Cover-Bild Die Herzen der Männer
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 12.08.2019
  • ISBN: 9783453423015
Nickolas Butler

Die Herzen der Männer

Roman
Dorothee Merkel (Übersetzer)

Über eine Zeitspanne von drei Generationen und ebenso vielen Kriegen erkundet der Roman die Herzen der Männer: ihre Schwächen und Geheimnisse, ihre Bedürfnisse und Werte. Damit legt Nickolas Butler nach Shotgun Lovesongs ein vielschichtiges und sensibles Epos über die Verletzungen vor, die Männer einander und anderen zufügen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2022

Gute Menschen

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Nelson wird diesen Sommer wieder mit seinem Vater zwei Wochen im Pfadfindercamp verbringen. Während der Junge die Hoffnung auf Freundschaft und Abzeichen noch nicht aufgegeben hat, sieht sein Vater darin ...


Nelson wird diesen Sommer wieder mit seinem Vater zwei Wochen im Pfadfindercamp verbringen. Während der Junge die Hoffnung auf Freundschaft und Abzeichen noch nicht aufgegeben hat, sieht sein Vater darin einen Ausweg, um vor seiner Frau zu fliehen und sich gänzlich dem Alkohol hinzugeben.

Einzig vom Campleiter Wilbur wird Nelson unterstützt. Er nimmt ihn auch zu sich auf, als der Vater die Familie verlässt. Aus dem traurigen und einsamen Jungen wird ein Kriegsheld. Doch mit Freundschaften hat er es nach wie vor schwer.

Jonathan hingegen hatte schon als Kind ein Auge auf Nelson geworfen. Nicht das er Freunde brauchte. Er brauchte schlichtweg ein Opfer. Jahr um Jahr im Camp täuschte Jonathan Herzlichkeit und Freundschaft bei Nelson vor und auch nach dessen Rückkehr aus dem Vietnamkrieg blieben die beiden in Kontakt.

Nelson wird für Trevor, dem Sohn von Jonathan ein Ersatzvater. Während Jonathan seine zahlreichen Liebschaften bedienen muss, rebelliert Trevor. Mit Nelson als Vorbild zieht er ebenfalls in den Krieg.

Jahre später fährt Thomas mit seiner Mutter Rachel ins Camp, das mittlerweile von Nelson geleitet wird. Rachel kann mit dem frühen Tod von Trevor nicht abschließen und braucht Nelson um ihr Leben mit Thomas zu bewältigen.

Doch die Zeiten sind für jede Generation für sich hart und umkämpft. Freundschaften zu pflegen und nicht die Schwächen und Geheimnisse anderer auszunutzen, lernen die Kinder nicht mehr. Ausgerechnet das Camp, dessen Ziel es war, dies aufzuzeigen, zerbricht nach und nach an deren Besuchern.

Nickolas Butler hinterlässt damit einen faden Beigeschmack. Nelson, Jonathan und Trevor sind ein Sinnbild von amerikanischen weißen Männern. Wettkampf und Auszeichnungen prägen deren Laufbahn und für die wahre Liebe sowie Beziehungen untereinander bleibt da kaum Spielraum. Mit dem Camp kratzen Wilbur wie auch Nelson zumindest an der Oberfläche. Aber die Zeiten ändern sich und die Kinder sind kaum mehr zu begeistern und die Väter sehen darin nur noch eine Flucht.

Butler macht es einem nicht leicht, die Protagonisten zu mögen. Nach jeder vermeintlich guten Tat kommt ein Tiefschlag und man ist wirklich bemüht, Jonathan und sogar Nelson dies immer wieder zu verzeihen.

Nach Shotgun Lovesongs lässt Butler uns erneut tief in die menschliche Seele blicken.

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Veröffentlicht am 18.01.2020

Väter und Sähne

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n seinem Buch " die Herzen der Männer" beschreibt Nickolas Butler die Gefühle von Vätern und Söhnen.
Nelson im Jahre 1962 wird als unbeliebter Sohn und Spielgefährte beschrieben. Er hat nur zwei Freunde, ...

n seinem Buch " die Herzen der Männer" beschreibt Nickolas Butler die Gefühle von Vätern und Söhnen.
Nelson im Jahre 1962 wird als unbeliebter Sohn und Spielgefährte beschrieben. Er hat nur zwei Freunde, Jonathan und Wilbur , der Leiter des Pfadfinderlagers, in dem sich die Geschichte abspielt.
Im Jahr 1996 wird er als Held und verständnisvoller Nachfolger Wilburs.
Auch im Jahr 2019 treffen wir wieder auf ihn als Held und Freund einsamer Jugendlicher.
Dei Geschichte spiegelt die Gefühlswelt verschiedener männlicher Charactere wieder. Da sind zum einen der einsame ruhige Junge, der von seinem Vater misachtet wird, sein einziger Freund, der ihn in manchen Situationen ausnutzt, sowie dessen zu ruhigem Sohn, der von der großen Liebe träumt.

Manches Mal zu langatmig geschrieben, zu viele Zeitsprünge, trotzdem lesenswert.

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Veröffentlicht am 13.04.2021

Sehr amerikanisch

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Mit der Bewertung dieses Romans tue ich mich gerade sehr schwer. Schreibstil, Charaktere und auch die einzelnen Geschichten haben mir gut gefallen. Nur mit der Umsetzung und einem der Themen des Romans ...

Mit der Bewertung dieses Romans tue ich mich gerade sehr schwer. Schreibstil, Charaktere und auch die einzelnen Geschichten haben mir gut gefallen. Nur mit der Umsetzung und einem der Themen des Romans hadere ich.

Nickolas Bulter schreibt toll. Die Mischung aus ernsten Themen, Melancholie, Witz und Chaos bekommt er einfach großartig hin. Und der erste Teil des Buches, der im Pfadfindercamp spielt, war überaus vielversprechend. Alles, was mit Hauptfigur Nelson zu tun hatte, hat mir sehr gut gefallen. Den ehrgeizigen, nerdigen aber herzensguten Jungen, der von allen anderen geschnitten wird muss man einfach gern haben. Seine Stärke hat mir gefallen, seine Hintergrundgeschichte und die Entwicklung, die er durchmacht. Dann – eigentlich gerade als es spannend wird – macht die Geschichte einen Sprung von etwa 30 Jahren und wir begleiten Nelsons ehemaligen Pfadfinderkollegen Jonathan, der mittlerweile selbst einen Sohn im Pfadfinderalter hat. Nelson taucht hier, quasi als „graue Eminenz“, nur am Rande auf. Als neuer Sympathieträger gilt Teenager Trevor. Dann kommt ein weiterer Sprung und wir begleiten Trevors Ehefrau und seinen Teenagersohn, der mit dem Pfadfindern so gar nichts mehr anfangen kann. In diesem Teil erfahren wir zwar wieder mehr über Nelson, aber die Zeitsprünge, die wechselnden Charaktere und der starke Fokus auf Trevors Leben haben mich immer wieder aus der Geschichte geworfen. Ich wollte Nelson! Ich wollte keine bockigen Teenager und keine egoistischen Machomänner. Alles, was mich an diesem Buch berührt hat, hatte mit Nelson zu tun. Natürlich sind auch die Teile es Romans die sich eben nicht um Nelson drehen gut geschrieben. Und auch Trevors Geschichte ist an sich klasse. Er ist ein toller Charakter mit einem interessanten Leben aber in der Mischung war es mir insgesamt zu episodenhaft. Denn Butler lässt ja auch Sarah, Jonathan oder Wilbur zu Wort kommen. Mit zwei getrennten Geschichten hätte ich leben können aber mit der hier gewählten Gliederung bin ich leider nicht warm geworden.

Pfadfinder und – in etwas geringerem Umfang – Soldaten sind das durchgehende Thema des Romans. Das mit den Pfadfindern fand ich schön gemacht. Gerade die Darstellung über mehrere Generationen hinweg war passend. Das mit den Soldaten habe ich nur teilweise verstanden. Warum schickt ein Mann, der sein Leben lang mit den Folgen seiner Dienstzeit im ersten Weltkrieg zu kämpfen hat, einen Jungen auf eine Militärschule? Dass der dann zwangsläufig im nächsten Krieg landet und ebenfalls sein Leben lang unter Albträumen zu leiden hat muss doch klar sein. Nur zu Trevor schien das Soldatenleben irgendwie zu passen. Hin und wieder hatte ich den Eindruck, Butler wollte eine anti Kriegs- aber pro Soldaten-Geschichte schreiben.

Mein Problem ist nun, dass Die Herzen der Männer durchaus ein toller Roman ist, der mir auch gefallen hat und mich berührte. Nur eben nicht durchgängig. An Shotgun Lovesongs kommt er meiner Meinung nach nicht heran. Aber wer es „typisch Amerikanisch“ mag und wer eine gut gemachte Mischung aus Tragik und Komik schätzt, der kann hier durchaus zugreifen.

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