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Veröffentlicht am 16.01.2022

Liebesgeschichte mit Plottwist

Regenglanz
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„Regenglanz“ ist der Auftakt von Anya Omahs Sturm-Trilogie und gleichzeitig ihr erstes Verlagsbuch bei endlichkyss. Im Zentrum der Reihe stehen drei Freundinnen und jeder Band erzählt die Geschichte von ...

„Regenglanz“ ist der Auftakt von Anya Omahs Sturm-Trilogie und gleichzeitig ihr erstes Verlagsbuch bei endlichkyss. Im Zentrum der Reihe stehen drei Freundinnen und jeder Band erzählt die Geschichte von einer von ihnen. Im ersten Buch geht es um Alissa, Künstlerin und Tätowiererin, die ihrem Kunden Simon ein Cover-up für ein peinliches Tattoo stechen soll. Mit jedem Treffen kommen die beiden nicht nur einander näher, sondern auch einem Tabubruch.

Dies war mein erstes Buch von Anya Omah. Auf der einen Seite finde ich es toll, wenn auch mal mehr deutsche Settings in Liebesromanen auftauchen (hier Hamburg), auf der anderen Seite ist es aber auch schwer, mich dabei bei Laune bzw. in Liebesroman-Stimmung zu halten. Die Autorin hat das größtenteils sehr gut gemeistert. Sie lässt Hamburg modern, interessant und aufregend wirken und sogar den Baustil von reetgedeckten Häusern wie etwas Spannendes und Fremdartiges. Was mir persönlich jedoch jedes Mal die Stimmung kaputtmacht, ist, wenn jemand „Moin!“ sagt. Es tut mir leid, liebe Hamburger, in meinen Ohren klingt das einfach albern – das gilt aber für alle lokalen Begrüßungsformeln.

Abseits davon hat mir Anya Omahs Schreibstil jedoch sehr gut gefallen. Die Seiten flogen nur so dahin und sie findet immer die richtigen Worte, um Orte und Gefühle zu beschreiben. Zum Ende hin hält das Buch noch einen richtigen Plottwist bereit, den ich absolut nicht habe kommen sehen. Die letzten Kapitel sind wirklich eine harte Zeit für Alissa und das hat die Autorin mich sehr intensiv spüren lassen. „Regenglanz“ ist insgesamt eine Geschichte, die eine tolle Bandbreite an Emotionen abbildet und auch beim Lesen auslöst.

Auch die Figuren, Protagonist*innen wie Nebencharaktere, waren wunderbar ausgearbeitet – mit ganz individuellen Feinheiten und herzerwärmenden Charakterzügen. Alissas Freundinnen Calla und Leo würde ich am liebsten direkt aus dem Buch an meine Seite holen, wodurch ich mich umso mehr auf die beiden Folgebände freue.

Insgesamt komme ich zu 4 von 5 Sternen. Ein wunderbarer, emotionaler Auftakt, der definitiv Lust auf die beiden weiteren Geschichten macht („Nebelschimmer“; ET 14.06.2022; „Gewitterleuchten“; ET 13.09.2022).

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Eine traurig-schöne und einzigartige Geschichte

Drowning in Stars
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Debra Anastasia gibt ihr Debüt im LYX-Verlag mit „Drowning in Stars“. Pixie und Gaze lernen sich mit zwölf Jahren kennen, als Gaze im Haus gegenüber einzieht. Pixie nimmt ihn im Viertel auf und wird zu ...

Debra Anastasia gibt ihr Debüt im LYX-Verlag mit „Drowning in Stars“. Pixie und Gaze lernen sich mit zwölf Jahren kennen, als Gaze im Haus gegenüber einzieht. Pixie nimmt ihn im Viertel auf und wird zu seiner Beschützerin. Sie ist fast immer allein Zuhause, Gaze Vater trinkt zu viel und so haben sie nur einander um sich Halt zu geben. Doch durch ein schreckliches Ereignis, werden die beiden getrennt. Danach ist nichts mehr wie vorher und jetzt ist Pixie diejenige, die dringend Schutz braucht.

Ein atemberaubendes Cover – das kann man nicht anders sagen. Die vielfältigen Blautöne mit den weißen Wolken am Rand haben mich zuerst an Meeresrauschen, Wellen und Gischt erinnert. Gerade durch die goldenen Sprenkel hat es aber auch etwas vom tiefen Nachthimmel und der Weite des Weltalls. Beides Gebiete, die uns noch so unbekannt sind, dass das Cover eine hypnotisierende Faszination auf mich ausübt und mich immer tiefer hineinzieht. Außerdem eine perfekte grafische Darstellung des Titels. Die große Blume am unteren Rand ist natürlich ein besonderer Blickfang, der dem ganzen Bild nochmal ein Highlight verleiht.

Der Schreibstil von Debra Anastasia ist ebenfalls außergewöhnlich. Sie lässt das ganze Viertel lebendig werden, jeder Charakter und jeder Ort ist so eindrucksvoll und individuell beschrieben. In einem Moment wird die Armut in dem Stadtviertel ganz deutlich, ohne dass die Autorin es explizit schreiben muss. Im nächsten lesen wir dann magische, zitierwürdige Sätze und alles Elend ist vergessen. Debra Anastasia hat einen leicht poetischen Stil und gleichzeitig auch einen nervenaufreibenden Spannungsaufbau. Sie muss gar nicht sagen, was sie meint, sie kann auch mit wenigen Worten viel andeuten. Zwischen den Zeilen lesen ist angesagt – das gefällt mir.

Pixie ist ein faszinierendes Mädchen. Man streift an ihrer Seite durchs Viertel und muss ihr Wissen, ihre Art mit Menschen und dem Leben umzugehen und ihre Einstellung einfach bewundern. Sie musste aber auch viel zu schnell erwachsen werden und versucht einfach immer tapfer zu sein, noch erwachsener zu wirken und sich von nichts unterkriegen zu lassen. Auf der einen Seite wünscht man sich als Leser:in so stark wie sie zu sein, auf der anderen Seite ist der Preis, den sie dafür zahlt, so hoch, dass man ihr doch lieber eine richtige Kindheit wünscht. Sie hat so ein gutes Herz, aber wer kümmert sich dafür um sie?

Ich war sehr überrascht, festzustellen, dass ein großer Teil des Buches zu der Zeit spielt, als Pixie und Gaze noch zwölf Jahre alt sind. Sowas ist eigentlich nicht mein Geschmack und hätte ich das vorher gewusst, hätte ich vielleicht gar nicht zu dem Buch gegriffen. Dann hätte ich aber definitiv etwas verpasst, denn Debra Anastasia hat mir gezeigt, dass auch Geschichten in diesem Alter so geschrieben sein können, dass es mir gefällt. Wer also hier skeptisch ist: Ein Versuch ist es wert, ich bin sonst auch genauso skeptisch!

Das letzte Viertel des Buches hat mir leider nicht mehr so gut gefallen. Meiner Meinung war die Luft hier raus. Es war einfach nur ein unendlich lang gezogenes Happy End. Keine Spannung mehr und auch nicht mehr wirklich ein Plot. Natürlich waren auch sehr schöne Szenen dabei, aber ich habe mich gefragt, was für eine Geschichte hier noch erzählt werden soll. Ich hatte das Gefühl, als würde Debra Anastasia versuchen, alles Schlechte, was die Charaktere zuvor erlebt haben, wieder gut zu machen. Für mich machte sie dadurch aber kaputt, was sie vorher an Atmosphäre aufgebaut hat.

Zusammengefasst komme ich zu 4 von 5 Sternen. „Drowning in Stars“ ist ein Roman wie kein anderer. Er hebt sich einfach von vielen Liebesromanen ab, zum einen durch den wahnsinnig gefühlvollen Schreibstil der Autorin, zum anderen durch das unendlich traurige Schicksal der beiden Protagonisten. Dass am Ende die Luft raus war, hat das Buch für mich den letzten Stern gekostet und dennoch würde ich es in jedem Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 19.12.2021

Ein Nationalheld wird lebendig

Sie nannten ihn Cid. Eine spanische Legende
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„Sie nannten ihn Cid – Eine spanische Legende“ ist der neue Roman von Mac P. Lorne, erschienen bei Droemer Knaur. Hier erzählt er die Geschichte von Rodrigo Diaz de Vivar, später besser bekannt als „El ...

„Sie nannten ihn Cid – Eine spanische Legende“ ist der neue Roman von Mac P. Lorne, erschienen bei Droemer Knaur. Hier erzählt er die Geschichte von Rodrigo Diaz de Vivar, später besser bekannt als „El Cid“, und seinen Kämpfen um die iberische Halbinsel. Diese wird in jahrelangen Kriegen von den Almoraviden bedroht. Rodrigo kämpft stolz für Heimat und Land, aber sein König verbannt ihn aus Kastilien. Doch mit seinem selbst errichteten Heerfürstentum ist seine Hilfe nötiger denn je, als eine riesige Armee aus Nordafrika in Spanien landet.

Wie gewohnt, fällt mal wieder die gute Ausstattung auf: gerade das Personenregister habe ich auf den ersten ca. 70 Seiten stark bemüht, fühlte mich danach aber bei den meisten Charakteren fit. Klar, so ein Register spoilert immer auch etwas, aber ich finde das Maß hier vollkommen in Ordnung.

Rodrigos charakterliche Weiterentwicklung war nachvollziehbar in ihren Gründen und realistisch im Zeitverlauf. Das ist mir immer wichtig: bei historischen Figuren noch mehr, als bei ausgedachten Protagonisten. Die Zeitsprünge sind meiner Meinung nach sehr gut gesetzt. Bereits in früheren Büchern habe ich gelobt, dass vor allem auch das Privatleben des Protagonisten gut zusammengerafft ist. So auch hier: Mehr als ab und zu zwei bis drei Sätze brauche ich da nicht.

Sehr gut geschrieben und mitreißend waren außerdem die Zweikämpfe und Schlachten. Sie haben Tempo, ausreichend Detail und lesen sich lebendig. Zusammen mit den politischen Verwicklungen, fliegen viele Seiten nur so vorbei.

Auf der anderen Seite gab es aber auch Szenen, die mir etwas zu lang waren und ich frage mich, ob die Geschichte nicht griffiger gewesen wäre, hätte sie an einem späteren Zeitpunkt eingesetzt. Drei verschiedene Könige werden abgehandelt und diese dienen zumeist nur einer ausführlichen Charakter-Einführung von Rodrigo. Dadurch dauert es sehr lange, bis die im Klappentext benannte Verbannung überhaupt eintritt.

Der Autor lässt sich die Chance nicht nehmen, auch einige Mythen rund um den Nationalhelden miteinzubeziehen. Historische Korrektheit ist mir immer wichtig, aber ich finde es doch unterhaltsam, diese Geschichten aufzugreifen, wenn im Nachwort zur Korrektheit Stellung genommen wird – und wie immer enttäuscht er mich da nicht.

Zusammenfassend komme ich zu 4 von 5 Sternen. Mac P. Lorne hat sich hier eine interessante Figur abseits des Mainstream-Historischen-Romans ausgesucht und lässt diese rund 950 Jahre später lebendig werden. Trotz einer längeren Einführung war diese interessante Geschichte spannend erzählt und ich werde beim nächsten Werk des Autors wieder zugreifen.

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Frische Story, aber unmöglicher Protagonist

My Wish - Breite deine Flügel aus
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„Breite deine Flügel aus“ ist der erste Band von Audrey Carlans Wish-Reihe erschienen bei Heyne. Der Titel ist ein absoluter Treffer, geht es doch um Suda Kaye, die nach dem Tod ihrer Mutter frei und ohne ...

„Breite deine Flügel aus“ ist der erste Band von Audrey Carlans Wish-Reihe erschienen bei Heyne. Der Titel ist ein absoluter Treffer, geht es doch um Suda Kaye, die nach dem Tod ihrer Mutter frei und ohne Verpflichtungen um die Welt reist. Für diesen Sprung ins Ungewisse hat sie damals Camden zurückgelassen. Als sie nach zehn Jahren nun wieder in ihre Heimat zurückkehrt, ist er immer noch da und mit Camden ihre Gefühle für ihn. Doch Camden sucht etwas Verlässliches, Stabiles und ist verlobt und Suda Kaye steht vor der Entscheidung, was sie sich für ihr weiteres Leben wünscht.

Zehn Jahre ohne Plan, geregeltes Einkommen, Altersvorsorge oder auch nur einen festen Wohnsitz durch die Welt zu reisen ist etwas, was ich persönlich mir niemals vorstellen könnte. Zu groß ist mein Sicherheitsbedürfnis, zu wichtig mein Zuhause und alle Menschen, die dazu gehören. Die Kluft zwischen mir selbst und diesem fiktiven Charakter ist so groß, dass ich nie gedacht hätte, Suda Kaye verstehen und mich in sie hineinversetzen zu können. Trotzdem hat es Audrey Carlan geschafft, dass sie mir sympathisch war und ich während des Lesens immer eine ausreichende Verbindung zu ihr halten konnte, sodass ich mit ihr gebangt und gefiebert habe.

Das hat aber auch dazu beigetragen, dass ich Camden unmöglich fand. Er ignoriert Sudas Wünsche komplett, drängt sie zu Versprechen und Verpflichtungen, zu denen sie noch nicht bereit ist (nicht sexuell) und ignoriert völlig ihren Wunsch, sich Zeit zu lassen. Er ist zudem besitzergreifend, eifersüchtig und versucht insgesamt Suda Kaye viel zu sehr seinen Wünschen und Vorstellungen anzupassen. Er entschuldigt sich sogar für sie, als sie ganz locker und auf ihre Art mit einem alten Freund spricht – den er wiederum nur oberflächlich kennt. Was soll das? Sie ist doch kein Kleinkind. Für mich ein absolutes No-Go! Nachdem ich trotz der Widrigkeiten dann einmal die Verbindung zu Suda Kaye geknüpft hatte, hatte ich häufig das Gefühl, Camden ist nicht der Richtige für sie und dass sie lediglich noch ihre gemeinsame Vergangenheit verbindet.

Das Buch folgt zwar dem klassischen Second-Chance-Plot, aber die ganze Idee mit dem Tod der Mutter, Suda Kayes Lebensstil und ihrer Rückkehr empfand ich erfrischend neu und abwechslungsreich. Da konnte ich auch die eine oder andere Länge und so manches, sehr zufällige und bequeme Ereignis verkraften.

Insgesamt komme ich zu 3 von 5 Sternen. Trotz außergewöhnlicher Story und Audrey Carlans Fähigkeit, mich einem mir so gegensätzlichen Charakter nahezubringen, fand ich Camdens Verhalten schrecklich und keine gute Basis für eine Liebesgeschichte.

Wem ich mich, im Gegensatz zu Suda Kaye, von Beginn an absolut verbunden fühlte, ist ihre Schwester Evie. Daher freue ich mich sehr, sie im zweiten Band „Strahle wie die Sonne“ (ET 08.02.2022) besser kennen zu lernen und ihre Geschichte zu lesen. Band drei („Genieße jeden Moment“; ET 09.05.2022; Vorsicht, der Klappentext spoilert Band zwei extrem!) und vier („Greife nach den Sternen“; ET 08.08.2022) klingen ebenfalls mitreißend und nach einem Fall für die Wunschliste.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Auch bei Band 7 lässt die Reihe nicht nach

Die Früchte, die man erntet
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„Die Früchte, die man erntet“ ist bereits der siebte Band über den Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann aus der Feder von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, erschienen im Rowohlt-Verlag. Der behandelte ...

„Die Früchte, die man erntet“ ist bereits der siebte Band über den Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann aus der Feder von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, erschienen im Rowohlt-Verlag. Der behandelte Kriminalfall ist in sich abgeschlossen – das Buch könnte diesbezüglich auch ohne Vorwissen gelesen werden. Jedoch steht in dieser Reihe auch das Privatleben der Ermittler:innen weit im Vordergrund, sodass mindestens Band sechs, wenn nicht auch die Teile eins bis fünf, wesentlich für das Verständnis ist.

Mehr als drei Jahre sind für die Stockholmer Reichsmordkommission vergangen und viel hat sich verändert: Sebastian ist nicht mehr Teil des Teams, sondern arbeitet selbstständig als Psychologe und Therapeut. Vanja hingegen leitet die Gruppe und ist Mutter geworden und auch Billys Leben soll sich wandeln. In Karlshamn tötet derweil ein Heckschütze scheinbar wahllos Menschen, ohne Zeugen oder Hinweise zu hinterlassen, was die Ermittlungen besonders schwierig macht. Hinzu kommt, dass auch Sebastians Trauma des Tsunamis 2004 wieder stärker hervortritt – durch einen besonderen Patienten.

Der große Zeitsprung zwischen Band sechs und sieben hat der Geschichte meiner Meinung nach sehr gutgetan. Die berufliche und zwischenmenschliche Situation der Charaktere war zuletzt etwas ausgelaugt. Es wurde alles rausgeholt, was möglich war und es drohte sich festzufahren. Die Autoren haben hier einen klugen Schritt getan. Es gab in den drei Jahren Entwicklungen, die für neue Spannungen und veränderte Interaktionen sorgen, sodass die, für die Reihe typische, private Komponente der handelnden Personen interessant und abwechslungsreich bleibt.

Etwas unglücklich war für mich persönlich, dass auch in der Realität drei Jahre bis zum Erscheinen des Romans vergangen sind. Viele wichtige Ereignisse aus Band sechs hatte ich einfach vergessen und es wurde nicht alles nochmal erläutert. Ein „Was zuletzt geschah“ oder ähnliches wäre hier sehr hilfreich gewesen.

Den Kriminalfall fand ich durchweg spannend. Er ist so gestaltet, dass die Leser:innen vor dem Ermittlungsteam auf die Lösung kommen, jedoch nicht gleich zu Beginn, da mit verschiedenen Zeitachsen gearbeitet wird. Das habe ich nicht direkt verstanden, aber als eine Ermittlerin den entscheidenden Hinweis gab, war es klar. Dennoch hat mir gerade das gut gefallen: Die Leser:innen müssen mitdenken und bekommen nicht alles vorgekaut. Und selbst nachdem auch die Reichsmordkommission im Bilde war, verlor die Geschichte nicht an Spannung – im Gegenteil: Das Suchen, Finden und Verfolgen, der Kampf gegen die Zeit, war wahnsinnig fesselnd.

Wie gewohnt enden Hjorth und Rosenfeldt mit einem Knall. Nein, es sind sogar zwei gewaltige Cliffhanger (wie oben erwähnt, das Persönliche betreffend, nicht den Fall) und sinnbildlich ein schwerer Stiefel, der sich langsam auf die Finger der Lesenden herabsenkt, während wir uns gerade so an der Kante des Buches festkrallen und beten, dass es nicht weitere drei Jahre bis zu Band acht braucht.

Zusammenfassend komme ich zu 4 von 5 Sternen. „Die Früchte, die man erntet“ konnte ich kaum aus der Hand legen. Die Reihe lässt auch mit dem siebten Band mit ihrer Spannung und ihren unerwarteten Wendungen in nichts nach. Der Anschluss zum Vorgängerband ist leider nicht so gut gelungen. Manche Referenzen waren einfach mit zu vielen Fragezeichen in meinem Kopf belegt, was den Lesegenuss leider etwas gehemmt hat. Band acht erwarte ich dennoch voller Freude und ich danke jedes Mal meiner Kollegin, die mich mit diesem Ermittlerteam bekannt gemacht hat.

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