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AiHaninozuka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2019

Tolle Idee - Potenzial leider verschenkt

Perfectly Broken
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Der Schreibstil ist locker, leicht und sehr angenehm. Leider ist er teilweise sehr repetitiv, vor allem in den Dialogen, was mir nicht so gut gefiel.

Die Handlung war zu Beginn sehr stark. Man erreicht ...

Der Schreibstil ist locker, leicht und sehr angenehm. Leider ist er teilweise sehr repetitiv, vor allem in den Dialogen, was mir nicht so gut gefiel.

Die Handlung war zu Beginn sehr stark. Man erreicht schnell die Punkte, die im Klappentext erwähnt werden, was ich besonders gut finde, weil ich ungern zu lange auf die versprochene Handlung warte. Das Buch startet mit einem Rückblick zu Brooklyns Geburtstag und setzt dann knapp ein Jahr später erneut ein. Dementsprechend zügig geht es voran und davon bin ich ein großer Fan. Auf den letzten 80 Seiten geht dann das ganze Drama los, was für mich leider 1. zu viel und 2. zu inszeniert war. Durch vorherige Andeutungen kann man schon erahnen, wie sich das ganze abspielen wird. Immer wieder gibt es Anspielungen, die für mich leider den Überraschungseffekt zerstören. Ich mag es lieber unvorhersehbar, mit einem großen Knall - der hier leider ausblieb, weil man zuvor zu viel verrät. Das Ende war mir im Gesamtbild zu wirr und mir persönlich zu konstruiert. Es wirkt zusammengewürfelt und dadurch überhaupt nicht abgerundet, da noch möglichst viel passieren soll, um so viel Drama wie es geht herauszuholen. Für meinen Geschmack war es an dieser Stelle leider zu viel Drama, der rote Faden fehlte mir und letztendlich war der Rest total überflüssig. Da hätte man das Buch lieber an einer früheren Stelle zum Ende kommen lassen sollen. Dadurch, und durch die Andeutungen, gingen leider auch die Emotionen unter. Ich konnte das Buch nicht mehr genießen und mich in die Geschichte fallen lassen, weil ich schon wusste, was passieren wird und in diesem Fall hat es den Roman für mich leider ein wenig kaputt gemacht. Bis zu dem Punkt hatte ich nämlich wirklich Spaß am Lesen und fand die Geschichte von Brooke und Chase spannend, süß und interessant.

Brooke ist leider eine Figur, die sich selbst im Weg steht und von anderen in die richtige Richtung geschubst werden muss, das störte mich beim Lesen ziemlich. Durch ihre Liebe zu "Game of Thrones" und Liebesromanen bekommt man als Leser einen Haufen Anspielung auf eben diese entgegengeschmissen. Am Anfang fand ich das noch ganz cool, weil ich die erwähnten Autorinnen auch alle lese, aber in der Summe war es mir dann doch zu viel.

Chase kann man definitiv mit dem Wort "ausdauernd" beschreiben. Er ist hartnäckig und bleibt am Ball, was ich oft nicht wirklich nachvollziehen konnte.

Molly, Brookes Freundin, fand ich hin und wieder amüsant, aber sie wurde quasi absolut auf Sex reduziert.

Ansonsten geben die Figuren nicht ganz so viel her, um sie großartig zu beschreiben, ein wenig blass und viel Raum für Entwicklung gab es auch nicht, außer auf den letzten Seiten bei Brooklyn.

Störend empfand ich, dass Sex hier als Allheilmittel dient. Während Molly kaum ein anderes Gesprächsthema kennt, lösen sich alle Probleme in Luft auf, wenn man einfach nur miteinander schläft. Das finde ich schade, weil die Geschichte wirklich eine gute Idee hatte, aber durch das ganze Sexuelle und fehlendem Tiefgang/fehlender Ausarbeitung, wird die tolle Idee völlig in den Satz gesetzt.

Zusammenfassend würde ich das Buch Lesern empfehlen, die auf überdramatische Liebesgeschichten stehen und eine kurzweilige Unterhaltung suchen. Mit 246 Seiten ist das Buch nicht sonderlich lang, rückblickend sogar irgendwie oberflächlich und für mich ist die Vorhersehbarkeit in diesem Fall wirklich problematisch. Wen das alles nicht stört, findet hier eine Geschichte mit viel Potenzial, was meines Erachtens leider nicht ausgeschöpft wurde.

Von mir gibt es 2/5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.07.2019

Überraschende Entwicklungen, schöne Message und tolle Atmosphäre

Mein Jahr mit Dir
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Zu Beginn hatte ich ganz andere Erwartungen an das Buch. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das lag. Vor Wochen hatte ich Mal eine Leseprobe gelesen und irgendwie spukte sein dem die Verbindung zum ...

Zu Beginn hatte ich ganz andere Erwartungen an das Buch. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das lag. Vor Wochen hatte ich Mal eine Leseprobe gelesen und irgendwie spukte sein dem die Verbindung zum New Adult-Genre in meinem Kopf. Auch den Plot hatte ich ganz anders eingeschätzt, aber als ich dann zu lesen begann, merkte ich schnell, dass das weit entfernt von New Adult ist. Wie gesagt, keine Ahnung, wie ich darauf überhaupt kam, immerhin schreit das Cover förmlich "Belletristik!" Aber Belletristik ist für mich immer ein oberflächlicher, kurzweiliger Liebesroman. "Mein Jahr mit dir" fällt allerdings überhaupt nicht in diese Definition. Die Protagonisten sind Mitte zwanzig, gehen ans College - bzw. dozieren dort - und generell hat es irgendwie eine Mischung aus dem Flair eines New Adults-, aber auch eines Liebesromans. Es ist ein bisschen schwierig für mich, das Buch fest einzuordnen. Wäre es erotischer, wäre es sicherlich ein New Adult-Roman, ohne so belletristischem Cover geworden. Aber davon ab: Ich habe mich recht schnell in das Buch verliebt.

Nachdem ich bemerkt hatte, wie falsch ich lag und fernab von irgendwelchen Einordnungen begann zu lesen, verliebte ich mich mit jedem Kapitel mehr in Ellas und Jamies Geschichte. Nach dem Wirrwarr stellte ich mich auf eine schnöde Liebesgeschichte ein, aber das Buch vermischt so viele Dinge aus meinen Lieblingsromanen in sich, dass ich gar nicht mehr weiß, wo mir so recht der Kopf steht.

Der Schreibstil ist einerseits sehr locker, flüssig und sorgt für einen angenehmen Lesefluss. Viele beschrieben den Stil als abgehackt, aber das ist mir nicht so wirklich aufgefallen, kann aber auch daran liegen, weil ich solch einen Stil sehr mag.

Man fällt in die Geschichte hinein und treibt wohlig zwischen den Wörtern umher. Lyrik und Literatur spielen eine nicht kleine Rolle, immer wieder wird etwas rezitiert, einige Charaktere reden "hochgestochen", wie wohl manch einer sagen würde, aber ich mochte es auf Anhieb. Genau das war es, was mich in seinen Bann zog. Mit der Kunst der schönen Worte konnte mich die Autorin auf ganzer Linie für sich gewinnen. Dazu beginnt jedes Kapitel mit einem literarischen Zitat und die Seite in mir, die Worte liebt und von der Schönheit der Sprache gar nicht genug bekommen kann, war davon hellauf begeistert. Vor allem, weil ich es als sehr typisch ansehe, dass lyrikliebende Menschen durchaus Mal poetischer reden als andere. Für den Schreibstil gibt's also volle Punktzahl - ich bin hoffnungslos verliebt. Ich habe zwar gelesen, dass einige weder mit dem Schreibstil, noch mit den Figuren warm geworden sind, aber meinen Geschmack konnte das Buch auf den Punkt genau treffen.

Ella hat mir zu Beginn erstmal einen Schrecken eingejagt. Sie ist politisch sehr engagiert - und ich habe leider echt wenig Ahnung von amerikanischer Politik. Dementsprechend dachte ich, dass ich mich durch Kapitel quälen muss, während ich nur die Hälfte des Inhalts verstehe, da gleich im ersten Kapitel ein Gespräch abgehalten wird, das ein paar Fragezeichen in mir hervorrief - aber am Ende war es gar nicht so schlimm. Man kommt ohne tieferes Wissen gut durchs Buch - sei es zu Politik oder zu Lyrik.

Ansonsten mochte ich wirklich alle Figuren sehr gerne. Sowohl die rationale, kluge, geschichtsliebende (Gemeinsamkeit!), vielleicht ein wenig unterkühlte Ella, als auch ihre Freunde; Charlie, Maggie und Tom. Alle vier sind so unterschiedlich und einzigartig. Zwar wird hier und da nicht mit Klischees gegeizt und Ella wirkt ein bisschen zu perfekt und damit unauthentisch, aber irgendwie passt es wiederum doch echt gut zur gesamten Geschichte. Gute, tiefsinnige Gespräche, witzige Unterhaltungen und amüsante Ausgehabende - daran mangelt es den vieren auf keinen Fall und ich beneide sie ein wenig, aber irgendwie fühlt man sich als Leser automatisch als Teil der Gruppe, was mir ziemlich gut gefiel. Jeder der vier bereichert auf seine eigene Art und Weise die Gruppe, sei es Charlie mit seinem wunderbaren Sinn für große Ansprachen (okay, vielleicht ist er auch einfach nur exzentrisch, aber ich mag ihn!), Tom, der immer ein bisschen neben der Spur ist oder Maggie - großes Herz, ein bisschen zurückhaltend, aber sehr liebenswürdig.

Jamie passt genauso wie alle anderen Figuren einfach perfekt in das Gesamtbild. Ich mochte seine schelmische, flirtende Art, seinen Hang zur dramatischen Selbstdarstellung und seinen Humor, aber auch seine nachdenkliche Art, vor allem wenn er Tennyson analysierte.

Auch die anderen Nebenfiguren sind mir nach und nach ans Herz gewachsen und ich fühle mich nun nach dem Lesen so, als würde ich Oxford nach meiner eigenen kleinen Reise wieder verlassen. Gerade durch den detaillierten Schreibstil konnte ich mich unwahrscheinlich gut in Ellas Situation hineinversetzen und dennoch war mir der Stil nie zu ausschweifend. Er beschrieb viel, ohne dabei langatmig zu sein. Details wurden erläutert, ohne mich dabei zu langweilen.

Einzig und allein das Ende war in dem Sammelsurium aus positiven Eindrücken ein bisschen ernüchternd. Während man sich zuvor Zeit ließ, um alles genau zu erkunden und kennenzulernen, wirkt das Ende für mich leider zu hastig zusammengepresst. Als müsste man es auf wenige Seiten quetschen. Das finde ich sehr schade, denn mir gefiel der ausschweifende-aber-trotzdem-nicht-langweilig-Stil sehr gut.

Im Gesamten ist dies aber auch das Einzige, was mich wirklich störte. Der Handlungsverlauf ist weit mehr, als der Klappentext andeutet und ich war überrascht, wie tiefgehend, ergreifend, dramatisch und emotional die Thematik geworden ist. "Schnöde Liebesgeschichte ..." und so - selten lag ich so falsch. Und ein weiterer Pluspunkt: Es ist nicht wirklich vorhersehbar. Gerade bei Liebesgeschichten weiß man oft, wie eine Geschichte verläuft und noch öfter, wie sie endet. Aber hier war das, für mich, gar nicht der Fall. Ich konnte in der Mitte des Buches nichts über den weiteren Verlauf, geschweige denn das Ende annehmen - und die zweite Hälfte habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht, weil ich damit beschäftigt war, die Geschichte wegzuatmen. Ständig war ich aufs Neue überrascht und ständig habe ich mich ein wenig mehr in Ella, Jamie und Oxford verliebt. Jamies "tragisches Geheimnis" war irgendwann nicht mehr so unvorhersehbar, aber es war nun auch nicht so, dass man ständig mit Andeutungen darauf überhäuft wurde.

Fazit: Wunderschöner Schreibstil, absolut passende Figuren und der Handlungsverlauf konnte mich in seinen Bann ziehen und unterhalten - durch und durch eine Empfehlung. Nur für das zu hastige Ende gibt's einen Stern Abzug. Das war für mich leider nicht rund, weil es viel zu schnell kam und irgendwie ging viel verloren, was die Geschichte vorher so schön machte - die Emotionen, diese Atmosphäre ... aber das bringen Zeitsprünge für mich immer mit. Irgendwie, als würde man aus der Geschichte gerissen werden und an Zeitpunkt X wieder reingestopft, man weiß gar nicht wo einem der Kopf steht und was da überhaupt passiert ist - was hat man alles verpasst?!

Nichtsdestotrotz hat mich das Buch überrascht, überzeugt, überwältigt (genug "über" jetzt!), gefesselt und definitiv hat es mir ein Stück meines Herzens geklaut. Das verweilt nämlich nun in Oxford.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Leider nichts für mich gewesen.

Keine Anleitung für die Liebe
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Nachdem mich "Gekittete Herzen halten besser" und "Cole's Story" überzeugen konnten, war ich auf den neuesten Roman von Aurelia Velten gespannt. Bisher habe ich keinen Band der "Boston Berserks"-Reihe ...

Nachdem mich "Gekittete Herzen halten besser" und "Cole's Story" überzeugen konnten, war ich auf den neuesten Roman von Aurelia Velten gespannt. Bisher habe ich keinen Band der "Boston Berserks"-Reihe gelesen, sondern nur die erwähnte Weihnachtsgeschichte.

Vorab: Laut Beschreibung kann man die Bände unabhängig voneinander lesen und dem kann ich hier nur zustimmen. Ich hatte keinerlei Verständnisprobleme und das meiste, bezüglich der anderen auftretenden Figuren, wird erklärt. Ich hatte schon andere Reihen, in denen mir zu sehr auf vorherigen Bänden aufgebaut wurde, sodass vieles in dem vorkommenden Kontext nicht verständlich war.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Anja und Keaton. Anja wird als toughe Mutter beschrieben, die ungerne Schwäche zeigt und ihr Leben lieber alleine handhabt. Sie arbeitet in der PR-Abteilung der Boston Beserks. Keaton ist dort Profisportler und so laufen sie sich über den Weg. Von der gemeinsamen Vorgeschichte erfährt man sehr schnell und damit kommen dann auch schon die ersten Probleme. Die Figuren an sich haben mir nicht wirklich gefallen. Zwar möchte Anja tough und unabhängig sein, aber in ihrem Stursein ist sie zeitgleich so unlogisch und paranoid, dass ich leider mehr als einmal genervt mit den Augen rollen musste. Die Charaktere waren für mich leider zu oberflächlich/blass und ihre Eigenschaften für mich nicht ansprechend - Anja zu zickig, irrational, stur und unvernünftig, Keaton irgendwie nicht präsent genug.

Im Grunde baut die gesamte Story auf einem Missverständnis auf. Beziehungsweise darauf, dass Anja und Keaton nicht miteinander kommunizieren. Sowas nervt mich wahnsinnig. Also zieht sich ihr Misstrauen, ihr Stursinn, ihre "Ich muss unbedingt alles alleine schaffen"-Mentalität durch die ganze Geschichte, während man das Problem lösen könnte, wenn man einfach mal ansprechen würde, was da vor zwei Jahren überhaupt vor sich ging. Für mich ist es einfach unwahrscheinlich unlogisch, dass zwei Personen, die mal zusammen waren, nach 2 Jahren plötzlicher Trennung überhaupt keinen Bedarf haben, sofort zu klären, was damals geschehen ist. Weder Anja, noch Keaton denken darüber nach, dieses Problem anzusprechen. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, immerhin würde doch jede Person wissen wollen, warum eine Beziehung von jetzt auf gleich - vor allem mit den gemeinsamen Plänen, die sie hatten - einfach so scheitert.

Zusammengefasst konnte ich dem Plot also schon nach einigen Kapiteln nur noch wenig abgewinnen. Für mich ergibt das einfach keinen Sinn.

Die Geschichte plätschert an sich dann auch nur vor sich hin. Für mich war da zu wenig Aufregendes dabei und ich empfand das gesamte Buch als langatmig und stellenweise wirklich wahnsinnig zäh, sodass ich mich von Kapitel zu Kapitel durchkämpfen musste, da mir der Schreibstil diesmal so gar nicht zusagte.

Insgesamt konnte mich die Geschichte rund um Keaton und Anja nicht abholen, nicht mitreißen und leider überhaupt nicht überzeugen. Ich hatte mir mehr gewünscht. Mehr Atmosphäre, griffigere Figuren und bei einem Haufen Sportler irgendwie auch besseren Humor. Für Fans der "Boston Berserks"-Reihe wird es aber wahrscheinlich spaßiger sein, da sie den Stil kennen und mögen, für mich war's an der Stelle leider ein Flop.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Sowas kann auch nur mir passieren
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Nach „Wir in drei Worten“ und „Vielleicht mag ich dich morgen“, die mir beide sehr gut gefallen haben, war ich schon sehr gespannt auf das neueste Buch von Mhairi McFarlane. Der Klappentext klingt nach ...

Nach „Wir in drei Worten“ und „Vielleicht mag ich dich morgen“, die mir beide sehr gut gefallen haben, war ich schon sehr gespannt auf das neueste Buch von Mhairi McFarlane. Der Klappentext klingt nach einer humorvollen Geschichte und so kannte ich die Storys von McFarlane bisher auch.

Die Übersetzung war am Anfang teilweise sehr holprig und las sich nicht flüssig, aber im Laufe der Geschichte wurde das ganze deutlich angenehmer und mir fiel nichts mehr auf, was ungewöhnlich klang. Besonders im Gedächtnis blieb mir der Satz „die schwarz lackierte schwarze Tür“, der mich das erste Mal aus dem Lesefluss riss. Ansonsten ist der Schreibstil locker und lässt sich gut lesen.

Die Figuren haben mir leider nicht wirklich zugesagt. Nach dem Prolog war ich wirklich voller freudiger Erwartung, da mir dieser wahnsinnig gut gefallen hat und ich direkt in die Charaktere verliebt war. Während der ersten Kapitel stellte sich schnell Ernüchterung ein. Georgina lässt sich ziemlich herumschubsen, sei es von der Familie, oder von ihrem Chef. Das hatte ich nach dem Klappentext überhaupt nicht erwartet, weil es eher den Eindruck machte, als sei sie eine toughe Frau. Sie ist Anfang 30, hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser und hat weder eine funktionierende Beziehung zu einem Mann, noch zu ihrer Mutter und ihrem Stiefvater. Insgesamt gab es mir zu viel Gejammer und zu wenig/zu späte Initiative irgendetwas an den verkorksten Stellen ihres Lebens zu ändern. Auch die Gespräche in ihrem Freundeskreis fand ich oft überhaupt nicht unterhaltsam, sondern einfach nur langatmig.

Robin, Georginas Ex-Freund ist kaum auszuhalten, aber gut ausgearbeitet, immerhin soll er die unsympathische Rolle in der Geschichte übernehmen.

Nach dem Prolog habe ich mich total auf das Auftreten von Lucas gefreut. Er wirkte wirklich ansprechend und sympathisch, aber leider verliert das Buch nach dem Prolog deutlich an Qualität. So konnte mich Lucas leider auch nicht überzeugen. Generell war er nicht wirklich präsent. Während ich die Szenen mit ihm kaum erwarten konnte, musste ich mich stattdessen ständig mit einer nervigen Familie und öden Freundesgesprächen abfinden. Einzig Lucas' Bruder fand ich tatsächlich sehr amüsant. Und Kitty, eine Kollegin von Georgina. Die ist zwar nicht die hellste, aber gerade dadurch doch irgendwie liebenswürdig.

Erwartet hatte ich eine humorvolle, romantische Liebesgeschichte und stattdessen bekam ich einen Roman über Georginas komplettes Leben. Man begleitet sie im Alltag, zu Freunden, zur Familie – viele sympathische Figuren gibt es da leider nicht – und nur wenig dreht sich um die tatsächliche Liebesbeziehung. Ich hatte mir da mehr Romantik und Knistern erwartet. Auch der Humor war leider gar nicht mein Fall. Zwischendurch gab es jedoch einige spannende Gespräche und stellenweise habe ich mich gut unterhalten gefühlt – nur leider zu selten.

Vielleicht bin ich einfach nur mit den falschen Erwartungen an das Buch gegangen, aber umgehauen hat es mich leider gar nicht. Es hatte keine besondere Atmosphäre und nach dem Lesen blieben mir auch eher die negativen Punkte im Gedächtnis, obwohl es durchaus einige Situationen gab, die mich fesseln konnten. Für mich hat sich sowohl der Plot, als auch die Figuren nicht angefühlt, als wären sie vollends ausgearbeitet. Da hat immer das gewisse Etwas gefehlt.

Und als wäre das nicht genug, fand ich das Ende auch alles andere als befriedigend. Ich hätte mir da einen saubereren, direkteren Abschluss gewünscht und hätte dann auch auf den Epilog verzichten können. So war das Ende leider nicht sonderlich stimmig für mich.

Für lockere Unterhaltung zwischendurch kann es ganz nett sein, wenn man den Humor teilt. Für mich war es leider eine kleine Enttäuschung, weil ich nach ihren anderen Büchern – die mir wirklich gut gefielen – etwas anderes erwartet hatte und weder Humor, noch die meisten Figuren mochte.

Veröffentlicht am 02.07.2019

Locker-leichter Jugendthriller

Mädchen, Mädchen, tot bist du
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Die Kapitel sind recht kurz gehalten und durch den lockeren und einfacheren Schreibstil fliegt man quasi durch das Buch. Man liest zuerst aus der Sicht von Kate, gefolgt von Yara und Tess. Zwischendurch ...

Die Kapitel sind recht kurz gehalten und durch den lockeren und einfacheren Schreibstil fliegt man quasi durch das Buch. Man liest zuerst aus der Sicht von Kate, gefolgt von Yara und Tess. Zwischendurch gibt es kurze Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt des Täters.

Nach einem nicht ganz so optimalen Start, weil ich die Kapitel über Kate doch ein wenig langatmig fand, bin ich nur so durch die Kapitel gesprungen.

Man lernt die Figuren zwar nicht so tiefgehend kennen, aber für die Art von Geschichte reicht es mir vollkommen aus. Die Autorin schreibt jugendlich, locker und leicht und so ist auch der Stil, in dem man die Charaktere kennenlernt. Der Leser erhält einen guten und schnellen Überblick über das Umfeld und die derzeitige Lage der Figuren. So erfährt man, dass alle Figuren eine schwierige Phase durchmachen und die Beständigkeit fehlt. Das reichte mir aber auch vollkommen aus, da ich mehr Tiefgang vermutlich zu langatmig gefunden hätte und es so zum Tempo der Geschichte passt. Mir fällt an dieser Stelle nichts ein, was ich noch unbedingt hätte erfahren müssen.

Tess war mir von allen Mädchen am sympathischsten, allerdings gibt es einen klaren Pluspunkt für die Individualität der Charaktere. Jedes Mädchen ist anders und man sucht definitiv die Verbindung zwischen ihnen. Während Kate ziemlich durchschnittlich-beliebt wirkt, ist Yara etwas aufbrausender und impulsiver. Tess ist wiederum ruhiger, aber hat wieder eine komplett andere Art zu denken.

Kleine Spannungsbögen kommen immer mal wieder vor und der Leser bekommt verschiedene potenzielle Täter geliefert. Damit gibt es genügend Stoff, um sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wer denn nun hinter den Morden steckt. Ist es ein Täter? Sind es mehrere? Ist es wirklich so offensichtlich, wie es scheint?

Ich muss sagen, dass ich nicht wirklich hohe Erwartungen hatte. Immerhin ist es ein Jugendthriller und da ich bisher nichts von der Autorin kannte, wusste ich nicht, wie "anspruchsvoll" und wirr sie schreibt. Das Ende hat mich jedoch definitiv überrascht und beeindruckt. Für mich war es absolut nachvollziehbar und stimmig, aber so ganz anders, als ich vermutet hatte.

Empfehlenswerter, locker-leichter Jugendthriller, der sich schnell lesen lässt und dabei trotzdem fesselnd und unterhaltsam ist.