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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2019

Spannender Auftakt mit kleineren Schwächen

Into the Woods 1: Königin der Diebe
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Hach, was war ich gespannt auf "Into the Woods: Die Königin der Diebe". Eine Robin Hood-Geschichte, in der es eine Frau ist, die über die Räuberbande herrscht? Klingt nach einer erfrischenden und interessanten ...

Hach, was war ich gespannt auf "Into the Woods: Die Königin der Diebe". Eine Robin Hood-Geschichte, in der es eine Frau ist, die über die Räuberbande herrscht? Klingt nach einer erfrischenden und interessanten Abwechslung und genau das war es auch. In letzter Zeit passiert es nicht sehr oft, dass ich ein Buch an einem Tag durchlese, aber durch den angenehmen Schreibstil der Autorin flogen die Seiten nur so dahin.

Die Räuberbande rund um deren Königin Shona ist ein bunter Haufen, die allesamt individuelle Charaktere mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen sind. Es hat mir gut gefallen, dass keiner von ihnen dem anderen gleicht, sondern jeder auf seine Art facettenreich ist. Sie alle stehen Shona treu zur Seite und überwinden mit ihr jede Hürde, egal wie hoch diese auch sein mag. Die eingeschweißte Verbundenheit der Bande hat mir von Anfang an ausgesprochen gut gefallen und mich positiv überrascht.

Shona ist die Protagonistin der Handlung, die Königin der Diebe, die stiehlt, um die Armen zu versorgen. Um eine noch größere Beute abzustauben, schmuggelt sie sich als Hofdame in den Palast, um dessen Schatzkammer zu plündern. Doch als Mädchen der Wälder ist es nicht leicht, sich an einem solch gefährlichen Ort anzupassen. Das muss auch Shona schnell merken. Mir hat sehr gefallen, wie sie es geschafft hat, sich ikognito in den Palast einzuschleusen und wie sie immer mehr hinter dessen Geheimnisse und Mysterien gekommen ist. Hier lernen wir auch den Prinz und die Prinzessin von Amethysien kennen - zwei Charaktere, bei denen es leicht fällt, sie zu hassen. Sie sind zwar ziemlich stereotypisch, aber das fällt kaum ins Gewicht. Was mich an der Handlung im Palast nur etwas gestört hat, ist dass viel zu wenig über die dort vorherrschende Magie erzählt wird. Sie wird erwähnt, wir wissen, dass sie in der Hauptstadt exisitert und finden auch heraus, weshalb dem so ist. Aber irgendwie bin ich dennoch bisher nicht sonderlich schlau aus der Magie geworden. Ich hoffe, dass darauf im zweiten Band etwas genauer drauf eingegangen wird.

Als männlichen Gegenpart zu Shona haben wir den Ritteranwärter Livian, der absolutes Bookboyfriendpotenzial bietet. Er ist gutaussehend, überaus charmant und doch auf seine Weise geheimnisvoll und in sich gekehrt. Annie J. Dean hat es geschafft, dass man krampfhaft hinter seine Fassade blicken und ihn näher kennenlernen möchte. Während der Handlung durchlebt er eine durchaus nachvollziehbare Entwicklung, die durch seine Zuneigung für Shona entsteht. Wie leider typisch für Fantasyromane, ist es so ziemlich Liebe auf den ersten Blick, doch ich war heilfroh, dass sich die Protagonisten nicht von jetzt auf gleich in eine unbedachte Beziehung stürzen, sondern dem Ganzen die Zeit geben, die es braucht. Dadurch wirkten die Gefühle der beiden weniger gekünstlelt.

Was für mich der wohl größte Kritikpunkt an dem sonst sehr stimmigen und spannenden Buch ist, ist der an manchen Stellen eher "unangebrachte" Sprachgebrauch. Wir befinden uns zwar in einer Fantasywelt voller Magie, die nichtsdestotrotz sehr mittelalterlich angehaucht ist. Die Charaktere sprechen auch überwiegend sehr gestelzt, was hervorragend der Grundstimmung angepasst ist. Doch dann gibt es wieder Sätze und Phrasen, die sehr aus der Reihe tanzen und den Lesefluss kurzzeitig ins Stocken bringen. Sätze wie "Er ist sehr sexy" (nicht wortwörtlich zitiert) passen für mich persönlich einfach nicht ins Gesamtbild.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei "Into the Woods: Königin der Diebe" um einen spannenden Auftakt, mit einer fabelhaften Grundidee. Der Cliffhanger am Ende macht die Lust auf Band 2 nur umso größer!

Veröffentlicht am 28.01.2021

Netter Zusatz zum Schneewittchen-Klassiker von Disney!

Disney – Twisted Tales: Spieglein, Spieglein
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Inhalt
Nach dem Tod von Schneewittchens Mutter übernimmt ihre überall als "böse Königin" bekannte Stiefmutter die Herrschaft über das Schloss. Und Schneewittchen hält ihr hübsches Köpfchen still und gesenkt ...

Inhalt
Nach dem Tod von Schneewittchens Mutter übernimmt ihre überall als "böse Königin" bekannte Stiefmutter die Herrschaft über das Schloss. Und Schneewittchen hält ihr hübsches Köpfchen still und gesenkt und versucht nicht aufzufallen.
Aber als der Versuch, sie zu töten, gründlich schiefgeht, erwacht Schneewittchens Kampfgeist. Mit der Hilfe ihrer Zwerge und des freundlichen Prinzen, den sie nie wiederzusehen vermutet hätte, zieht sie in den Kampf gegen die Königin. Aber kann dieser überhaupt gelingen, wenn ihre Erzrivalin jeden ihrer Schritte kennt?

Meinung
Als absoluter Disney-Fan ist die neue "Twisted Tales"-Reihe aus dem Carlsen Verlag natürlich ein Muss. Ich hatte die Reihe schon auf Englisch auf dem Schirm, habe nun allerdings doch auf die Übersetzung gewartet, da mir die Gestaltung der Bücher so gut gefällt.
Ich war ziemlich gespannt auf die Umsetzung der Alternativgeschichte, in der der Prinz vergiftet wird, anstatt von Schneewittchen. Der Grundgedanke dahinter ist absolut genial, allerdings kam mir das Thema viel zu kurz. Im Grunde kann man sagen, dass "Spieglein, Spieglein" einer Nacherzählung des Schneewittchen-Klassikers gleicht. Es gibt nicht viele Punkte, in denen das Buch sich von der bekannten Geschichte unterscheidet. Eigentlich lediglich durch das abgewandelte Ende und dem Einfügen der Passagen aus der Vergangenheit der bösen Königin - diese haben mir ganz besonders gut gefallen. Die Einblicke waren spannend und man kann als Leser so nachempfinden, weshalb die Königin so geworden ist, wie wir sie kennen. Ich habe mich sogar mehr als einmal dabei erwischt, Mitleid mit ihr zu empfinden, trotz ihres eisernen Narzissmus.
Die Geschichte ist gut geschrieben, aber man muss den Märchenstil mögen, das ist nicht jedermanns Sache. Ich finde ihn sehr schön und habe mich gefreut, dass man sich hier nicht für einen modernen Weg entschieden hat :)

Fazit
Für Fans ist die Geschichte wirklich wundervoll und man kann einen Blick riskieren. Allerdings sollte man nicht mit der Erwartung herantreten, eine unglaublich innovative Geschichte zu erhalten. Ich würde "Spieglein, Spieglein" eher als eine Art netten Zusatz zum Klassiker ansehen! Definitiv zu empfehlen, aber nichts Besonderes!

Veröffentlicht am 05.10.2020

Schöner New Adult-Roman für Zwischendurch

An Ocean Between Us
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KLAPPENTEXT
Avery Cole will nichts anderes als Ballett tanzen, doch dann zerstört ein schwerer Autounfall ihren Lebenstraum. Sie wird nie wieder tanzen können.
Am Boden zerstört beginnt Avery ein Studium ...

KLAPPENTEXT
Avery Cole will nichts anderes als Ballett tanzen, doch dann zerstört ein schwerer Autounfall ihren Lebenstraum. Sie wird nie wieder tanzen können.
Am Boden zerstört beginnt Avery ein Studium am LaGuardia Community College – obwohl sie eigentlich gar nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Und dann begegnet sie in ihrer ersten Vorlesung auch noch einem Typen, der arrogante Kommentare über ihre Verletzung ablässt: Theo Jemison, dem gefeierten Star-Schwimmer des Colleges. Nur dumm, dass Schwimmen eine der wenigen Sportarten ist, die Avery mit ihrem kaputten Rücken noch bleiben. Und natürlich ist es ausgerechnet Theo, der ihren Kurs trainiert.
Wohl oder übel verbringt sie mehr Zeit mit ihm und lernt eine völlig andere und viel nettere Seite von ihm kennen, die er sorgsam hinter der arroganten Fassade verbirgt. Doch als er sie plötzlich wieder von sich stößt, muss sich Avery fragen, wer der wahre Theo ist ...

🌊🌊🌊🌊🌊🌊

MEINUNG
„An Ocean Between Us“ ist der Auftakt der „Between Us“-Reihe und das erste Buch, das ich von Nina Bilinszki gelesen habe. Auf die Autorin bin ich über Instagram und einige Arbeitsstreams überhaupt erst Aufmerksam geworden und bin nun glücklich, sie entdeckt zu haben.
Das Buch ist abwechselnd aus der Perspektive von Avery und Theo geschrieben. Dadurch erhält man als Leser einen hervorragenden Blick in die Köpfe beider Protagonisten, wodurch es sehr leicht fällt, sich mit ihnen zu identifizieren und mit ihnen zu sympathisieren.
Avery hat nach einem Unfall alles verloren und muss sich komplett neu orientieren. Ihr Leben war durchgeplant, sie wusste, was sie tun und erreichen wollte, doch muss nun bei null anfangen und herausfinden, was sie möchte. Es ist eine schwierige Situation, gerade wenn man eigentlich schon früh wusste, wohin das Leben einen lenkt. Ich konnte ihren Schmerz sehr gut nachempfinden und auch, dass sie auf gewisse weise verbittert ist. Doch im Laufe der Geschichte macht Avery eine glanzvolle und authentische Entwicklung durch, die sehr gelungen ist.
Auch Theo ist ein interessanter Charakter, den man schnell ins Herz schließt. Typisch für das Genre, benimmt er sich die erste Zeit wie ein arroganter Macho, aber hinter dieser Fassade verbirgt sich um vieles mehr. Wie auch Avery, lernt der Leser nach und nach den wahren Theo kennen und lieben.
Die Handlung von „An Ocean Between Us“ hat sich sehr gut und flüssig lesen lassen. Aufgrund der Kurzweiligkeit konnte ich das Buch auch fast am Stück weg lesen. So gern ich die Geschichte von Avery und Theo aus gelesen habe, hätte ich mir etwas mehr Innovation gewünscht, denn eigentlich weiß man von der ersten Seite an, wie das Ganze enden wird. Es gab keine wirkliche Überraschung und die gesamte Zeit über hatte ich das Gefühl, die Story genau so schon zu kennen. Ein paar überraschende Wendungen hätten das Buch deutlich spannender gestaltet!
Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „An Ocean Between Us“ um einen netten New Adult-Roman für Zwischendurch. Dass Nina Bilinszki schreiben kann, hat sie allemal bewiesen, weshalb ich sie auf dem Schirm behalten und auch den Folgeband mit anderen Protagonisten irgendwann lesen werde.

🌊🌊🌊🌊🌊🌊

FAZIT
Wenn man nicht mit allzu hohen Erwartungen an das Buch geht, dann hat man durchaus seinen Spaß am Lesen. Besticht besonders durch authentische und liebenswerte Charaktere!

Veröffentlicht am 02.10.2020

Nette Unterhaltung für Zwischendurch

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Klappentext
Zwei Monate Sabbatical: Nach einer katastrophalen Präsentation im Job wird Leena eine Auszeit verordnet. Ausgerechnet Leena, die Tag und Nacht arbeitet, um ihre verstorbene Schwester nicht ...

Klappentext
Zwei Monate Sabbatical: Nach einer katastrophalen Präsentation im Job wird Leena eine Auszeit verordnet. Ausgerechnet Leena, die Tag und Nacht arbeitet, um ihre verstorbene Schwester nicht zu vermissen. Zuflucht findet sie bei ihrer Großmutter Eileen in Yorkshire. Eileen wünscht sich mit Ende 70 eine neue Liebe, nur leider ist die Auswahl an interessanten Kandidaten in ihrem kleinen Dorf begrenzt. Die Lösung: Leena kommt auf dem Land zur Ruhe, und Eileen stürzt sich in die Londoner Dating-Szene … doch ist es wirklich so einfach, die Leben zu tauschen?

Meinung
Nachdem ihr Debütroman „Love to share“ im vergangenen Jahr ziemlich eingeschlagen ist wie eine Bombe, wollte ich es mir nicht nehmen, auch das neueste Buch der Autorin Beth O’Leary zu lesen. Der Klappentext hat mich ehrlich gesagt nicht wirklich von sich überzeugt, aber da ich den locker-leichten Schreibstil bereits kannte, wollte ich dem Buch dennoch eine Chance geben. Und ich wurde ziemlich positiv überrascht.
Die Idee von „Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe“ ist durchaus neu und auf gewisse Weise auch charmant. In dem Buch wird die Geschichte von Leena und ihrer Großmutter Eileen geschildert, die sich im Leben der jeweils anderen versuchen zurechtzufinden. Eine ziemlich amüsante Idee, wenn man bedenkt, dass Eileen eine über 70-jährige Frau ist. Das Buch wird abwechselnd aus beiden Perspektiven geschrieben, sodass man einen guten Einblick in die Gefühlswelt beider Charaktere erhält.
Während Leena versucht, sich im Dorfleben zurechtzufinden und sich Arbeiten wie Nachbarschaftstreffs und Dorffesten zu widmen, stiehlt der Part von Großmutter Eileen ihr so ziemlich die Show. Denn was könnte es lustigeres geben, als eine ältere Dame, die sich in das Dating- und Liebeschaos Londons stürzt? Denn Eileen wünscht sich nichts sehnlicher, als noch mal im Leben Liebe zu erfahren und so lädt sie sich eine Datingapp herunter.
Aufgrund der spritzigen Erlebnisse, die beide Charaktere erleben, lässt sich das Buch sehr schnell durchlesen, was auch an dem flüssigen Schreibstil der Autorin liest. Allerdings darf man keine tiefgründige oder überraschende Story erwarten, denn das ist sie mitnichten. Man weiß eigentlich von Beginn an, wie das Ganze enden wird, was die Lesefreude etwas drückt, aber nicht vollkommen trübt.

Fazit
Eine nette Geschichte für Zwischendurch, die ohne große Überraschungen auskommt und besonders aufgrund der Erlebnisse von Großmutter Eileen überzeugen kann.

Veröffentlicht am 21.03.2020

Gelungener Fantasyroman mit Luft nach oben

Nacht ohne Sterne
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Gesa Schwartz ist eine wundervolle Autorin. Ich habe sie bereits vor mehreren Jahren für mich entdeckt. Sie hat einen sehr besonderen Schreibstil, der vermutlich nicht jedem gefällt. Die Sätze sind teilweise ...

Gesa Schwartz ist eine wundervolle Autorin. Ich habe sie bereits vor mehreren Jahren für mich entdeckt. Sie hat einen sehr besonderen Schreibstil, der vermutlich nicht jedem gefällt. Die Sätze sind teilweise sehr verschachtelt und trotzdem wird alles sehr bildgewaltig geschildert - mir gefällt das durchaus, aber ich kann verstehen, wenn das für andere Leser etwas zu viel des Guten ist.

Von "Nacht ohne Sterne" habe ich aufgrund des Klappentextes eigentlich eine etwas andere Geschichte erwartet. Trotzdem bin ich alles andere als enttäuscht, sondern eher positiv überrascht worden, dass ein großer Teil der Handlung im Elfenreich spielt. Besonders gelungen ist hierbei die Schilderung der Elfen, die nicht wie in vielen Jugendfantasyromanen als zierliche und liebliche Kreaturen dargestellt werden, sondern als waschechte Krieger, mit einer gewissen Brutalität.

Naya ist die Protagonistin der Handlung, wenn Gesa Schwartz sich auch für eine allwissende Erzählerperspektive entschieden hat. Mir hat sie sehr gut gefallen, da sie eine enorme Wandlung durchlebt. Doch auch in Kombination mit den anderen Charakteren war das Zusammenspiel einfach fabelhaft.

Dennoch muss ich einen Punkt dafür abziehen, dass sich gerade der Mittelteil etwas arg gezogen hat, was gerade an dem verschachtelten und bildhaften Schreibstil wirkt. Das Poetische gefällt mir zwar, aber ein paar Beschreibungen weniger hätten dem Ganzen keinen Abbruch getan.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei "Nacht ohne Sterne" um einen lesenswerten Fantasyroman.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere