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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2019

Überraschend gute Fantasy

Daughter of Smoke and Bone
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Mittlerweile bin ich bei überschwänglich positiven Bewertungen ja vorsichtig. Und skeptisch sowieso. Denn oft brachten mir die dazugehörigen Bücher nur eins: Viele Enttäuschungen und jede Menge Kopfschütteln, ...

Mittlerweile bin ich bei überschwänglich positiven Bewertungen ja vorsichtig. Und skeptisch sowieso. Denn oft brachten mir die dazugehörigen Bücher nur eins: Viele Enttäuschungen und jede Menge Kopfschütteln, gefolgt von offenem Mund, hochgezogenen Augenbrauen und einem (oft laut ausgesprochenen) "WTF!?".
Teil 1 der "Zwischen den Welten" Trilogie war jedoch von allen, wirklich allen, denen ich in der Buchwelt so folge sehr gut bewertet. Und die sind sich sonst nie einig. Selbst die kritischsten Leserinnen waren begeistert. Tja, da konnte ich nicht nein sagen.
Zum Glück war die Geschichte um Karou, die in Prag Kunst studiert und nebenbei heimlich für ihre "Familie" (Chimären, die mit Wünschen handeln) Zähne sammelt, durchaus gut. Allerdings gab's auch ein paar Sachen, die mich gestört haben.

Zuerst das Positive:
- Tolle Schauplätze, allen voran Prag. Da bin ich bisher nur durchgefahren aber die Stadt steht nun definitiv auf meiner To-Visit-List.
- Starke weibliche Charaktere und Frauenfreundschaften. Findet man in dem Genre leider nicht oft.
- Interessante Wesen, über die ich gerne mehr erfahren würde (vielleicht ja in den Folgebänden).
- Spannende Handlung mit guten Fantasyelementen (Zähne als Zahlungsmittel für Wünsche, das ist mal was anderes - ich wollte unbedingt wissen, wofür die Zähne gebraucht werden).
- Bisher kein Love-Triangle. Whohoo!

Das fand ich nicht so gut:
- Karous beste Freundin Zuzana (die ich sehr mochte) findet sich viel zu schnell mit der Tatsache ab, dass es Magie und andere "Wesen" und Welten gibt.
- Wirklich alle Figuren sind überirdisch schön oder ausgesprochen attraktiv. Hm.
- Es ist mal wieder so ein Liebe-auf-den-ersten-Blick-die-alles-überwindet Ding, inklusive Forbidden Love (weil die Protagonisten Feinde sein sollten) und Seelenverwandtschaft. Ich bin's irgendwie Leid.
- Als Leserin wird man alle 3-4 Seiten darauf hingewiesen, dass Karous Haare blau sind.
Der letzte Punkt hat mich irgendwie besonders genervt. Mir ist aufgefallen, dass es in meinen Lieblingsbüchern immer nur subtile optische Beschreibungen der Charaktere gibt und diese dann auch nur einmalig (oder zumindest selten). Das reicht mir völlig aus, ich habe immer ein gutes Bild von den Personen vor Augen.
In vielen YA/NA Büchern wird meiner Meinung nach viel zu viel Wert auf das Aussehen gelegt. Immer wieder wird betont, wie schön, toll, makellos etc. jemand (vorzugsweise der männliche Protagonist) ist. Mich spricht das nicht an.
Karous Haare sind also blau. Schön und gut. Daran muss ich aber nicht ständig erinnert werden, ich kann mir das sehr gut merken.

Alles in allem war die Story aber gelungen und hebt sich von so einigen Bestsellern ab, bei denen ich immer noch nicht glauben kann, dass die überhaupt veröffentlicht wurden.
Ich lese definitiv weiter.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Gute Idee - schrecklicher Schreibstil

ZERO - Sie wissen, was du tust
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Ich hatte riesengroße Probleme mit Zero.
Eigentlich hatte ich mich wahnsinnig darauf gefreut, das Buch zu lesen. Totalüberwachung, Internetkultur, Menschen-Ratings... alles sehr spannende Themen und brandaktuell. ...

Ich hatte riesengroße Probleme mit Zero.
Eigentlich hatte ich mich wahnsinnig darauf gefreut, das Buch zu lesen. Totalüberwachung, Internetkultur, Menschen-Ratings... alles sehr spannende Themen und brandaktuell.
Leider ist der Schreibstil so übel, dass ich es stellenweise kaum ertragen konnte. Und es hat mich echt geärgert, weil die Story wirklich nicht schlecht ist. Aber mehr als ein paar Seiten am Stück konnte ich einfach nicht lesen. Teilweise hat die Sprache (und es tut mir wirklich leid das sagen zu müssen) Kinderbuchniveau.
Es gibt viele einfache Sätze. Möglichst kurz. Viel zu oft auch mit Ausrufezeichen!
Ich war geschockt und fasziniert zugleich. Was soll das? Traut der Autor mir und allen anderen Lesern kein Verständnis für komplexere Sätze zu? Oder für die Thematik? Hat er sie deshalb so simpel wie möglich beschrieben, á la Peter Lustig (dem ich grade Unrecht tue, weil er sich sehr viel besser ausdrückt)? Es kam mir vor, als wäre ich ein bisschen debil und man müsste mir alles, wie einem Kleinkind, ganz einfach erklären. Klingt komisch, ist aber so.
Man mag gar nicht glauben, dass es hier vor allem um Erwachsene geht und Zero sich auch an jene richtet.
Normalerweise habe ich kein Problem damit, wenn ein Buch in der Gegenwartsform geschrieben ist (vor allem im Englischen nicht), aber hier unterstreicht es den "Kinderbuchfaktor" noch. Es liest sich so schlimm, ehrlich, ich konnte es kaum ertragen. (Niemandem tut das mehr leid als mir, denn ich wollte Zero unbedingt mögen... Aber so habe ich es empfunden.)
Ein kleines Beispiel für etwas, das mich tierisch genervt hat: Die verschiedenen Variationen von "sagen".
Normal: "Danke." sagt X.
In Zero:
... lacht X.
... ätzt X.
... schmunzelt X.
... gesteht X.
... wehrt sich X.
... feixt X.
... wundert sich X.
Und die Liste könnte noch ewig so weitergehen, denn Marc Elsberg war da sehr kreativ.
Wäre er doch nur ähnlich kreativ in der Entwicklung seiner Figuren gewesen: Ich konnte zu keiner einzigen irgendeine Bindung aufbauen. Bestenfalls mochte ich sie nicht besonders, schlimmstenfalls hatte ich gar kein Gefühl zur jeweiligen Person und es war mir absolut egal, was mit ihr passiert. Alle waren schrecklich kalt und leer und irgendwann habe ich mich während des Lesens selbst so gefühlt.
Es war 'ne echte Qual und ich kam mir sogar etwas verklappst vor.
Das Schlimmste ist: Ich habe Blackout noch vor mir. Dummerweise habe ich die Bücher zusammen gekauft, weil ich so überzeugt war, sie zu mögen. Und weil mich die Themen so wahnsinnig interessieren.
Man, ich bin echt so enttäuscht! Trotzdem werde ich Blackout eine Chance geben. Allerdings brauche ich erstmal 'ne Elsberg-Pause und ganz dringend anspruchsvolle Literatur (Vorschläge sind immer willkommen :)).

Veröffentlicht am 09.08.2019

Was zum...?

Beautiful Disaster
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Achtung, Achtung! Diese Rezension steckt voller Ironie und Sarkasmus. Was, ihr haltet das aus? Na dann bitte sofort weiterlesen. :)
Okay, was ist hier eigentlich los? Diese Art "Bücher" boomt ja grade ...

Achtung, Achtung! Diese Rezension steckt voller Ironie und Sarkasmus. Was, ihr haltet das aus? Na dann bitte sofort weiterlesen. :)
Okay, was ist hier eigentlich los? Diese Art "Bücher" boomt ja grade so richtig (wie man am anhaltenden Erfolg des furchtbaren "Shades of Grey Grauens" und der schrecklichen After-Reihe sehen kann). Auch Beautiful Disaster scheint (auf unerklärliche Weise) vielen Lesern gefallen zu haben. Mir nicht.
Wenn ich alle Gründe dafür aufzählen müsste, würde ich nächste Woche noch hier sitzen und tippen. Darum versuche ich, mich kurz zu fassen. (Nachtrag: hat nicht geklappt)

1. Der Typ, Travis.
Was wird der wohl für einer sein?
a) Ein netter Junge, der Frauen wertschätzt, sich und sein Verhalten ab und zu mal hinterfragt und auch ansonsten ein echt liebenswerter Kerl ist? Nö, daneben.
b) Ein grusliger, gewaltbereiter, cholerischer und frauenverachtender Stalker, der auch ansonsten nicht alle Latten am Zaun hat? Jep, Volltreffer.
Wie oft liest man Dinge, wie "Travis ist so toll, ich will ihn auch"... Nein, willst du nicht. Denn hättest du ihn, wäre das romantische Traummärchen bald zu ende und du würdest dich in Das Opfer von John Katzenbach wiederfinden.

2. Die "Dame des Hauses", Abby, gelegentlich (höhö, "gelegentlich") auch Pidge genannt <- ich hab die englische Version gelesen (ich glaube, in der Übersetzung ist es "Täubchen"... ohne Worte :D).
Trotz aller Bedenken und schrillenden Alarmglocken, lässt sie sich immer wieder auf unseren "unverschämt gutaussehenden" Bad-Boy ein (der nebenbei bemerkt auch noch Superheld ist: er muss nämlich keinen Sport für sein Six-Pack treiben und für die guten Noten nie die Nase in ein Buch stecken).
Was die süße Abby besonders gut kann: Slut-Shaming. Alle Frauen, die sich auf Travis einlassen, sind Schlampen und selber Schuld, dass er sie danach wie Dreck behandelt. Denn hallo? Die ziehen sich total freizügig an! Und überhaupt, die haben Sex. Einfach nur so, zum Spaß! Pfui. Schämen sollten die sich. Keine ist so rein, unschuldig und pur wie Abby.
Ihr merkt schon, hier wird ein ganz tolles Frauenbild vermittelt. Manchmal kann (oder will) ich gar nicht glauben, dass diese Bücher oft (aber nicht ausschließlich) von Frauen geschrieben werden.
In Wirklichkeit ist Abby natürlich entweder eine hohle Nuss oder hat genau so einen an der Waffel wie Psycho-Travis. (Wenn ich es recht bedenke, passen die eigentlich sogar gut zusammen.)

3. Die Beziehung.
Es entsteht ganz schnell eine krankhafte Bindung zwischen den beiden. Sie können ohne einander nicht mehr leben. Das nennt man Co-Abhängigkeit und bedarf eigentlich psychologischer Behandlung, aber hey, was weiß ich schon. Hab ja nur ein Herz aus Eis ;)
Was ich auch sehr "realistisch" fand: Travis wirft EINEN Blick auf Abby und BOOM! Seine ganze Weltanschauung ändert sich. Plötzlich ist Abby die einzige auf der Welt. Nur sie weckt Gefühle in ihm. Nur mit ihr hat Sex Bedeutung. Nur mit ihr macht das Leben Sinn. Nur sie hat die Schönheit und Unschuld, die Travis' geschundene Seele heilen. Nur sie glitzert in der Sonne (halt... falsche Story).
Super ist auch das (Spitz-)Namens-Tattoo, das er sich stechen lässt, der "harte Gangster". Wirkt auch nicht unheimlich oder so. Sondern romantisch.
Und der Hund, den er ganz bestimmt nicht kauft, um sie emotional noch weiter an sich zu binden. Romantisch, das ist ROMANTISCH!

4. Die Nebencharaktere.
Gab es welche? Öhm... ach ja, da war dieses Pärchen, Shepley und America (ja, sie heißt wirklich so!). Die sind so tolle Freunde, dass sie Abby immer wieder dazu drängen, Travis noch eine Chance zu geben, wenn der sich mal wieder wie ein Irrer aufgeführt hat (also immer). Hach, ich wünschte ich hätte auch solche Freunde! (Nicht.)
An den Namen des Typen, mit dem Abby zwischenzeitlich mal zusammen ist, kann ich mich nicht mal mehr erinnern. Ich weiß nur, dass er ein durchaus netter Kerl zu sein schien. Allerdings hatte er wohl nicht den richtigen Creepiness-Faktor für die holde Abby. So'n Langweiler.

5. Bestimmte Szenen, die einen mit besonderem Unwohlsein zurücklassen.
Mein persönlicher Favorit: Travis bringt nachts zwei Frauen mit nach hause, um lautstark einen flotten Dreier auf dem Sofa zu schieben, während die arme, unschuldige Abby nebenan liegt und alles mit anhören muss.
Auch schön: Travis brüllt und randaliert (und zwar so richtig!), nachdem Abby sich ohne Tschüss zu sagen aus dem Staub gemacht hat.
Oder: Travis, zu diesem Zeitpunkt offenbar Abbys Herr und Gebieter, ist der Meinung, ihr Outfit sei viel zu freizügig. Er verlangt, dass sie sich umzieht - was sie auch tut (ich meine, WTF?).
Traummann, oder? Den möchte man doch seinen Eltern vorstellen.

6. Plot und Schreibstil.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es überhaupt einen richtigen Plot gab. Klar, da kam irgendwann die Spielenummer in Las Vegas, die mit Abbys "ultrakrasser" Vergangenheit zu tun hatte (spätestens da wäre ich fast vor lachen aus dem Bett gefallen, so albern und lächerlich ist das Ganze), aber ansonsten passiert ja groß nichts.
Der Schreibstil ist unterer Durchschnitt.

7. Das Verhalten der Autorin im Jahr 2012.
Dort begannen nämlich, schlechte Rezensionen die Oberhand zu gewinnen und Kritik wurde lauter.
Jamie McGuire reagierte wie jede normale, kritikfähige und professionelle Erwachsene: Sie jammerte, beleidigte, beschimpfte und forderte ihre Fans und Freunde dazu auf, schlechte Bewertungen runterzudrücken.
Meinungsfreiheit? Pah! Ihren Schund von einem Buch haben gefälligst alle zu mögen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich Geschichten über psychisch Kranke und deren Beziehungen auch mal lese. Es muss nicht immer alles Regenbogen und Sonnenschein sein (bin ich auch gar nicht der Typ für).
Ich finde es auch nicht schlimm, diese Art Bücher als reine, kontrollierte Fantasie zu mögen, für den (fiktiven) Alpha-Male zu schwärmen oder besitzergreifende, gewalttätige Dynamiken interessant zu finden.
Wenn jedoch permanent Frauen gebasht oder dazu benutzt werden, zu zeigen, wie wertvoll unsere Protagonistin ist, gehen bei mir alle Alarmglocken an.
Diese "Beziehung" hier wird auch leider nicht nur als normal, nein sogar als erstrebenswert dargestellt. Ganz abgesehen von den Werten, die hier vermittelt werden.
Viele Leser/innen (grade die Jüngeren), nehmen das vielleicht Ernst und lassen sich davon beeinflussen. Ich hoffe nicht.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Ich bin hin- und hergerissen...

Layers
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Das Erste was mir bei Layers, dem aktuellen Werk von Ursula Poznanski, auffällt, ist das toll designte Cover. Der "Lagenlook" passt super zu Titel und Inhalt; dafür also schon mal das erste Plus.
Diesmal ...

Das Erste was mir bei Layers, dem aktuellen Werk von Ursula Poznanski, auffällt, ist das toll designte Cover. Der "Lagenlook" passt super zu Titel und Inhalt; dafür also schon mal das erste Plus.
Diesmal geht es um einen 17-jährigen Jungen namens Dorian, dessen Geschichte damit beginnt, dass er neben einem ermordeten Obdachlosen aufwacht und sein eigenes Taschenmesser in dessen Blutlache vorfindet. Erinnern kann er sich an nichts, ausschließen, dass er eventuell Schuld am Tod des Mannes hat jedoch auch nicht.
Zum Glück ist ein junger Typ namens Nico zu Stelle, der Dorian einen Ausweg aus seiner eigenen Obdachlosigkeit bietet. Er landet in einer Villa mit anderen Jugendlichen, lernt seinen "Gönner", einen netten alten Herren namens Bornheim, kennen und beginnt sein neues Leben mit Bildung, genügend zu essen und einem Dach über den Kopf.
Als Gegenleistung sollen Dorian und die anderen lediglich Flyer in der Fußgängerzone verteilen, bei denen es sich um Spendenaufrufe für wohltätige Organisationen handelt.
Mysteriös wird es, als er "aufsteigt" und einen neuen Job bekommt. Nun muss Dorian geheimnisvolle Pakete bei Kunden abgeben und zwar unter sehr strengen Auflagen. Unter anderem hat er natürlich ein absolutes Verbot, in eine dieser Boxen hineinzusehen. Als dann einer seiner Aufträge schief läuft, wird Dorian zum Gejagten.
Layers ist wirklich spannend. Stellenweise konnte ich es gar nicht aus der Hand legen. Dorian war mir sympathisch, tat mir sehr leid und gelegentlich wollte ich ihn auch mal schütteln und zur Vernunft bringen.
Warum vergebe ich trotzdem nur 3 Sterne? Erstmal ist da das Ende, welches ich natürlich nicht verrate. ;) Überrascht hat mich da gar nichts, ich war eher etwas enttäuscht, weil sich alles so abrupt (in Wohlgefallen) aufgelöst hat. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, Frau Poznanski hat beim Schreiben plötzlich festgestellt, dass ihr Buch bereits über 400 Seiten hat und wollte das Ganze dann schnell zu ende bringen.
Das Zweite ist die obligatorische Liebesgeschichte. Dorian lernt Stella ziemlich am Anfang während seines ersten Tages in der Villa kennen- und zack, die beiden sind sofort verliebt. Und der wichtigste Mensch in seinem Leben ist sie von Tag 1 an sowieso... Man kann das jetzt auf die schlechte Vergangenheit/Kindheit schieben, die die beiden haben und sich vielleicht deshalb sofort so aneinander klammern. Oder darauf, dass sie sehr jung sind. Mir persönlich reicht das aber irgendwie nicht aus.
Wenn Dorian an Stella gedacht hat, hatte ich manchmal nicht das Gefühl, er wäre ein verliebter 17-jähriger, sondern vielmehr eine 13-jährige, die total in den Sänger einer angesagten Band verknallt ist.
Spoilerfreier Ausschnitt: "Stella. Du bist so wichtig für mich. Ich habe jeden einzelnen Tag an dich gedacht und Sehnsucht nach dir gehabt (...) Ich will, dass wir zusammen sind."
Stella war mir übrigens zu naiv, fast schon dusselig.
Ich wollte 4 Sterne vergeben, merke aber beim Schreiben dieser Rezension, dass es über 3 einfach nicht hinausgehen kann. Vor allem mit Blick auf Erebos und Saeculum.
Natürlich ist und bleibt Ursula Poznanski eine großartige Autorin, die moderne Themen aufgreift, allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass ich mich weiterentwickelt und sich meine Ansprüche was Bücher betrifft etwas geändert haben. Zu leicht lasse ich mich nicht (mehr) einwickeln. ;)

Veröffentlicht am 09.08.2019

Das Rosie-Projekt

Das Rosie-Projekt
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Hoch gelobter internationaler Bestseller? Klingst schon mal gut. Allerdings habe ich gelernt, mich davon nicht blenden zu lassen.
Dennoch habe ich dem Rosie-Projekt eine Chance gegeben. Mir stand einfach ...

Hoch gelobter internationaler Bestseller? Klingst schon mal gut. Allerdings habe ich gelernt, mich davon nicht blenden zu lassen.
Dennoch habe ich dem Rosie-Projekt eine Chance gegeben. Mir stand einfach der Sinn nach einem netten, leichten Sommer-Schmöker - und genau den habe ich auch bekommen.
Hauptfigur Don Tillmann, eine Art entschärfte und sympathische Mischung aus Big Bang Theory's Sheldon und BBC's Sherlock, erzählt das Ganze quasi "aus seiner Sicht" in der Ich-Form. Dadurch baut man recht schnell eine Bindung auf, man kann seine Handlungen und Gedankengänge nachvollziehen und ja, nach ein paar Kapiteln hatte ich mich in ihn verliebt. Don ist einfach so schrullig und interessant, dass ich ihn auch auf eine Pilgerreise begleitet oder mit ihm Hollywood erobert hätte.
Rosie hingegen war mir eher egal. Ich fand sie weder besonders toll, noch unsympathisch. Ein romantischer Funke ist leider auch nicht übergesprungen. Ich habe mich eher gefragt, warum die beiden sich überhaupt verliebt haben (wenn man das denn so nennen kann).
Zur Mitte hin verliert die Story ein bisschen an Fahrt, trotzdem muss man sich nicht zum Weiterlesen zwingen. Der Schreibstil ist so angenehm, dass er einen durch das gesamte Buch trägt.
Alles in Allem war ich (trotz flacher Nebenfiguren) immerhin positiv überrascht.