Profilbild von Aksi

Aksi

Lesejury Star
offline

Aksi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Aksi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2019

Ich habe mehr erwartet

Best Man
0

Nachdem ‚One more Chance‘ von Vi Keeland bei mir einen guten Eindruck hinterlassen hat, wollte ich ein weiteres Buch von ihr lesen. Ich entschied mich für 'Best Man', da ich die Leseprobe richtig toll ...

Nachdem ‚One more Chance‘ von Vi Keeland bei mir einen guten Eindruck hinterlassen hat, wollte ich ein weiteres Buch von ihr lesen. Ich entschied mich für 'Best Man', da ich die Leseprobe richtig toll fand. Meine Erwartungen an 'Best Man' waren hoch, da ‚One more Chance‘ mich oft zum Lachen gebracht hat und die Protagonisten mir ans Herz gewachsen sind. Irgendwie dachte ich, dass es dieses Mal genauso sein wird. Dies war auch der Fall, aber leider nur am Anfang.

In letzter Zeit hat es das Leben mit Nat (Natalia) Rossi alles andere als gut gemeint. Sie hat Geldsorgen und muss zudem auf die Tochter ihres Exmannes aufpassen, der die beiden im Stich gelassen hat. Gut fand ich, dass Nat trotz aller Probleme stark geblieben ist. Außerdem ist sie eine nette und witzige Person, der man gerne zuhört. Hunter Delucia ist mir ebenfalls positiv in Erinnerung geblieben, obwohl er meiner Meinung nach zu Beginn etwas eingebildet war. Mit der Zeit merkt man aber, dass er ein cooler Typ ist und ihm einfach die richtige Frau gefehlt hat.

Obwohl der Anfang mich mitreißen konnte, fand ich die Handlung mit jedem Kapitel immer langweiliger. Ja, es gibt große Gefühle und Herzschmerz. Aber die Geschichte hatte für mich nicht das Gewisse etwas, um sich von anderen Liebesgeschichten, die ich bereits gelesen habe, abheben zu können. Da mir relativ früh klar wurde, wie alles ausgehen wird, fehlte mir jegliche Spannung. Darüber hinaus endeten manche Szenen zu abrupt und ich habe mir an manchen Stellen mehr Informationen gewünscht.


Fazit

'Best Man' konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich denke, es lag vor allem daran, dass ich noch zu sehr an einem anderen Werk der Autorin hänge.

Veröffentlicht am 13.09.2019

Sehr liebevoll gestaltete Schmuckausgabe

Sinn und Sinnlichkeit
0

Es war noch nicht lange her, da habe ich euch bereits zwei wunderschöne Schmuckausgaben aus dem Coppenrath-Verlag vorgestellt. Nun folgt die dritte Ausgabe und zu meiner großen Freude ist es 'Sinn und ...

Es war noch nicht lange her, da habe ich euch bereits zwei wunderschöne Schmuckausgaben aus dem Coppenrath-Verlag vorgestellt. Nun folgt die dritte Ausgabe und zu meiner großen Freude ist es 'Sinn und Sinnlichkeit' von Jane Austen. Da Austen zu meinen Lieblingsautorinnen gehört und ich alle ihre Werke bereits gelesen habe, konnte ich es kaum erwarten, eine weitere Schmuckausgabe von ihr in meine Sammlung hinzuzufügen.

Die Illustrationen von Marjolein Bastin haben mir wieder viel Freude beim Lesen bereitet. Die zehn aufwendig gestalteten Extras wie beispielsweise Briefe und ein Londoner Stadtplan von 1802 haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte um die beiden Schwestern Elinor und Marianne ganz neu erleben konnte. Hochprägung und Goldfolie lassen das Hardcover sehr hochwertig erscheinen und man bekommt Lust, die Bücher irgendwohin zu stellen, wo sie jede/r sehen kann.

Die Geschichte spielt in England im frühen 19. Jahrhundert. Im Zentrum des Geschehens stehen vor allem die zwei Schwestern Elinor und Marianne Dashwood. Als ihr Vater verstirbt, müssen Elinor, Marianne, ihre kleine Schwester Margaret und ihre Mutter umziehen, da ihr altes zu Hause an ihren Stiefbruder vererbt wurde. Ab diesem Zeitpunkt nimmt das Leben eine Wendung, die niemand von ihnen erwartet hätte. Elinor und Marianne verlieben sich und erfahren, wie kompliziert die Liebe sein kann.

Von den beiden Schwestern hat mir am besten Elinor gefallen, da sie im Gegensatz zu Marianne sich stets unter Kontrolle hat. Sie macht sich zuerst über alles Gedanken und beschließt erst dann zu handeln. Marianne ist dagegen impulsiv und folgt ihren Gefühlen. Auch wenn die beiden sich unterscheiden, so haben sie dennoch Gemeinsamkeiten. Beide passen aufeinander auf und die Familie steht bei ihnen an erster Stelle. Sowohl die Handlung als auch die Figuren erinnern mich stark an die aus ‚Stolz und Vorurteil‘. Es gibt viele Parallelen, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Es ist aber kein Minuspunkt, sondern etwas, womit ich durchaus leben kann, da ich Austens Geschichten liebe.


Fazit

‚Sinn und Sinnlichkeit‘ empfehle ich allen Klassiker- und Jane Austen-Fans. Die Schmuckausgabe macht extrem viel Spaß!

Veröffentlicht am 09.09.2019

Tolle Idee, schwache Umsetzung

Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten
0

Wer ist Sarah Rees Brennan? Vor einigen Wochen hätte ich euch diese Frage nicht beantworten können, denn ich habe noch nie etwas von der Autorin gelesen, obwohl sie mit Cassandra Clare an der ‚Shadowhunter‘-Saga ...

Wer ist Sarah Rees Brennan? Vor einigen Wochen hätte ich euch diese Frage nicht beantworten können, denn ich habe noch nie etwas von der Autorin gelesen, obwohl sie mit Cassandra Clare an der ‚Shadowhunter‘-Saga mitarbeitet hat. Auf 'Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten' wurde ich aufmerksam, als ich auf der Suche nach neuem Lesestoff war. Dass die Autorin sich von Charles Dickens‘ ‚Eine Geschichte aus zwei Städten‘ hat inspirieren lassen, hat aber endgültig dazu beigetragen, dass ich auf ihr Buch neugierig wurde.

Die Handlung spielt im futuristischen New York. Diese ist entzweit, denn sie besteht aus der Dunkelstadt Brooklyn und der Lichtstadt Manhattan. Auf den ersten Blick ist es die plumpe Unterteilung in Gut und Böse. Wie es sich herausstellt, steckt viel mehr dahinter. Obwohl der Schreibstil für eine dynamische Erzählung sorgt und es an Überraschungen nicht mangelt, ist die zweite Hälfte des Buches etwas spannender als die erste. Der Schluss nimmt sogar so viel Fahrt an, dass man denkt, gleich wird eine neue Geschichte erzählt, obwohl nur noch wenige Seiten übrig bleiben. Ich muss zugeben, dies hatte mich etwas verwirrt.

Im Mittelpunkt stehen nicht nur eine oder zwei, sondern gleich drei Figuren. Diese könnten nicht unterschiedlicher sein. Von der Lichtmagierin Lucie habe ich allerdings mehr erwartet, als sie schlussendlich geliefert hat. Denn sobald die Aufmerksamkeit auf die zwei männlichen Protas gelenkt wird, verblasst Lucie. Manchmal habe ich sogar vergessen, dass es sie überhaupt gibt. Ethan und Carwyn haben hingegen etwas mehr Spannung geboten. Vielleicht lag dies auch daran, dass die beiden sich stark voneinander unterscheiden. Während Ethan in der Lichtstadt Manhattan lebt, stammt Carwyn aus der Dunkelstadt Brooklyn. Dies hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf ihren Charakter, was auch während der Geschehnisse immer wieder sichtbar wurde.

Allgemein bietet die Welt in ‚Golden Darkness‘ viel Potenzial, welches aus meiner Sicht von Sarah Rees Brennan nicht bis zum Ende ausgeschöpft wurde. Ich hätte mir beispielsweise mehr Details gewünscht anstatt einiger Abschweifungen, die hier und da anzutreffen sind. Lucie hätte ich entweder mehr „Farbe“ verliehen oder sie komplett weggelassen. Ich finde, die Geschichte hätte auch nur mit Ethan und Carwyn funktioniert.



Fazit

‚Golden Darkness‘ bietet einen tollen Ansatz. Leider werden viele Möglichkeiten, die die Geschichte liefert, nicht ausgearbeitet, sodass das gewisse Etwas auf der Strecke bleibt.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Lesenswert

Maschinen wie ich
0

Künstliche Intelligenz ist das Thema in Ian McEwans neuem Buch 'Maschinen wie ich'. Die Geschichte handelt von Charlie, der sich einen sogenannten ‚Adam‘ anschafft, den ersten lebensechten Androiden, und ...

Künstliche Intelligenz ist das Thema in Ian McEwans neuem Buch 'Maschinen wie ich'. Die Geschichte handelt von Charlie, der sich einen sogenannten ‚Adam‘ anschafft, den ersten lebensechten Androiden, und welche folgenreichen Auswirkungen dieses Ereignis auf Charlies Leben hat. Ich habe 'Maschinen wie ich' gelesen, weil ich mich in letzter Zeit für Cyborgs, Roboter und Androide interessiere und das Buch daher wie gerufen für mich kam.

Eigentlich spielt die Handlung in den 80ern. Doch bei diesem Buch sollte man sich nicht darauf verlassen, denn McEwan war so frei, sich seine eigene Wirklichkeit zu kreieren, indem er wichtige historische Ereignisse verändert. So ist beispielsweise Alan Turing immer noch kerngesund, obwohl wir alle wissen, dass er seit den 50ern nicht mehr lebt. Eine weitere Kuriosität stellt die fortgeschrittene Technologie dar, die eher in das Jahr 2019 passt. Doch sobald man sich von der ungewöhnlichen Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart erholt hat, wird man als Leser_in mit der Zukunft konfrontiert.

In Anbetracht der Tatsache, welche Rolle Technologie bereits in unserem Leben spielt, ist es erschreckend, wie das Zusammenleben mit der KI einmal aussehen könnte. Durch Charlie erleben wir sowohl Hoffnungen und Chancen als auch Zweifel und Probleme, die sich durch das Einbeziehen eines lebensechten Androiden ergeben. Und genau daran wird der gravierende Unterschied zwischen Mensch und Maschine sichtbar. So ist Adam beispielsweise sehr intelligent, attraktiv und bis zu einem gewissen Grad anpassungsfähig, aber er kann es nicht mit einem Kind aufnehmen, wenn es darum geht, Freude beim Spielen zu empfinden. Als Mensch ist es hingegen Charlie nicht möglich all das zu wissen, was Adam weiß, dennoch besitzt er die emotionale Reife, die bei dem Androiden noch nicht vollkommen ausgereift ist.

Um zu zeigen, dass Adam beziehungsfähig ist, wird das ganze Dilemma um den menschenähnlichen Androiden mit einer Liebesbeziehung ausgeschmückt, indem Charlie und Adam um die Aufmerksamkeit der Studentin Miranda buhlen. Auf diese Art wird gezeigt, dass die Maschine durchaus dazu in der Lage ist, den Menschen in jeder Lebenslage nachzuahmen. Fakt ist, dass dies nur bis zu einem gewissen Punkt möglich ist und dass ein Mensch keine Maschine sein kann und eine Maschine kein Mensch. Mal schauen, was die Zukunft diesbezüglich für uns noch bereithält.


Fazit

'Maschinen wie ich' von Ian McEwan eröffnet zwar keinen neuen Blickwinkel auf das Zusammenleben von Maschine und Mensch, aber es zeigt eine alternative Realität, die uns dazu veranlasst, die Vergangenheit zu hinterfragen.

Veröffentlicht am 06.09.2019

Zu viel Kitsch

Perfectly Broken
0

Bereits der Titel 'Perfectly Broken' hört sich nach viel Herzschmerz an. Tatsächlich hält das neue Buch von Sarah Stankewitz das, was es verspricht. Die Geschichte um Brooklyn und Chase ist voller Trauer, ...

Bereits der Titel 'Perfectly Broken' hört sich nach viel Herzschmerz an. Tatsächlich hält das neue Buch von Sarah Stankewitz das, was es verspricht. Die Geschichte um Brooklyn und Chase ist voller Trauer, Kummer und Drama. Ich wollte das Buch lesen, da ich etwas für traurige Liebesgeschichten übrig habe und der Klappentext sich genau danach angehört hat. Leider stellte sich heraus, dass 'Perfectly Broken' eins der kitschigsten Bücher ist, das ich jemals gelesen habe.

Protagonistin Brooklyn kam mir wie der Inbegriff von Wi­der­sprüch­lich­keit vor. Einerseits kann sie ihre große Liebe nicht vergessen, andererseits fühlt sie sich zu ihrem neuen Nachbarn hingezogen. Mit dieser Zerrissenheit hat die Gute nicht nur sich selbst, sondern auch mich verrückt gemacht. Das ewige Hin und Her von Brooklyn hat mich manchmal in den Wahnsinn getrieben. Ich konnte ihr Verhalten in vielen Situationen überhaupt nicht nachvollziehen und fragte mich oft, was sie bezwecken wollte. Chase war etwas weniger anstrengend, auch wenn es mir nicht immer zusagte, wie er mit seiner Ex umgegangen ist. Positiv fand ich, dass er sehr hilfsbereit ist.

Der Einstieg konnte mich ein bisschen fesseln, das Ende dagegen überhaupt nicht. Hinzu kommt, dass mir sehr früh klar wurde, wie die Geschichte abgeschlossen wird, was meine Leselust noch mehr dämpfte. Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass der Schreibstil überhaupt nicht mein Fall ist. Mit dem Voranschreiten der Handlung wurden sowohl die Beschreibungen als auch die Dialoge immer kitschiger. Mir ist durchaus klar, dass es einige Konventionen des Liebesromans zu beachten gibt, aber ich bin mir sicher, dass es auf eine andere Art und Weise ebenfalls gehen könnte. Die zahlreichen Bücher, die ich in diesem Genre bereits gelesen habe, dienen mir als Beweis.


Fazit

Diejenigen, die vor Kitsch nicht zurückschrecken und eine super leichte Kost für zwischendurch suchen, sind bei 'Perfectly Broken' genau richtig. Alle anderen, so wie ich, werden enttäuscht sein.