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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2022

Absolutes Highlight

Apfelpunsch und Winterleuchten
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Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass mir der Abschied von Wynthorpe Hall und der Familie Connelly sehr schwer fallen wird. Und jetzt sitze ich hier und habe nicht nur Sehnsucht nach den eigensinnigen, ...

Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass mir der Abschied von Wynthorpe Hall und der Familie Connelly sehr schwer fallen wird. Und jetzt sitze ich hier und habe nicht nur Sehnsucht nach den eigensinnigen, aber liebenswerten Charakteren sondern habe auch schon richtige Vorfreude auf die Weihnachtszeit.

Wynthorpe Hall, das Anwesen der Familie Connelly, hat nicht nur Protagonistin Anna direkt beim ersten Anblick verzaubert. Auch ich wurde augenblicklich in den Bann dieses Hauses mit seinen vielen Zimmern und der langen Geschichte gezogen. Die malerische Umgebung und das schneebedeckte Setting allein sorgten schon für heimelige und weihnachtliche Gefühle.

Die Mitglieder der Familie, allesamt einzigartige, aber liebenswerte Charaktere, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Wie sollte das auch nicht so sein? Catherine und Angus, die Familienoberhäupter und gegenwärtigen Leiter des Anwesens, das sich seit mehreren Generationen im Familienbesitz befindet, sind so warmherzige Menschen, das man sie nur gernhaben kann. Selbst Angus, der mit seinen Marotten und verrückten Ideen immer wieder für Trubel sorgt, hat ein riesengroßes Herz.

Ich mochte die Idee des Pakts, den Protagonistin Anna und der jüngste Connelly-Bruder Jamie schließen: Er soll Wynthorpe Hall übernehmen, obwohl er andere Pläne für seine Zukunft hat. Und Anna versucht, Weihnachten jedes Jahr aufs Neue zu entfliehen, da ihr in ihrer Kindheit in dieser Zeit des Jahres viele schreckliche Dinge widerfahren sind.
Sie möchte Jamie unterstützen, seine Vorstellung, wie er sein Leben verbringen möchte, mit der Übernahme des Familienanwesens zu verbinden. Er wiederum soll Annas Liebe zu Weihnachten neu entfachen. Ob das gelingt und welche Überraschungen auf Wynthorpe Hall warten, dürft ihr selbst herausfinden.

Mir hat das Buch wundervolle Lesestunden beschert und ich konnte mich kaum davon losreißen. Ich habe bereits zwei Romane der Autorin gelesen und so auch nicht nur bereits die Bewohner des Ortes Wynbridge kennen- und lieben gelernt sondern auch den großartigen Schreibstil von Heidi Swain. Mit „Träume sind aus Zimt und Zucker“ hat sie mich schon vor drei Jahren verzaubert und so richtig in Weihnachtsstimmung gebracht, was ihr auch jetzt wieder gelungen ist.

Ich habe das Buch nicht einfach nur gelesen, es war, als wäre ich inmitten der Geschehnisse auf Wynthorpe Hall. Ich konnte die von der Köchin Dorothy zubereiteten köstlichen Mahlzeiten sowie die zuckrigen Leckereien des Kirschblütencafés förmlich schmecken; habe die eisige Kälte des Winters bei Schlittenfahrten und morgendlichen Joggingrunden über das Anwesen gespürt und fühlte mich einfach so wohl und geborgen, dass ich nicht wollte, dass das Buch endet. Ein Glück, dass es noch einige weitere Bücher gibt, die in Wynbridge spielen, auch solche, die zur Weihnachtszeit spielen. Bisher wurden aber nur vier von fünf ins Deutsche übersetzt.

Ich kann „Apfelpunsch und Winterleuchten“ nur allen Fans von Weihnachtsromanen empfehlen und ich finde einfach nicht die richtigen Worte für diese traumhaft schöne und rundum gelungene Geschichte.


Fazit

Herzerwärmend und wunderschön, liebenswerte Charaktere und ein malerisches Winter-Wunderland-Setting, perfekt für die Weihnachtszeit! Für mich ein wahrer Hochgenuss und ein absolutes Highlight.


Allgemeines zum Buch

Autor: Heidi Swain
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 28.09.2022
Seiten: 480
Genre: Zeitgenössischer Liebesroman zur Weihnachtszeit
Fünfter Band einer Reihe, kann aber unabhängig von den anderen gelesen werden
Meine Bewertung: 5/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, das mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Vielen Dank dafür!

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Regt zum Nachdenken an

Die Rebellion der Maddie Freeman
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Den ersten Band der Trilogie habe ich vor ein paar Jahren auf einem Flohmarkt gekauft. Eine Stadt in der Zukunft, in der das gesamte Leben online stattfindet? Das klang super spannend und ich war sehr ...

Den ersten Band der Trilogie habe ich vor ein paar Jahren auf einem Flohmarkt gekauft. Eine Stadt in der Zukunft, in der das gesamte Leben online stattfindet? Das klang super spannend und ich war sehr neugierig auf diese Welt.
Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn es ein paar Schwächen hatte. Es hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, denn so abwegig ist die Welt, in der Maddie lebt, gar nicht. Schon heute passiert viel digital, erst im letzten Jahr wurden viele mit Home Schooling und Home Office konfrontiert. Social Media ist aus dem Leben vieler nicht mehr wegzudenken, wir streamen Filme und Serien, lesen Nachrichten online. Das Internet ist schon heute ein fester Bestandteil unseres Lebens.

In Maddies Zukunft fühlt sich draußen, in der realen Welt, kaum noch jemand sicher. Amokläufe, Umweltzerstörung und Gewalt trieben die Menschen ins Internet, bis schließlich das gesamte Leben digital stattfand. Schule und Arbeit, aber auch Freizeitaktivitäten wie Konzerte – alles im Netz. Und jederzeit verfügbar. Von Zuhause aus, wo es sicher ist.

Das klingt doch gefährlich nach unserer aktuellen Situation: eine Pandemie hat uns fest im Griff und schränkt das (öffentliche) Leben stark ein. Schulen werden geschlossen, wer kann arbeitet im Home Office, öffentliche Veranstaltungen werden abgesagt. Während ich diese Zeilen schreibe, gibt es eine vierte Welle, jeden Tag erkranken mehr Menschen, sterben mehr Menschen. Es ist beängstigend. Ich kann gut nachvollziehen, dass sich die Menschen in Maddies Zukunft nicht mehr nach draußen trauen.

Beim Lesen stellte ich mir immer wieder die Frage nach dem Warum. Warum gibt es Waffen? Warum verletzen wir Menschen damit? Warum bringen wir uns gegenseitig um? Warum sorgen wir selbst dafür, dass wir uns draußen, in der echten Welt nicht mehr sicher fühlen? Warum zerstören wir die einzige Heimat, die wir haben?

Ich hätte gern noch mehr darüber erfahren, wie die digitale Welt in der Geschichte funktioniert und wie es „draußen“ aussieht. Der Cliffhanger am endet sorgt dafür, dass ich unbedingt weiterlesen will, Band 2 liegt auch schon auf meinem SuB bereit. Ich hoffe, dass es in den beiden Folgebänden mehr Einblicke in Maddies Welt geben wird.

Fazit

Eine spannende Welt, zu der ich mir noch mehr Informationen und Einblicke gewünscht hätte. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und hat viele Parallelen zu unserer heutigen Zeit. Würde sich gut für Diskussionen im Schulunterricht eignen.

Allgemeines zum Buch

Autor: Katie Kacvinsky
Verlag: boje
Erscheinungsdatum: 18.07.2011
Seiten: 366
Genre: Jugendroman, Dystopie
Erster Band einer Trilogie
Meine Bewertung: 3/5 Sterne

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Leider erst ab zweiter Hälfte spannend

Midnight Chronicles - Dunkelsplitter
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Der dritte Band der Midnight Chronicles, die mich bisher sehr begeistert haben, hat mich super enttäuscht. Es ist einfach viel zu wenig passiert, weshalb die Handlung eher langweilig war und vor allem ...

Der dritte Band der Midnight Chronicles, die mich bisher sehr begeistert haben, hat mich super enttäuscht. Es ist einfach viel zu wenig passiert, weshalb die Handlung eher langweilig war und vor allem Roxys immer gleiche Gedanken nach der xten Wiederholung nur noch genervt haben. Ich verstehe ihre Sorgen und Ängste, schließlich bleibt ihr nicht mehr viel Zeit, um ihr Schicksal abzuwenden. Aber es hätte gereicht, ihre Gedanken ein- oder zweimal zu äußern oder in die Handlung einfließen zu lassen. Stattdessen gab es häufig seitenweise Monologe ohne Ergebnisse.

Auf Prag, in dem die Geschichte in der ersten Buchhälfte spielt, hatte ich mich sehr gefreut. Da ich schon mal einige Tage in dieser Stadt verbracht habe, konnte ich die Charaktere an den Handlungsorten bildlich vor mir sehen, was wirklich schön war. Allerdings waren die Charaktere nur etwa die Hälfte der Zeit in Prag, deshalb freue ich mich auf eine Rückkehr im vierten Teil „Seelenband“.

Eine Überraschung gab es, denn wir erfahren endlich etwas zu Shaw und diese Enthüllung hat dem ganzen endlich Spannung verliehen. Auch das Ende kam überraschend, damit hätte wohl niemand gerechnet. Ich freue mich sehr auf die letzten drei Bände, die wir zum Glück alle noch in diesem Jahr lesen können!

Der Schreibstil war leider auch nicht besonders ansprechend, mir haben die Emotionen gefehlt und die vielen Wiederholungen haben mich gestört. Die fehlenden Wendungen und Plottwists, die ich in den anderen Romanen so mochte, kamen in „Dunkelsplitter“ ebenfalls zu kurz.

Fazit

Leider wurde die Geschichte erst ab der Hälfte spannend, es fehlte mir an Handlung und Emotionen. Schade!
Aber ich kann es kaum erwarten, die fehlenden drei Romane zu lesen.

Allgemeines zum Buch

Autor: Bianca Iosivoni, Laura Kneidl
Verlag: LYX Verlag
Erscheinungsdatum: 25.08.2021
Seiten: 432 (inkl. Glossar und Personenverzeichnis)
Genre: Urban Fantasy
Dritter Band einer sechsteiligen Reihe
Meine Bewertung: 3/5 Sterne

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Super unterhaltsam!

Crave
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Was war das bitte für ein genialer Roman?! Die fast 700 Seiten habe ich innerhalb weniger Tage verschlungen und nach Ende des Buchs haben mir die Charaktere, allen voran Jaxon, und einfach alles so gefehlt, ...

Was war das bitte für ein genialer Roman?! Die fast 700 Seiten habe ich innerhalb weniger Tage verschlungen und nach Ende des Buchs haben mir die Charaktere, allen voran Jaxon, und einfach alles so gefehlt, dass ich es am liebsten direkt noch mal gelesen hätte. Zugegeben, die Geschichte strotzt nur so von Klischees, aber die Autorin verpackt diese so wunderbar, dass sie mich nicht gestört haben. Im Gegenteil: Crave hat mich unglaublich gut unterhalten und ich hatte eine grandiose Lesezeit.

Protagonistin Grace ist ein mutiges, toughes Mädchen, das alles verloren hat, was ihr im Leben etwas bedeutet hat. Dies wird auch öfter wiederholt, allerdings passt es immer zur Handlung und Grace‘ Gedanken in der jeweiligen Situation. Ein klein wenig unglaubwürdig erschien es mir deshalb, dass davon am Ende kaum noch eine Rede war.

Jaxon scheint auf den ersten Blick ein typischer Bad Boy zu sein, auf den alle Mädels stehen und vor dem alle Angst haben. Natürlich fühlt auch Grace sich augenblicklich zu ihm hingezogen, was sonst. 😉 Einerseits entwickelt sich alles ab einem gewissen Punkt etwas zu schnell zwischen den beiden, andererseits fand ich es gut, dass sie sich einander anvertraut und ihre traurigen Wahrheiten miteinander geteilt haben.

Was mir auch richtig gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Grace sich ihrerselbst die ganze Zeit über bewusst war. Sie hat sich von Jaxon nichts vorschreiben lassen, sie hat sein Verhalten hinterfragt und sich nicht unterkriegen lassen. (Anders als beispielsweise Bella in Twilight, das ebenfalls einen Platz im Roman findet, die Anspielung ist super gelungen.)

Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen, was vor allem daran liegt, dass der Leser gar nicht so genau erfährt, was passiert ist. Ich habe das Buch im Buddy Read mit Andrea von easypeasybooks.de gelesen und wir wussten beide zum Schluss nicht, was jetzt los ist. Das letzte Kapitel ist aus der Sicht von Jaxon geschrieben und er erklärt einfach nicht, was mit Grace ist! Fieser geht es nicht! Umso dringender brauche ich Band zwei. Ich bin gespannt, ob dieser ebenfalls aus Jaxons Perspektive erzählt wird.

Auch hoffe ich, dass wir in den Folgebänden mehr vom Academy-Alltag erleben werden, das kam mir im ersten Teil zu kurz.

Fazit

Erstes Buch 2022, direkt ein Highlight!
Voller Klischees, teilweise super kitschig, aber extrem unterhaltsam. Ich liebe Jaxon Vega und bin unglaublich gespannt auf die beiden Folgebände.

Allgemeines zum Buch

Autor: Tracy Wolff
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 20.08.2021
Seiten: 688
Genre: Fantasy/Romantasy
Erster Band einer Trilogie
Meine Bewertung: 5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 05.02.2022

So schlecht!

Spring Girls
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Ich liebe die Geschichte der „Little Women“ von Louisa May Alcott und verbinde mit der Zeichentrickserie „Eine fröhliche Familie“ so viele schöne Kindheitserinnerungen, dass ich Anna Todds Neuinterpretation ...

Ich liebe die Geschichte der „Little Women“ von Louisa May Alcott und verbinde mit der Zeichentrickserie „Eine fröhliche Familie“ so viele schöne Kindheitserinnerungen, dass ich Anna Todds Neuinterpretation des Klassikers unbedingt lesen musste. Lange habe ich mich davor gescheut, jetzt aber endlich doch zum Buch gegriffen – und hätte es am liebsten nach den ersten Seiten direkt in die Ecke gepfeffert. Was war das bitte? Ich habe mich schlussendlich durch das Buch gequält, es nur noch überflogen, wollte einfach nur, dass es endet. Dieser Roman hatte absolut nichts Schönes, keine Wärme wie das Original, es war wirklich schrecklich.

Fangen wir mal mit dem größten Minuspunkt an: Anna Todd hat es meiner Meinung nach nicht geschafft, die Geschichte in unsere moderne Zeit zu holen. Mehr als Andeutungen, dass wir hier nicht die originalen March-Schwestern begleiten, sondern uns in unserer eigenen Zeit befinden, gab es nicht. Da wurden hin und wieder Gossip Girl und Sephora erwähnt, das Internet, Laptops, Handys und Make-up. Der Krieg war eben der Irak-Krieg und nicht der amerikanische Bürgerkrieg. Die Leute fuhren mit Autos statt Kutschen und die Mädchen schauten Horrorfilme statt zu stricken. Es wirkte lieblos und unzusammenhängend erzählt.

Ab hier folgen Spoiler, da ich sonst nicht erklären kann, warum mir das Buch nicht gefallen hat!

Kommen wir zu den Charakteren: Mrs March war eine warmherzige, liebevolle Frau und eine Mutter, deren Kinder an erster Stelle standen; Anna Todds Mrs Spring dagegen eine kalte, charakterschwache, trinkende Frau, die den Haushalt ihrer Tochter Beth überlässt und ansonsten kaum etwas zur Erziehung beitrug, außer dass sie mit den Kindern Horrorfilme schaute. Noch dazu nannte ihre Tochter Jo sie beim Vornamen, warum bitte? Und warum ließ sie das zu? Allein das zeigte doch, wie wenig sie sich für ihre Kinder interessierte. Beim Lesen war ich regelmäßig verwirrt, wenn von „Meredith“ die Rede war, denn zwar nur Jo sprach die Mutter direkt so an, aber auch in Gesprächen über sie sagte keiner „Mom“.

Das Ziel der ältesten Tochter Meg war es sowohl im Original als auch in der Neuerzählung einen reichen, angesehenen Mann zu heiraten, Kinder zu kriegen und ein schönes Leben als Ehefrau, Mutter und geschätztes Mitglied der Gemeinde zu führen. Das mag zur damaligen Zeit keine große Sache gewesen sein, heutzutage kann jede Frau tun und lassen und werden was sie will. Ich muss dem Buch zugutehalten, dass hier zumindest in Ansätzen darauf eingegangen wurde, dass Meg verstand, dass sie andere Möglichkeiten hat, sie aber gern ihr Leben mit jemandem teilen möchte. Und auch, dass sie sich noch zu jung fühlte, eine Familie zu gründen und am Schluss doch mit Shia mitging, ist ein kleiner Pluspunkt.

Josephine March, genannt Jo, war ein scharfsinniges, starkes Mädchen, mit eigenem Kopf, aber einem großen Herzen. Die moderne Jo liebte ebenfalls Bücher und wollte Journalistin werden, träumte von einem Leben in New York, hatte aber gleichzeitig Angst davor, ihre Familie im Stich zu lassen. An ihrem Charakter wurde gezeigt, dass nicht alle jungen Mädchen von einer eigenen Familie träumen oder sich überhaupt mit 16 Jahren schon für Jungs interessieren. Bis Laurie nebenan bei seinem Großvater einzieht. (Was war überhaupt mit der Rolle des alten Mr Lawrence? Warum wurde er immer nur erwähnt, tauchte aber auf den ganzen knapp 400 Seiten nicht einmal auf?) In Laurie fand Jo einen Freund, dem sie alles anvertraute, der sie herausforderte und in den sie sich schlussendlich verliebte, ohne es überhaupt zu merken. Im Original waren die beiden nicht mehr als beste Freunde, Anna Todd quetscht auf die allerletzten Seiten noch Jos Entjungferung durch Laurie, was so ziemlich die schlechteste Sexszene überhaupt war und die so lieblos noch kurz vor Schluss untergebracht wurde, dass ich nur mit dem Kopf schütteln konnte. Sie stritten sich über ihre unterschiedlichen Zukunftspläne, sie ging nach Hause, dachte nach, ging wieder zu Laurie und warf sich ihm buchstäblich an den Hals, sie hatten Sex, Jo musste direkt danach zu Meg, die merkte direkt was passiert war und Ende. Hä? Was war das denn? Abgesehen von der fehlenden Romantik (wobei Jo eher nicht der romantische Typ war) wurde dieser Szene und diesem Thema nicht die Bedeutsamkeit gewidmet, die sie verdient hätten.

Elizabeth March, genannt Beth, war ein stilles Mädchen, das sich aufopferungsvoll um Familie und Nachbarn gekümmert hat. Bethany Spring war ebenfalls ein ruhiges, von Ängsten geplagtes Mädchen, das zuhause unterrichtet wurde, sich kaum vor die Tür traute und den Großteil der Hausarbeit erledigte. Es war furchtbar zu lesen, wie alle mit Beth umgingen, es wurde von allen Familienmitgliedern als selbstverständlich angesehen, dass Beth kocht und putzt und wäscht. Dass sie von jedem als die Beste der Schwestern angesehen wurde, hat da auch nicht mehr geholfen. Der plumpe Versuch, die Rolle der Beth als Homosexuelle zu modernisieren, hat meiner Meinung nach nicht geklappt, dafür lag der Fokus zu sehr auf den anderen Spring Girls.

Nesthäkchen Amy wurde in beiden Versionen als naives, verzogenes Gör dargestellt. Im Klassiker erkannte man jedoch ihre guten Absichten und ihr gutes Herz. Anna Todd aber hat Amy nicht mal eine eigene Erzählstimme gewidmet. Das Buch ist aus den Perspektiven von Meg, Jo und Beth erzählt, Amys Sicht suchte ich vergeblich.

Wie ich schon angedeutet habe, gab es für die Geschichte der Spring Girls kein Ende. Die Geschichte endete plötzlich und ließ viel zu viel offen.

Fazit

Insgesamt haben mir die Emotionen gefehlt, die Charaktere waren nervig, der Schreibstil nichts besonderes und das Lesen hat keinen Spaß gemacht.

Es tut mir wahnsinnig leid, dass meine Rezension so niederschmetternd ist, aber ich kann beim besten Willen nichts Gutes über das Buch sagen und ich kann es auch nicht weiter empfehlen. Das Buch ist einfach nur furchtbar.

Allgemeines zum Buch

Autor: Anna Todd
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 13.01.2020
Seiten: 400
Genre: New Adult
Einzelband
Meine Bewertung: 1/5 Sterne

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