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Veröffentlicht am 09.02.2021

düster und beklemmend

Brennen muss Salem
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»Brennen muss Salem« von Stephen King konnte ich mir nicht entgehen lassen, weil ich seit Langem ein großer Fan von Vampirgeschichten bin. Außerdem bin ich gerade dabei, so viele Bücher von King zu lesen, ...

»Brennen muss Salem« von Stephen King konnte ich mir nicht entgehen lassen, weil ich seit Langem ein großer Fan von Vampirgeschichten bin. Außerdem bin ich gerade dabei, so viele Bücher von King zu lesen, wie es nur geht. Das Einzige, was mich an dem Buch ein wenig abgeschreckt hat, war die Seitenanzahl. Als ich jedoch mit dem Lesen angefangen habe, konnte ich nicht mehr aufhören.

Die Geschehnisse spielen in einem Örtchen namens Jerusalem’s Lot bzw. Salem’s Lot. Im Mittelpunkt steht Schriftsteller Ben, der nach jahrelanger Abwesenheit seiner Heimat einen Besuch abstattet. Bens Aufenthalt verläuft jedoch ganz anders, als er es sich ursprünglich vorgestellt hat, da ein Vampir die Gegend unsicher macht. Ben geht der Sache natürlich sofort nach, da er ein neugieriger Mensch ist, der gerne Rätsel löst und vor Gefahren nicht zurückschreckt.

Ben ist jedoch nicht die einzige Figur, die im Vordergrund steht. Im Laufe der Geschichte lernt man so einige Bewohner von Salem’s Lot kennen. Am Anfang kann es passieren, dass man eine Weile braucht, bis man sich einen Überblick verschafft. Mit der Zeit gelingt es aber ganz gut und man bekommt, das Gefühl, diese Menschen schon sein Leben lang zu kennen. Zumindest ging es mir so.

Die Atmosphäre ist sowohl düster als auch beklemmend und King gelingt es, sie von Beginn bis zum Ende aufrechtzuerhalten. Zu Tode gegruselt habe ich mich zwar nicht, aber es gab durchaus einige unheimliche Stellen, die ich ganz aufregend fand. Das Einzige, was mir zu meckern gibt, ist, dass im Klappentext verraten wird, welche Kreatur im Mittelpunkt steht. Würde es nach mir gehen, hätte ich es verschwiegen, da ich finde, dass damit ein bisschen Spannung verloren geht. Nichtsdestotrotz habe ich mich mit dem Buch keine Minute gelangweilt.


Fazit

Lasst euch von dem breiten Buchrücken von »Brennen muss Salem« nicht verschrecken, es lohnt sich, das Buch zu lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2020

Geschichte mit viel Potenzial

Christmas Deal
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Falls ihr auf der Suche nach einer romantischen Geschichte für die Weihnachtszeit seid, dann empfehle ich euch die Novella »Christmas Deal« von Penelope Ward & Vi Keeland. Dabei geht es um Riley und Kennedy, ...

Falls ihr auf der Suche nach einer romantischen Geschichte für die Weihnachtszeit seid, dann empfehle ich euch die Novella »Christmas Deal« von Penelope Ward & Vi Keeland. Dabei geht es um Riley und Kennedy, die einen verhängnisvollen Weihnachtsdeal miteinander schließen. Ich wollte die Novella lesen, weil ich schon einige Bücher von Penelope Ward und Vi Keeland gelesen habe und sie mir bis jetzt ganz gut gefallen haben.

„Manchmal lassen wir etwas zurück, ohne jedoch die Tür hinter uns ganz zu schließen. Das macht es dann sehr schwer, einen eigenen, neuen Weg zu finden.“ – Zitat (»Christmas Deal« von Penelope Ward & Vi Keeland)

Riley arbeitet als Junior Lektorin bei einem großen Verlag. Da sie eine aufgeweckte junge Frau ist, passt es ihr so gar nicht in den Kram, als ihre E-Mails fälschlicherweise bei ihrem Kollegen Kennedy landen. Und als ob es schon nicht schlimm genug wäre, dass Kennedy Rileys E-Mails immer liest, kommentiert er diese auch noch. Dies führt natürlich dazu, dass die beiden Protas einen etwas schwierigen Start miteinander haben. Doch als es dazu kommt, dass Kennedy Rileys Fake-Boyfriend spielt, kommen die beiden sich näher. Und ab da sprühen die Funken ununterbrochen.

Riley und Kennedy agieren perfekt miteinander, was einer der Gründe dafür sein könnte, warum man die Geschichte in einem Rutsch durchliest. Besonders der Anfang, als die beiden sich nicht besonders mögen und sich ständig gegenseitig necken, ist sehr spannend zu verfolgen. Doch auch der weitere Verlauf der Handlung weiß zu überzeugen. Hier liegt der Schwerpunkt jedoch mehr auf den jeweiligen Persönlichkeiten der beiden Protas, was ihnen mehr Tiefe verleiht und sie nicht oberflächlich wirken lässt. Auch das Zusammenspiel von Romantik und Humor konnte mich wieder überzeugen. Mittlerweile sehe ich diese Konstellation sogar als eine Art „Markenzeichen“ der beiden Autorinnen und freue mich deshalb immer wieder darauf, wenn ich eine Geschichte von ihnen lesen kann.


Fazit

»Christmas Deal« von Penelope Ward & Vi Keeland ist eine perfekte Liebesgeschichte, mit der man sich die Weihnachtszeit etwas versüßen kann. Ich weiß, es ist eine Novella von 172 Seiten, aber die Geschichte hat mir so gut gefallen, dass ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht habe, denn ich finde, man hätte ein bisschen mehr daraus machen können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

Nur für Fans des schwarzen Humors

Ruhet in Friedberg
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Was ist die nächste Stufe vom schwarzen Humor? Ich glaube, die gibt es noch nicht. Gäbe es sie, dann würde ich dieser Kategorie »Ruhet in Friedberg« von Rudolf Ruschel zuordnen. Warum? Weil Ruschels Kriminalroman ...

Was ist die nächste Stufe vom schwarzen Humor? Ich glaube, die gibt es noch nicht. Gäbe es sie, dann würde ich dieser Kategorie »Ruhet in Friedberg« von Rudolf Ruschel zuordnen. Warum? Weil Ruschels Kriminalroman ganz leicht an einer Oberfläche kratzt, die alles andere als lustig ist, weshalb das Buch höchstwahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist. Mir hat Ruschels Debütroman dennoch gefallen.

Die Geschichte spielt in dem österreichischen Örtchen Friedberg. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen fünf Männer, die vom Tod auf Schritt und Tritt verfolgt werden und nicht nur deshalb, weil sie in einem Bestattungsinstitut arbeiten. Macho ist der vorlauteste und derjenige, der sich von niemanden etwas sagen lässt. Andi träumt davon, irgendwann ein berühmter Schriftsteller zu werden. Sein bester Freund Fipsi unterstützt ihn, wo er nur kann. Gustl ist eher der ruhigere Typ. Der Bestatter hat einen grünen Daumen und lebt zusammen mit seiner Mutter. Hubsi ist derjenige, über den sich alle lustig machen und der Schrägste von den fünf Männern. Was die Figuren angeht, so wird hier also eine ziemlich bunte Mischung präsentiert.

Die Handlung wird stets vorangetrieben und es gibt nie Leerläufe. Immer, wenn man denkt, schlimmer wird es nicht mehr, legt der Autor noch eine Schippe drauf und man fragt sich irgendwann, wie das Ganze noch enden soll. Die Leserschaft wird direkt angesprochen, sodass man den Eindruck bekommt, die erzählende Person würde direkt vor einem sitzen. Wie bereits erwähnt, bedient sich der Autor des schwarzen Humors. Die normalerweise ernsten Themen werden in diesem Buch aufs Korn genommen, weshalb man als Leser dafür bereit sein muss. Ich persönlich komme mit dieser Art von Humor zurecht, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder sich damit befassen will, denn es gibt Stellen im Buch, die durchaus makaber sind. Die Sprache ist lässig und locker. Da das Ganze in Österreich spielt, gibt es dementsprechend viele ortstypische Wörter. Manche von ihnen waren mir neu, was ich aber nicht schlimm fand. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass ‚speiben‘ spucken oder erbrechen bedeutet. Ich wurde also nicht nur unterhalten, sondern konnte noch das eine oder andere Wörtchen lernen


Fazit

Ich würde ja sagen, dass man »Ruhet in Friedberg« von Rudolf Ruschel allein schon wegen dem Schreibstil lesen sollte. Aber ich könnte mir vorstellen, dass manche Menschen Probleme mit diesem Buch haben könnten, deshalb empfehle ich es nur denjenigen, die schwarzen Humor mögen und sich davon nicht irritieren lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Sehr spannende Autobiografie!

Ozzy
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Für mich war Ozzy Osbourne schon immer ein schräger Vogel, mit dem ich nichts anfangen konnte. Ein Fan von Black Sabbath bin ich ebenfalls nicht. Deshalb hätte ich nie gedacht, dass ich mal zu Ozzys Autobiografie, ...

Für mich war Ozzy Osbourne schon immer ein schräger Vogel, mit dem ich nichts anfangen konnte. Ein Fan von Black Sabbath bin ich ebenfalls nicht. Deshalb hätte ich nie gedacht, dass ich mal zu Ozzys Autobiografie, die er zusammen mit Chris Ayres geschrieben hat, greifen werde. Doch wie der Zufall es wollte, wurde mir »Ozzy - Die Autobiografie« wärmstens empfohlen und so kam es, dass ich es doch gelesen habe. Noch mehr überraschte mich allerdings, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Die Autobiografie besteht aus zwei Teilen und elf Kapiteln. Da Ozzy aus der Ich-Perspektive erzählt, hat man ständig das Gefühl, man würde ein Gespräch mit ihm führen. Dabei geht der Musiker in chronologischer Reihenfolge vor. Deshalb erfährt man zunächst viel über seine Familie und Kindheit. Es stellt sich heraus, dass Ozzys Kindheit alles andere als leicht war, da seine Familie mit sehr wenig auskommen musste. Über die Schulzeit hat Ozzy ebenfalls wenig Positives zu berichten, da er sich für den Lehrstoff nicht besonders interessiert hat. Nach seinem Schulabschluss ist Ozzy einem Job nachgegangen, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Ab da konnte ich nachvollziehen, warum er manchmal durchdrehte. Parallel dazu schildert Ozzy seine musikalischen Anfänge und die Entstehung von Black Sabbath. Zwischendurch gibt es immer wieder komische, groteske und schräge Situationen, die man manchmal nicht glauben kann, weil sie einfach verrückt sind

Doch egal, was man glaubt oder nicht, Tatsache ist, dass Ozzy in seinen jungen Jahren kein Vorbild war. Und ich fand gut, dass er das auch nicht behauptet und einfach zu sich selbst steht. Ozzy versucht nichts schön zureden, auch wenn er dabei oft sehr direkt ist und an der einen oder anderen Stelle zu sehr ins Detail geht. Ozzy erzählt offen über seine Eskapaden und Exzesse. Er lässt nichts aus, egal wie skurril das auch sein mag. Ich fand es super, dass er sich selbst mit Humor nimmt und Situationen, in denen er anders hätte handeln sollen, bereut. Der Musikant gibt seine Fehler zu und dass er in der Vergangenheit einiges falsch gemacht hat. Toll fand ich außerdem, dass die Autobiografie Bildmaterial enthält. Es gibt zahlreiche Fotos, die aus verschiedenen Lebensabschnitten von Ozzy stammen. Manche zeigen ihn, als er noch jung und wild war, andere zeigen dagegen, dass er es mittlerweile etwas ruhiger angehen lässt. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn der Musiker ist jetzt Anfang siebzig.


Fazit

Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich aus meiner „Lese-Komfortzone“ herausgetraut und Ozzys Autobiografie gelesen habe. Es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn sein turbulentes Leben irgendwann verfilmt wird. Um das Buch zu lesen, muss man nicht unbedingt ein Fan von Ozzy oder Black Sabbath sein. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass Ozzy eine Person ist, die in der Vergangenheit viele wilde Partys gefeiert, Drogen genommen und Unmengen von Alkohol getrunken hat. Wer mit diesen Themen nichts zu tun haben möchte, sollte dieses Buch vielleicht doch nicht lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2020

Ungewöhnlich und einzigartig

Batman: Damned
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„Der Joker ist tot.“ – Spätestens diese sensationelle Nachricht verleitet jeden dazu, den ersten Teil der »Batman: Damned«-Trilogie zu lesen, sollte man nicht bereits von dem unheimlichen Cover fasziniert ...

„Der Joker ist tot.“ – Spätestens diese sensationelle Nachricht verleitet jeden dazu, den ersten Teil der »Batman: Damned«-Trilogie zu lesen, sollte man nicht bereits von dem unheimlichen Cover fasziniert sein. Ich meine, schaut es euch an. Ist es Batman, der wie Joker lächelt oder ist es Joker, der in Batmans Anzug geschlüpft ist? Man weiß es nicht. Der Comic schafft es auf jeden Fall Interesse zu wecken und Aufmerksamkeit zu erlangen. Noch bevor man den Klappentext gelesen hat, stellt man sich bereits Fragen über Fragen. Das Album-Format kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn die Dicke des Comics (sechzig Seiten) verrät, dass das Vergnügen von kurzer Dauer sein wird.

»Batman: Damned 1« erschien unter dem sogenannten ‚Black Label‘ beim Panini Verlag. Falls ihr die Bezeichnung ‚Black Label‘ das erste Mal hört – hierbei handelt es sich um Comics, die drastischer und düsterer sind, als die, die sich sonst im Umlauf befinden bzw. die den Comiclesern bereits seit langem präsentiert werden. Und das stimmt, denn bereits auf den ersten Seiten von »Batman: Damned 1« wird ganz deutlich, dass die Story von Gewalt und Blut durchtränkt ist. Es ist eine Geschichte, die man so noch nicht kennt, die aber von Anfang an packt und nicht mehr loslässt, denn man wird in die Geschehnisse „hinein geschleudert“ und weiß zunächst nicht, was überhaupt los ist, da alles ziemlich schnell geht. An dieser Stelle werden die sechzig Seiten nochmal deutlich, denn es kam mir so vor, als ob die Geschichte bereits vorbei war, bevor sie richtig anfangen konnte. Es wurden zwar viele Fragen aufgeworfen und Spannung aufgebaut, doch bevor es richtig „losging“, war der Comic bereits zu Ende. Deshalb habe ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.

Toll fand ich, dass neben Batman andere interessante Figuren ins Licht gerückt werden. Allen voran sei hier John Constantine genannt, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Komischerweise erinnerte er mich mit seinem Trenchcoat an Columbo, auch wenn sich die beiden äußerlich nicht ähnlich sehen. Angenehm überrascht war ich, dass die Magierin Zatanna mit von der Partie ist, denn sie hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, als ich sie das erste Mal in der Serie »Smallville« gesehen habe. Darüber hinaus begegnet man Deadman, einem Geist, der von Menschen Besitz ergreifen kann.

Der Autor Brian Azzarello scheint seiner Fantasie freien Lauf gelassen zu haben, denn Batman muss nicht nur einiges einstecken, sondern sich auch mit dem Übernatürlichen befassen. Dazu kommt das Rätsel um Jokers Tod und einige Erinnerungen, die Batman keine Ruhe lassen. Die gespenstischen und unheimlichen Illustrationen von Lee Bermejo ergänzen den Storyteil perfekt. Einige von ihnen würde ich mir sogar als Poster aufhängen. Die bedrohliche und düstere Atmosphäre konnte ich ebenfalls vollkommen nachempfinden.


Fazit

»Batman: Damned 1« von Brian Azzarello und Lee Bermejo ist ein superinteressanter und sehenswerter Comic, der sich sowohl für Batman-Liebhaber, als auch für Comic-Einsteiger eignet. Allerdings habe ich mir mehr Seiten gewünscht, da die Geschichte es meiner Meinung nach nicht schafft, sich vollkommen zu entfalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere