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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2017

Interessant und philosophisch, doch meiner Meinung nach kein richtiger Thriller

Memory Game - Erinnern ist tödlich
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Ich selber habe ein sehr gutes Gedächtnis und frage mich häufiger, wie es sein kann, dass die Menschen in meinem Umfeld so viel vergessen. Ich weiß, dass ich ein eher außergewöhnliches Gedächtnis habe, ...

Ich selber habe ein sehr gutes Gedächtnis und frage mich häufiger, wie es sein kann, dass die Menschen in meinem Umfeld so viel vergessen. Ich weiß, dass ich ein eher außergewöhnliches Gedächtnis habe, wundere mich aber dennoch regelmäßig darüber. Daher hat mich auch der Klappentext von “Memory Game” sofort angesprochen.

Stellt euch vor, ihr könntet euch maximal an die letzten 48h erinnern, müsstet jeden Tag Tagebuch über die Dinge führen, die ihr erlebt habt und müsstet Fakten aus eurem Leben auswendig lernen, damit sie in eurem Langzeitgedächtnis bleiben. Was für eine Vorstellung, oder?
Und nun stellt euch auch noch vor, dass in solch einer Welt ein Mord geschieht. Wie soll der Mörder gefunden werden, wenn er sich dazu entschließt seine Tat nicht in sein Tagebuch zu schreiben? Denn dann kann er sich nach spätestens 48h selber nicht mehr daran erinnern, was er getan hat. – Eine echt erschreckende Vorstellung.

Unsere Protagonisten Mark und Claire sind ein ziemlich ungleiches Paar. Mark ist ein Duo und kann sich somit an die vergangenen 48h erinnern. Claire hingegen ist eine Mono und ihr Gedächtnis reicht nur 24h zurück. Die beiden sind bereits seit 20 Jahren verheiratet, was in ihrer Welt eine wirkliche Seltenheit ist, denn normalerweise gibt es keine Mischehen. Die Duos halten sich für die Elite und wollen mit den, in ihren Augen, beschränkten Monos in der Regel nichts zu tun haben. Die Monos erledigen sozusagen die “niederen” Aufgaben, während Duos zu Ärzten, Anwälten, Polizisten, usw. werden.
Als nun eines Tages plötzlich die Polizei vor Claires Tür auftaucht, und ihr erklärt, dass die Leiche einer Frau im nahe gelegenen Fluss gefunden wurde und es sich hierbei angeblich um Marks Geliebte handeln soll, bricht Claires Welt zusammen. Kann sie ihrem Ehemann noch trauen? Und viel wichtiger: kann sie sich selber noch vertrauen?

Mit ihrem Debütroman ist Felicia Yap ein wirklich interessantes Gedankenspiel gelungen. Obwohl das Buch als Thriller ausgezeichnet ist, stand für mich die Tat an sich und die Aufklärung des Mordfalls eher im Hintergrund. Ich habe mich mehr mit den philosophischen Fragen und der “Zwischen-den-Zeilen” – Gesellschaftskritik beschäftigt, die die Autorin mit ihrer Geschichte implizit aufgeworfen hat.
Ist Liebe in dieser Welt wirklich möglich? Wie funktioniert Liebe, wenn man all die alltäglichen Kleinigkeiten, die Liebe so schön macht, spätestens nach 48h wieder vergisst? Wird Liebe in so einer Welt nicht zu etwas rein Mechanischem?
Die Diskriminierung der Monos durch die Duos war auch sehr präsent und hat mich stark an die Situation in den USA denken lassen, in denen dunkelhäutigen Menschen auch heutzutage leider immer noch einen geringeren Stellenwert haben. Oder auch daran, wie unterschiedlich auch heute noch die Gehälter von Männer und Frauen sind und wie wenig Frauen es leider noch immer in Spitzenpositionen gibt.

Eingefleischte Thriller-Leser würden dieses Buch vermutlich nicht unbedingt dem Thriller-Genre zuordnen, zumindest ging es mir so. Ja, es sind Thriller-Aspekte drin, aber für mich war insgesamt zu viel Spannung drin und ab einem Punkt wurde es dann doch zu vorhersehbar.
Außerdem bin ich der Meinung, dass auf Grund eines bestimmten Themas dieses Buch nicht unbedingt für alle Thriller-Fans geeignet ist.

Spoiler-Alarm!!!!!

Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser, dass Claire an Depressionen leidet und damals vor 20 Jahren, als Mark und sie geheiratet haben, ein Kind zur Welt gebracht hat. Dieses Kind hat sie – weil sie unter einer Wochenbettdepression litt – erstickt. Sie hat also ihr eigenes Kind umgebracht, es nicht in ihr Tagebuch geschrieben und es somit vergessen.
Ich finde, dass das ganz schön harter Tobak ist und mich hat das extrem mitgenommen. Ich weiß zwar nicht wie genau, aber ich hätte mir eine kleine (Trigger-)Warnung gewünscht. Vielleicht hätte ich das Buch dann gar nicht gelesen.

Spoiler-Ende!!!

Felicia Yaps Schreibstil ist insgesamt aber sehr angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich auf Grund der großen Schrift und der kurzen Kapitel sehr schnell lesen. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Claire, Mark und dem Detective geschrieben

Fazit

“Memory Game” ist insgesamt betrachtet ein gutes Debüt, das aber definitiv noch Luft nach oben hat. Felicia Yap kann meiner Meinung nach schreiben, doch sie wollte zu viel auf einmal für ihren ersten Roman. Beispielsweise hätte ich mir gewünscht den genauen Unterschied zwischen Fakten und Erinnerungen erklärt zu bekommen. Außerdem bleiben die Charaktere für diese Art von Buch zu flach.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch und das Gedankenspiel der Autorin gefallen, so dass ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 16.11.2017

Für Jugendliche spannend, für Erwachsene eher vorhersehbar

Soul Hunters
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Als ich vor einiger Zeit durch die Neuerscheinungen stöberte, sprach mich dieses Buch sofort an. Sowohl der Klappentext als auch das Cover machten einfach Lust auf mehr. Ich wollte unbedingt dieses Buch ...

Als ich vor einiger Zeit durch die Neuerscheinungen stöberte, sprach mich dieses Buch sofort an. Sowohl der Klappentext als auch das Cover machten einfach Lust auf mehr. Ich wollte unbedingt dieses Buch lesen und erfahren, was es mit dem Computerprogramm auf sich hat und in welcher Gefahr die beiden Protagonisten schweben.

Übrigens empfehle ich euch bei diesem Buch wirklich nur den Text auf dem Buchrücken zu lesen, denn die Inhaltsangabe, die auf der Verlagsseite und auf anderen Portalen steht, verrät meiner Meinung nach schon zu viel vom Buch und es wäre schade, wenn ihr euch spoilern würdet.

Während Jona und sein bester Freund Chris gemütlich in einem Café sitzen und Apfelstrudel essen, wird Hannah – unsere Protagonistin – durch die Straßen Brügges verfolgt. Sie hat keine Ahnung vor wem sie auf der Flucht ist, sie weiß nur weswegen. Der Grund passt auf einen kleinen USB-Stick, den sie bei sich trägt. Jemand ist hinter ihrem Computerprogram her – doch wieso?
Auf ihrer Flucht kommt sie auch in eben jenem Café vorbei, in dem Jona und sein Kumpel Chris sitzen. Ein kurzer Rempler, ein tiefer Blick in die Augen und schon ist Jonas Leben nicht mehr wie es mal war.

“Soul Hunters” wird empfohlen für Leser*innen ab 12 Jahren. Dies sollte man beim Lesen also immer im Hinterkopf haben, auch wenn es in diesem Buch u.a. um Seelenverwandtschaft geht. Mir war es kurzfristig entfallen und dadurch war ich zeitweise durch die mangelnde Tiefe der Charaktere und der Geschichte enttäuscht. Ich musste mir erst wieder ins Gedächtnis rufen, dass für die Zielgruppe dieses Jugendthrillers die Spannung im Vordergrund steht und nicht die zwischenmenschliche Beziehung der Charaktere. Dies hat mir dann geholfen über meine Enttäuschung hinwegzukommen, änderte allerdings leider nichts daran, dass ich trotzdem nicht zu den Charaktere durchdringen konnte.

Die Geschichte um Hannah und Jona ist interessant und auch spannend geschrieben, doch leider wurde ich nie Teil des Ganzen, sondern schwebte als stiller Beobachter über dem Geschehen. Ich behielt während des gesamten Buches eine Distanz zu den Charakteren, die es mir leider nicht ermöglichte richtig mitzufiebern und mit den Personen mitzufühlen. Sehr schade.

Zu Beginn des Buches hatte ich leichte Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Ich kann gar nicht genau benennen wieso, ich weiß nur, dass ich ein paar mehr Seiten brauchte, um mich einzulesen. Als ich mich dann eingelesen hatte, lies sich die Geschichte für mich leicht und zügig lesen.
Der Stil ist der Altersgruppe angemessen und wie bereits erwähnt, wird ein konstant hoher Spannungsbogen gehalten, der der Zielgruppe sicher sehr gefallen wird.

Für mich als erwachsene Leserin war jedoch Vieles leider ziemlich vorhersehbar und ich hätte auch einen stärkeren Fokus auf das Computerprogramm selber und seine Auswirkungen erwartet bzw. es mir gewünscht. So empfand ich das Buch durchaus als gelungenes Werk für junge Leser, doch als Erwachsene würde ich es vermutlich nicht noch einmal lesen wollen – obwohl es mir gefallen hat.

Fazit

Für die anvisierte Zielgruppe ist “Soul Hunters” sicher ein spannendes und gut gelungenes Buch. Mir als Erwachsene war zu Vieles vorhersehbar und der Fokus “falsch” gesetzt.
Das Buch konnte mich dennoch gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen. Daher vergebe ich gerne knappe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Klasse Idee - die Autorin hätte allerdings mehr daraus machen können

Marthas Widerstand
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Ich liebe Jugendbücher und bin großer Fan davon, wenn diese sich auch noch mit gesellschaftskritischen Themen befassen. “Marthas Widerstand” tut genau dieses und nachdem mich der Klappentext des Buches ...

Ich liebe Jugendbücher und bin großer Fan davon, wenn diese sich auch noch mit gesellschaftskritischen Themen befassen. “Marthas Widerstand” tut genau dieses und nachdem mich der Klappentext des Buches restlos überzeugt hatte, war klar, dass ich mich auch dem Inhalt des Buches widmen muss.

Stellt euch ein Rechtssystem vor, in dem es weder unparteiische Richter noch eine faire Beweisführung gibt. Sondern einzig und allein die Bevölkerung per Telefon- oder Internetvoting – mit einem Anruf oder Klick – darüber entscheidet, ob ihr sterben oder leben werdet. Grausam? Gruselig? Unmenschlich? Ja! Und noch viel Schlimmeres!

Martha wird von der Polizei mit einer Waffe in der Hand neben dem toten Jackson Paige gefunden. Nachdem Martha auch noch klar und deutlich artikuliert, dass sie schuldig ist, scheint die Sache ja klar zu sein. Die 16-Jährige hat den beliebten Millionär und Wohltäter Jackson Paige erschossen und soll dafür in sieben Tagen hingerichtet werden.
Ein Präzedenzfall, denn noch nie befand sich eine weibliche Minderjährige im Todestrakt. Doch wieso gibt Martha bereitwillig zu, dass sie den Publikumsliebling erschossen hat und unterschreibt damit ihr definitives Todesurteil? Was steckt dahinter und ist diese Art der Rechtsprechung wirklich die wahre Art Demokratie zu leben – so wie die Bevölkerung es von den Medien immer gesagt bekommt?

Wie bereits gesagt, bin ich großer Fan von gesellschaftskritischen (Jugend-)Büchern. Ich setze mich sehr gerne gedanklich damit auseinander. Bei “Marthas Widerstand” fand ich von Anfang an die Idee der Autorin einfach nur genial. Auch bei uns in der Realität kann man leider immer häufiger beobachten, wie die Medien uns im Griff haben und einen wirklich sehr großen Teil der Bevölkerung zu manipulieren wissen. Wie kleine dumme Schafe folgen so Einige den Aufrufen ein paar berühmter und vermeintlich "guter" Menschen.
Was ist nun, wenn der breiten Bevölkerung suggeriert wird, dass sie mitbestimmen dürfen und zwar mit Ergebnissen, die viel greifbarer sind, als sie es in unserer Demokratie heute sind. Macht haben, mitbestimmen dürfen und gleichzeitig Voyeur sein. Irgendwie fühle ich mich ins Mittelalter zurückversetzt, wo Menschenmassen sich bei Hinrichtungen getummelt haben und in lauten Jubelschreien ausgebrochen sind, als der Kopf gerollt ist.

Kerry Drewery hat sich an einer wirklich guten Idee versucht und in Teilen auch sehr gut umgesetzt. Doch leider konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Idee super, Umsetzung ausbaufähig.
Ihr Schreibstil ist schön locker, leicht und flüssig. Der Zielgruppe definitiv angemessen. Die Kapitel sind kurz und dadurch und den schönen Schreibstil, lässt das Buch sich wirklich leicht und schnell lesen. Ein großer Pluspunkt. Außerdem ist die Geschichte spannend, besonders am Ende konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Allerdings fand ich es auch in einigen Teilen ziemlich vorhersehbar und leider auch konstruiert. Große Überraschungen gab es für mich nicht und wenn, dann wirkten sie nicht authentisch.

Was die Autorin aber wirklich gut kann, sind ihre Charaktere. Sie hat allesamt richtig gut gezeichnet und es geschafft, dass ich – besonders bei zwei Charakteren – starke Gefühle empfunden habe. Der eine Charakter hat mich vollständig überzeugt. Eve – Marthas psychologische Betreuung während ihrer Zeit in im Todestrakt – ist ein durch und durch authentischer und sympathischer Charakter. Ich würde fast sagen, sie ist mein Lieblingscharakter.
Und auf der anderen Seite hätten wir Kristina – die Moderatorin von “Death is Justice”, der Sendung, die über alle Todeskandidaten informiert und zur Abstimmung aufruft. Auf Kristina habe ich eine richtige Hasskappe bekommen. Am liebsten hätte ich sie aus dem Buch gezerrt und ihr den Hals umgedreht ihr mal richtig die Meinung gesagt!
Mich so starke Emotionen fiktiven Charakteren gegenüber empfinden zu lassen, zeigt meiner Meinung nach das Können des Autors.

Fazit

Kerry Drewery hat mit “Marthas Widerstand” ein Buch geschrieben, dessen Grundidee grandios ist, doch leider hat es etwas an der Umsetzung gehapert. Der ein oder andere Logikfehler, an einigen Stellen eine zu konstruierte Story und eine zu simple Erklärung am Ende haben leider dafür gesorgt, dass ich dem Buch nicht die volle Sternenzahl geben kann.
Dennoch bin ich jetzt schon sehr gespannt auf den zweiten Teil dieser Trilogie und hoffe, dass mich der zweite Band mehr überzeugen kann.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Originalität
  • Spannung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2017

Gut geschrieben, aber fehlende Tiefe bei den Charakteren

Das Mädchen aus Brooklyn
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Meine Meinung zum Buch

“Guillaume Musso”, definitiv kein unbekannter Name. Mir selber ist er schon sehr häufig begegnet. Immer wieder wurde mir gesagt, ich müsse unbedingt mal ein Buch von ihm lesen – ...

Meine Meinung zum Buch

“Guillaume Musso”, definitiv kein unbekannter Name. Mir selber ist er schon sehr häufig begegnet. Immer wieder wurde mir gesagt, ich müsse unbedingt mal ein Buch von ihm lesen – er würde so gut schreiben.
Schreiben kann der Mann ganz definitiv; trotzdem konnte mich sein neustes Werk leider nicht vollständig überzeugen.

Raphaël und Anna kennen sich gerade mal sechs Monate und wollen schon heiraten. Die beiden haben ihre große Liebe gefunden, doch eine Sache belastet Raphaël noch sehr. Er weiß nichts über Annas Vergangenheit.
Während eines romantischen Wochenendes bringt Raphaël seine Freundin dazu ihm von ihrer Vergangenheit zu berichten und flüchtet Hals über Kopf, als sie ihm ein Foto von drei verkohlten Leichen zeigt und behauptet, das wäre sie gewesen. Anna hat keine Chance sich zu erklären und als Raphaël wieder klare Gedanken fassen und mit Anna reden möchte, ist diese plötzlich spurlos verschwunden.
Mit seinem Freund Marc, einem ehemaligen Polizisten, macht sich Raphaël auf die Suche nach Anna und stößt dabei auf Geheimnisse, die ganz schönen Wirbel verursachen.

“Das Mädchen aus Brooklyn” ist maßgeblich aus der Perspektive von Raphaël und Marc geschrieben. Raphaël selber erzählt in der Ich-Perspektive und wenn ein Kapitel kommt, in dem Marc im Fokus ist, benutzt Musso die personale Erzählperspektive. So konnte ich als Leserin sehr schnell unterscheiden mit welchem der beiden Männer ich nun unterwegs bin.
Ab und an werden kurze Kapitel aus der Vergangenheit eingestreut, die aus der Sicht einer gänzlich anderen Person geschrieben sind. Das fand ich wirklich klasse, denn so hatte ich da Gefühl live dabei gewesen zu sein und die relevanten Informationen, aus erster Hand zu erhalten.

Mussos Schreibstil hat mir gut gefallen. Ich konnte das Buch flüssig und zügig lesen, allerdings verloren sich meine Gedanken gerne mal woanders, wenn der Autor wieder ein wenig zu ausschweifend wurde für meinen Geschmack.
Musso hat auch einen Faible für die präzise Benennung aller Straßennamen und Orte an denen sich die Protagonisten befinden. Für Ortskundige bestimmt ein Gewinn, mir war es zu viel. Ich habe die Straßennamen überlesen, d sie für mich nicht interessant waren.

Der Autor ist wirklich geschickt darin verschiedene Stränge, von denen ich nicht mal geahnt habe, dass sie irgendwie zusammengehören, zum Ende hin zusammenzuweben. Er baut Wendungen ein, mit denen ich im Leben nicht gerechnet habe. So bleibt das Buch durchgehend spannend.
Leider hatten mir persönlich die Charaktere zu wenig Tiefe. Marc fand ich am gelungensten gezeichnet, zu den anderen konnte ich kaum eine Bindung aufbauen. Das ist bei mir leider ein recht großer Kritikpunkt, denn nur wenn ich eine Bindung zu den Charakteren aufbauen kann, kann ich auch richtig mit ihnen mitfühlen und emotional werden. So fand ich das Buch zwar trotzdem interessant und spannend, aber wirklich emotional berührt hat es mich kaum. Zudem Musso recht weit am Ende eine Wendung einbaut, die für mich so nicht hätte sein müssen. Mir war es dann doch etwas zu viel des Guten.

Fazit

Auch wenn mich mein erstes Buch von Guillaume Musso nicht vollständig begeistern konnte, wird es bestimmt nicht das letzte Buch von ihm gewesen sein, das ich lesen werde.
Ich mag seine verschlungenen Pfade, die dafür gesorgt haben, dass ich sogar ganz am Ende noch überrascht wurde. Das schaffen nicht viele Autoren.
Leider kann ich bei meinen genannten Kritikpunkten nicht mehr als 3,5 von 5 Sternen geben.

Veröffentlicht am 20.07.2017

Sehr lecker, aber auch zeitintensiv

Waffeln aus dem Ofen
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Meine Meinung

Ich bin ein riesiger Waffelfan, doch leider bringe ich viel zu selten die Geduld und die Muße auf das Waffeleisen herauszukramen und mich dann gefühlt stundenlang davor zu stellen, um ein ...

Meine Meinung

Ich bin ein riesiger Waffelfan, doch leider bringe ich viel zu selten die Geduld und die Muße auf das Waffeleisen herauszukramen und mich dann gefühlt stundenlang davor zu stellen, um ein paar Waffeln zu backen.
Daher war ich ganz begeistert, als ich dieses Buch hier entdeckt habe. Ich kannte vorher noch keine Waffeln aus dem Ofen und war sehr gespannt darauf, was mich erwarten würde.
Praktischerweise kommt das Buch gleich mit einer passenden Silikonform für vier Waffeln daher, so dass ich gleich starten konnte.

Das Buch ist in drei Kategorien unterteilt:

Süße Ofenwaffeln
Waffeln mal ganz anders
Herzhafte Ofenwaffeln

Außerdem gibt es noch ein kurze Einleitung, und ein Rezepteregister am Ende.
Die Einleitung sollte man sich auch dringend durchlesen bevor man anfängt zu backen. Hätte ich sie mir gleich zu Beginn durchgelesen und die Tipps befolgt, wären meine ersten Waffeln bestimmt nicht so “zerfleddert” gewesen.

IMG20170614142100959Die im Buch vorgestellten Rezepte sind wirklich sehr vielfältig, außergewöhnlich und in der Regel leicht zu backen. Die Rezepte, die wir ausprobiert haben, waren allesamt sehr lecker.
Wir haben uns an Pizzawaffeln mit Rucola, Erdnussbutterwaffeln mit marinierten Heidelbeer-Bananen und Buchweizenwaffeln mit Heidelbeersahne probiert.IMG
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Der Ideenreichtum und die Vielfalt sind wirklich ein großer Pluspunkt. Im Buch finden sich Waffeln für alle. Egal ob mit Fleisch, vegetarisch und sogar vegane Waffeln sind mit dabei. Bei den vegetarischen Waffeln finden sich teilweise auch Tipps, wie diese zu veganen Waffeln umfunktioniert werden können. Wieder ein großer Pluspunkt für mich.

Das Buch ist auch sehr schön gestaltet. Die Fotos sind sehr ansprechend und appetitlich und die Rezepte sind klar strukturiert.
Ich hätte mir in den Rezepten lediglich gewünscht, dass bereits zu Beginn erwähnt wird, dass der Ofen vorgeheizt werden muss und nicht erst dann, wenn die Waffeln schon in den Ofen sollen. Den Fehler macht man zwar nur ein Mal, aber trotzdem ist es ärgerlich.

Leider habe ich noch mehr Kritikpunkte an dem Buch. Fast gleich zu Beginn der Einleitung steht, man könne vier Waffeln in weniger als einer halben Stunde zaubern. Schaue ich mir aber die Zubereitungszeiten der einzelnen Waffelrezepte an, muss ich feststellen, dass es nur ein Rezept gibt, das sich angeblich innerhalb von 30 Minuten machen lässt. Der Rest rangiert von 40 Min. bis zu mehreren Stunden (durch Kühlzeit). Ich selber habe als einigermaßen geübte Bäckerin bei der Zubereitung jedes Mal länger gebraucht, als angegeben wurde.
Also mit mal eben schnell ein paar Waffeln zaubern ist es leider auch bei den Ofenwaffeln nichts. Diese müssen nämlich nach dem Zusammenrühren aller Zutaten noch 10-12 Minuten gebacken werden, dann kurz auskühlen, aus der Form genommen und dann erneut 10-12 Minuten von der anderen Seite gebacken werden. Dabei kann ich maximal 8 Stück gleichzeitig machen.
Die Waffeln sind sehr sättigend, aber eine Großfamilie oder einen Kindergeburtstag kann ich mit einem normalen Waffeleisen schneller satt und zufrieden bekommen.

Fazit

Ein toll aufgebautes Buch mit vielfältigen und sehr leckeren Rezepten. Ich kann es definitiv weiterempfehlen, muss aber sagen, dass man schneller ist, wenn man Waffeln mit dem Waffeleisen macht. Die Waffeln aus dem Ofen sind allerdings wesentlich kreativer.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.