Cover-Bild Das Vermächtnis der Grimms
(44)
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

14,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Drachenmond Verlag GmbH
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Urban
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Seitenzahl: 430
  • Ersterscheinung: 31.10.2018
  • ISBN: 9783959918312
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Nicole Böhm

Das Vermächtnis der Grimms

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? (Band 1)
Kristin Collins steht vor der größten Herausforderung ihres Lebens: Ihr Bruder Brayden holt sie in seine Special Task Force, die Jagd auf den sogenannten Grimm macht – ein wolfsartiges Wesen, das durch die Märchen der Brüder Grimm in die Welt der Menschen dringt und jeden mit Wahnvorstellungen verflucht, der über ihn liest.
Je tiefer Kris in die Märchen abtaucht, desto mehr verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fantasie. Schließlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann – und wer selbst Teil des Fluches geworden ist.


»Und?« Der Barkeeper stellte mir den nächsten Drink hin. »Was ist deine Geschichte?«
Ich sah auf den kristallbraunen Inhalt, von dem ich definitiv schon einen zu viel gekippt hatte, nahm das Glas zwischen die Finger und schwenkte es hin und her, bis die Eiswürfel klirrten. Mein Schädel pochte dumpf, der Alkohol wärmte meinen Bauch, meine Eingeweide und mein Blut.
»Wie meinst du das?«, fragte ich und nahm einen Schluck. Der Scotch brannte in meinem Rachen, aber ich zwang mich, ihn hinterzuschlucken.
»Jeder, der so viel in sich hineinschüttet, hat eine Geschichte«, sagte er und lehnte sich über den Tresen. ...

Band 1

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2019

Düster,spannend und überraschend!

1

Die Autorin hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, weshalb ich gut in die Geschichte reingekommen bin. Das Cover ist nicht zu übersehen und es sticht einem direkt ins Auge. Es entspricht der Geschichte ...

Die Autorin hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, weshalb ich gut in die Geschichte reingekommen bin. Das Cover ist nicht zu übersehen und es sticht einem direkt ins Auge. Es entspricht der Geschichte zu 100%. Die Idee ist super und ich habe noch keine ähnliche Geschichte gelesen. Sie ist einzigartig!

Das Buch ist in verschiedenen Zeiten, Perspektiven und auch Orten geschrieben und man muss echt dranbleiben um mitzukommen:) Die Figuren waren alle gut ausgearbeitet, dennoch habe ich manchmal bei all den Namen den Überblick verloren.
Friedliche, spannende, düstere und lustige Szenen sind im Buch vorzufinden. Leider hat es sich an manchen Stellen aber auch etwas langezogen. Trotz allem habe ich eine ganz andere Welt kennengelernt., die mich sehr gefesselt und fasziniert hat;)
Vieles hat mich auch sehr überrascht. So viele Wendungen und Kehrrungen. Man konnte nicht anders als mit zu fiebern und zu überlegen, was für Verbindungen zwischen den ganzen Figuren stehen. Es kam einfach immer mehr zum Vorschein, was mich sprachlos gemacht hat. Das Ende ganz besonders! Ich kann nicht erwarten den zweiten Band zu lesen.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Absolutes Lieblingsbuch!

1

Dieses Buch ist wirklich so toll. Vor allem hat Nicole Böhm die Charaktere, deren Gedanken so schön geschrieben. Außerdem, alleine die Idee mit Abalion, dem Grimm, wie er mit der "realen" Welt zusammenhängt. ...

Dieses Buch ist wirklich so toll. Vor allem hat Nicole Böhm die Charaktere, deren Gedanken so schön geschrieben. Außerdem, alleine die Idee mit Abalion, dem Grimm, wie er mit der "realen" Welt zusammenhängt. Einfach fantastisch. Trotzdem muss ich sagen, dass ich am Anfang etwas gebraucht habe, in die Story zu kommen. Ich war nicht sofort gefesselt, aber das hat sich schnell gelegt.
Der Schreibstil von Nicole Böhm ist flüssig und klar zu verstehen. Man hat wirklich gemerkt, wie sie ihre Charaktere ausarbeitet und denen ihre eigene Art gibt. Weiteres, was ich besonders am Buch fand, war: Die Kapitel wurden immer aus verschiedenen Sichten geschrieben, und das manchmal sogar zur selben Zeit. So konnte sie geschickt perfekte Cliffhanger setzen. Und wenn man nicht aufpasst und mitdenkt, dann verpasst man die Zusammenhänge, also beim lesen immer aufmerksam sein. Also, wer alles Fantasy, etwas Verrücktheit Prise 'Brutalität' und Märchen (etwas verändert) mag, für den ist das Buch perfekt. Hauptsächlich spielt es auf der Erde und Abalion. Die Hauptcharaktere sind eigentlich Kristin und Ash (bei beiden Ich-Form). Außerdem spielen Casaju, Kaia und weitere noch eine große Rolle.

Veröffentlicht am 15.05.2020

Wir lernen die Welt der Märchen kennen und was passiert, wenn das Böse daraus entkommt und in unsere Welt gelangt.

0

‚Das Vermächtnis der Grimms‘ lag lange auf meinem SuB und das, obwohl die Meinungen eigentlich überwiegend positiv sind. Was natürlich nichts heißt, aber irgendwie hatte ich nie so recht Lust darauf. Meine ...

‚Das Vermächtnis der Grimms‘ lag lange auf meinem SuB und das, obwohl die Meinungen eigentlich überwiegend positiv sind. Was natürlich nichts heißt, aber irgendwie hatte ich nie so recht Lust darauf. Meine „Angst“ war, dass es sich um eine Märchenadaption handelt und mit denen habe ich oft schlechte Erfahrungen gemacht. Aber die Grimms sind keine Adaption eines Märchens, nein, sie thematisieren zwar unzählige Märchen, aber das nur sehr oberflächlich und dann noch in einer Art und Weise, wie es auch mir Spaß macht. Um jedoch von einer außergewöhnlichen Idee zu sprechen, erinnert es mich ein bißchen zu sehr an die erfolgreiche Serie ‚Grimm‘. Ich fühlte mich nichtsdestotrotz gut unterhalten, auch wenn es ein paar Kleinigkeiten gab, die mich gestört haben.

Der Dilogieauftakt wird aus drei Perspektiven erzählt. Kristin lebt in der Gegenwart und hat Visionen, die sie oftmals einfach überfallen. Visionen, die ihr ermöglichen, aus Geschriebenem oder Gesehenem die Wahrheit herauszufiltern, also zum einen, was die eigentliche Intention dahinter ist bzw. unter welchen Umständen es geschrieben oder aufgenommen wurde. Kris ist eine coole Protagonistin, mit einem Hang zum Alkohol und witzigen Sprüchen. Ihre Gabe ist vielleicht der Schlüssel zur Aufklärung der Grimmmorde, die die Welt erschüttern. Ihr erster Auftritt liest sich jedoch anders, als ich es vom Buch erwartet habe. Denn ich erwarte eine erwachsene und düstere Geschichte. Kris sitzt an einer Bar, kippt einen Drink nach dem anderen und schimpft über einen Mann, brabbelt vor sich hin und schüttet dem Barkeeper ihr Herz aus. Puh, dachte ich mir, hoffentlich wird das nicht so ein Romance-New-Adult-Ding. Aber Gott sei Dank wird ihr Verhalten mit der Zeit erwachsener, denn ein anderes hätte für mich nicht gepasst.

Zweite Erzählebene ist die der Masali und sie beginnt 1210 n. Chr. Anfangs fragte ich mich, ob die Zeitangabe stimmte. Denn der Stil der Kapitel, die Wortwahl der Charaktere, das passt für mich kein bißchen ins 13. Jahrhundert. Als dann auch noch von ‚Deutschland‘ die Rede ist.. Aber man gewöhnt sich daran, wenn man alles der künstlerischen Freiheit zuordnet. Aber es hat mich eigentlich durch’s ganze Buch hinweg gestört.
Der Orden der Masali schreibt jedenfalls die Geschichten, die wir als Märchen kennenlernen. Dornröschen, Hänsel und Gretel, Aschenputtel und wie sie alle heißen. Ist die Geschichte erst mal geschrieben, muss sie von oberster Stelle freigegeben werden, bevor sie in Welt der Menschen gelangen darf. Die Charaktere und Wesen der Geschichten, Sagen und Fabeln erwachen dann in Abalion zum Leben. Doch was ist, wenn das Böse seinen Weg in die Menschenwelt findet?

Ash ist Protagonist der dritten Sichtweise. Er ist Bewohner von Abalion und ein rechter Chaot. Dieb, Überlebenskünstler, Sich-um-Kopf-und-Kragen-Redner. Durch ihn lernen wir Abalion kennen. Es gibt auch eine hübsche Karte im Buch, diese hätte es aber meiner Meinung nach nicht gebraucht.
Abalion ist unübersichtlich aufgrund der vielen, vielen verschiedenen Völker, die es besiedeln. Gnome, Zwerge, Rumpelstilzchen, Prinzen.. Doch auch Ashs Weg kreuzen diverse Personen, die man erst mit der Zeit einordnen kann. Dieser Handlungsstrang gefiel mir anfangs am wenigsten, das hat sich aber im Verlauf der Geschichte geändert. Jedoch hätte man meiner Meinung nach vor allem bei Ashs Perspektive viele Seiten weglassen können, die gefühlt nur geschrieben wurden, um ein paar witzige Szenen und coole Sprüche einzubauen und die die Geschichte nicht voran gebracht haben.

Ja, die Geschichte. An sich ziemlich einfach. Drei Zeitebenen, die am Ende irgendwie zusammengeführt werden. Ha, falsche gedacht. Denn sie hängen schon längst zusammen, und zwar ohne, dass ich als Leser allzu schnell gemerkt habe, wie. Ich hatte hier und da eine Ahnung, doch das Ausmaß der tatsächlichen Verbindungen lässt meinen Kopf tatsächlich ein bißchen schwurbeln. Überraschungseffekte gibt es noch und nöcher, das mag ich sehr. Vor allem, da man die betroffenen Personen schon längst kennt und sich denk: Aaaah, so ist das.

Neben diesen ganzen Verbindungen ist für mich die Haupterzählperspektive um Kris sehr spannend aufgebaut. Wir erfahren erst gar nichts bzw. nur das allernötigste und stehen somit genauso ahnungslos da wie Kris selbst. Wir wissen quasi nur, dass auf der ganzen Welt einige Morde passieren, die an Grimms Märchen angelehnt sind. Doch je mehr Wissen wir mit Kris‘ Visionen erlangen, je mehr das Ermittlungsteam um die Grimmmorde preisgibt und je weiter die Handlung in den anderen Erzählsträngen schreitet, desto klüger werden wir. Es macht wirklich richtig Spaß zu erkunden, wie alles zusammenhängt, zumal der Spannungsbogen erkennbar ist und alles auf den unvermeidlichen Höhepunkt hinausläuft, der einige Überraschungen bereithält und den Weg für den zweiten Band ebnet.
Die vermeintliche Parallelität der Handlungsstränge verwirrt manchmal, da ja der um die Masali eigentlich einige hundert Jahre davor spielt und abgeschlossen ist, aber trotzdem direkte Auswirkungen auf die anderen Handlungsstränge hat. Zuletzt hatte ich dieses Art der Erzählung in ‚Der Untergang der Könige‘ von Jenn Lyons, da war es mir jedoch ein Graus und hat mich aufgrund der Ähnlichkeit der verschiedenen Erzählebenen nur verwirrt. Aber hier sind die drei Sichtweisen ohne Probleme auseinanderzuhalten und eine schöne Abwechslung zu den sonst gängigeren Rückblenden. 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Konnte meine Erwartungen nicht erfüllen

0

Inhalt

Für Kristin Collins war das Leben immer etwas schwerer. Sie hat eine besondere Gabe, denn sie kann aus einem Text die Wahrheit herauslesen. Liest sie etwas, dann weiß sie wie ehrlich oder unehrlich ...

Inhalt

Für Kristin Collins war das Leben immer etwas schwerer. Sie hat eine besondere Gabe, denn sie kann aus einem Text die Wahrheit herauslesen. Liest sie etwas, dann weiß sie wie ehrlich oder unehrlich dieser Text ist. Liest sie einen Roman, wird sie direkt in die Geschichte hineingezogen und erlebt alles intensiv. Was wie eine unglaublich tolle Begabung klingt, bringt aber viele Schattenseiten mit sich. Deshalb bleibt Kris lieber für sich. Bis ihr Bruder Brayden, der beim FBI arbeitet, ihre Hilfe braucht und sie in eine Special Task Force hineingerät, die den sogenannten Grimm jagt. Ein wolfsartiges Wesen, das durch die Märchen der Brüder Grimm in die Welt der Menschen gelangt und Wahnvorstellungen verursacht.
Doch je tiefer Kris in diese Welt voller Märchen abtaucht, desto schwieriger wird es für sie zu unterscheiden, was Realität und was Fantasie ist, bis die Gefahr direkt vor ihr steht.


Auf der Frankfurter Buchmesse 2019 habe ich gemeinsam mit einer Freundin „Das Vermächtnis der Grimms“ gekauft und direkt von der Autorin signieren lassen. Ich bin unglaublich gespannt auf die Geschichte gewesen, denn ich liebe Märchen schon seit meiner frühesten Kindheit. Ich bin mit den Erzählungen der Gebrüder Grimm aufgewachsen und kann jetzt noch unzählige davon auswendig erzählen. Aus diesem Grund hat mich überhaupt erst der Titel richtig angesprochen: ein schreckliches Wesen, das aus der Märchenwelt heraustritt und die Menschen in einen unvorstellbaren Wahn treibt? Einfach Großartig. Doch leider konnte das Buch mich so gar nicht überzeugen.

Der Anfang war recht vielversprechend. Ich mag die Erzählweise der Autorin recht gerne, kenne ihren Schreibstil vor allem durch die Seelenwächter. Der Schreibstil kommt ohne großen Schnickschnack aus und lässt sich unglaublich schnell und leicht lesen. So kommt man auch sehr gut durch die Geschichte durch, ohne dass es allzu anstrengend wird. Ich bin recht gut mit Kristin warm geworden. Sie hat eine etwas eigentümliche, eigenbrötlerische Art, die mit viel Sarkasmus auskommt. Das ist mir immer sehr sympathisch, denn es bringt viel Witz in die Kommunikation zwischen den Charakteren. Kris ist sehr mutig, selbstständig und weiß sich zu wehren. Allerding ist sie eigentlich immer allein, hat keine Freunde oder auch nur nähere Bekannte. Die einzige Bezugsperson ist ihr Bruder Brayden, der allerdings beim FBI arbeitet und deshalb sehen sie sich nur selten. Kris hat keine feste Arbeit, ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal ob sie überhaupt einen Schulabschluss hat. Ihr ist nicht klar, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte und für mich hat sich recht schnell die Frage gestellt: woher nimmt sie ihr Geld? Sie arbeitet nicht regelmäßig, sie hat wohl keine Ausbildung gemacht oder sonstige Verdienste aber sie kann sich eine mehrmonatige Reise nach und durch Neuseeland leisten? Irgendwie, naja, unglaubwürdig und weit hergeholt. Ich konnte auch die als sehr gut und eng beschriebene Beziehung zwischen Brayden und Kris nicht so richtig nachvollziehen. Während der Geschichte sehen sich die beiden kaum und wenn, dann unterhalten sie sich zwar, aber sehr distanziert. Es passt für mich einfach nicht so richtig zusammen. Doch das sind letztlich nur kleine Punkte, die mich stutzig gemacht haben. Es gibt, leider, noch viel mehr, das ich als viel gravierender empfunden habe.

Die Handlung spielt teilweise im 14. Jahrhundert. Grundsätzlich gefällt mir so etwas. Rückblenden, Erzählungen aus früheren Zeiten. Ich lese sehr gerne historische Romane und mag umfassende Geschichten, die mit einer Vergangenheit zusammenhängen. Wenn alles logisch und sinnvoll ist. Die Handlung der Vergangenheit beschäftigt sich mit unterschiedlichen Charaktere, die vor allem für die Märchenwelt eine wichtige Bedeutung haben. Es geht um die Schriftsteller, die dafür verantwortlich sind, die Märchen zu schreiben und in die Welt der Menschen hinaus zu lassen. Eine wirklich tolle Idee, die wirklich märchenhaft ist. Zunächst war es auch wirklich großartig, die Umsetzung war schön und man konnte die Liebe zu den Texten und zu Märchen deutlich spüren. Doch dann kam der Konflikt auf. Ich kann nicht tiefer ins Detail gehen, da dies ein Spoiler wäre, doch alles, was danach folgte war für mich nicht zu erklären und teilweise auch historisch einfach falsch.
Die Handlung verschiebt sich, wohlgemerkt immer noch im 14. Jahrhundert, nach Deutschland. Charaktere sind unterwegs nach Deutschland. Im 14. Jahrhundert. Sie dürften das Land also niemals finden, denn Deutschland gab es im 14. Jahrhundert schlicht und ergreifend nicht. Das, was heute Deutschland ist, gehörte im 14. Jahrhundert zum heiligen römischen Reich. Man konnte also nicht nach „Deutschland“ reisen. Auch wenn es Frankfurt zu dieser Zeit schon gab, kann einfach nicht die Rede von Deutschland sein. Bei solchen Fehlern kann ich mein Unverständnis einfach nicht zurück halten. Man muss Geschichte nicht studiert haben um das zu wissen und es wird auch nicht verlangt alles bis ins kleinste Detail historisch genau darzustellen aber eine Google Suche würde ausreichen, um wenigstens ansatzweise glaubwürdig zu sein. Wieso eine Handlung im 14. Jahrhundert spielen lassen, wenn man sich mit den einfachsten historischen Begebenheiten nicht auseinandersetzen möchte?

Auch die Ausdrucksweise der unterschiedlichen Charaktere finde ich teilweise etwas fragwürdig und unpassend. Im 14. Jahrhundert spricht man eben doch nicht so wie man es heutet tut. Natürlich liest es sich einfacher, wenn alles dasselbe ist, aber wir befinden uns nun einmal in der Vergangenheit. Da sind gewisse Gegenstände noch nicht alltäglich, da sind gewisse Wörter längst nicht etabliert und es kostet eigentlich nur wenig Mühe das ordentlich anzupassen.
Ähnliche Probleme hatte ich mit der Darstellung der Märchenwelt. Natürlich ist das alles erfunden und Produkte der Fantasie aber ich kann und will mir nicht richtig vorstellen, dass Feen aus der Märchenwelt anderen Charaktere den Mittelfinger zeigen. Das wirkt für mich nicht authentisch auch wenn das vielleicht eher zur künstlerischen Freiheit zählt. Auch hier habe ich bei einigen Darstellungen und Ausdrucksweisen die Stirn gerunzelt. Gewisse Dinge haben für mich einfach nichts mit der Märchenwelt zu tun. Die Sexszenen beispielsweise waren zwar gut geschrieben aber es las sich wie eine Stelle aus einem New Adult Roman im 21. Jahrhundert und nicht wie Sex im 14. Jahrhundert. Oder Sex in der Märchenwelt. Das fand ich einfach sehr schade, denn das sind Dinge, die leicht hätten behoben werden können.

Die Handlung des Romans nimmt nur langsam an Fahrt auf. Einige der Kapitel hätten aus meiner Sicht deutlich gekürzt oder gar gestrichen werden können, denn sie wirkten auf mich kaum relevant für die eigentliche Storyline. Man hätte wohl gut und gerne um die 100 Seiten einsparen können und die Spannung wäre die Gleiche gewesen.
Die Autorin hat es in meinen Augen nicht richtig geschafft die Twists so in die Handlung einzubauen, dass sie nicht vorher aufgedeckt werden. Alles, was als große Enthüllung geplant war, konnte ich schon etliche Seiten zuvor erraten bzw. erkennen. Bis auf das Ende habe ich also jeglichen Twist erkannt. Nichts war überraschend, alles vorhersehbar. Nicht nur das Verhalten der Charaktere konnte ich ziemlich deutlich vorausahnen, sondern auch die Verstrickungen in den unterschiedlichen Beziehungen zueinander. Gleichzeitig wurden Zusammenhänge erzeugt, die ich als unnötig und irrelevant empfunden habe. Es hat für mich sehr viel Unruhe in die Geschichte hineingebracht, dass jeder mit jedem in irgendeiner Weise verbunden ist. Auch die Probleme und Konflikte, die sich in der Handlung entwickelt haben sind teilweise auf die einfachsten Missverständnisse zurück zu führen, die niemand bereit ist aufzuklären. Letztlich liegt also das große Problem nur daran, dass die Charaktere zu starrköpfig sind um sich einmal fünf Minuten miteinander zu unterhalten. Und solche Konflikte ermüden mich leider.

Fazit

Letztlich konnte mich nur wenig an diesem Buch überzeugen. Ich mag den Schreibstil von Nicole Böhm weiterhin und finde sie als Person und Autorin wirklich sympathisch. Deshalb hat es mir umso mehr leid getan, dass ich mit diesem Buch so überhaupt nichts anfangen konnte. Die Idee hinter der Geschichte finde ich immer noch toll, doch die Umsetzung war einfach nicht meins. Keiner der Twists konnte mich überraschen, die Charaktere waren kaum greifbar und all die Irrungen und Wirrungen innerhalb der Geschichte waren eher anstrengend aber nicht unterhaltend. Leider keine Empfehlung von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2020

Wer hat Angst vorm Bösen Wolf?

0

„Alles kommt wie es kommen muss und nichts ist so wie es scheint…“

Das ist die treffendste Aussage die ich zu diesem Buch machen kann. Alles in sich ist so schlüssig auch wenn man am Anfang vieles noch ...

„Alles kommt wie es kommen muss und nichts ist so wie es scheint…“

Das ist die treffendste Aussage die ich zu diesem Buch machen kann. Alles in sich ist so schlüssig auch wenn man am Anfang vieles noch nicht versteht, aber je weiter die Handlungen voranschreiten, desto mehr entwirrt sich alles und am Ende passiert genau das was man nicht erwartet. Die Verwirrung ist also perfekt. Bis zum Schluss…

Aber erst einmal zu diesem wundervollen Cover (Selbst das spielt eine Rolle und fügt sich in die Gesamtsubstanz ein als könnte es kein anderes geben). Die Abstraktion des Wolfes, die harmonierenden Grautöne mit dem Blutrot. Es wirkt alles so stimmig, harmonisch und düster zu gleich.
Im Buch finden sich dann auch noch wundervolle Illustrationen im gleichen Stil. Es passt einfach alles so gut zusammen und ist Teil der Geschichte, dass man das Gefühl bekommt noch tiefer in die Handlungen eintauchen zu können.

Auch von den Protagonisten sind Illustrationen im Buch enthalten. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich anfangs nicht alle mochte. Das ist ja meistens so, aber schwer wird es, wenn man eine der Hauptfiguren so gar nicht mag. Leider ging es mir anfangs mit Ash so. Der Männliche Hauptprotagonist, der regelmäßig eine eigene Sichtweise bekam in den Kapiteln. Er war einfach nur nervig, hat zu viel dumme Sachen gequatscht und Dinge getan die einfach blöd waren. Allerdings hat er sich zum Ende hin sehr gesteigert und ich haben ihn sogar ein wenig ins Herz geschlossen.
Ganz anders war es mit Kris. Sie mochte ich von der ersten Seite an. Ich konnte mich in sie hinein versetzten. Sie war einfach sympathische. Zu Beginn der Geschichte war ich deshalb sogar ein bisschen enttäuscht, dass die sichten so oft gewechselt haben und sie nur ab und an drankam (so kam es mir zumindest vor).

Es gab auch noch weiter Sichtweisen von anderen Personen aus anderen Zeiten und Orten, was ich eigentlich ziemlich spannend fand. Vor allem zum Ende hin, weil dann auf einmal so vieles mehr Sinn ergeben hat. Auf einmal hat sich ein Puzzelteil ans andere gesetzt und dann…

Ja, und dann kam das Ende… Ich saß in meinem Sessel, das Buch vor mir aufgeklappt und habe es mit offenem Mund angestarrt. Im ersten Moment konnte ich wirklich nicht begreifen, was da gerade passiert ist. Und ich muss sagen, dass das nicht oft vorkommt. Meist kann ich grob erahnen wo der Weg hin geht, aber dass er eine so Scharfe Kehrtwende machen würde… damit hätte ich nie gerechnet. Ein absoluter Cliffhanger!

Zum Glück gibt es bald einen zweiten Band. Ich glaube lange hätte ich es mit dem warten sonst auch nicht aushalten können. Schon allein das verschmelzen meiner absoluten Lieblings Genres (Fantasy+Krmi+Romance) ist einfach sagenhaft. Auch ja und dann natürlich auch die Verknüpfung mit den Märchen. Eine ganz neue Art der Adaption.

Fazit:

Absolutes Highlight auch wenn ich am Anfang Startschwierigkeiten mit ein paar Protagonisten hatte. Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen, wenn ihr auf Märchen mit Fantasy, Mystery und einer Prise Lovestory steht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere