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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2020

Bringt zum Nachdenken über das Menschsein

Licht und Schatten
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Zoran Drvenkar gehört zu den Autoren, die ich erst dieses Jahr für mich entdeckt habe. Obwohl Drvenkar hierzulande seit mehreren Jahren bekannt ist und zahlreiche Veröffentlichungen hinter sich hat, ist ...

Zoran Drvenkar gehört zu den Autoren, die ich erst dieses Jahr für mich entdeckt habe. Obwohl Drvenkar hierzulande seit mehreren Jahren bekannt ist und zahlreiche Veröffentlichungen hinter sich hat, ist »Licht und Schatten« mein erstes Buch von ihm. Der Fantasyroman spielt im Russland des 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht das Mädchen namens Vida, das im Kampf zwischen Gut und Böse eine entscheidende Rolle hat.

„Was ist, ist. Was nicht ist, wird sein.“ – Zitat (»Licht und Schatten« von Zoran Drvenkar)

Man lernt Vida ab ihrer Geburt kennen. Am meisten hat mir an Vida gefallen, dass sie mutig, wissbegierig und hilfsbereit ist. Trotzdem ist es mir nicht gelungen, eine hundertprozentige Verbindung zu ihr aufzubauen. Ich denke, dies liegt vor allem daran, dass ich Vidas Entscheidungen nicht immer nachvollziehen konnte und sie mich mit ihrer Sturheit etwas aufgeregt hat.

Unterstützung erhält Vida von ihrem Vater und ihren Tanten. Sie sind immer für die Protagonistin da und stehen ihr mit Rat und Tat zur Seite. Diese Figuren sind glaubwürdig dargestellt, da ich die Last, die auf ihren Schultern ruht und die Weisheit, die sie ausstrahlen, spüren konnte. Im Gegensatz zu Vida, konnte ich zu ihnen viel leichter Zugang finden. Die Inszenierung des „Bösen“ fand ich ebenfalls gelungen, da sie unheimlich, düster und gefährlich war.

„Du kannst etwas nur verstehen, wenn du es mit deinem vollen Bewusstsein annimmst und offen dafür bist.“ - Zitat (»Licht und Schatten« von Zoran Drvenkar)

Erzählt wird nicht nur aus Vidas Sicht. Andere Figuren kommen ebenfalls zu Wort und man kann die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, was ich sehr abwechslungsreich fand. Besonders gut haben mir die Lebensweisheiten gefallen, da sie mich zum Nachdenken über das menschliche Wesen gebracht haben. Weniger gut hat mir die ausführliche Beschreibung gefallen. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Details und Ausschlachten von Szenen, aber in »Licht und Schatten« ging es an manchen Stellen sehr schleppend voran, was meinem Lesevergnügen einen kleinen Dämpfer verpasst hat.


Fazit

Trotz einiger Mankos empfehle ich »Licht und Schatten« von Zoran Drvenkar aufgrund der Botschaft und den Gedanken über das Menschsein weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

Nur für Fans des schwarzen Humors

Ruhet in Friedberg
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Was ist die nächste Stufe vom schwarzen Humor? Ich glaube, die gibt es noch nicht. Gäbe es sie, dann würde ich dieser Kategorie »Ruhet in Friedberg« von Rudolf Ruschel zuordnen. Warum? Weil Ruschels Kriminalroman ...

Was ist die nächste Stufe vom schwarzen Humor? Ich glaube, die gibt es noch nicht. Gäbe es sie, dann würde ich dieser Kategorie »Ruhet in Friedberg« von Rudolf Ruschel zuordnen. Warum? Weil Ruschels Kriminalroman ganz leicht an einer Oberfläche kratzt, die alles andere als lustig ist, weshalb das Buch höchstwahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist. Mir hat Ruschels Debütroman dennoch gefallen.

Die Geschichte spielt in dem österreichischen Örtchen Friedberg. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen fünf Männer, die vom Tod auf Schritt und Tritt verfolgt werden und nicht nur deshalb, weil sie in einem Bestattungsinstitut arbeiten. Macho ist der vorlauteste und derjenige, der sich von niemanden etwas sagen lässt. Andi träumt davon, irgendwann ein berühmter Schriftsteller zu werden. Sein bester Freund Fipsi unterstützt ihn, wo er nur kann. Gustl ist eher der ruhigere Typ. Der Bestatter hat einen grünen Daumen und lebt zusammen mit seiner Mutter. Hubsi ist derjenige, über den sich alle lustig machen und der Schrägste von den fünf Männern. Was die Figuren angeht, so wird hier also eine ziemlich bunte Mischung präsentiert.

Die Handlung wird stets vorangetrieben und es gibt nie Leerläufe. Immer, wenn man denkt, schlimmer wird es nicht mehr, legt der Autor noch eine Schippe drauf und man fragt sich irgendwann, wie das Ganze noch enden soll. Die Leserschaft wird direkt angesprochen, sodass man den Eindruck bekommt, die erzählende Person würde direkt vor einem sitzen. Wie bereits erwähnt, bedient sich der Autor des schwarzen Humors. Die normalerweise ernsten Themen werden in diesem Buch aufs Korn genommen, weshalb man als Leser dafür bereit sein muss. Ich persönlich komme mit dieser Art von Humor zurecht, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder sich damit befassen will, denn es gibt Stellen im Buch, die durchaus makaber sind. Die Sprache ist lässig und locker. Da das Ganze in Österreich spielt, gibt es dementsprechend viele ortstypische Wörter. Manche von ihnen waren mir neu, was ich aber nicht schlimm fand. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass ‚speiben‘ spucken oder erbrechen bedeutet. Ich wurde also nicht nur unterhalten, sondern konnte noch das eine oder andere Wörtchen lernen


Fazit

Ich würde ja sagen, dass man »Ruhet in Friedberg« von Rudolf Ruschel allein schon wegen dem Schreibstil lesen sollte. Aber ich könnte mir vorstellen, dass manche Menschen Probleme mit diesem Buch haben könnten, deshalb empfehle ich es nur denjenigen, die schwarzen Humor mögen und sich davon nicht irritieren lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Sehr spannende Autobiografie!

Ozzy
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Für mich war Ozzy Osbourne schon immer ein schräger Vogel, mit dem ich nichts anfangen konnte. Ein Fan von Black Sabbath bin ich ebenfalls nicht. Deshalb hätte ich nie gedacht, dass ich mal zu Ozzys Autobiografie, ...

Für mich war Ozzy Osbourne schon immer ein schräger Vogel, mit dem ich nichts anfangen konnte. Ein Fan von Black Sabbath bin ich ebenfalls nicht. Deshalb hätte ich nie gedacht, dass ich mal zu Ozzys Autobiografie, die er zusammen mit Chris Ayres geschrieben hat, greifen werde. Doch wie der Zufall es wollte, wurde mir »Ozzy - Die Autobiografie« wärmstens empfohlen und so kam es, dass ich es doch gelesen habe. Noch mehr überraschte mich allerdings, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Die Autobiografie besteht aus zwei Teilen und elf Kapiteln. Da Ozzy aus der Ich-Perspektive erzählt, hat man ständig das Gefühl, man würde ein Gespräch mit ihm führen. Dabei geht der Musiker in chronologischer Reihenfolge vor. Deshalb erfährt man zunächst viel über seine Familie und Kindheit. Es stellt sich heraus, dass Ozzys Kindheit alles andere als leicht war, da seine Familie mit sehr wenig auskommen musste. Über die Schulzeit hat Ozzy ebenfalls wenig Positives zu berichten, da er sich für den Lehrstoff nicht besonders interessiert hat. Nach seinem Schulabschluss ist Ozzy einem Job nachgegangen, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Ab da konnte ich nachvollziehen, warum er manchmal durchdrehte. Parallel dazu schildert Ozzy seine musikalischen Anfänge und die Entstehung von Black Sabbath. Zwischendurch gibt es immer wieder komische, groteske und schräge Situationen, die man manchmal nicht glauben kann, weil sie einfach verrückt sind

Doch egal, was man glaubt oder nicht, Tatsache ist, dass Ozzy in seinen jungen Jahren kein Vorbild war. Und ich fand gut, dass er das auch nicht behauptet und einfach zu sich selbst steht. Ozzy versucht nichts schön zureden, auch wenn er dabei oft sehr direkt ist und an der einen oder anderen Stelle zu sehr ins Detail geht. Ozzy erzählt offen über seine Eskapaden und Exzesse. Er lässt nichts aus, egal wie skurril das auch sein mag. Ich fand es super, dass er sich selbst mit Humor nimmt und Situationen, in denen er anders hätte handeln sollen, bereut. Der Musikant gibt seine Fehler zu und dass er in der Vergangenheit einiges falsch gemacht hat. Toll fand ich außerdem, dass die Autobiografie Bildmaterial enthält. Es gibt zahlreiche Fotos, die aus verschiedenen Lebensabschnitten von Ozzy stammen. Manche zeigen ihn, als er noch jung und wild war, andere zeigen dagegen, dass er es mittlerweile etwas ruhiger angehen lässt. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn der Musiker ist jetzt Anfang siebzig.


Fazit

Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich aus meiner „Lese-Komfortzone“ herausgetraut und Ozzys Autobiografie gelesen habe. Es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn sein turbulentes Leben irgendwann verfilmt wird. Um das Buch zu lesen, muss man nicht unbedingt ein Fan von Ozzy oder Black Sabbath sein. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass Ozzy eine Person ist, die in der Vergangenheit viele wilde Partys gefeiert, Drogen genommen und Unmengen von Alkohol getrunken hat. Wer mit diesen Themen nichts zu tun haben möchte, sollte dieses Buch vielleicht doch nicht lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Kann man lesen, muss man aber nicht

Der Schattenmörder
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Alex North und sein Bestseller »Der Kinderflüsterer« kannte ich bisher nur vom Hören. Ich habe viel Positives über den Autor gehört und wurde deswegen neugierig auf ihn. Deshalb ließ ich mir Norths neuen ...

Alex North und sein Bestseller »Der Kinderflüsterer« kannte ich bisher nur vom Hören. Ich habe viel Positives über den Autor gehört und wurde deswegen neugierig auf ihn. Deshalb ließ ich mir Norths neuen Roman »Der Schattenmörder« nicht entgehen. Der Klappentext klang ebenfalls vielversprechend und so musste ich nicht lange überlegen, ob ich das Buch lesen soll oder nicht.

Ich finde, dem Cover gelingt es sehr gut, das beklemmende Gefühl, das der Buchtitel beim Leser entstehen lässt, zu verstärken. Die beiden Farben Schwarz und Rot bringen die bedrohliche Atmosphäre sehr gut herüber. Als ich das Cover das erste Mal betrachtet habe, ist mir nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Umso überraschter war ich, als ich das Buch am nächsten Tag wieder in die Hand genommen habe und die roten Handabdrücke, die sich auf der Blume befinden, bemerkte. Tolle Idee!

Die Geschichte spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. In der Gegenwart folgen wir wiederum zum einen Paul Adams, der nach mehreren Jahren in seine Heimatstadt zurückkehrt. Zum anderen begleiten wir Detective Amanda Beck, die in einem Mordfall ermittelt. Natürlich laufen die ganzen Handlungsstränge irgendwann zusammen und ergeben so das große Ganze, auch wenn es am Anfang schnell passieren kann, dass man etwas durcheinandergerät.

Mit Paul Adams hatte ich etwas Schwierigkeiten, weil ich mich nicht zu 100 % in ihn hineinversetzen konnte. Dies führte dazu, dass ich bis zum Ende auf Abstand zu ihm blieb. Es hatte zwar den Vorteil, dass ich alles objektiv betrachten konnte, aber dadurch fehlte mir „die Nähe“ zum Protagonisten. Amanda Beck fand ich komplett überflüssig, weshalb ich mich mit ihr auch nicht identifizieren konnte.

Womit ich jedoch kein Problem hatte, war das Kleinstadt-Feeling nachzuempfinden und nachzuvollziehen, dass Paul sich oft beobachtet fühlte. Außerdem fand ich das Thema luzide Träume bzw. Klartraum sehr interessant. Es passte zur Handlung und hat dem Ganzen eine gewisse Würze verleiht. Dennoch kam es ab und zu vor, dass es sich stellenweise etwas gezogen hat. Spannung wurde vor allem im ersten Drittel des Buches aufgebaut. Später nahm sie jedoch deutlich ab, weshalb das Ende zwar überraschend, jedoch unspektakulär war.


Fazit

Man kann das Buch lesen, muss man aber nicht. Ich weiß jetzt schon, dass die Geschichte mir nicht lange im Gedächtnis bleiben wird, höchstens das Cover.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2020

Guter Anfang, aber weniger gutes Ende

Off Limits - Wenn ich von dir träume
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Mittlerweile muss ich in jeden Roman von Penelope Ward hineinschnuppern, da ihre Geschichten stets gefühl- und humorvoll sind. Deshalb konnte ich mir »Off Limits - Wenn ich von dir träume« einfach nicht ...

Mittlerweile muss ich in jeden Roman von Penelope Ward hineinschnuppern, da ihre Geschichten stets gefühl- und humorvoll sind. Deshalb konnte ich mir »Off Limits - Wenn ich von dir träume« einfach nicht entgehen lassen. Außerdem hatte mich die Leseprobe neugierig gemacht und ich wollte wissen, wie Heather und Noah zueinander finden werden.

„Glück sollte ohnehin nicht an einen bestimmten Ort gebunden sein. Es sollte etwas sein, das man überallhin mitnehmen kann.“ - Zitat (»Off Limits - Wenn ich von dir träume« von Penelope Ward)

Heather lebt zusammen mit ihrer Mutter am Lake Winnipesaukee, dem größten See von New Hampshire (USA). Den See gibt es wirklich, denn ich habe danach gegoogelt. Hier bekommt die Autorin von mir schon den ersten Pluspunkt, da ich es toll finde, wenn in Romanen nicht alles fiktiv ist. Wenn ihr den See nicht kennt, könnt ihr ihn ebenfalls googeln, denn er ist wirklich wunderschön. Nun schweife ich aber ab. Es geht weiter mit unserer Protagonistin Heather. Diese versucht nämlich mehrere Dinge unter einen Hut zu bringen – ihre Mutter, den Haushalt, das Bootshaus und den Job. Daran sieht man bereits, dass Heather selbstlos und ein herzensguter Mensch ist. Sie stellt ihre Wünsche und Träume ganz hinten an, obwohl sie weiß, dass sie unter der ganzen Last, die auf ihren Schultern ruht, zu zerbrechen droht.

Als Noah für eine Weile das Bootshaus mietet, ist er für Heather eine willkommene Abwechslung. Dass Noah Heather in seinen Bann zieht, liegt aber auch daran, dass er von Anfang an klarmacht, er sei an der jungen Frau nicht interessiert. Doch so ganz überzeugend macht Noah das nicht, denn man merkt sofort, dass zwischen den beiden Protas eine gewisse Anziehungskraft herrscht. Kein Wunder, denn Noah ist super kreativ, nett und hilfsbereit.

Erzählt wird aus Heathers und Noahs Perspektive. Besonders interessant fand ich jedoch Kapitel, die aus Noahs Sicht geschildert wurden, da man ihn hier anders wahrnimmt, als wenn er von Heather beschrieben wird. Gut gelungen fand ich außerdem die Spannung zwischen Noah und Heather, die im ersten Drittel des Buches herrscht. Leider lässt diese Spannung mit dem Voranschreiten der Geschichte nach. Zum einen liegt es daran, dass die beiden Hauptfiguren sich immer näherkommen. Zum anderen nimmt die Geschichte so viel Tempo an, dass die gesamte ruhige Atmosphäre, die bis dahin sorgfältig aufgebaut wurde, zerstört wird. Ich hatte das Gefühl, die Autorin versuchte das Ende mit so vielen Ereignissen vollzustopfen, wie es nur geht. Das fand ich schade, da die Geschichte das überhaupt nicht nötig hat.


Fazit

»Off Limits - Wenn ich von dir träume« von Penelope Ward fängt sehr vielversprechend an. Leider macht das letzte Drittel alles zunichte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere