sehr oft auf dieses Buch.

Durch den angenehmen Schreibstil von Neal Shusterman war ich sofort mitten im Geschehen. Neal Shusterman hat ihre eine fiktive Welt erschaffen, von der ich so noch nicht gelesen habe, die aber an unseren heutigen Zustand anknüpft und wohlmöglich irgendwann mal in Zukunft so sein wird. Die Menschen haben den Tod besiegt und das ewige Leben gefunden. Sie leben in einer Welt, in der Unsterblichkeit und Wohlstand existieren. Nur gibt es da ein Problem? Wenn keiner mehr stirbt, dann wird die Wlt irgendwann aus allen Nähten platzen und keiner wird mehr Platz finden. Dafür wurde das Scythetum entwickelt. Sie sollen dieses Problem lösen und immer wieder Menschen nachlesen und so eine Überbevölkerung verhindern.
Von Anfang an hatte ich das Gefühl, Teil dieser Welt zu sein und von Seite zu Seite hat Neal Shusterman mich mit seinem Schreibstil immer mehr mitgerissen.

Die Geschichte wird aus sowohl aus der Perspektive von Rowan, als auch von Citra geschildert. Der Leser begleitet die beiden bei ihrer Lehre zum Scythe. Citra war mir von der ersten Seite an sehr sympathisch und genauso wie Rowan, hat sie eine tolle Entwicklung durchgemacht, mehr möchte ich aber nicht verraten, da ich euch nicht spoilern möchte. Rowan blieb für mich sehr geheimnisvoll, denn bis kurz vorm Ende konnte ich nicht einmal wirklich einschätzen, auf welcher Seite er überhaupt steht. Neben den beiden tauchen aber auch weitere tolle Nebencharaktere auf, bei denen selbst die "Bösen" irgendwie ihren eigenen Charakter hatten, der sie dann doch interessant machte. Neben den Charakteren war der ganze Orden der Scythe auch sehr interessant, aber lest selbst.

Die Tagebucheinträge von verschiedenen Charakteren, die man sehr oft in dem Buch findet, runden die ganze Geschichte super ab. So war es total spannend diese zu lesen, da sie Einblicke in die Intentionen und Gedankengänge der Protagonisten lieferten und man sich so noch besser in jeden einzelnen Charakter der Geschichte hineinversetzen konnte.

Neal Shusterman hat ihr eine genial durchdachte und umgesetzte Welt erschaffen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Immer wieder kam es zu sehr überraschenden Wendungen, sodass es mir echt schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit

Eine wirklich tolle Geschichte, mit einer sehr besonderen Welt. Von mir gibt es 5/5✨ und eine absolute Leseempfehlung. Zum Glück konnte ich direkt in Band 2 weiterlesen. Danke an dieser Stelle noch einmal an meinen Freund, der mir sowohl Band 1, als auch Band 2 geschenkt hat.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Scythe- Die Hüter des Todes

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Inhalt:
Krieg. Armut. Kriminalität. Krankheiten. Tod. All das gehört längst der Vergangenheit an. Allerdings gibt es noch ein Problem: Die Überbevölkerung. Aus diesem Grund wurden die Scythe erschaffen. ...

Inhalt:
Krieg. Armut. Kriminalität. Krankheiten. Tod. All das gehört längst der Vergangenheit an. Allerdings gibt es noch ein Problem: Die Überbevölkerung. Aus diesem Grund wurden die Scythe erschaffen. Ihre Aufgabe besteht darin Menschen nachzulesen damit neue geboren werden können. Citra und Rowan haben schon Bekanntschaft mit einem Scythe gemacht und anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen, denn er hat sie auserwählt eine Lehre als Scythe anzutreten, doch nur einer kann gewinnen und so finden sie sich in einem Wettkampf um Leben und Tod wieder.

Meine Meinung:
Als ich das Buch angefangen habe, wolle ich eigentlich nur kurz rein lesen, weil ich mir unschlüssig war was ich als nächstes lesen soll. Das erste Kapitel hat mich aber schon so gefesselt das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Schon die ersten Seiten sind so spannend geschrieben das man als Leser unbedingt wissen muss wie es weiter geht und was es mit dem Besuch des Scythe bei Citras Familie auf sich hat.

Man liest hauptsächlich aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere, stößt aber immer wieder auf Tagebuch Einträge verschiedener Scythe und auch einige Kapitel werden am Anfang aus der Sicht einiger Scythe erzählt.

Ich habe sowohl Citra als auch Rowan ganz gerne gemocht, wobei ich anfangs die Storyline von Citra lieber gelesen habe. Rowans Story fand ich zu Beginn nicht langweilig, aber ich wurde mit ihm als Charakter nicht ganz warm. Später hat sich das etwas gebessert und auch seine Sicht hat mich immer mehr interessiert, was nicht nur an der guten Story lag sondern auch an seinen Gedanken rund um das Scythetum. Zu meinen Lieblings Charakteren gehört er trotzdem nicht. Ich hab nichts an ihm auszusetzen, es hat einfach nicht klick gemacht. Auch die die verschiedenen Scythe die in diesem Buch vorgestellt werden finde ich sehr interessant. Keiner gleicht dem anderen, jeder hat eine ganz eigene Persönlichkeit verliehen bekommen. Jeder Scythe hat auch seine ganz eigene Art Menschen nachzulesen was nochmal sehr spannend zu lesen war.

"Scythe - Die Hüter des Todes" ist vollgepackt mit unerwarteten Wendungen die mich schockiert, wütend oder auch traurig zurück gelassen haben. Einmal musste ich mir sogar ein paar Tränen verkneifen, was ich überhaupt nicht erwartet habe. Was ich allerdings gar nicht verstehen konnte war die "Liebesgeschichte". Man hat nichts davon mitbekommen wie die beiden Gefühle für einander entwickeln. Man hat deutlich gespürt das die beiden einander wichtig sind, aber die Liebe war auf einmal aus dem Nichts da, was ich ein bisschen schade fand.

Der Schreibstil von Neal Shusterman ist anders. Nicht schlecht, aber doch sehr gewöhnungsbedürftig. Anfangs fand ich es ein bisschen schwierig zu lesen, aber sobald ich einmal drin war habe ich von den anfänglichen Schwierigkeiten nichts mehr gemerkt und war einfach nur begeistert. Eine Frage die ich mir durchgehend gestellt habe: "Wie kommt man auf so eine einzigartige Geschichte ? " Ich beneide den Autor um seine Vorstellungskraft und darum diese dann auch noch so hervorragend umsetzten zu können.

Mein Fazit:
"Scythe- Die Hüter des Todes" ist eine unglaublich fesselnde Dystopie über eine perfekte Welt, gefallene Helden und gefeierte Bösewichten die man gelesen haben sollte.