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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2019

... über das eigene Dasein und das darüber Hinaus...

Altern. Sterben. Tod.
2

Mit dem Sachbuch "Altern.Sterben.Tod." gibt Oliver Müller, Professor für angewandte Medizin- und Biowissenschaften einen umfassenden Blick in das Themenfeld, das jeden von uns betrifft und betreffen wird. ...

Mit dem Sachbuch "Altern.Sterben.Tod." gibt Oliver Müller, Professor für angewandte Medizin- und Biowissenschaften einen umfassenden Blick in das Themenfeld, das jeden von uns betrifft und betreffen wird. Sowohl aus Sicht der Naturwissenschaften, der Medizin als auch - kurz - der Philosophie wird das Themenfeld des Alterns, des Sterbens und des Todes betrachtet, erläutert und diskutiert.

An dieser Stelle muss man als nicht-Studierte/r mitnichten das Buch beiseite legen. Denn alle behandelten Themen werden so behandelt, dass auch für Nicht-Mediziner alles verständlich ist. Auch kommt der Text nicht zu theoretisch und trocken daher, einerseits durch die nicht exzessiv ausufernden Kapitel, andererseits durch etliche den Text auflockernde Schaubildchen.
Ferner können alle Kapitel einzeln gelesen werden, müssen nicht zwangsweise alle chronologisch hintereinander gelesen werden.

Eine verständliche Abhandlung über ein Thema, das an keinem von uns vorbei geht. Ein Buch, das zum Nachdenken über das eigene Dasein anregt und über das darüber Hinaus.


Veröffentlicht am 05.03.2019

Vehement und eindrücklich

1793
2

Wir schreiben das Jahr 1793 in Stockholm. Ein Ort zu einer Zeit, den man nicht als Wunschdestination angeben würde. Eine übel zugerichtete Leiche wird von Stadtknecht Michael Cardell aus der Stockholmer ...

Wir schreiben das Jahr 1793 in Stockholm. Ein Ort zu einer Zeit, den man nicht als Wunschdestination angeben würde. Eine übel zugerichtete Leiche wird von Stadtknecht Michael Cardell aus der Stockholmer Stadtkloake gezogen. Zusammen mit dem von der Tuberkulose schwer gezeichneten Juristen Cecil Winge begibt sich der einarmige Kriegsveteran auf die Suche nach dem Täter dieses grausigen Verbrechens. Dabei werden Abgründe aufgetan, geprägt von Ausweglosigkeit und Verzweiflung bis hin zu schlimmer Gewaltanwendung.

Obwohl "1793" der Debütroman des Schweden Niklas Natt och Dag ist, lässt das Werk nahezu keine Mängel erkennen. Die Sprache des 39-Jährigen transportiert die Szenen sehr lebhaft und direkt, was einen dazu bringt, das Buch nicht mehr aus den Händen legen zu können. Das Cover in Schwarz spiegelt die düsteren Zeiten wider, in denen die Story sich abspielt. Das Gold.. Hierzu fällt mir nur eine Songzeile meiner Lieblingsband Hämatom ein, die da lautet "...auch wenn es glänzt, ist es nicht Gold ..." - ich spiele hiermit auf die beschriebenen
Umstände im Stockholm des Jahres 1793 an.
Bei historischen Werken habe ich persönlich immer etwas Bedenken, mich ran zu wagen, weil ich denke, die Opulenz der Sprache drückt mich nieder. Das passiert Niklas Natt och Dag eben nicht - was allerdings geschieht, ist, dass ich mich unmittelbar in diese stinkenden Gassen hinein versetzt fühle. Dass es ein Autor schafft, solche Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen, zeigt von sehr gutem Gefühl für das Schreiben.
Die dargestellten Gewaltszenen werden so plakativ beschrieben, dass man sie unmittelbar vor dem inneren Auge hat und man sich diese unschwer und umso eindrücklicher vorstellen kann. Diese Szenen sind für mich persönlich nicht zu hart, obwohl ich durchaus das ein oder andere Mal geschluckt habe, aber für echt zart Besaitete ist dieses Buch mit Vorsicht zu genießen.
Die Willkür des Systems, die Hoffnungs- und Ausweglosigkeit sowie die Umstände, in denen die Menschen im Stockholm des Jahres 1793 lebten, machen sprachlos, atemlos und sind schon als schwere Kost zu bezeichnen, klingen die durch die Lektüre hervorgerufenen Gefühle doch einige Zeit nach.
Trotz ihrer eigenen Schicksale verfolgen die beiden Ermittler die Suche nach dem Täter und das Bestreben nach Gerechtigkeit in all der Düsternis. Obwohl beide jeweils genügend vom Schicksal gezeichnet sind, der eine verkrüppelt, der andere todkrank, verfolgen sie doch die Suche nach der Wahrheit, der Gerechtigkeit, was sie in meinen Augen zu Helden macht in dieser finsteren Zeit, in der Lügen, Verrat, Ungerechtigkeit, Willkür und Gewalt den Ton angeben.
Die geschilderten Schicksale von Anna Stina sowie die Briefe lassen zunächst kennen Zusammenhang erkennen zu dem anfänglich begangenen Verbrechen, doch zum Ende hin fügt sich alles zu dem großen Ganzen. Auch hierbei gelingt es dem Autor, die Einzelteile nicht wie künstlich zusammen gezimmert erscheinen zu lassen, sondern alles passt harmonisch zufallen, auch wenn" harmonisch" in dem Roman eventuell doch die falsche Bezeichnung ist.

"1793" ist ein historischer Krimi mit 2 bemerkenswerten, einigen bedauernswerten und auch mit verachtenswerten Figuren, ein Werk, das ob seiner Vehemenz und Eindringlichkeit sprachlos macht und das man gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 20.02.2019

stimmt nachdenklich

Wenn Kinder-Kinder kriegen sterben die Träume
2

Veronika Eger ist ein Neuling in der Autorenszene. In ihrem Werk "Wenn Kinder Kinder kriegen, sterben die Träume" schildert sie ihre Kindheit bis zum Zeitpunkt der Trennung von ihrem Ehemann.

Die Farbgebung ...

Veronika Eger ist ein Neuling in der Autorenszene. In ihrem Werk "Wenn Kinder Kinder kriegen, sterben die Träume" schildert sie ihre Kindheit bis zum Zeitpunkt der Trennung von ihrem Ehemann.

Die Farbgebung des Covers ist stimmig zu dem im Buch Beschriebenen. Ein Küstenabschnitt, die Sonne scheint. Es könnte eine Idylle sein, ist aber alles andere als das. In grau gehalten, die Sonne nur als fahle Scheibe, wirkt die Szene eher hoffnungslos und trist.

Schon von Kindestagen an lernt Veronika mit Entbehrungen zu leben, mit unangebrachter Härte im Elternhaus. Hinzu kommen tragische Schicksalsschläge. Alles in allem verlangt das Werk schon einiges von Leser ab.
Ich möchte an dieser Stelle nicht zu tief auf die Einzelheiten eingehen, da sonst Spoilergefahr besteht.
Jedenfalls sei soviel erwähnt, dass man weniger von Lese- Begeisterung sprechen kann als vielmehr von Betroffenheit und man erwischt sich nicht selten dabei , wie man ungläubig und betroffen den Kopf schüttelt ob der Grausamkeit, welche die Protagonistin durchleben muss. Man wünscht ihr, dass sich für Veronika doch mal alles zum Guten wenden möge.

Das Buch lässt mich in Betroffenheit zurück, nachdenklich darüber, was manche Menschen alles ertragen müssen.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Durchwachsen

Diabolus
2

Diabolus ist nach Illuminati und Sakrileg ein weiterer Bestseller von Dan Brown.
Wer denkt, das die Entschlüsselungsmaschine Enigma schon grandios war, der sollte doch in Diabolus eines besten belehren ...

Diabolus ist nach Illuminati und Sakrileg ein weiterer Bestseller von Dan Brown.
Wer denkt, das die Entschlüsselungsmaschine Enigma schon grandios war, der sollte doch in Diabolus eines besten belehren lassen. Die NSA verfügt über einen Super-Computer, vor dem kein Code der Welt sicher ist.
Doch das Programm Diabolus scheint dazu eingesetzt zu werden, die USA und letztenendes den Weltfrieden zu gefährden.

Ein rasanter Thriller, in dessen Hauptfokus die Kryptografin Susan und ihr Freund David stehen.

Ich bin irgendwie zwiegespalten. Was mich stört, sind Dialoge bspweise in spanisch, bei denen die Übersetzung sofort dahinter steht
sowie
die kurz gehaltenen Kapitel. Diese sollen die Spannung transportieren, trotzdem wird die Handlung dadurch irgendwie abgehackt.
Wäre dies das erste Buch von Dan Brown gewesen, dass ich in die Finger bekommen habe, dann hätte ich gewiss Sakrileg oder auch Illuminati nicht gelesen.
Für meine Verhältnisse ein schwaches Buch von Dan Brown.
Daher nur 3 ☆.

Veröffentlicht am 07.02.2019

Die Psyche der Verbrechen

Aus der Dunkelkammer des Bösen
2

In 'Aus der Dunkelkammer des Bösen'
nehmen Mark und Lydia Benecke de Leser mit auf eine Reise in die Psyche von Verbrechen. Es wird die Frage angerissen, was Menschen zu den Taten führt, die sie begangen ...

In 'Aus der Dunkelkammer des Bösen'
nehmen Mark und Lydia Benecke de Leser mit auf eine Reise in die Psyche von Verbrechen. Es wird die Frage angerissen, was Menschen zu den Taten führt, die sie begangen haben möchten was bei einer Ermittlung passiert.
Aber auch schildern die beiden, was einen Menschen dazu veranlasst, solche Taten zu begehen oder auch was geschieht, wenn Beweise nicht beachtet bzw diesen nicht nachgegangen wird.

Empfindliche Leser sollten unbedingt Marks Ratschlag befolgen und den Teil auslassen, den ich persönlich als Grund dafür sehe, mir das Buch 'Brieffreundschaft mit einem Serienmörder'von Petra Klages anschaffen. Dass mag für den ein oder anderen dann doch zu harter Tobak sein.
Der erschütternde Abschluss stimmt dann noch nachdenklich.

Ein weiteres erstklassiges Buch des Kriminalbiologen.