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AiHaninozuka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2019

Schlechter Abschluss

Calendar Girl - Ersehnt
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Nachdem ich nach langer Zeit endlich den dritten Band der Reihe beendet hatte, musste ich leider feststellen, dass ich überhaupt kein Interesse mehr an der Reihe habe.

Der Schreibstil bleibt weiterhin ...

Nachdem ich nach langer Zeit endlich den dritten Band der Reihe beendet hatte, musste ich leider feststellen, dass ich überhaupt kein Interesse mehr an der Reihe habe.

Der Schreibstil bleibt weiterhin so peinlich, dass ich das Buch schlussendlich nur quergelesen habe. Nicht nur, weil ich mit den ständigen Sexszenen nichts mehr anfangen konnte, sondern auch, weil ich die Figuren sehr nervig fand. Mia ist weiterhin eine Protagonistin, bei der sich mir die Fußnägel aufrollen. Generell ist alles so unfassbar repetitiv. Die erotischen Szenen kann man sich sparen, weil es sowieso immer nach Schema F abläuft und die Dialoge währenddessen dazu führen, dass sich in mir alles zusammenzieht, weil ich vor Fremdscham gar nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht.

Mia empfand ich schon im dritten Band als unfassbar nervtötend und langweilig. So geht das hier auch weiter. Zudem ist sie nur noch selbstsüchtig, interessiert sich ausschließlich dafür, was sie will und was sie braucht, völlig egal wie es anderen Personen geht. Ihre Bedürfnisse stellt sie auf krankhafte Art an erster Stelle, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie entwickelt sich über das Buch hinweg wirklich zu einer unerträglichen Zicke, die überhaupt keinen Funken Empathie besitzt.

Weitergelesen habe ich eigentlich nur, weil mich der Handlungsstrang um ihre Mutter interessiert hat. Allerdings ist auch da alles so vorhersehbar wie im Rest der Geschichte.

Sicherlich ist es unterhaltsam, wenn man auf anspruchslose Kost steht, bei der man nicht viel nachdenken muss - und das sage ich so, ohne es abwertend zu meinen. Jeder darf natürlich lesen, was er möchte, aber mir hat vor allem der billige Schreibstil Probleme gemacht. Diesen empfand ich als peinlich und unfassbar unangenehm, weil ich mich innerlich ständig winden musste und mich fragte, wer solch eine Art von "Dirty Talk" denn bitte erregend finden kann.

Nach der Geschichte gibt es zu jedem Charakter eine kleine Zusammenfassung über sein Leben danach. Das fand ich ganz nett, weil man sich doch manchmal fragt, wie es denn nun nach der Story für die Figuren weitergeht - auch wenn es nur fiktiv ist, ist es netter Fanservice.

Band 1 und 2 der Reihe empfand ich vor einigen Jahren als unterhaltsam und habe beide Bücher recht schnell ausgelesen, allerdings liegt es entweder an der Zeit, die dazwischen lag, oder an meinem veränderten Geschmack, dass ich mit den restlichen zwei Bänden nichts anfangen konnte. Es ist langweilig, ständig wiederholt sich irgendwas und die Dialoge + die Figuren sind so plump und schrecklich.

Wenn man einen Roman mit wenig Handlung und viel Sex sucht, ist man hier bestens aufgehoben, aber ich muss wohl nicht nochmal erwähnen, dass mir jeder Aspekt der Geschichte absolut nicht gefallen hat. Hätte man den Sex gestrichen, den Figuren eine Schokoladenseite verliehen und die Handlung ordentlich ausgearbeitet, hätte man eventuell nur zwei Bände schreiben können, aber die wären vielleicht sogar gut geworden. Die einzige Empfehlung die ich hier aussprechen kann: Finger weg von der Reihe und besser etwas anderes lesen.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Vorhersehbar, langweilig und eine absolut nervige Protagonistin...

Calendar Girl - Begehrt
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Ich habe die Reihe vor Jahren angefangen zu lesen und fand sie damals echt toll. Es war kurzweilige, prickelnde Unterhaltung und ich fand sie insgesamt ganz gut. Mittlerweile frage ich mich, wie ich sowas ...

Ich habe die Reihe vor Jahren angefangen zu lesen und fand sie damals echt toll. Es war kurzweilige, prickelnde Unterhaltung und ich fand sie insgesamt ganz gut. Mittlerweile frage ich mich, wie ich sowas überhaupt Mal gut finden konnte.

Der Schreibstil ist entweder total kitschig, oder aber einfach nur zum Fremdschämen, vor allem in den Sexszenen. Da kommt einfach kein Lesegenuss auf. Des Weiteren dreht sich so ungefähr 80% der Geschichte nur um Sex, was dazu führt, dass alles unheimlich repetitiv ist. Sex – Reisen – irgendwas kitschiges – Sex und so weiter und so fort. Ich finde es mittlerweile einfach nur noch wahnsinnig langweilig und absolut vorhersehbar. Denn wenn man mal Spannung aufbauen könnte, wird einem die Lösung in allen zwei Sätzen so heftig aufs Auge gedrückt, dass man sie gar nicht übersehen kann.

Mia ist eine Figur, mit der ich absolut nichts anfangen kann. Sie ist so nervig stur und gleichzeitig so abhängig von anderen, weil sie sich verzweifelt nach Liebe und Geborgenheit sehnt. Zudem ist sie krass egoistisch, was in Band 4 noch deutlicher wird. Somit ist sie rundum eine absolut unsympathische Protagonistin.

Auch die anderen Figuren sind nur unterer Durchschnitt. Ab und an ist zwar eine interessante Message dabei, aber die Handlung ist eigentlich so gut wie immer eintönig, was ich in Kombination mit den unerträglichen Charakteren als katastrophal empfinde. Am Anfang, als Mia jeden Monat gereist ist, hat man wenigstens ab und an neue Eindrücke erlangt, aber das ist definitiv abgeklungen.

Zur Zeit höre ich Band 4 der Geschichte als Hörbuch, weil ich meine Zeit so wenigstens noch halbwegs sinnvoll nutzen kann, um etwas Produktives nebenbei zutun. Dazu sei gesagt, dass ich nicht nur Figuren, Schreibstil und Handlung grottenschlecht finde, sondern auch die Sprecherin nicht sonderlich mag. Da wird das Hören quasi zur Augen-roll-Party.

Zugegeben, es gibt einen Handlungsstrang, der mich noch genug interessiert, um mich durch Band 4 zu quälen, aber vermutlich wird es am Ende auf Querlesen hinaus laufen, denn eine weitere schnulzige Sexszenen mit peinlich-schlechtem Dirty Talk, der höchstens meinen Würgereiz anturnt, ertrage ich einfach nicht mehr.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Sympathische Figuren und absolut fesselnder Schreibstil!

Dirty
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Von Sarah Saxx habe ich schon einige Bücher gelesen und mochte ihren Schreibstil immer sehr gerne. So ging es mir auch bei „Dirty“. Ich hatte es wirklich lange nicht mehr, dass ich so tief in einer Geschichte ...

Von Sarah Saxx habe ich schon einige Bücher gelesen und mochte ihren Schreibstil immer sehr gerne. So ging es mir auch bei „Dirty“. Ich hatte es wirklich lange nicht mehr, dass ich so tief in einer Geschichte versunken bin, dass ich Seitenzahlen völlig außer Acht gelassen habe. Allerdings habe ich hier schnell Mal eben 100 Seiten gelesen, ohne es zu merken, weil die Story und ihre Figuren so angenehm waren, dass es mir gar nicht so lange vorkam.

Auch wenn es ein wenig komisch klingt, lese ich sehr gerne Geschichten, in denen missbrauchte Frauen ihrem Peiniger entkommen können. Ich mag den Tiefgang in solchen Stories einfach sehr gerne.

Olivia wurde vor 4 Monaten entführt und wird täglich vom berüchtigsten Drogenboss der Stadt, Ernesto Castellano, gequält. Genauer möchte ich da gar nicht drauf eingehen. Sollte man ein Problem mit Gewalt bzw. der Schilderung von Gewalt haben, greift man eher zu einem anderen Buch von Sarah, in dem es nicht so düster zu geht.

Auf amüsante Weise wird ihr Leben dann quasi wegen eines Autos erneut auf den Kopf gestellt. Dirty, Rich und Thug, das Dreiergespann, welches eigentlich Benedict, Richard und David sind, sich untereinander aber eben diese Spitznamen geben, versuchen Richs Lamborghini Aventador zurückzuholen. Dummerweise hat Rich das Auto beim Pokern gegen Castellano verloren. Da es aber Daddys Wagen ist – Rich ist nämlich von Beruf Sohn, wie Dirty es so schön beschrieben hat – muss der Wagen in die Garage zurück, bevor Richs Eltern aus dem Urlaub zurückkommen und so brechen die drei bei Castellano ein. Und plötzlich wird Olivias Welt erneut aus den Angeln gehoben.

Liv empfand ich als sehr sympathische Figur. Sie ist unheimlich süß, wenn sie sich für etwas fasziniert, vor allem wenn es etwas ist, was sie noch nicht kennt. Die Protagonisten sind 22 & 26 Jahre alt und ihre Persönlichkeiten passen meiner Meinung nach sehr gut zu ihnen. Olivia ist nicht nur sympathisch, sondern auch total süß. Das rührt hauptsächlich von ihrer Unbeholfenheit her, aber ich fand es beim Lesen wirklich sehr sehr niedlich.

Dirty ist gar nicht so “dirty” wie es sein Name vermuten lässt. Er ist auch überhaupt kein Bad Boy, sondern einfach ein Kerl, der Frauen gerne Lust bereitet und mit dieser spielt. Fand ich dennoch ansprechend. Insgesamt ist er ein sympathischer Typ und hat mich des Öfteren amüsiert, vor allem in unbeholfenen Situationen mit Olivia. Die beiden sind purer Zucker und ich konnte mir einige schwärmerische Seufzer nicht verkneifen. Wenn man hier einen harten Bad Boy erwartet, wird man allerdings enttäuscht. Benedict ist liebevoll, fürsorglich, vorsichtig und rücksichtsvoll, was mir in diesem Setting durchaus mehr zusagt als ein Bad Boy.

Besonders angenehm empfand ich die ehrliche Direktheit, die zwischen Olivia und Dirty herrschte. Die beiden haben offen miteinander geredet und durch die direkte Ansprache von Problemen, kam es nie zu unnötigem Drama, wie es in anderen Romanen oft der Fall ist. Insgesamt schreibt Sarah genau das, was ich als Leserin zu schätzen weiß. Sympathische Figuren, eine süße - aber dennoch heiße - Beziehung, kein Teenie-Drama, bei dem das größte Problem ist, dass die Protagonisten einfach nicht miteinander reden, sondern erzählt stattdessen die Geschichte von zwei Erwachsenen, die sich auch tatsächlich so benehmen. Damit gewann sie schon bei “Extended Trust” meine Liebe.

Auch das Tempo der Geschichte ist absolut passend. Es wird zügig in die Handlung eingestiegen, überstürzt aber an keiner Stelle etwas. Sarah Saxx lässt sowohl den Figuren, als auch der Handlung die nötige Zeit um sich zu entwickeln und als Leser kann man hier perfekt eine Bindung zur Geschichte aufbauen, weil nichts überhastet wirkt. Spannung gibt es auch zu einem kleineren Teil, vor allem am Anfang und am Ende. Ansonsten mag ich die Mischung aus gemächlichen, ruhigen Szenen, in denen man sich zurücklehnen und entspannend kann und heißeren Situationen, in denen die Dringlichkeit der Figuren ein wenig auf den Leser überschwappt. So gesehen eine schöne Mischung zum Entspannen, Abschalten, Mitfiebern und Genießen.

Zum Schluss möchte ich noch auf einige Punkte aus negativen Rezensionen eingehen. Beispielsweise wurde oft kritisiert, dass das Buch “frauenfeindlich” oder “gewaltverherrlichend” sei. Ich bin eine sehr kritische Leserin und vor allem beim Thema Sexismus werde ich immer hellhörig, weil ich absolut penibel bin, wenn es um das Thema geht. Allerdings muss ich zugeben, dass in dem Buch Castellano der einzige frauenfeindliche Charakter ist – und das soll er ja auch sein. Dirty betreibt eine Webseite, auf der er Frauen die Möglichkeit gibt, sich bei ihm für Sex zu bewerben. Das geschieht alles freiwillig und einvernehmlich und meines Erachtens, hat er sich auch nie abwertend über eine Frau geäußert. Dadurch kann ich die negativen Meinungen diesbezüglich nicht ganz nachvollziehen. Es passiert alles im Konsens, was einvernehmlich passieren muss und Ben ist wirklich zärtlich mit Liv umgegangen. Sollte man also eventuell Sorgen haben (und die hatte ich, nachdem ich die Rezis gelesen hatte!), das Buch aufgrund dieser Thematik zu lesen, kann ich aus meiner Sicht sagen, dass man hier kein “Shades of Grey 2.0” bekommt – was auch absolut gut so ist!

Für meinen Anspruch war es rundum perfekt. Der Schreibstil ist fesselnd, die Figuren sympathisch/amüsant/unterhaltsam und auch die Handlung verläuft im perfekten Tempo. Zudem war das Buch durchgehend atmosphärisch und ich konnte es wirklich kaum aus der Hand legen – ich hatte ja am Anfang schon beschrieben, dass ich so in der Geschichte versunken bin, dass ich gar nicht merkte, wie schnell die Zeit an mir vorbei flog.

Ich habe absolut nichts an dem Buch auszusetzen, weil Sarah hier – mal wieder – genau meinen Geschmack und meine Lesevorlieben getroffen hat. Dicke Leseempfehlung und 5 Sterne!

Veröffentlicht am 30.09.2019

Humorvoll, emotional und berührend!

Never Too Close
2

Ich hatte eine locker-leichte Liebesgeschichte erwartet. Die Idee, dass sich zwei beste Freunde näher kommen ist natürlich nicht neu und dementsprechend waren meine Erwartungen auch nicht unermesslich ...

Ich hatte eine locker-leichte Liebesgeschichte erwartet. Die Idee, dass sich zwei beste Freunde näher kommen ist natürlich nicht neu und dementsprechend waren meine Erwartungen auch nicht unermesslich hoch, weil ich in letzter Zeit immer wieder von stereotypischen, klischeehaften Büchern enttäuscht wurde. Aber hier lief alles ganz anders als gedacht.

Die Geschichte beginnt mit dem Kennenlernen von Violette und Loan am Silvesterabend, als die beiden im Aufzug stecken bleiben und Violette eine Panikattacke bekommt. Loan ist Feuerwehrmann und weiß dementsprechend mit solchen Situationen umzugehen, beruhigt sie und daraufhin spinnt sich zwischen den zweien eine wunderbare, vertraue Freundschaft. Kapitel 1 setzt ein Jahr später ein und von da an liest man aus den Sichten von Violette und Loan. Violette lernt Clemént in einem Restaurant kennen, in das sie sich immer flüchtet, wenn sie alleine sein möchte. Die Beiden kommen ins Gespräch und verabreden sich, kommen sich näher und letztendlich bleibt das Problem aus dem Klappentext bestehen, denn Violette ist Jungfrau, will daran aber mit 20 Jahren besser gestern als heute etwas ändern. Und wen könnte man da besser um Rat fragen, als seinen besten Freund?

Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch und man fühlt sich direkt nach Frankreich versetzt, da die Geschichte in Paris spielt. Die Autorin kann unheimlich gut schreiben, sodass man die Zeit vergisst und von Seite zu Seite fliegt. Es gibt keine langatmigen Szenen und das Buch besticht durch seinen lustigen Humor und sorgt für einige Lacher. Ich konnte mit den Figuren mitfühlen und ihre Emotionen sind authentisch und greifbar, sodass man wirklich das fühlt, was auch die Charaktere fühlen. Des Weiteren verläuft die Geschichte im genau richtigen Tempo und ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Allerdings überzeugt "Never Too Close" nicht nur mit seinem tollen Humor, sondern auch mit seinen prickelnden Szenen. Die Erotik ist sehr gut ein- und ausgearbeitet. Auch hier fühlt man das Knistern und die Leidenschaft. Der Stil der Autorin ist wirklich beeindruckend, fesselnd und weckt Gefühle. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es zu Beginn so amüsant war, Violette und Loan zu begleiten und zum Ende hin einfach zu emotional war, um mit dem Lesen aufzuhören. Leser die Geschichten von Brittainy C. Cherry mögen, könnten auch hier ihr Herz verlieren.

Neben dem wirklich guten Schreibstil und der tollen Atmosphäre konnte mich Morgane Moncomble auch mit ihren Figuren gewinnen. Violette ist unfassbar sympathisch, süß, witzig und kann in stressigen Situationen nicht aufhören zu reden, was definitiv amüsant ist und mich zum Lachen brachte. Ich konnte immer nachvollziehen, warum sie glaubt, das Richtige zutun, auch wenn es nicht das Richtige war. Gerade wenn es um emotionale Angelegenheiten ging. Deswegen empfand ich sie auch nie als nervig oder anstrengend, weil ich ihre Beweggründe eben verstehen konnte. Durch ihre verpeilte Art ist sie, genau wie die anderen, eine so authentische Figur, dass man sie alle einfach nur lieb gewinnen kann, weil sie so echt ist.

Loan ist die perfekte Mischung aus Good Guy und Bad Boy. Er ist lieb, aufmerksam, fürsorglich, kann aber auch sehr leidenschaftlich, attraktiv und sexy sein. Da bleibt einem schon mal die Spucke weg. Und das Herz wird einem auch direkt mal geklaut. Sowohl mit ihm, als auch mit Zoé kann sich Violette lediglich mit Blickkontakt verständigen, was ich unheimlich süß fand, weil das für mich nochmal mehr untermauert, welch tiefe Bindung sie zueinander haben.

Zoé, Jason und Ethan, die beste Freunde von Violette und Loan, können aber genauso überzeugen wie die Protagonisten. Zu Beginn glaubte ich, dass Zoé eine oberflächliche Figur ist und war nicht gerade von der Idee angetan, den zweiten Band - Zoés und Jasons Geschichte - zu lesen. Allerdings bekommen auch die Nebenfiguren in diesem Band eine gewisse Dimension und Tiefe verliehen, womit relativ schnell klar war, dass ich auf Band zwei nicht verzichten werde. Zumal die Gespräche zwischen Zoé und Jason viel zu witzig sind, um darauf verzichten zu können.

"Never Too Close" bietet so viel. Einen Schreibstil, der mich gefühlt an die Seiten geklebt hat, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen. Figuren, die sich auf kurz oder lang in mein Herz geschlichen haben und die ich so schnell nicht mehr vergessen werde, weil sie sympathisch, herzlich und witzig sind - und eine Geschichte, die nicht nur herzerwärmend, sondern auch sehr tränenreich ist. Sie beginnt leicht und locker, zieht den Leser in seinen Bann und trifft einen dann mit voller Wucht. Am Ende findet man sich lediglich weinend zwischen den Seiten wieder. Sie ist überraschend, berührend, emotional, geht unter die Haut und ich habe das Buch nicht nur gelesen, ich habe es gefühlt.

Veröffentlicht am 22.09.2019

Potenzial wurde absolut verschenkt..

The Lie She Never Told
1

Mit seinem Klappentext weckte "The Lie she never told" hohe Erwartungen in mir. Leider konnte das Buch diese nicht erfüllen. Mit 299 Seiten ist das Buch nicht wirklich lang und hätte die perfekte Länge, ...

Mit seinem Klappentext weckte "The Lie she never told" hohe Erwartungen in mir. Leider konnte das Buch diese nicht erfüllen. Mit 299 Seiten ist das Buch nicht wirklich lang und hätte die perfekte Länge, um eine spannende, knackige Geschichte zu erzählen, allerdings wird hier unheimlich viel Potenzial verschenkt. Der Plot an sich klingt wirklich gut und auch der unmittelbare Anfang hat mein Interesse geweckt, allerdings passiert recht wenig und das, was passiert, ist nicht wirklich unterhaltsam oder fesselnd. Als nach der Hälfte des Buches immer noch nichts passiert ist, was Faith weitergebracht hätte, wusste ich bereits, dass das Buch für mich leider ein Flop wird.

Faith kehrt in ihre Heimatstadt zurück und stößt dort auf den Hass der Bürger, weil diese sie für den Tod ihrer besten Freundin Emma verantwortlich machen, während sie darauf beharrt, Emma nie etwas angetan zu haben. So weit, so gut. Klingt für mich wie ein solider Plot für einen Jugendthriller oder zumindest einer spannenden Geschichte.

Die Geschichte plätscherte allerdings eher vor sich hin. Wenig Spannung, wenig Raum für Spekulationen, fehlender Nervenkitzel. Man erfährt einige Details über Faiths früheres Leben und ihrer Bekannten in Grayne Village und des Weiteren trifft sie auf Emmas großen Bruder, Liam. Und hier kommen wir zum ersten Kritikpunkt neben dem schleppendem Tempo - die Liebesgeschichte. So ein großer Spoiler ist das aber auch nicht, weil sie früh beginnt und dann auch mit gutem Tempo durchstartet, was ihr in meinen Augen allerdings das Genick bricht. Zum einen fand ich die Lovestory fürchterlich schlecht aufgebaut und ausgearbeitet und zum anderen stört sie einfach den eigentlichen Plot. Ich hätte sie nicht wirklich gebraucht und wenn, hätte sie anders aufgebaut werden müssen, denn sie zieht meiner Meinung nach die größte Logiklücke hinter sich nach. Des Weiteren schleppt sich die Geschichte von einem Punkt zum Nächsten. Faith ist nämlich nicht einfach nur so nach Grayne Village zurückgekehrt, sondern verfolgt einen Plan - dies aber so langsam und gemächlich, dass ich das Buch immer wieder zur Seite gelegt habe, weil es mich gelangweilt hat.

Die Charaktere bleiben größtenteils sehr oberflächlich und eindimensional. Faith ist, für das, was sie durchgemacht hat, sehr gutgläubig und naiv, was mich mehr als einmal mit den Augen rollen lassen hat.

Zwei Sterne gibt es von mir also für den Schreibstil, denn durch diesen, in Kombination mit den kurzen Kapiteln, lässt sich das Buch an sich wirklich flüssig und zügig lesen, und für das Ende, weil so viele Dinge miteinander verknüpft wurden, mit denen ich vorher nicht gerechnet hätte - aber wie denn auch, wenn nichts erzählt wird und Faith eigentlich nur mit Liam abhängt. Da kämen wir dann auch zu weiteren Kritikpunkten wie deplatzierte Szenen und unpassenden Entwicklungen, hin zu Andeutungen, die einfach nicht mehr weiter verarbeitet werden, obwohl sie sich hervorragend geeignet hätten, sie irgendwo weiter auszuarbeiten. Um nur ein kleines Beispiel anzuführen, um meine Kritik zu begründen: Es wird eine Leiche gefunden und Faith und Liam fallen daraufhin erstmal im Auto übereinander her. Da dachte ich mir nur "What the hell?" Ernsthaft? Wie kommt man darauf, dass diese Szene in die Timeline passt? Hätte man die nicht irgendwo anders unterbringen können? Immer wenn es spannend wurde, wurde die Stimmung mit solchen Situationen gekippt. Eventuell kann man so nachvollziehen, wieso ich solche Szenen dann schlecht platziert finde.

Das Ende wird dann natürlich - wie soll es anders sein, wenn man so viel Zeit verschenkt und den Fokus auf die "falschen" Dinge legt - auf die letzten 50 Seiten gepresst. Da vorher nicht so viel geschah und man kaum Grundlagen für Spekulationen geliefert bekam, konnte man sich die Enden perfekt so legen, wie man es gebraucht hat um ein schlüssiges Bild zu bekommen.

Zusammenfassend also leider eine große Enttäuschung über das verschenkte Potenzial, Figuren, die zu wenig hergeben um sie wirklich zu mögen und eine Story, die man am besten ganz anders aufgezogen hätte. Zugegeben, das Ende hat mich aufgrund seiner Grausamkeit doch überrascht und schockiert, insgesamt lieferte mir das Buch letztendlich aber zu wenig, als dass ich es als "gut" bezeichnen könnte.