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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2021

Nervenkitzel

Der Kruzifix-Killer (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 1)
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„Der Kruzifix Killer“ ist der erste Band der „Hunter und Garcia“ Reihe. Geschrieben wurde der Thriller von Chris Carter. Die deutsche Übersetzung ist 2009 als Taschenbuch und eBook beim Ullstein Buchverlage ...

„Der Kruzifix Killer“ ist der erste Band der „Hunter und Garcia“ Reihe. Geschrieben wurde der Thriller von Chris Carter. Die deutsche Übersetzung ist 2009 als Taschenbuch und eBook beim Ullstein Buchverlage erschienen.

Die sehr bildhafte Beschreibung des Kriminalfalls ist für mich als Thriller-Fan ein wahrer Hochgenuss. Dies ist kein Buch für zartbesaitete Menschen. Wer es aber gerne extrem hat, der wird dieses Buch lieben.

Hunter und Garcia sind wie Tag und Nacht. Sie ergänzen sich perfekt und sorgen dank ihrer unterschiedlichen Charakterzüge immer wieder für eine wundervolle Atmosphäre. Wer mehr über die beiden erfahren möchte, der muss das Buch lesen.

Ich werde mich jetzt nicht darüber auslassen, wie realistisch der Kriminalfall oder wie glaubwürdig das Verhalten des Täters ist. Der Täter ist ein psychopathischer Serienkiller, der keine Gnade kennt. Ich bin ein normaler Mensch, der ganz anders denkt und handelt als ein Psychopath. Daher werde ich in meiner Rezension weder über den Kriminalfall noch über den Täter ein Urteil fällen.

Was immer wieder auftaucht und mir ganz besonders gefallen hat sind Hunters Gedanken zum Kriminalfall. Im Laufe der Ermittlungen erfährt man so eine Menge interessanter Details. Ich gehe stark davon aus, dass der Autor hier auf sein eigenes Wissen zurückgegriffen hat, denn Chris Carter hat Psychologie mit dem Schwerpunkt Forensik studiert und anschließend sechs Jahre als Kriminalpsychologe gearbeitet.

Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Hunter und Garcia erzählt. Die deutsche Übersetzung des Schreibstils lässt sich flüssig lesen und die Wortwahl passt hervorragend zum Genre.

Fazit

Ein grandioser Reihenauftakt, den ich keine Sekunde aus der Hand legen konnte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.10.2021

Rainbow & Einhorn

Regenglanz
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„Regenglanz“ wurde von der deutschen Autorin Anya Omah geschrieben und ist der erste Band der „Sturm“ Trilogie. Die Geschichte von Alissa und Simon ist 2021 als Taschenbuch und eBook im KYSS Verlag (Rowohlt ...

„Regenglanz“ wurde von der deutschen Autorin Anya Omah geschrieben und ist der erste Band der „Sturm“ Trilogie. Die Geschichte von Alissa und Simon ist 2021 als Taschenbuch und eBook im KYSS Verlag (Rowohlt Verlag) erschienen.

Alissa ist ein Charakter mit vielen unterschiedlichen Facetten. Von denen eine leider so dominant ist, dass sie die anderen im Laufe der Geschichte immer weiter in den Hintergrund drängt. Dieser Prozess wird von Alissas kaum existierender Entwicklung noch weiter verstärkt. Sowohl Alissas Verhalten als auch ihre Entscheidungen waren für mich nicht nachvollziehbar. Daher ist es mir nicht gelungen eine Bindung zu ihr aufzubauen.

Simon war mir auf Anhieb sympathisch. Für mich ist er der perfekte Protagonist. Wenn er liebt, dann tut er das aus tiefster Seele und mit ganzem Herzen. Innerhalb weniger Kapitel konnte er mich in seinen Bann ziehen und so fiel es mir am Ende unglaublich schwer ihn gehen zu lassen. Simon ist einfach so wundervoll, dass ich gar nicht anders konnte als mich in ihn zu verlieben. Sein Verhalten und seine Entscheidungen konnte ich stets nachvollziehen.

Anya Omah ist es definitiv gelungen unterschiedliche Nebencharaktere mit erkennbarer Persönlichkeit zu erschaffen. Es gibt Charaktere mit positiven als auch mit negativen Eigenschaften. Das macht die Geschichte in meinen Augen realistischer.

Obwohl das Buch vorhersehbar ist, konnte mich das Drama überraschen. Bereits nach wenigen Kapitel hatte ich so ein Gefühl, wer im Laufe der Geschichte für Ärger sorgen wird und ich lag absolut richtig mit meiner Vermutung. Auf die Intensität, mit der das Drama über mich hereingebrochen ist, hatte das Ganze keine Auswirkung.

Ein Thema steht während des gesamten Buches immer wieder im Mittelpunkt der Handlung. Aus Spoilergründen werde ich das Thema nicht beim Namen nennen. Es ist definitiv kein einfaches Thema und ich gebe zu, dass ich mit diesem Thema noch nie in Berührung gekommen bin. Vielleicht ist das der Grund, warum ich weder Alissas Verhalten noch ihre Entscheidungen nachvollziehen konnte. Ich möchte allerdings anmerken, dass mir die Umsetzung nicht wirklich gefallen hat. Solch ein Verhalten gegenüber einer anderen Person ist niemals in Ordnung. Ob das Thema positiv oder negativ bewertet wird, war für mich leider nicht immer eindeutig erkennbar.

Das Buch wird aus der Sicht von Alissa und Simon erzählt. Anya Omahs Schreibstil ließ sich flüssig lesen und die Wortwahl hat gut zum Genre gepasst. Mit durchschnittlich 10 Seiten haben die Kapitel eine angenehme Länge.

Fazit

Anya Omah ist ein guter Reihenauftakt gelungen. Ich freue mich auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 09.10.2021

Leider anders als erwartet

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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Mit „Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen“ bringt New York Times Bestsellerautorin Paula Hawkins ihr drittes Buch raus. Die deutsche Übersetzung ist 2021 als Hardcover und eBook im Blanvalet ...

Mit „Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen“ bringt New York Times Bestsellerautorin Paula Hawkins ihr drittes Buch raus. Die deutsche Übersetzung ist 2021 als Hardcover und eBook im Blanvalet Verlag (Penguin Random House Verlagsgruppe) erschienen.

Ich werde es kurz und schmerzlos machen: Dieses Buch ist das langweiligste was ich jemals gelesen habe! Zugegeben ich hätte vorher nachschauen sollen welches Genre auf dem Buchcover steht. Vielleicht wären meine Erwartungen dann nicht so hoch gewesen.

Auf dem Cover steht „Roman“. Der Verlag bewirbt das Buch als „Spannungsroman“. Paula Hawkins neueste Werk wird also nicht explizit dem Genre Krimi oder Thriller zu geordnet.

Für mich ist „Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen“ eine gigantische Enttäuschung. Von der ersten Seite an habe ich mich durch das Buch geschleppt. Der Schreibstil ist unglaublich zäh. Die Charaktere sind flach, farblos und unglaubwürdig. Die wenigen Wendungen sind unlogisch. Die Handlung ist extrem langatmig. Die vielen unterschiedlichen Sichtweisen sorgen nur für Verwirrung. Aber das schlimmste ist die gänzlich fehlende Spannung!

Alle Charaktere ertrinken in einem Überfluss an Problemen. Ich verlange von keinem Autor, dass seine Charaktere perfekt sind und zu 100% meiner Vorstellung entsprechen. Aber ich wünsche mir einen Charakter, zu dem ich eine Bindung aufbauen kann und der mir sympathisch ist. Charaktere mit einem gesunden Maß an Ecken und Kanten machen die Geschichte realistischer.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich mir sicher, dass das Buch von einem Kriminalfall handelt. Irgendwo in diesem Buch gibt es tatsächlich einen Kriminalfall. Leider spielt der aber nur eine kleine Nebenrolle. Ein Großteil der Geschichte besteht aus den privaten Problemen der vielen Protagonisten. Die meisten dieser Probleme haben überhaupt nichts mit dem Kriminalfall zu tun.

Was mich am meisten stört ist die Auflösung. Ich wusste bereits nach dem ersten Drittel des Buches wer der Täter ist. Hinzukommt der Epilog, in dem die Autorin scheinbar versucht hat, die vielen Handlungsstränge zu einem zusammenhängenden Ende zu bringen. Gelungen ist ihr das nicht. Das letzte Kapitel lässt einfach zu viele Fragen offen.

Ist dieses Buch typisch Paula Hawkins oder unterscheidet es sich grundlegend von ihren bisherigen Werken. Da dies ist mein erstes Buch von Paula Hawkins, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten.

Fazit

Ich kann den Hype, der um dieses Buch gemacht wird, nicht nachvollziehen. Von mir bekommt das Buch 1,5 von 5 Sterne. Einen Sterne vergebe ich für die gelungene Aufmachung. Einen halben Sterne gibt es für die Grundidee.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Thriller-Jahreshighlight 2021

Abgetrennt
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„Abgetrennt“ ist der dritte und letzte Band der „Paul Herzfeld“ Trilogie. Das Buch wurde von Michael Tsokos geschrieben und ist im Oktober 2021 als eBook und Taschenbuch in der Verlagsgruppe Droemer Knaur ...

„Abgetrennt“ ist der dritte und letzte Band der „Paul Herzfeld“ Trilogie. Das Buch wurde von Michael Tsokos geschrieben und ist im Oktober 2021 als eBook und Taschenbuch in der Verlagsgruppe Droemer Knaur erschienen. Wie der Reihenname bereits verrät, geht es in der Geschichte um Paul Herzfeld. Er lebt in Kiel und arbeitet dort am Institut für Rechtsmedizin als Rechtsmediziner.

Vorab ein kleiner Hinweis an alle zukünftig interessierten Leser. Die Bücher der „Paul Herzfeld“ Trilogie behandeln zwar Kriminalfälle, die unabhängig voneinander sind, die Rahmenhandlung aus dem ersten Band wird aber mehr oder weniger lückenlos im zweiten und dritten Band weitergeführt. Wer also nicht gespoilert werden möchte, der sollte die Trilogie in der richtigen Reihenfolge lesen.

Zwischen den Ereignissen in „Abgefackelt“ (Band 2) und „Abgetrennt“ liegen sechs Monate. Paul Herzfeld befindet sich wieder in Kiel und nimmt zum Beginn der Handlung seine Tätigkeit als Rechtsmediziner am Institut für Rechtsmedizin wieder auf. Zeit zum wieder Einleben bleibt ihm jedoch nicht, denn der nächste Kriminalfall lässt nicht lange auf sich warten. Aus Spoilergründen werde ich hier nicht näher auf den Handlungsverlauf eingehen.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der bereits für ordentlich Spannung sorgt. Dem Autor ist es erneut gelungen diese Spannung bis zum Schluss auf einem durchgängig hohen Niveau zu halten. Am Ende nimmt sie sogar noch einmal rapide zu. Unterstützt wird die Spannung durch eine Menge Action und unvorhergesehene Wendungen. Fast alle Fragen, die im Laufe der Geschichte aufgekommen sind, werden am Ende beantwortet.

Wie auch schon in den beiden Vorgängerbänden enthält die Geschichte immer wieder detaillierte Beschreibungen von Obduktionen. Die stets so formuliert werden, dass sie ein Laie problemlos versteht. Sie ermöglichen dem Leser einen spannenden Einblick in den Arbeitsalltag eines Rechtsmediziners.

Herzfeld konnten auch im letzten Band ohne Probleme meine Sympathie gewinnen. Für mich hatte er an genau den richtigen Stellen Ecken und Kanten, die ihn authentisch gemacht haben. Seine unerschütterliche Liebe für seine Familie hat mir genauso gut gefallen wie sein Mut und Sinn für Gerechtigkeit.

Das Buch wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Die Kapitel sind größtenteils sehr kurz. Der Schreibstil ließ sich gewohnt flüssig lesen und die Wortwahl hat zum Genre gepasst. Jedes Kapitel wird mit einem Datum, einer Urzeit und einer Ortsangabe eingeleitet.

Fazit

Mit „Abgetrennt“ hat Michael Tsokos einen grandiosen Abschluss geschrieben, den ich keine Sekunde aus der Hand legen konnte. Für mich ein absolutes Jahreshighlight, dass ich sehr gerne weiterempfehle. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.09.2021

Schule in Zeiten von Corona - alles andere als langweilig

Instagrammatik
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„Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer“ ist das neueste Werk von Johannes Schröder. Comedy-Fans wohl eher bekannt als Herr Schröder. Der ehemalige Deutschlehrer, der seit 2017 als Comedian arbeitet, ...

„Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer“ ist das neueste Werk von Johannes Schröder. Comedy-Fans wohl eher bekannt als Herr Schröder. Der ehemalige Deutschlehrer, der seit 2017 als Comedian arbeitet, nimmt seine Leser mit auf eine urkomische Reise durch den Schulalltag in Zeiten von Corona.

Mit viel Humor erzählt Herr Schröder von seinem Lehreralltag an der Helene-Fischer-Gesamtschule (HFG). Das neue Schuljahr bringt so einige Neugerungen mit sich, die das Leben der Schüler und Lehrer ordentlich auf den Kopf stellt. Der Schulalltag, der bisher größtenteils analog stattgefunden hat, ist nun komplett durch digitalisiert. Lehrerbesprechungen werden jetzt per Videokonferenz gehalten, die gute alte Tafel wurde durch Smartboards ersetzt und das Internet samt sozialer Medien ist nun Teil des Unterrichtsmaterials. Wer zu Zeiten des digitalen Wandels Schüler war, der dürfte Live miterleben wie viele Lehrer an der modernen Technik scheitern. Am Ende gab es dann immer diesen einen Schüler, der zwar nicht der Klassenbeste war, der aber für jedes Technikproblem eine Lösung parat hatte.

Das Buch war für mich wie eine Ausflug in meine Schulzeit. Viele der beschriebenen Situationen kamen mir bekannt vor. Immer wieder konnte mich der Autor zum Lachen bringen und ich habe seine verrückten Witze sehr genossen. Auf Anhieb merkt man, dass Herr Schröder eigentlich Deutschlehrer ist, denn er verbindet bekannte Situationen aus dem Deutschunterricht mit den alltäglichen Gewohnheiten seiner Schüler auf humorvolle Art. Aus Spoilergründen werde ich nicht näher auf die etlichen Witze eingehen. Wer in den letzte 10 Jahren seinen Schulabschluss gemacht hat, selber als Lehrer arbeitet, oder ein Schulpflichtiges Kind hat, der wird die Witze ohne Probleme verstehen.

Fazit

Herr Schröder trifft mit diesem Buch genau meinen Humor. Für mich ist „Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer“ eine lustige Reise in meine Schulzeit, die ich manchmal ein bisschen vermisse. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.