85% Spice, 15% (größtenteils) blasse Protagonisten
For the Fans (Deutsche Ausgabe)„For the Fans“ war schon lange im englischen Original auf meiner Wunschliste. Dem entsprechend war ich total überrascht und begeistert als ich gesehen habe, dass es nun auch auf Deutsch erscheint. Besonders, ...
„For the Fans“ war schon lange im englischen Original auf meiner Wunschliste. Dem entsprechend war ich total überrascht und begeistert als ich gesehen habe, dass es nun auch auf Deutsch erscheint. Besonders, da ich bis jetzt hauptsächlich gutes von dem Buch gehört hatte, habe ich mich sehr drauf gefreut. Leider konnte das Buch meine Erwartungen allerdings so gar nicht erfüllen.
Die beiden Hauptcharaktere Avi und Kyran waren wahnsinnig blass. Beide sind auf ihre Art wandelnde Klischees, Avi der planlose, Kunst liebende Kiffer und Kyran der disziplinierte und verschlossene Star-Quaterback. Man hat zwar mitbekommen, dass beide auf ihre Art eine Rolle spielen, das „Warum“ wurde aber erst so spät beantwortet, dass mir zu dem Zeitpunkt beide schon ziemlich auf den Senkel gingen. Außerdem war die Entwicklung der Beziehung der beiden immer sehr sprunghaft. So wurden die verschiedenen Phasen – sie kennen sich nicht, sind Stiefbrüder, … - stets beschrieben, allerdings konnte ich zwischen diesen Phasen nie wirklich eine Entwicklung erkennen. Dadurch war ich dann doch immer etwas irritiert, wie die nächste Phase plötzlich eingeleitet wurde.
Mein zweites riesengroßes Problem waren die Spicy Kapitel. An sich lese ich entsprechende Inhalte gerne, sie sollten aber bitte zur Geschichte passen und gut eingebettet sein. Dass es bei dem Thema viel Smut geben wird, war mir ebenfalls klar. Allerdings war es meiner Meinung nach deutlich zu viel. Gefühlt gibt es in den Kapiteln 5 bis 25 fast keinen anderen Inhalt und wenn doch, dann drehen die Protas sich thematisch im Kreis. Außerdem war der Smut für meinen Geschmack so unangenehm und gleichzeitig so eintönig geschrieben, dass ich es erst einfach nur unangenehm zu lesen fand und die Seiten irgendwann einfach nur noch überflogen habe.
Das letzte viertel hat mich dann doch wieder überrascht. Hier wurden einige Themen aufgeklärt, es gab wieder mehr Inhalt und die Charaktere wirkten nahbarer. Wäre das ganze Buch entsprechend geschrieben gewesen, hätte es mir sehr gut gefallen. Auch hätte ich mir für einige Themen aus den letzten Kapiteln deutlich mehr Raum gewünscht. So wie es ist hat mir „For the Fans“ aber leider größtenteils gar nicht zugesagt und besonders im Mittelteil hat es teils viel Überwindung gekostet überhaupt weiterzulesen.