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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2019

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Up All Night
5

Das Cover ist ein wirklicher Hingucker! Sowohl die Farben, als auch die Skyline gefallen mir sehr gut.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Das sorgt zwar für einen schnellen Lesefluss, langweilte ...

Das Cover ist ein wirklicher Hingucker! Sowohl die Farben, als auch die Skyline gefallen mir sehr gut.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Das sorgt zwar für einen schnellen Lesefluss, langweilte mich aber auch ein wenig. Es gibt viele Wortwiederholungen und generell wiederholt sich in dem Buch andauernd irgendwas.

Zuerst einmal zu den Protagonisten.

Taylor, von allen eigentlich nur Tae genannt, ist für meinen Geschmack leider ein wenig zu naiv und allen voran ziemlich schwer von Begriff. Des Weiteren legt sie in den fragwürdigsten Momenten ihre Sturheit an dem Tag, obwohl die Situation überhaupt keine erfordern würde.

Daniel ist mit seiner ewigen Liebe für Tae ein wenig seltsam. Ich persönlich finde es sehr erschreckend, wie romantisch damit umgegangen wird, dass er sein Leben lang schon in Taylor verliebt ist und halte das für alles andere als süß.

Beide Protagonisten waren mir leider viel zu langweilig. Die beiden erwähnen immer wieder, dass sie sich seit dem Kindergarten kennen und beste Freunde waren, allerdings spüre ich davon nichts. Ich fühle keine Chemie und kein Vertrauen zwischen den Beiden und das hat mich dann doch sehr enttäuscht, weil gerade das, mich an der Story so angesprochen hat. Auch den Humor fand ich nicht ansprechend und die Gespräche wirken oft gestelzt, unecht und irgendwie holprig, was es mir noch schwerer machte, den Beiden ihre ewige Freundschaft zu glauben. Ich hatte mit dem Hinblick auf die Liebesgeschichte von zwei besten Freunden komplett andere Erwartungen an das Verhalten und die Dialoge. Das Besondere, von dem immer die Rede ist, kann ich nicht nachempfinden, weil ich es nicht fühle.

Insgesamt fand ich den Handlungsverlauf, die Verbindungen zwischen den Figuren und die Beziehung sehr oberflächlich und einfallslos. Es passiert nicht viel, außer dass Tae sich immer wieder vor Augen ruft, dass Dan schwul sei und auf der anderen Seite begleitet man Dan bei seiner ständigen Reue. Das Ganze finde ich etwas einfallslos und lieblos gestaltet. Das Ende wirkte auf mich zu erzwungen, weil die Ursache von Taes Einlenken für mich nicht so gewichtig ist, dass sich ihre Denkweise um 180 Grad wandelt. Insgesamt war mir das Buch zu unkreativ, weil es wirklich flach ist. Tae ist entweder am Lesen, Essen, Reden oder Schlafen. Ab und an gehen die Beiden mit dem Freundeskreis auch mal aus, aber an sich begleitet man sie bei ihrem öden Tagesablauf und das war für mich zu langweilig.

Grace, Addy und die drei Freunde von Dan, die er liebevoll Tick, Trick und Track nennt, waren für mich weitaus sympathischer als die Hauptfiguren. Wobei Addy sich ihre Sympathie im Epilog dann auch wieder verscherzt hat. Sie trägt Größe 44, ist mollig, wurde in der Schule gemobbt, aber hat sich nun mit harter Arbeit Selbstbewusstsein aufgebaut. Nur dass ihre Aussagen zeigen, dass sie keinerlei Selbstwertgefühl hat. Hätte sie mal lieber daran gearbeitet. Addy ist die Protagonistin in Band 2 und ich finde es wahnsinnig schade, das anscheinend die nächste 08/15 Geschichte veröffentlicht wird. Protagonistinnen, die übergewichtig sind, dürfen sich selbst lieben und das auch zeigen. Man sollte aufhören ständig über Frauen zu schreiben, die sich unwohl in ihrer Haut fühlen (ohne irgendwas daran zu ändern), die sich gegenüber einem attraktiven Mann aufgrund einer Zahl kleinreden, die unzufrieden mit sich sind und das Gegenteil dessen behaupten. Sie hat zwar eine große Klappe, aber dahinter ist - mal wieder - nur eine Frau, die nichts an sich ändert, obwohl sie unglücklich ist. Ich wünsche mir stärkere Protagonistinnen, mehr Selbstliebe, weniger Selbsthass und eine Menge Body Positivity, die in dem Buch leider gänzlich fehlte. Ständig wird gesagt, dass sie "trotz" ihrer Kleidergröße und "trotz" ihrer Kurven schön sei. Und bei solchen Aussagen möchte ich einen Eimer. Eine Zahl definiert nicht die Schönheit einer Person und das sollte man viel mehr Menschen vor Augen führen. Man ist nicht "trotz" seiner Kurven schön, man ist nicht "dick, aber" dennoch schön. Man ist dick und schön. Man besitzt Kurven und ist schön. Dick sein, bedeutet nicht automatisch hässlich sein. Kurvig sein, bedeutet nicht automatisch der größte Abturner zu sein. Das eine schließt das andere nicht aus. Bitte vergesst das nicht.

Abschließend war "Up all night" also leider ein Flop und konnte meine Erwartungen nicht erfüllen.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Absoluter Page-Turner und Jahreshighlight!

Niemalswelt
2

Ich hatte das Buch auf vorablesen.de entdeckt und nicht weiter beachtet. Plötzlich wurde Instagram gefühlt davon überflutet und ich habe es mir doch mal näher angesehen, obwohl ich zuvor schon dachte, ...

Ich hatte das Buch auf vorablesen.de entdeckt und nicht weiter beachtet. Plötzlich wurde Instagram gefühlt davon überflutet und ich habe es mir doch mal näher angesehen, obwohl ich zuvor schon dachte, dass das Cover wunderschön gestaltet ist. Die Blumen im Hintergrund passen auf bizarre Weise total gut zum Buch und auch die Regentropfen auf dem Cover, in Verbindung mit der Schrift passen wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge.

Der Klappentext sprach mich sofort an und hatte sogleich mein Interesse an der Leseprobe geweckt. Und diese hat mich dann vollends geflashed. Ich versuche nicht zu sehr ins Schwärmen abzudriften, aber es fällt mir schwer zu beschreiben, was dieses Buch in mir bewegt hat, ohne es wahnsinnig begeistert rüberzubringen.

Die Leseprobe hatte mich absolut überzeugt, denn bereits auf den wenigen Seite wurde eine derart beeindruckende, starke, düstere Atmosphäre aufgebaut, die mich nicht mehr loslies. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als das Buch dann endlich bei mir ankam und ich mit dem Lesen anfangen konnte.

Ich hatte eine spannende Geschichte erwartet und habe so viel mehr bekommen. Die Beschreibung "Ein echter Page-Turner, der einen nicht mehr loslässt!" aus dem Klappentext beschreibt dieses Buch eigentlich am Besten, ohne einen übermäßig langen Roman zu schreiben, in dem ich wie ein Fangirl davon schwärme.

Die Leseprobe auf vorablesen.de war stark gekürzt, denn eigentlich sind es immer die ersten paar Seiten aus dem Buch. Ich lese das Buch immer von Beginn an und so fiel mir auf, dass viele Teile nicht in der Leseprobe vorkamen, was mich aber überhaupt nicht störte, weil ich viel Neues erfuhr, was in der Leseprobe eben nicht enthalten war. Als ich dann zu dem Punkt kam, an dem die Leseprobe auf vorablesen.de zuende ging, qualmte mir schon förmlich der Kopf, weil einerseits gar nicht so viel passiert, man andererseits aber schon eine Menge an Informationen bekam.

Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie verschiedene Autoren durch ihren Schreibstil unterschiedliche Stimmungen in einem Buch aufbauen können. Die Atmosphäre in Niemalswelt hat mich sehr stark an die Stimmung in den Gänsehautbüchern erinnert und die mochte ich als Kind wahnsinnig gerne. Ein weiterer Pluspunkt. Generell ist der Schreibstil angenehm, aber doch anspruchsvoll. Man wird in die Geschichte hineingezogen, sie verschluckt einen förmlich, sie ist spannend, fesselnd, am Ende wirklich berührend und sie lässt einen auf keinen Fall los. Ich habe die ersten 60 Seiten zwei Tagen bevor ich das gesamte Buch in einem Rutsch durch hatte, gelesen.

Ich habe einfach alles um mich herum komplett vergessen und war genauso gefangen in der Niemalswelt, wie die 5 Freunde. Die Geschichte ist an keiner einzigen Stelle langweilig oder -atmig.

Zu der eigentlichen Handlung und den Figuren möchte ich gar nicht zu viel verraten. Sie sind alle authentisch, echt und auf ihre eigene Weise liebenswürdig. Die Handlung wird trotz wiederholender Zeitschleife nie langweilig und es bleibt immer spannend - mal aufwühlend, atemberaubend und schockierend, manchmal subtil, lauernd und still. Aber sowohl Figuren und auch Handlung haben eins gemeinsam: Nichts ist, wie es scheint. Es gibt so viele Wirrungen und überraschende Momente, man wird in eine Richtung geführt nur, um am Ende festzustellen, dass man die ganze Zeit gegen eine Wand läuft. Das Buch ist absolut nicht vorhersehbar - zumindest für mich nicht - und hat mich jedes Mal wieder verwirrt zurückgelassen. Ich bin eine wirklich aufmerksame Leserin, aber diese Dinge waren so gut versteckt, so subtil und die Figuren so lenkend, dass man es überhaupt nicht bemerkt hat.

Die Autorin hat mit Niemalswelt eine Welt geschaffen, die einem nach dem Lesen aufgewühlt, aber auch mit einer seltsamen Ruhe zurücklässt. Die Figuren sind so vielseitig, geheimnisvoll und doch authentisch und menschlich, mit Ecken und Kanten, sodass man sie doch irgendwie lieb gewinnt.

Zusammenfassend kann ich das Buch absolut empfehlen. Der Schreibstil, die Atmosphäre, der Plot, der Aufbau der Welt, der Figuren, der Beziehungen, einfach alles in diesem Buch ist grandios und ich finde keine Worte, um zu beschreiben, wie gut dieses Buch ist und auf wie vielen verschiedenen Arten es mich - durch die Atmosphäre, den Schreibstil, die Figuren und der Geschichte an sich - berührt hat. Es ist ein Buch, das man nicht so einfach vergisst, das man nach dem Lesen nicht einfach weglegt, sondern ein Buch, das einem im Gedächtnis bleibt und das man erstmal verdauen muss. Abschließend kann ich nur nochmal bestätigen, dass mir wirklich die Worte fehlen, um auszudrücken wie toll, wunderbar, fesselnd, grandios und spannend dieses Buch ist. Es ist rundum perfekt und gehört ohne Frage zu meinen Jahreshighlights.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Absolutes Jahreshighlight!

All In - Tausend Augenblicke
2

Von Emma Scott hatte ich bisher nichts gehört, aber das Cover hatte mich sofort angesprochen! Ich finde es farblich wahnsinnig schön gestaltet und insgesamt hat es mich neugierig auf die Geschichte dahinter ...

Von Emma Scott hatte ich bisher nichts gehört, aber das Cover hatte mich sofort angesprochen! Ich finde es farblich wahnsinnig schön gestaltet und insgesamt hat es mich neugierig auf die Geschichte dahinter gemacht.

Der Klappentext war dann doch recht gewöhnlich, aber als ich mir die Leseprobe angesehen habe, klang das Ganze schon viel weniger gewöhnlich und ich war definitiv interessiert!

Der Schreibstil ist wirklich herausstechend. Emotional, locker, leicht! Man fällt in einen Lesefluss, der einen absolut mit sich reißt. Die Emotionen werden perfekt an den Leser übermittelt, macht das Buch dadurch aber nicht künstlich dramatisch. Der Humor der Figuren hat mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht und dafür gesorgt, dass mir die Figuren schnell ans Herz wachsen.

Die Hauptfiguren Kacey und Jonah haben beide ihr Päckchen zu tragen, haben dabei aber nicht ihren Humor verloren und wirken sehr authentisch. Ich mochte die beiden sehr gerne, weil sie so menschlich sind. Man liest sowohl aus Kaceys, als auch aus Jonahs Sicht und so kommt man beiden Figuren sehr nah und kann ihre Emotionen und Gedanken noch besser verstehen.

Man taucht in die Geschichte ein, als wäre man selbst ein Teil davon. Die Geschichte trifft einen mitten ins Herz und hinterlässt einen mit einer großen Sehnsucht nach Band Zwei und ganz vielen Taschentüchern, weil die eigenen Emotionen einen gefühlt erschlagen und man gar nicht weiß, wie man das alles verarbeiten soll.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin auf jegliches gekünsteltes und aufgebauschtes Drama verzichtet hat. Jede Meinungsverschiedenheit gab sie so authentisch und real wider, sodass ich mich in ihren Schreibstil verliebt habe, weil mir das typische 08-15-ich-brauche-Drama-in-meinem-New-Adult-Roman wahnsinnig auf die Nerven geht.

"All In" gehört zu meinen absoluten Jahreshighlights, weil ich schon lange nicht mehr solch ein gutes Buch lesen durfte. Es ist rundum stimmig. Angefangen bei der Handlung, über die Figuren, den Schreibstil, bis hin zum Ende. Die Geschichte und das, was dazu gehört, ist perfekt auf einander abgestimmt und abgerundet. Es gibt für mich an diesem Buch nichts Gravierendes auszusetzen (bis auf eine Übersetzung, die ich ganz schrecklich finde, aber dafür kann Emma Scott nichts.) und ich bin glücklich, dass es doch noch New Adult Bücher gibt, die sich nicht durch das unsäglich nervige Drama definieren, bei dem alles künstlich in die Länge gezogen wird.

Von mir gibt es also eine große, große Kaufempfehlung für jeden, der gerne emotionale, bittersüße Liebesgeschichten liest und sich in einem phänomenalen Schreibstil, der jede Faser des Körpers berührt, fallen lassen möchte.

Veröffentlicht am 17.07.2018

Absoluter Schwachsinn

Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen
1

Ich habe die Reihe vor Jahren gelesen, als sie gerade stark gehyped wurde. Anfangs war ich vom Konzept echt begeistert. Immerhin ist "Reicher Mann - junge, unerfahrene Studentin" der übliche Rahmen für ...

Ich habe die Reihe vor Jahren gelesen, als sie gerade stark gehyped wurde. Anfangs war ich vom Konzept echt begeistert. Immerhin ist "Reicher Mann - junge, unerfahrene Studentin" der übliche Rahmen für Erotikbücher.

Ich denke, die Geschichte kennt mittlerweile jeder. Christian Grey ist stinkreich, Ana ist unerfahren, Jungfrau und dazu noch verdammt naiv. Und das mit 21.

Für mich hat der Roman einfach zu viele Problemstellen. Angefangen bei der falschen Darstellung von BDSM über Nonconsent mit 'ner Person, die keine Ahnung hat, worauf sie sich einlässt bis hin zur absolut ungesundesten Beziehung, von der ich bisher gelesen habe.

Der Anfang war ja ganz nett. Ana springt für ihre Freundin, die Journalistin ist, ein und interviewt Christian anstelle von ihrer Freundin, da diese krank geworden ist. Christian wirkt gelangweilt und desinteressiert und Ana ist hin und weg, weil er ja so gut aussieht. Sie bauen Kontakt auf, lernen sich kennen und dann kriegt sie recht schnell den Vertrag vor die Nase geklatscht. Bisher alles schön und gut, kann man so machen.

Was mich enorm stört ist die Tatsache, dass die gute Dame weder Ahnung von Sex hat, noch von BDSM. Wie soll sie sich unterwerfen, wenn sie absolut unerfahren ist - in Theorie UND Praxis? Aber das ist Grey relativ Rille, immerhin muss er ja sein schweres schweres Trauma überwinden und benutzt sie dafür.

Insgesamt wird hier also BDSM im ungesündesten Stil praktiziert. Ana hat das zutun, was Christian will, denn er weiß ja, was er braucht und tut. Ana sagt ein einziges Mal, dass Grey sich zur Hölle scheren kann, kommt dann aber brav bei ihm angekrochen und das Spiel geht von vorne los.

Kontrollzwang steht bei Grey an oberster Stelle. Er kontrolliert Ana wo es nur gut. Natürlich nur, weil er sich so sorgt. Und weil er den Schuss nicht gehört hat.

Fraglich, wie man sich als Mensch so behandeln lassen kann. Dass er das Safeword missachtet ist das i-Tüpfelchen. Absolut unromantisch und ungesund.

Die Charaktere sind der Reihe nach durchweg eindimensional und haben nichts, was sie wirklich ausmacht.

Von dem schrecklichen Schreibstil mal abgesehen. Ihre innere Göttin klatscht ungefähr 3 Trilliarden Mal. Alle paar Seiten zerspringt sie in Millionen Teile, Christians Hose sitzt ja so perfekt auf seiner Hüfte und sie errötet X Mal. Ein Wunder, dass man sie nicht direkt zu den Tomaten in den Supermarkt stellt.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Leider nichts für mich gewesen.

Rockford Legends: ACE
0

Von "Ace" hatte ich schon einige positive Rezensionen gelesen und da ich immer auf der Suche nach guten New Adult Romanen bin, dachte ich, "Rockford Legends: Ace" wäre etwas für mich. Der Klappentext klang ...

Von "Ace" hatte ich schon einige positive Rezensionen gelesen und da ich immer auf der Suche nach guten New Adult Romanen bin, dachte ich, "Rockford Legends: Ace" wäre etwas für mich. Der Klappentext klang schon mal ansprechend und ich rechnete mit einer schlagfertigen und heißen Geschichte.

Das Buch startet mit einem Kapitel aus Ace' Sicht und ich kam sofort in die Geschichte rein. Der Schreibstil sagte mir zu und ich konnte mir schon mal einen kleinen Überblick machen. Ace gefiel mir als Protagonist zu Beginn sehr gut. Ihm ist Eishockey wirklich wichtig und dementsprechend setzt er auch seine Prioritäten.

Mit India hatte ich so meine Schwierigkeiten. Einerseits ist sie laut ihrer Zwillingsschwester Alex nicht gerissen genug und anscheinend zu langweilig, immerhin ist sie mit 20 Jahren noch Jungfrau! Aber andererseits zeigt sie bei Ace nur die toughe, schlagfertige Frau, die weiß, was sie will. Das hat für mich nicht so zusammen gepasst, weil sie bei Ace anscheinend eine ganz andere Person war, als sie allein stehend ist, wenn niemand sie provoziert. Sprich, alleine ist sie sehr nachdenklich, redet sich ein, sie könne Liebe und Sex trennen und einen Neuanfang wagen, aber in Ace' Gegenwart verwandelt sie sich förmlich zur Sexbombe. Das war mir definitiv zu unrealistisch.

Mit beiden Protagonisten bin ich auf Dauer nicht warm geworden. Das lag zum einen an den Dialogen - die ich an manchen Stellen zu gestelzt und peinlich fand - aber auch am Handlungsverlauf, der für mich zu erzwungen und unrealistisch wirkte.

Ständig passiert India irgendwas Schlimmes, nur damit Ace sie retten kann. Das ist absolut nicht die Art von Beziehung, über die ich gerne lesen würde. Frauen, die ständig von ihrem Kerl gerettet werden müssen, naiv und gutgläubig sind und sich da in irgendwas reinsteigern, was in der Realität, wenn der Typ wegen "der Einen" nicht seinen Kopf verlieren würde, absolut nicht existent wäre, kann ich nicht ernst nehmen. Zum Ende hin wurde die Geschichte dann auch nochmal ordentlich kitschig und da war ich dann auch völlig raus. Ich war schon lange nicht mehr so froh, ein Buch endlich beendet zu haben, obwohl ich mich echt auf "Ace" gefreut hatte. Gerade durch den Klappentext dachte ich, dass India wirklich eine starke Persönlichkeit ist, aber für mich wirkte sie im Gesamten nicht kokett genug.

Des Weiteren haben mich die vielen Zwischenfälle und das fehlende Aufbauen der Beziehung gestört. Es gibt eigentlich keine Szene, in der die beiden sich einfach mal kennenlernen und man als Leser nachvollziehen kann, wie die Bindung der Beiden sich denn nun entwickelt hat. Sie ist einfach da. Aber man ist natürlich auch zu beschäftigt, um sich kennenzulernen, immerhin lauert das nächste Drama schon an der Ecke und wartet nur darauf Schwung in die Geschichte zu bringen, den sie absolut nicht gebraucht hätte. Meiner Meinung nach hätte man ein wenig mehr auf die Figuren eingehen können, immerhin gibt es neben dem niemals endenden Drama natürlich für beide Protagonisten auch noch eine schwere Familiengeschichte. Als hätte man erzwingen müssen, dass es den Figuren schlecht geht. Das Buch ist vollgestopft mit Klischees und das tut der Geschichte überhaupt nicht gut. Positiver aufgefallen sind mir Nebenfiguren wie Sami und Buck. Mitbewohnerin und Eishockeykollege. Die Zwei fand ich ganz nett, aber mehr als "nette Nebenfiguren", denen irgendwie die eigene Persönlichkeit fehlt, sind sie leider auch nicht.

Die Geschichte war für mich zu weit hergeholt und die Charaktere blieben mir zu eindimensional, weil man zwar einiges über sie erfährt, auf das aber nicht näher eingegangen wird. Es bleibt durchweg ziemlich oberflächlich. Somit konnte mich das Buch durch fehlenden Tiefgang, zu viel Drama und blassen Figuren insgesamt leider nicht überzeugen.