Profilbild von Aer1th

Aer1th

Lesejury Profi
offline

Aer1th ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Aer1th über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2017

Wunderschönes Buch - von innen wie von außen!

Wir fliegen, wenn wir fallen
0

Worum geht’s?

Yara und Noel, zwei junge Menschen, denen das Schicksal übel mitgespielt hat, stehen vor einer ganz neuen Herausforderung. Die beiden kennen sich eigentlich gar nicht und mögen sich noch ...

Worum geht’s?

Yara und Noel, zwei junge Menschen, denen das Schicksal übel mitgespielt hat, stehen vor einer ganz neuen Herausforderung. Die beiden kennen sich eigentlich gar nicht und mögen sich noch viel weniger, sollen aber gemeinsam eine Aufgabe erfüllen.
Eine Liste mit 10 Wünschen und jeweils ein Brief, das ist alles, was Yara und Noel von Phil geblieben ist. Diese 10 Wünsche sollen sie gemeinsam für Phil erfüllen und zwar nur gemeinsam. Nicht jeder für sich, sondern so richtig zusammen. Keine leichte Aufgabe und schon gar nicht, wenn sich die Personen, die nun mehrere Wochen teilweise auf engstem Raum zusammen verbringen müssen, eigentlich gar nicht leiden können. Doch für Phil nehmen sie diese Herausforderung an. Der Beginn einer Reise, die ihr Leben verändern wird.

Meine Meinung zum Buch

“Wir fliegen, wenn wir fallen” ist mein erstes Buch von Ava Reed. Ich kannte sie zwar schon als Bloggerin und bin ihr schon längere Zeit auf Facebook treu, aber als Autorin bin ich erst jetzt mit ihr in Kontakt gekommen. Von daher war mir bisher gar nicht so richtig bewusst gewesen WIE gut sie mit Worten umgehen kann.
Avas Schreibstil hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und mich einfach nur begeistert. Sie lässt emotional schwere Themen leicht erscheinen, ohne ihnen dabei die Tiefe zu nehmen. Sie spielt mit Worten und hat mich mit hier und da eingestreuten kleinen Botschaften mitten ins Herz getroffen.

Ich möchte noch einen kurzen Blick auf das Cover werfen. Es ist einfach nur wunderschön, mit und ohne Schutzumschlag. Die Dinge, die auf dem Cover zu sehen sind, passen perfekt zum Inhalt und die Pusteblumen finden sich innerhalb des Buches, an den Kapitelanfängen wieder. Zum Ende des Buches hin wird auch erläutert, was es mit eben diesen Pusteblumen auf sich hat und die Erläuterung ist wirklich wunderschön.

”Wir fliegen, wenn wir fallen” ist ein Jugendbuch, empfohlen für die Altersgruppe von 12-15 Jahren und das darf man beim Lesen des Buches einfach nicht vergessen. So bewegend und emotional das gesamte Thema ist, die Tiefe, die für einen Erwachsenenroman üblich ist, darf man hier nicht erwarten. Das Buch ist definitiv nicht oberflächlich, aber die einzelnen Themen werden mit mehr Tempo und teilweise weniger Detail behandelt, damit es nicht zu langatmig wird. Die Seiten flogen beim Lesen einfach nur so dahin und ich bin regelrecht durch das Buch gerauscht. Es lässt sich ganz wunderbar lesen, locker leicht geschrieben und trotz des Tempos sind die Emotionen nicht zu kurz gekommen.
Ich konnte mich sehr gut in die beiden Protagonisten hineinversetzen und habe mit ihnen mitgelitten und mit gefiebert. Bei Noel fiel es mir zu Beginn nicht ganz so einfach, da ich ihn am liebsten aus dem Buch gezerrt und einmal kräftig durchgeschüttelt hätte, weil er sich mit seinem Verhalten einfach nur selbst im Weg gestanden ist. Aber genau das macht den Charakter Noel aus und im Laufe der Geschichte merkt man als Leser sehr schön, wie beide Charaktere wachsen.

Ava Reeds neustes Werk gehört für mich zu den Büchern, die, wenn ich sie rein objektiv betrachten würde, nicht ganz ohne Kritik auskommen würden. Es gibt den ein oder anderen plot hole, die Nebencharaktere kommen etwas zu kurz und es läuft alles ein klein bisschen zu reibungslos. Aber dieses Buch gehört ebenso zu den Büchern, die ich gar nicht rein objektiv betrachten kann und möchte, denn es ist ein Buch, dem man diese kleinen “Fehler” verzeihen möchte. Es ist ein Buch, das einem beim Lesen ein tolles Gefühl vermittelt, das mich geflasht hat und das ich noch einmal lesen würde, weil es so schön war.

Fazit

“Wir fliegen, wenn wir fallen” ist ein wunderschönes Buch – von außen, wie von innen. Die Idee und die Umsetzung haben mir sehr, sehr gut gefallen. Das Buch ist der Zielgruppe angemessen geschrieben, konnte mich als erwachsene Leserin aber genauso begeistern.
Toller Schreibstil, tolle Idee, tolle Charaktere! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und damit eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 06.04.2020

Anders als erwartet und dennoch sehr gut

Influence – Fehler im System
0

Unser Leben, so wie wir es heute kennen, wäre ohne Internet ein gänzlich anderes. Und ich rede nicht davon, dass wir nicht mehr alles sofort mit unseren Freunden und auch Fremden auf Social Media teilen ...

Unser Leben, so wie wir es heute kennen, wäre ohne Internet ein gänzlich anderes. Und ich rede nicht davon, dass wir nicht mehr alles sofort mit unseren Freunden und auch Fremden auf Social Media teilen könnten. Auch nicht davon, dass wir unsere Lieblingsserien und YouTuber nicht mehr sehen könnten.
Ich rede davon, dass simple Anrufe nicht mehr getätigt werden könnten (auch nicht bei der Polizei); es kein bargeldloses Bezahlen mehr geben würde; Krankenhäuser nicht mehr voll funktionsfähig wären und noch vieles mehr.
Christian Linker nimmt sich dieser Thematik in seinem Werk “Influence – Fehler im System” an und beleuchtet u.a. die Auswirkungen auf die menschliche Bevölkerung.

Gerade in Zeiten von Corona wissen wir nur zu gut, zu was einige Menschen fähig sind (ich sage nur ausflippen wegen Klopapier und das war noch harmlos). Wenn das Internet wegbricht, wird es noch viel archaischer. Es war schon erschreckend dem Gedankenexperiment des Autors zu folgen und dabei behandelt er die Auswirkungen auf die Bevölkerung mehr am Rande.
Im Fokus stehen der Politikstudent und Crowdworker Amir und der Internetaktivist Habakuk. Amir soll mit Habakuks Hilfe brisante Informationen leaken, doch bevor das geschehen konnte, wurde das gesamte Internet lahmgelegt. Was war so wichtig, dass gleich das weltweite Internet dran glauben musste?

Wie bereits erwähnt steht zunächst Amir mit seiner Geschichte, seiner Verbindung zu Habakuk und dann deren gemeinsames “Abenteuer” im Vordergrund. Ebenso die Politik und die Rolle der Influencer. Die Auswirkungen auf das System und die Menschen finden natürlich Erwähnung und das auch nicht zu knapp, für mich standen sie aber nicht im Mittelpunkt. Da habe ich bereits andere Bücher gelesen, die sich vermehrt darauf konzentriert hatten.

Beim Lesen des Klappentextes nahm ich allerdings zunächst an, dass es mehr um die Auswirkungen des fehlenden Internets auf alle Menschen und das gewohnte System gehen wird und war daher ein wenig überrascht, das dem nicht so war. Aufgrund der aktuellen Situation empfand ich das für mich allerdings auch als angenehmer.

Christian Linker kann schreiben, keine Frage. Sein Schreibstil ist etwas anspruchsvoller, was prima zum gewählten Thema passt. Nichtsdestotrotz ließ sich das Buch wunderbar flüssig lesen. Der Anfang war etwas ruhiger und gemächlicher, wurde jedoch von Seite zu Seite rasanter und spannender.
Linker schreibt aus Amirs Sicht und baut zu Beginn immer mal wieder kurze Flashbacks ein, um den Leser so auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, da dadurch keine Langeweile aufkommen konnte.

Das Buch an sich empfinde ich als recht speziell und nicht unbedingt für die breite Masse gedacht. Man sollte schon netzaffin, um Gefallen an dem Buch zu finden. Für jemanden, der nur recht wenig mit Computern, dem Internet, den Social Media usw.zu tun, könnte es schnell uninteressant werden.

Fazit

Ich habe zunächst zwar erwartet, dass es mehr um das große Ganze, den weltweiten Internetausfall und seine Auswirkungen auf das System und die Bevölkerung im Allgemeinen geht, war dann aber positiv überrascht davon, dass Christian Linker den Fokus etwas kleiner gesetzt hat.
Ich brauchte ein paar Seiten, um in die Geschichte zu finden und mit ihr warm zu werden, doch je mehr ich gelesen hatte, desto besser gefiel mir die Geschichte.

Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2021

Meine Tochter war begeistert, ich nur so halb

Pepino Rettungshörnchen
0

Meine Tochter ist, genau wie, ich eine Vielleserin, daher bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen, interessanten Kinderbüchern zum Vorlesen. Bei meiner letzten Suche bin ich auf “Pepino Rettungshörnchen” ...

Meine Tochter ist, genau wie, ich eine Vielleserin, daher bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen, interessanten Kinderbüchern zum Vorlesen. Bei meiner letzten Suche bin ich auf “Pepino Rettungshörnchen” von Irmgard Kramer gestoßen. Da sie zu dem Zeitpunkt gerade sowieso Interesse an der Feuerwehr gezeigt hat und süße Eichhörnchen eigentlich immer gehen, durfte das Buch bei uns einziehen.

Pepino lebt mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder auf dem Dachboden einer Feuerwache und immer wenn die Feuerwehrmänner und –frauen sich auf den Weg zu einem Rettungseinsatz machen, ist Pepino mit von der Partie. Auch dieses Mal, als es zu einer Überschwemmung geht. Ein Teil einer Straße steht unter Wasser und damit auch einige Häuser. Mutig, wie Pepino ist, begibt er sich auf eine Rettungsmission und rettet gleich sechs kleine Mäusekinder, die in ihrer Mäusehöhle festsaßen und aufgrund des Hochwassers nicht mehr rauskamen.
Doch anstatt in aller Ruhe mit dem Feuerwehr Auto nach dem Einsatz wieder nach Hause zu fahren, stößt Pepino auf den fiesen Marder Don Kling. Nun braucht Pepino selber jemanden, der ihn rettet. Auf seiner Flucht trifft er auf das Eichhörnchenmädchen Jala.

Meine Tochter (5) war von Anfang an begeistert von Pepino und seinen Freunden. Sie hat sich jedes Mal gefreut, wenn wir zusammen gelesen haben und auch aktiv danach gefragt. Als der Marder Don Kling auf den Plan trat bangte sie ganz gespannt mit, was mit Pepino und Jala passieren wird und ob die beiden dem fiesen Marder entkommen würden. Sie stellte viele Fragen und lies mich immer wieder die Namen der Mäusekinder vorlesen, die Pepino gerettet hat, weil sie die Namen so witzig fand.
Sie staunte auch immer wieder über die süßen Illustrationen von Nora Paehl und schaute sich jedes Bild ganz genau an. Die Illustrationen mochte ich auch sehr. Von der Geschichte war ich allerdings nicht ganz so begeistert wie meine Tochter.

Beim Vorlesen stockte ich immer mal wieder, obwohl ich normalerweise sehr flüssig vorlese. An einigen Stellen schien ich mit der Schreibweise der Autorin wohl nicht ganz so gut zurecht zu kommen. Außerdem konnte ich nicht so viel mit dem Nest-Arrest (Hausarrest) anfangen, den Pepino erhält, weil er unerlaubterweise erneut bei einem Feuerwehreinsatz dabei war. Ein gesamtes Kapitel trägt sogar diesen Namen. Hausarrest war früher, doch heutzutage weiß man, dass Strafen (und nichts anderes ist ein Nest(Haus)-Arrest) nichts bringen, außer das Vertrauen zwischen Kind und Elternteil und die Bindung zwischen den beiden nachhaltig zu stören.
Meine Tochter hat mich auch gefragt, was Nest-Arrest eigentlich sei, denn von uns zu Hause kennt sie dieses Konzept nicht. Wir haben darüber gesprochen und damit war das Thema für sie auch erledigt.
Es gab noch ein paar andere Sachen im Buch, die mir aus pädagogischer Sicht nicht ganz gefallen haben, die meiner Tochter allerdings gar nicht aufgefallen sind.

Meiner Tochter hat das Buch gefallen und das ist die Hauptsache. Allerdings werde ich darauf verzichten Band 2 bei uns einziehen zu lassen.

Da es meiner Tochter aber so gut gefallen hat, gibt es von uns immer noch 4 von 5 Sternen für “Pepino Rettungshörnchen”.

Veröffentlicht am 08.05.2021

Liebenswerte Charaktere, eine wunderbar ausgearbeitete Welt und eine spannende Story

Lia Sturmgold – Das Geheimnis der Meereselfe
0

Endlich zurück im Elfeninternat Springwasser! Ich habe den ersten Lia Sturmgold – Band geliebt und mich schon sehr auf den zweiten Band gefreut.

Lia ist nun schon eine ganze Weile in Springwasser und ...

Endlich zurück im Elfeninternat Springwasser! Ich habe den ersten Lia Sturmgold – Band geliebt und mich schon sehr auf den zweiten Band gefreut.

Lia ist nun schon eine ganze Weile in Springwasser und sie liebt es hier. Sie möchte sich gar nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn sie ihre neuen Freundinnen zurücklassen muss, um wieder in ihren Menschenkörper zurückzukehren. Doch dafür braucht sie die Taukristalle und um die zu bekommen, muss Lia unbedingt die Flugprüfung bestehen. Zwar befindet sie sich im Körper der Luftelfenprinzessin Asalia, doch mit Höhenangst lässt es sich nicht gut fliegen.
Lia muss sich jedoch nicht nur mit ihrer Höhenangst auseinandersetzen. Als Springwasser von magischen Wasserfluten überschwemmt wird, gerät Lias Freundin Serafina, als einzige Meereselfe auf der Schule, unter Verdacht. Lia ist sich sicher, dass ihre Freundin nichts damit zu tun hat und macht sich zusammen mit ihren besten Freundinnen aus der Nachtflugwabe auf eine riskante Suche nach dem Verantwortlichen.

Ich liebe Internatsgeschichten, habe ich irgendwie schon immer und wenn sie dann auch noch im Reich der Elfen spielen, kann fast nichts mehr schief gehen. Der erste Band der Lia Sturmgold – Reihe gehörte 2020 zu einem meiner Highlights aus dem Kinderbuchbereich. Daher habe ich mich sehr auf das Erscheinen des zweiten Bandes und die Rückkehr nach Springwasser gefreut.

Ohne großes Vorgeplänkel und Wiederholungen startet die Autorin mitten in die Geschichte um Lias und Asalias Body Switch. Um Anschluss zu finden, muss man also unbedingt den ersten Band gelesen haben. Generell sollte diese Reihe in chronologischer Reihenfolge gelesen werden, da die Bücher stark aufeinander aufbauen.

Auch im zweiten Band treffen wir wieder auf unser Quartett aus der Nachtflugwabe – Lia, im Körper der Luftprinzessin Asalia; Blo, die kämpferische Pixie; die schüchterne Erdelfe Merla und die scharfzüngige Undine Serafina. Neben diesen vier liebgewonnenen Charakteren, begegnen uns noch viele weitere bekannte Gesichter.
Wie im ersten Band überzeugt die Autorin mit der liebevollen und detaillierten Ausarbeitung ihrer Figuren. Ein ganz großer Pluspunkt für mich.

Während mich der Auftaktband der Lia Sturmgold-Reihe vollständig fesseln konnte, muss ich hier leider sagen, dass mich die Geschichte dieses Mal leider nicht vollständig packen konnte. Der Spannungsbogen ist zwischenzeitlich immer mal wieder etwas abgeflacht, so dass ich keinen großen Drang verspürt habe, das Buch sofort weiterzulesen.
Nichtsdestotrotz habe ich ein paar großartige Lesestunden mit Buch verbracht und werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.

Fazit

Nicht ganz so stark wie der erste Band, doch definitiv lesenswert. Liebenswerte Charaktere, eine wunderbar ausgearbeitete Welt und eine spannende Story versprechen ganz viel Lesespaß für Kinder ab 10 Jahren.

Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2021

Spannend, temporeich und komplex – ein wirklich gelungenes Finale

Elbendunkel 2: Kein Weg zu dir
0

Ein aktuelles, gesellschaftskritisches Thema, verpackt in einen dystopischen Urban-Fantasy Jugendroman – auch der finale Band der Elbendunkel-Dilogie konnte mich überzeugen.

Ash ist zusammen mit Darel ...

Ein aktuelles, gesellschaftskritisches Thema, verpackt in einen dystopischen Urban-Fantasy Jugendroman – auch der finale Band der Elbendunkel-Dilogie konnte mich überzeugen.

Ash ist zusammen mit Darel bei den Dunkelelben-Rebellen angekommen und wie erwartet, wurde sie nicht gerade herzlich willkommen geheißen. Doch Ash wäre nicht Ash, wenn sie diese Herausforderung nicht für sich nutzen würde. Auf Anweisung des Rebellen-Anführers Dusk absolviert sie eine harte Ausbildung zur Kriegerin. Dusk versucht Ash für seine Zwecke zu nutzen, doch die junge Halbelbin hat ihre eigenen Pläne.

Bereits Rena Fischers erster Band der Elbendunkel-Dilogie hat mir sehr gut gefallen. Den zweiten Band fand ich noch um einiges besser.
Während ich im Auftaktband noch arge Schwierigkeiten mit den Charakteren hatte, besonders mit Ash und Darel, hatte ich dieses Mal so gar keine Probleme mit den beiden. Auch die anderen Charaktere waren mir viel sympathischer als im ersten Band und, was ganz wichtig ist, alle waren wesentlich greifbarer für mich.
Die Figuren haben allesamt eine großartige Entwicklung durchgemacht, sind gewachsen, reifer geworden und waren nicht mehr so undurchschaubar wie zu Beginn. Ein ganz großer Pluspunkt für mich.

Zusätzlich zu den Charakteren fand ich den finalen Band der Dilogie auch spannender als den ersten. Ich brauchte zwar auch hier etwa 100 Seiten, um Anlauf zu nehmen, doch danach wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Zwischendurch flaute der Spannungsbogen kurzzeitig ein wenig ab, fing sich jedoch relativ schnell wieder. Neben doch recht vorhersehbaren Wendungen, hatte die Autorin auch einige Überraschungen in petto.

Bereits im ersten Band wurden gesellschaftskritische Themen, wie Fremdenhass, Diskriminierung und Rassismus behandelt. In diesem Band werden diese Themen noch viel mehr in den Vordergrund gerückt und auch gezeigt, dass es andere, sinnvollere und bessere Wege gibt als Hass und Gewalt.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist Rena Fischers Schreibstil. Ich mag ihn sehr. Er lässt das Gelesene lebendig werden. Sie schafft es gleichzeitig poetisch und ruhig zu schreiben und nur ein paar Seiten später rau, schnell und spannend. Ich mag diese Mischung sehr.

Auch dieser Band ist an einigen Stellen recht blutig und nicht nur ein Mal hat es mir das Herz aus der Brust gerissen. Die Altersempfehlung von 14 Jahren kann ich daher nur unterstützen. Doch auch mir als erwachsene Leserin hat das Buch sehr gut gefallen.

Fazit

Spannend, temporeich und komplex – ein wirklich gelungenes Finale der Elbendunkel-Dilogie. Trotz einiger Jugendbuch-Klischees konnte mich das Buch von sich überzeugen.

Ich vergebe sehr gerne gute 4 von 5 Sternen.