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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2019

Oberflächliche Romanze ohne Tiefgang

Ice Breakers - Parker
1

Alex Parker ist nicht nur ein erfolgreicher Eishockeyspieler, sondern auch ein Mann, der nichts anbrennen lässt. Alkohol und Frauen sind sein Zeitvertreib. Nach dem letzten Skandal wird er nach Philadelphia ...

Alex Parker ist nicht nur ein erfolgreicher Eishockeyspieler, sondern auch ein Mann, der nichts anbrennen lässt. Alkohol und Frauen sind sein Zeitvertreib. Nach dem letzten Skandal wird er nach Philadelphia und ins dortige Team versetzt. Dort kommt er in die Obhut seiner Sportagentin Charlotte „Coach“ Coachman. Nur, dass Charlie eine Versuchung ist, der er kaum widerstehen kann.

Dies wird vermutlich eine der härtesten Rezensionen, die ich je geschrieben habe. Denn ich habe zu diesem Buch einfach zu wenig Gutes zu sagen. Selten habe ich eine Romanze mit so hölzernen Dialogen, so flachen Protagonisten, so unrealistischen Inhalten gelesen.

Weder Alex noch Charlie oder irgendwelche Nebendarsteller fand ich sympathisch genug, um ihnen nahezukommen. Alex hat vor einigen Monaten seinen Vater verloren und in seiner Trauer Trost im Alkohol gesucht. Er ist ganz sicher Alkoholiker und entzieht innerhalb einer Woche in Charlies Wohnung? Ernsthaft? Denn Charlie kennt sich ja damit aus, weil sie als Kind ihre Eltern an Alkohol und Crystal Meth verloren hat. Natüüürlich. Das gehörte unter anderem zu den am unglaubwürdigsten Inhalten. Charlies Boss verbietet (!) Ihr die Beziehung zu Alex, um sie zu schützen und droht mit Kündigung, sollte sie sich nicht daran halten. Und sie hält sich an diese Vorgabe. Ich hätte meinem Boss das Kündigungsschreiben binnen fünf Minuten auf den Tisch geknallt, wenn es um die Liebe meines Lebens ginge.

Dazu kommen erotische Szenen, die jeder Sinnlichkeit entbehren. Eine Aneinanderreihung von wenig inspirierten Handlungen, die nicht einmal logisch formuliert waren. Es schien mir, als wollte die Autorin einfach Sex in ihr Buch aufnehmen, weil es die Leserinnen heute so wünschen.

Dafür ist Jillian Quinn gut mit Wiederholungen. Nachdem ich zum gefühlt zwanzigsten Mal gelesen habe, dass Charlie „karamellfarbenes Haar“ hat, war es auch mir endlich klar. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Auf jeden Fall punktet Quinn mit sportlichem Fachwissen, was Basketball und Eishockey betrifft. Mir persönlich war es sogar zuviel davon, aber vielleicht hätte ich damit rechnen müssen, wenn ich eine Sportromanze lese. Hätte sie ihren Fokus vielleicht ein wenig mehr auf ihre Charaktere gelegt, auf Charlies traurige Kindheit oder mehr Recherche zu Suchterkrankungen betrieben - das Buch hätte davon profitiert. So aber werde ich es in wenigen Tagen vergessen haben.

Herzlichen Dank an NetGalley und den LYX Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar. Man kann unschwer erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Wunderbar für einen lauen Sommerabend

Gypsy Cove: Liebe mich, wenn du dich traust
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Die vierzigjährige Janie, Mutter zweier erwachsener Kinder und nach 20 Jahren Ehe frisch geschieden, macht auf Druck ihrer Schwester Urlaub im mexikanischen Gypsy Cove. Sie will sich über den weiteren ...

Die vierzigjährige Janie, Mutter zweier erwachsener Kinder und nach 20 Jahren Ehe frisch geschieden, macht auf Druck ihrer Schwester Urlaub im mexikanischen Gypsy Cove. Sie will sich über den weiteren Verlauf ihres Lebens klar werden und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Gleich bei ihrer Ankunft trifft sie auf den attraktiven Zade, der allerdings 14 Jahre jünger ist als sie. Obwohl sie natürlich von seinem Interesse geschmeichelt ist, steht der Altersunterschied wie eine Mauer zwischen ihnen.

Rhenna Morgan dreht hier einmal den Spieß um. Nicht der ältere Mann verliebt sich eine blutjunge Frau, sondern sie zeigt eindrucksvoll, dass die Möglichkeit anders herum genauso besteht. Und das macht sie wirklich gut. Ihre Heldin Janie ist eine völlig normale Frau ihres Alters. Mit den gleichen Zweifeln, die jede von uns plagen. Cellulite, zu viele Kilos auf den Rippen, einige Körperteile fangen an, sich der Schwerkraft zu beugen. Die Angst, nicht mehr mit den jungen Frauen mithalten zu können und einem Mann wie Zade dauerhaft zu gefallen, tritt immer wieder in den Vordergrund.

Zade zeigt aber, dass diese Besorgnis völlig ungerechtfertigt ist, sondern die Frau als Ganzes einen Mann völlig umhauen kann, egal wie alt sie ist oder sie sich selber sieht. Allerdings ist Zade auch ein wirklich reifer Mann seines Alters, was seine Gefühle und seine Seele betrifft. Er selber ist in Mexiko, um sich über seinen weiteren Berufsweg klar zu werden, denn seine eigenes Fotostudio hat er gerade verkauft.

Die Autorin hat ihre Protagonisten gut gewählt, um glaubwürdig zu sein. Keine Millionäre, keine Jungfrauen, keine Bad Boys, wie wir sie in anderen Romanen dieser Art immer wieder treffen. Die Gedanken, die beide in ihren Köpfen haben, sind nachvollziehbar und ehrlich.

Das gilt auch für die erotischen Szenen dieser Geschichte. Sie waren absolut heiß und sinnlich, aber nie vulgär oder grenzwertig. Genauso würde ich mir die körperliche Liebe zwischen einem solchen Paar vorstellen.

Man kann Morgan den Vorwurf machen, die Story zu zuckersüß und mit zu wenig Drama versehen zu haben. Ja, manche Worte und Sätze empfand ich durchaus als zu schwülstig, zu geschwollen. Ebenso, wie letztlich alles zu einfach und zu vorhersehbar gestaltet war. Und es fehlte der berühmte Twist gegen Ende, der mehr Spannung hätte bringen können. Das kleine Missgeschick kurz vor Schluß zeugt nicht unbedingt von schriftstellerischer Kreativität. Deshalb reicht es auch nicht für eine 5-Sterne-Bewertung.

Aber insgesamt ein Buch, das mir einen lauen Sommerabend versüßt hat und mit einem Lächeln zurück gelassen. Noch kenne ich die Haven-Brotherhood-Reihe der Autorin nicht, aber das werde ich nachholen, da mir der Stil von Rhenna Morgan gut gefallen hat.

Herzlichen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag und an NetGalley für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Verdientes Ende für ein berührendes Paar

Wild Souls - Mit dir für immer
1

Nach dem unerwarteten Cliffhanger des ersten Bandes war ich mehr als gespannt auf die Fortsetzung. Und obwohl T.M. Frazier ein wenig vom Muster abweicht, bin ich mit dem Verlauf der Geschichte sehr zufrieden. ...

Nach dem unerwarteten Cliffhanger des ersten Bandes war ich mehr als gespannt auf die Fortsetzung. Und obwohl T.M. Frazier ein wenig vom Muster abweicht, bin ich mit dem Verlauf der Geschichte sehr zufrieden. Lag vorher der Fokus mehr auf der beginnenden heißen Romanze zwischen Sawyer und Finn, konzentriert sich die Story nun eher auf das, was Sawyer zu verarbeiten und zu bewältigen hat. Zwar kommen die beiden als Paar dabei ein wenig zu kurz, aber was heiße Erotik anbelangt, sind wir im ersten Teil gut versorgt worden. Dafür fand ich schön zu lesen, wie innig Sawyer und Finn verbunden sind. „Heftig, besitzergreifend, wahnsinnig, für immer“ ist Finns Mantra, das er oft wiederholt. Seufz.

Wie sie ihre wahre Familie findet und welche Stärke ihr die neuen Freunde und Wahlfamilie verleihen ist eindrucksvoll und nachvollziehbar geschildert. Finn in seiner hingebungsvollen Liebe ist ein bezaubernder Held. Wie er an sich arbeitet, um Sawyer zu beeindrucken und zu beschützen, ist wunderschön zu lesen. In diesen Situationen kommt auch ein wenig Witz und Humor mit ins Spiel, vor allem, wenn es Sawyers Naivität zeigt, wenn es um ganz alltägliche und selbstverständliche Dinge geht. Da zeigt sich wieder, wieviel sie aufgrund ihrer Kindheit in einer Sekte verpasst hat.

Als Frazier gegen Ende des Buches einen Hauch von Mystik ins Spiel bringt, fand ich das zunächst ein wenig weit hergeholt. Letztlich führte es zwar zu befriedigenden Ergebnissen, aber ganz überzeugt hat mit das nicht. Insgesamt hätte für mich der Kampf gegen die Sekte ein bisschen spektakulärer sein können. Da fand ich einiges nicht genug ausgearbeitet und nicht immer logisch nachvollziehbar. Andererseits wird deutlich, wie wenig zugänglich religiöse Eiferer sind, wenn es um die Widerlegung ihrer Thesen geht und wie fanatisch sie ihre Ziele verfolgen.

T.M. Frazier hat mit ihrer Outskirts-Story ihre weichere Seite gezeigt, die mich genauso überzeugt und gefesselt hat wie die King-Reihe. Es macht deutlich, dass sie als Autorin durchaus vielschichtig schreiben kann, ohne sich auf einen Stil festzulegen. Ich bin gespannt auf weitere Titel.

Das Cover finde ich absolut gelungen, sowohl in Bezug auf Teil 1 als auch auf die Story. Die sonst so beliebten und durchaus ansehnlichen Covermodels hätten hier einfach nicht gepasst. Apropos Teil 1 - man muss diesen zwingend vorher gelesen haben, sonst macht vieles keinen Sinn.

Herzlichen Dank beim LYX Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Erfüllt nicht den Anspruch an eine romantische Komödie

Most Wanted Bastard
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Die Schmuckdesignerin Vicky Nelson kümmert sich als Dogsitterin um den Hund einer alten Dame, Bernadette Locke, die anscheinend niemanden sonst hat. Aufgrund eines Missverständnisses gilt Vicky sogar als ...

Die Schmuckdesignerin Vicky Nelson kümmert sich als Dogsitterin um den Hund einer alten Dame, Bernadette Locke, die anscheinend niemanden sonst hat. Aufgrund eines Missverständnisses gilt Vicky sogar als Hundeflüsterin, die die Gedanken des kleinen Smuckers lesen kann. Nach dem Tod der Hundebesitzerin erlebt Vicky eine Überraschung. Smuckers erbt 51% an einem der größten Bauunternehmens New Yorks und Vicky vertritt ihn im Vorstand. Henry Locke, Bernadettes Sohn, führt als CEO die Firma und sieht in Vicky eine Betrügerin, die sich absichtlich in das Leben seiner Mutter geschlichen hat, um an das riesige Erbe zu gelangen. Mit allen Mitteln bekämpft er sie, um sie aus dem Unternehmen zu drängen.

Und da passt der Titel unbedingt. Henry ist wirklich ein Bastard in der Wahl seiner Mittel. Er scheut nicht davor, sie verhaften zu lassen, ihr Geld anzubieten oder ihre Vergangenheit von Detektiven durchleuchten zu lassen. Doch er findet nichts, was er gegen sie verwerten kann. Denn Vicky existiert praktisch erst seit sieben Jahren.

Warum das so ist, enthüllt Annika Martin häppchenweise und wohl dosiert. Damit bringt sie einen Hauch von Spannung in dieses Buch, das als romantische Komödie deklariert ist. Und mit dieser Bezeichnung tue ich mich wirklich schwer. Das liegt an Martins Schreibstil. Ihre Sätze sind kurz, knapp, schnörkellos. Manchmal nahezu abgehackt. Oft voller Wiederholungen. Dazu sollte ein trockener Humor passen, der den Leser wenigstens schmunzeln lässt. Ja, es gibt diese Momente, aber leider sind es für eine Komödie zu wenige. Martin fehlt dieser besondere Wortwitz, wie ihn zum Beispiel Tawna Fenske oder Lauren Blakely haben. Insofern bin ich mit Erwartungen an dieses Buch herangegangen, das es nicht erfüllen konnte.

Und was hätte man aus dem Plot machen können. Ein Hund, der eine Firma erbt und einen Thron als Platz in der Vorstandssitzung bekommt. Eine Hundeflüsterin, die die Gedanken des Hundes der Welt übermittelt. Leider, leider…

Auf der anderen Seite stellt Annika Martin recht gut dar, wie sehr soziale Medien und Shitstorms einen Menschen belasten und zerstören können. So sehr, dass sie sich eine neue Identität und ein ganz neues Leben aufbauen müssen, um der Vergangenheit zu entkommen. Insofern empfinde ich Vicky als durchaus starke Protagonistin, die mit den Dämonen ihres bisherigen Lebens immer noch kämpft. Henry hingegen wandelt sich vom absoluten Mistkerls zu einem verständnisvollen Mann, der sich für Vicky einsetzt und kämpft. Aber auch hier überzeugt mich das Buch nicht ganz. Denn diese Geschichten lesen wir immer wieder (und auch gerne), aber besser umgesetzt. Annika Martin sticht aus der Masse dieser Romane leider nicht hervor.

Herzlichen Dank an den LYX Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Es hat meine ehrliche Meinung aber nicht beeinflusst, wie man unschwer erkennen kann.

Veröffentlicht am 03.09.2018

Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle - emotional und moralisch aufwühlend

Bis wir eins sind
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Soll man dem Herzen folgen, auch wenn der Verstand nein sagt?


„Für mich bist Du alles, Annie Ryan. Mein Puls, mein Herzschlag, mein Atem. Alles“


Eine der Stellen im Buch, die einen seufzen lassen und ...

Soll man dem Herzen folgen, auch wenn der Verstand nein sagt?


„Für mich bist Du alles, Annie Ryan. Mein Puls, mein Herzschlag, mein Atem. Alles“


Eine der Stellen im Buch, die einen seufzen lassen und tief einatmen ob der Intensität des Gesagten.

Annie Ryan, erfolgreiche Architektin, ist mit ihren besten Freunden abends unterwegs in einer Bar, wo sie Jack Joseph trifft. Einen Mann, der ihr Innerstes zum Beben bringt. Sie, die noch nie in ihrem Leben verliebt war und das gewisse Etwas verspürt hat, verbringt eine leidenschaftliche Nacht mit ihm. Die explosive Chemie zwischen ihnen ist überwältigend und erfasst beide gleichermassen. Dennoch verläßt sie ihn im Morgengrauen, ohne Kontaktdaten zu hinterlassen.

Einige Tage später, an denen sie pausenlos an ihn denken muss, bringt ein Freund jemanden mit zur Einweihungsparty ihrer neuen Wohnung. Es ist Jack. Und er kommt gemeinsam mit seiner Frau. Annie ist geschockt und versucht verzweifelt, den Kontakt mit Jack zu vermeiden. Aber er ist der Bauunternehmer eines ihrer Objekte und sie muss mit ihm zusammen arbeiten.

Und da sind wir bei dem Tabuthema, das der Klappentext ebenso anspricht wie die Autorin in ihrem Vorwort. Wie moralisch verwerflich ist es, sich in einen verheirateten Mann zu verlieben? Ist es wirklich verboten? Oder falsch? Oder kann man wahre Gefühle einfach nicht verleugnen? Was, wenn der Mann sich als Dein wahrer Seelengefährte, als die Liebe Deines Lebens entpuppt?

Annie ist einer der komplexesten Charaktere, die mir je in einem Liebesroman begegnet sind. Sie macht es sich nicht leicht in ihren Entscheidungen als Frau, die in eine Ehe dringt. Egal, wie zerstört diese bereits ist. Immer wieder hinterfragt sie und immer wieder ist sie sich der Verwerflichkeit ihres Tuns bewusst. Oft dachte ich, dass sie den Kampf um Jack nur verlieren kann. Und wollte doch, dass sie weiter kämpft.

Und dieser Jack ist einer der Protagonisten, die ich manchmal schütteln möchte und mit einem Rückgrat ausstatten. Mehr als einmal dachte ich während des Lesens: „Du Weichei, mach endlich Nägel mit Köpfen!“ Wie kann ein Mann bei seiner Frau bleiben, wenn sie ihn körperlich und seelisch mißhandelt?

Natürlich geht Jodi Ellen Malpas ein heikles und gewagtes Thema an. Und sie macht es sich und ihren Lesern nicht leicht. Sie versucht mit diesem Buch sicher nicht, unsere Moralvorstellungen über Bord zu werfen. Aber sie bringt uns dazu, unsere Sichtweise zu überdenken und auch nach Beenden des Buches kontrovers zu diskutieren.

Malpas hat mich schnell an ihr Buch gefesselt. Mit jeder Zeile und jedem Kapitel vermag sie, Liebe und Verzweiflung berührend darzustellen. Manchmal ein wenig zu viel Pathos und Kitsch, aber hey - Sätze wie das Eingangszitat treffen immer ins Herz!

Herzlichen Dank an den Harper Collins Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.