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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2019

Gehört zu meinen Jahreshighlights!

Eine Odyssee
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Als ich zum ersten Mal »Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich« von Daniel Mendelsohn in meinen Händen hielt, glaubte ich ungefähr zu wissen, was auf mich zukommen würde. Ich habe zwar die „Original“ ...

Als ich zum ersten Mal »Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich« von Daniel Mendelsohn in meinen Händen hielt, glaubte ich ungefähr zu wissen, was auf mich zukommen würde. Ich habe zwar die „Original“ - »Odyssee« von Homer nicht gelesen, nichtsdestotrotz habe ich vor einigen Jahren den Film »Die Fahrten des Odysseus« mit Kirk Douglas gesehen und erst vor kurzem das Videospiel »Assassin’s Creed Odyssey« beendet, die ebenfalls Homers Epos aufgreifen. So war ich erstaunt, dass Mendelsohns Buch viel mehr als nur eine weitere Interpretation von Homers Werk ist, denn es hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen.

Zu Beginn lernt man die beiden Protagonisten Daniel und seinen Vater Jay Mendelsohn kennen. Schnell wird klar, dass Vater und Sohn nicht besonders gut miteinander auskommen und dass sie diesbezüglich einiges nachholen müssen. Als Jay beschließt an einem Uni-Kurs seines Sohnes teilzunehmen, lässt er keine Gelegenheit aus, Daniel zu kritisieren. Und Jay macht es Daniel wirklich nicht leicht, obwohl er sein Sohn ist. Diese schwierige Vater-Sohn-Beziehung ist eins der Schwerpunkte des Buches. Zwischendurch bezieht sich der Autor auf Homers »Odyssee«, die er sogar für Leute wie mich, die die „Original-Geschichte“ nicht kennen, verständlich herüberbringt. Er schafft es sogar, mein aufrichtiges Interesse dafür zu wecken, weshalb es nun auf meiner Wunschliste steht.

„Manche Geschichten brauchen einfach ihre Zeit.“ – Zitat (Seite 214)

Doch wer denkt, dass hier Homers »Odyssee« nacherzählt wird, irrt sich gewaltig. Die vielen Diskussionen um das Epos werden von persönlichen Geschichten sowohl aus Daniels als auch aus Jays Leben abgerundet. Dieser Aspekt macht den Inhalt lebendig und verflechtet ihn im Laufe der Geschichte immer mehr mit Homers Werk. Die scharfsinnigen und diskussionsreichen Dialoge sind mit der richtigen Portion Humor ausgeschmückt, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile auftritt.


Fazit

Man lernt nicht nur viel über Homers »Odyssee«, sondern auch über Väter und deren Söhne. Ich denke, Mendelsohns Buch kann gelesen werden auch, ohne Homers Werk zu kennen (so wie ich), aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass das Buch noch mehr Spaß machen würde, wenn man die „Original“ - »Odyssee« bereits kennt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Sehr guter Auftakt!

Flirting with Fire
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»Flirting with Fire« ist der erste Band aus der »Saving Chicago«-Reihe. Da ich die Geschichten von Piper Rayne mittlerweile liebgewonnen habe, wollte ich es mir nicht entgehen lassen, ihr aktuelles Werk ...

»Flirting with Fire« ist der erste Band aus der »Saving Chicago«-Reihe. Da ich die Geschichten von Piper Rayne mittlerweile liebgewonnen habe, wollte ich es mir nicht entgehen lassen, ihr aktuelles Werk zu lesen. Und so viel kann ich euch vorab schon mal verraten, es geht ganz schön heiß her und dies liegt nicht nur daran, dass der Protagonist Feuerwehrmann ist 😉. Das Cover überzeugt mich zwar nicht – ich kann männliche Oberkörper auf Buchcovern einfach nicht mehr sehen – dafür hat es die Story wirklich in sich.

Genau wie alle anderen Protagonistinnen, die von Piper Rayne erschaffen wurden, konnte mich Madison bereits nach wenigen Sätzen überzeugen. Wie denn auch nicht, denn sie weiß was sie will, hat Humor und ist liebenswürdig. Madison lebt mit ihren zwei besten Freundinnen, der selbstbewussten Lauren und der geheimnisvollen Vanessa. Da die beiden mir ebenfalls sympathisch sind, freue ich mich schon auf ihre Geschichten, die in den Folgebänden im Mittelpunkt stehen werden.

Mauro hatte ich als Protagonisten ebenfalls gern, auch wenn er sich manchmal an Sachen nicht erinnern zu sein scheint. Nein, er leidet nicht an Gedächtnisverlusten, falls ihr das jetzt denkt. Was ich aber damit meine, erfahrt ihr, wenn ihr die Story lest. Nun denn, wie bereits erwähnt, ist der 29-jährige von Beruf Feuerwehrmann. Er ist italienischer Herkunft und hat zwei Brüder Luca und Cristian, die ebenfalls in der Geschichte vorkommen. Obwohl die drei Brüder sind, unterscheiden sie sich voneinander, was den Spannungsgrad mancher Szenen steigert und für die eine oder andere Situationskomik sorgt.

Die Geschichte gliedert sich in 36 Kapitel. Handlungsort ist Chicago. Erzählt wird sowohl aus der Sicht von Madison als auch von Mauro. Es hat mich gefreut, dass Piper Rayne ihren Stil beibehalten haben. So entählt »Flirting with Fire« nicht nur eine prickelnde Liebesgeschichte, sondern Humor, Spannung und extrem charismatische Nebenfiguren. Wer bereits Bücher von Rayne gelesen hat, wird zwar schnell wissen, wie alles ausgehen wird, doch dies tut der Spannung in keiner Weise Abbruch. Ich habe die Geschehnisse fasziniert mitverfolgt und war etwas traurig, als das Buch zu Ende war.


Fazit

Jede Seite von »Flirting with Fire« war ein Genuss und ich kann Band 2. kaum abwarten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2019

Wilder Westen in Schottland

Victorian Rebels - Mein Ende und mein Anfang
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Die »Victorian Rebels-Reihe« von Kerrigan Byrne steht schon seit Langem auf meiner Wunschliste. Ich habe bisher von jedem Band die Leseprobe gelesen, kam aber irgendwie nie dazu, ein Buch aus dieser Reihe ...

Die »Victorian Rebels-Reihe« von Kerrigan Byrne steht schon seit Langem auf meiner Wunschliste. Ich habe bisher von jedem Band die Leseprobe gelesen, kam aber irgendwie nie dazu, ein Buch aus dieser Reihe zu lesen. Vor einigen Tagen ist es mir endlich gelungen den fünften Band, »Victorian Rebels - Mein Ende und mein Anfang«, zu lesen und was soll ich sagen, ich bin maßlos begeistert. Die anderen Bände werde ich definitiv in naher Zukunft lesen, denn Byrnes Schreibstil lässt mich einfach nicht mehr los. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, denn es ist sowohl schlicht als auch fesselnd.

Die Geschichte spielt im Jahr 1880 in Schottland. Im Mittelpunkt stehen Samantha, die sich für jemand anders ausgibt und Gavin St. James, den sie zu täuschen versucht. Besonders gefallen hat mir an Samantha, dass sie sich von niemanden etwas sagen lässt. Aufgrund ihrer zierlichen Erscheinung wird sie oft unterschätzt. Doch sie beweist immer wieder, dass man sich mit ihr lieber nicht anlegen sollte. Auch wenn die 24-jährige in ihrer Vergangenheit die eine oder andere falsche Entscheidung getroffen hat, ist ihr Herz am rechten Fleck.

Gavin St. James wird von Samantha im Laufe der Handlung sowohl positiv als auch negativ überrascht. Der Earl of Thorne lernt durch Samantha, dass auch sein Herz gebrochen werden kann, obwohl er normalerweise derjenige ist, der Frauen die Herzen bricht. Aus meiner Sicht hatte der 36-jährige diese „Lehre“ auch nötig, denn am Anfang hält er sich für ganz schön unwiderstehlich, was ihn etwas arrogant erscheinen lässt. Sein Stolz steht Gavin ebenfalls manchmal im Weg. Größtenteils dient er ihm jedoch als Antriebskraft und nicht als Hindernis.

Ebenfalls begeistert war ich von den beiden Nebencharakteren Alison und Callum. Obwohl sie nur wenige Male in der Geschichte vorkommen, haben sie es dennoch geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Beide sind sehr geheimnisvoll und ich freue mich bereits auf ihre Geschichte, die im sechsten Teil in Vordergrund stehen wird. Da der Erzählstil spannend und fesselnd ist, habe ich das Buch innerhalb weniger Stunden ausgelesen. Auch wenn ich bereits ahnen konnte, wie das Ganze enden wird, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, denn die sich ständig zankenden Protas machen es schlichtweg unmöglich.


Fazit

Ich kann es kaum abwarten, die anderen Teile der Reihe zu lesen!

Veröffentlicht am 19.11.2019

Sehr empfehlenswert!

Die Bullet-Journal-Methode
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In seinem Buch »Die Bullet-Journal-Methode« erklärt Ryder Carroll seine Gedanken hinter dem BuJo-Konzept und wie jeder von uns die Methode für sich nutzen kann. Ich wollte Ryders Buch lesen, weil ich mich ...

In seinem Buch »Die Bullet-Journal-Methode« erklärt Ryder Carroll seine Gedanken hinter dem BuJo-Konzept und wie jeder von uns die Methode für sich nutzen kann. Ich wollte Ryders Buch lesen, weil ich mich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema BuJo beschäftige und endlich wissen wollte, was Ryder dazu zu sagen hat. Das Buch bietet die Gelegenheit, Ryders Gedanken hinter dem System zu verstehen. Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut. Der Mix aus Gold und Schwarz ist meiner Meinung nach ein Hingucker. Zwei Lesebändchen erleichtern es, sich zurechtzufinden. Der Innenteil ist ähnlich minimalistisch gestaltet – Schwarz und Gold bzw. Senfgelb sind die einzigen Farben, die verwendet werden.

„Die Qualität unserer Zeit bemisst sich an unserer Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu leben.“ – Zitat (Seite 201)

»Die Bullet-Journal-Methode« besteht aus zwei Teilen, dem System und der Praxis. Zunächst erzählt der Autor, wie er überhaupt auf das Bullet-Journaling gekommen ist und was er sich dabei gedacht hat. Danach stellt er die Grundbestandteile eines BuJo’s vor, die jede
r nach Belieben erweitern kann. Zwischendurch regen motivierende Zitate zum Nachdenken an und inspirieren zur Produktivität. Darüber hinaus werden Beispiele aus der BuJo-Community aufgeführt. Diese zeigen, wie vielfältig und einzigartig die BuJo-Methode umgesetzt werden kann.

»Die Bullet-Journal-Methode« ist kein Buch, in dem ihr Malvorlagen oder Bilderideen zur Verschönerung eures BuJo’s findet. Instagram, Pinterest oder diverse YouTube-Videos sind an dieser Stelle besser geeignet. Versteht mich nicht falsch, zwischendurch kommen sehr wohl Skizzen vor. Diese dienen aber nur reiner Visualisierung und tragen zum Verständnis bei. Sie dienen nicht als Dekoration oder Verzierung. Carrolls Buch regt vielmehr dazu an, über sich selbst nachzudenken und sich zu hinterfragen und darum, Klarheit zu verschaffen. Das Buch ist psychologisch angehaucht, was ich ehrlich gesagt, ursprünglich nicht erwartet, aber schlussendlich begrüßt habe.


Fazit

»Die Bullet-Journal-Methode« eignet sich sowohl für BuJo-Einsteiger als auch Fortgeschrittene, denn es bietet einen komplett anderen Blickwinkel auf das Thema BuJo, als all das, was so im Internet kursiert. Mit dem Buch erhält man nicht nur Einblicke in die Gedankengänge des Erfinders, sondern entwickelt endlich Verständnis für die BuJo-Methode.

Veröffentlicht am 06.11.2019

Wieder eine wunderschöne Schmuckausgabe!

Sturmhöhe
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Emily Brontës »Sturmhöhe« ist die vierte Schmuckausgabe aus dem Coppenrath Verlag. Genau wie alle anderen Schmuckausgaben ist auch »Sturmhöhe« mit vielen wunderschönen Illustrationen der Künstlerin Marjolein ...

Emily Brontës »Sturmhöhe« ist die vierte Schmuckausgabe aus dem Coppenrath Verlag. Genau wie alle anderen Schmuckausgaben ist auch »Sturmhöhe« mit vielen wunderschönen Illustrationen der Künstlerin Marjolein Bastin ausgestattet, die das Lesen zu einem besonderen Erlebnis machen. Der aufwendig gestaltete Einband ist mit Strukturpapier, Hochprägung und Goldfolie verziert. Darüber hinaus beinhaltet das Buch zehn tolle Extras: eine Karte von Yorkshire, Stammbäume der Familien Earnshaw & Linton, ein Gedicht, ein Lebenslauf und ein Briefumschlag mit Manuskriptseite von Emily Brontë, eine Notizbuchseite über die Schauplätze der Geschichte, und vier Infokarten über die Flora und Fauna von Westyorkshire.

Die Handlung spielt hauptsächlich in ‚Wuthering Heights‘, dem Anwesen der Familie Earnshaw in Westyorkshire, und erzählt eine sowohl äußerst leidenschaftliche als auch zutiefst schmerzliche Liebesgeschichte von Heathcliff und Catherine. Catherine ist eine junge Frau mit einem sehr starken Willen. Sie setzt sich immer durch und bekommt meistens auch das, was sie will. Manchmal hat mich die „Gute“ jedoch aufgeregt, weil sie recht selbstsüchtig ist. Außerdem ist sie und Heathcliff dafür verantwortlich, dass vielen Menschen Leid und Kummer zugefügt wird. Wie man sieht, bin ich also alles andere als begeistert von der Protagonistin. Heathcliff ist fast keinen Deut besser als Catherine. Seine Rachsucht macht ihn blind und es ist ihm egal, wie viel Schaden er mit seinem Verhalten anrichtet.

Die Familie Linton bewohnt das Anwesen ‚Thrusscross Grange‘. Dort sind Edgar und seine Schwester Isabella zu Hause. Die Geschwister sind wohlhabend und gut erzogen. Ihr größter Fehler liegt aus meiner Sicht darin, dass sie sich in das ganze „Heathcliff und Catherine-Spiel“ hineinziehen haben lassen. Ich denke, Edgar konnte einfach nicht anders, als sich in Catherine zu verlieben, denn an ihren besten Tagen ist sie wirklich sehr sympathisch. Es ist durchaus menschlich, dass der arme Edgar nicht wusste, was er sich da antut.

Auch wenn die Zeitleiste am Anfang etwas verwirrend ist, da die Geschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt wird, wird man schnell in die Intrigen und Geheimnisse hineingesogen. Die Leserschaft erfährt einiges über das Leben eines Gutsbesitzers im 18. Jahrhundert und wie ungerecht Frauen damals behandelt wurden. Die Atmosphäre ist gleichzeitig düster, erdrückend und faszinierend. Einen „Liebling“ hatte ich in diesem Buch tatsächlich nicht, aber ich fand, dass jede_r von ihnen das bekommen hat, was sie/er verdient hat, auch wenn das jetzt etwas übertrieben klingt, wenn man bedenkt, was mit den Figuren geschehen wird.


Fazit

Die Figuren haben mich eher abgestoßen, als angezogen. Dennoch habe ich jede Seite von »Sturmhöhe« verschlungen und habe mit Hochspannung verfolgt, wohin Catherines und Heathcliffs Zerstörungsdrang die beiden führen wird. Ich finde, das Buch zeigt sehr gut, was passieren kann, wenn man Menschen, die man liebt, absichtlich oder unwissentlich Leid zufügt.