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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2017

Fesselnd & bedrückend !

Glücksmädchen
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„Glücksmädchen“ ist das Debüt der schwedischen Autorin Mikaela Bley.

Die Blautöne des Covers vermitteln eine kühle Atmosphäre und das kleine Mädchen wirkt einsam und verloren. Dieser Widerspruch zum Titel ...

„Glücksmädchen“ ist das Debüt der schwedischen Autorin Mikaela Bley.

Die Blautöne des Covers vermitteln eine kühle Atmosphäre und das kleine Mädchen wirkt einsam und verloren. Dieser Widerspruch zum Titel hat mich neugierig gemacht.

Ellen Tamm hat den Tod ihrer Zwillingsschwester, die als Kind gestorben ist nie überwunden. Sie arbeitet als Kriminalreporterin bei einem schwedischen Fernsehsender und versucht ihr Trauma durch ihre Arbeit zu verdrängen. Als die 8-jährige Lycke währen ihres Tennisunterrichtes spurlos verschwindet, soll Ellen über den Fall berichten, was sie schwer belastet, da ihre Zwillingsschwester im gleichen Alter verschwand. Sie beginnt zu recherchieren und setzt alles daran Lycke zu finden.

Das Buch beginnt mit dem Verschwinden der kleinen Lycke direkt spannend und man ist mitten im Geschehen. Als Ellen mit ihren Recherchen beginnt, kann man beim Lesen regelrecht spüren, wie sehr die Zeit drängt und wieviel Ellen - durch ihre eigene Geschichte - an der Aufklärung des Falls liegt.

Das Schreibstil der Autorin ist flüssig und die unterschiedlichen Erzählperspektiven, die sie nutzt, lassen machen das geschehen spannend und vielschichtig.

Die einzelnen Charaktere werden detailreich und authentisch dargestellt. Dabei kann man sich gut in sie hineinversetzen und spürt ihre Anspannung, Verzweiflung und Angst.

Neben der Suche nach Lycke werden auch andere Themen wie die Problematik von Scheidungskindern, die von Alleinerziehenden und Mobbing angerissen.

Insgesamt ist die Handlung sehr düster und trostlos aber durchweg spannend und fesselnd mit einem überraschendem Ende.
„Glückmädchen“ ist ein gelungenes Debut und ich werde die Fortsetzung auf jedem Fall lesen

Veröffentlicht am 03.01.2017

Komplex & spannend !

Purpurne Rache
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Das Buch „Purpurne Rache“ von Jean-Christophe Grange ist eine Mischung aus Thriller und Familien-Saga.

In der Bretagne beim Militär kommt ein Pilot ums Leben. Verschiedene Anzeichen weisen darauf hin, ...

Das Buch „Purpurne Rache“ von Jean-Christophe Grange ist eine Mischung aus Thriller und Familien-Saga.

In der Bretagne beim Militär kommt ein Pilot ums Leben. Verschiedene Anzeichen weisen darauf hin, dass es sich um einen Mord handelt. Weitere Morde bieten Grund zu der Annahme, dass diese in Zusammenhang mit dem berüchtigten Killer Homme-Clou stehen, der im Kongo in den Siebzigerjahren mehrere Menschen auf grausame Weise getötet hat. Gefasst wurde er von Grégoire Morvan dessen Sohn Erwan nun in dem Fall ermittelt. Neben den Ermittlungen erfährt man einiges über die Familie Morvan, die eine sehr ungewöhnliche und selbstzerstörerische Familie ist.

Insgesamt ist das Buch spannend, aber ich habe mich zu Beginn wirklich schwer getan in die Handlung hineinzukommen. Die vielen fremd klingenden Namen und Orte erfordern ein wenig Konzentration.

Durch unerwartete Wendungen wird die Spannung wird über 760 aufrechterhalten. Neben dem Kriminalfall fließen mehrere Nebenhandlungen ein, die nichts direkt mit den Morden zu tun haben und lediglich die einzelnen Charaktere ein wenig anschaulicher und greifbarer machen.

Die Familie Morvan ist sehr undurchsichtig und jeder in ihr hat einiges an Problemen zu bewältigen. Die Charaktere werden dabei überzeugend dargestellt und auch die verschiedenen Schauplätze waren so detailreich beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.

Leider wurden am Ende des Buches nicht alle offenen Fragen beantwortet und bei mir bleiben einige Ungereimtheiten zurück, die eine Fortsetzung erforderlich machen würden.

Mein Fazit:
Das Buch ist ein actionreicher und spannender Thriller mit einer komplexen Handlung, der einige überraschende Wendungen bietet, so dass ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt habe.

Veröffentlicht am 02.01.2017

Brisant & spannend !

Das Lazarus-Syndrom
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Mit seinem Buch „Das Lazarus-Syndrom“ ist es dem Autoren Guido M. Breuer gelungen, ein schwieriges und brisantes Thema spannend und unterhaltsam zu verarbeiten.

Seitdem der allseits anerkannte Chirurg ...

Mit seinem Buch „Das Lazarus-Syndrom“ ist es dem Autoren Guido M. Breuer gelungen, ein schwieriges und brisantes Thema spannend und unterhaltsam zu verarbeiten.

Seitdem der allseits anerkannte Chirurg Johannes Krafft seine Frau und sein ungeborenes Kind bei einem Autounfall verloren hat, kommt er mit seinem Leben nicht mehr zurecht.
Er trinkt zu viel und arbeitet nur noch als Springer bei Organentnahmen. Dennoch bemerkt er, dass seine Einsätze als Transplantationschirurg immer weiter ansteigen.
Als er dann auch noch einen Kollegen – der in der Transplantationsforschung arbeitet – tot auffindet, sucht er nach Erklärungen und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an.
Dabei verstrickt er sich immer tiefer in das Netz der organisierten und skrupellosen Organmafia bis schließlich sogar sein Leben auf dem Spiel steht

Der Protagonist Joe ist kein Charakter, der einem auf Anhieb sympathisch ist. Im Gegenteil, sein Alkoholkonsum und seine soziale Inkompetenz machen ihn eher unsympathisch. Ohne einen Gewissen Alkoholpegel ist er nicht in der Lage zu arbeiten und das Thema Whisky und Wodka ist durchgehend präsent. Im Verlauf der Handlung lernt man Joe ein wenig besser kennen und kann seine Situation zumindest ansatzweise verstehen.

Das Thema Organhandel, die Kriminalität der Beteiligten der Organmafia und die Bredouille, in die die Angehörigen geraten, wenn sie auf ein Spenderorgan für einen geliebten Menschen hoffen, wird gut und nachvollziehbar herausgearbeitet.

Ich habe selten einen Thriller mit einem so genialen Schreibstil gelesen. Durch die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, da ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Gleichzeitig gibt es viele humorvolle Anekdoten und Wortwechsel, bei denen ich trotz der ernsten Thematik lachen musste.
Diese Mischung aus Spannung und Humor haben das Buch zu einem tollem Leseerlebnis gemacht. Deshalb empfehle ich es gerne und vergebe 5 Sterne.

  • Cover
  • Spannung
  • Recherche
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 01.01.2017

Amüsant, grotesk und unterhaltsam !

Die Netten schlafen allein
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„Die Netten schlafen allein“ ist ein unterhaltsamer und amüsanter Roman des Autoren Steffen Weinert.
Den Angriff auf die Lachmuskeln kann man schon nach einem Blick auf das Cover vermuten.

Der 33-jährige ...

„Die Netten schlafen allein“ ist ein unterhaltsamer und amüsanter Roman des Autoren Steffen Weinert.
Den Angriff auf die Lachmuskeln kann man schon nach einem Blick auf das Cover vermuten.

Der 33-jährige Erzieher Christoph ist ein netter Kerl, hat aber einfach noch nicht die richtige Frau für das Leben gefunden.
Als ihm bewusst wird, dass er inzwischen der einzige Single in seinem Freundeskreis ist, beginnt seine Suche.
Dabei bekommt er Tipps und Ratschläge von seinem 11-jährigen Nachbarsjungen Emil.
Dieser hat einiges an Flirtübungen und -tricks auf Lager.
Die beiden sind ein tolles Team und Emils Ideen und deren Umsetzung sind witzig bis schräg und auch ein wenig obskur.

Der Protagonist Christoph macht einen ausgesprochen sympathischen Eindruck.
Im Laufe der Geschichte wird er von einem einfach immer viel zu netten Menschen, zu einem mit Selbstbewusstsein,
der weiß was er will
Auch mit den anderen Charakteren des Buches wird man schnell vertraut.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und läßt sich leicht lesen.
Der Humor des Autors, die vielen Fettnäpfe, die bedienten Klischees und schrägen Ideen sorgen für ein amüsantes Leseerlebnis,
auch wenn die Geschichte selbst an vielen Stellen leicht zu durchschauen ist.

Ich fand das Buch ausgesprochen unterhaltsam und empfehle es als amüsante, leichte Lektüre gerne weiter.

Veröffentlicht am 30.12.2016

Ergreifend und aufwühlend !

Manche Engel sterben früh
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„Manche Engel sterben früh“ ist ein sehr emotionaler und bewegender Roman der Autorin Margarete van Marvik.

Es geht um das Leben und das Schicksal von Ruth.
Das Buch beginnt 1964. Die 21jährige Ruth ...

„Manche Engel sterben früh“ ist ein sehr emotionaler und bewegender Roman der Autorin Margarete van Marvik.

Es geht um das Leben und das Schicksal von Ruth.
Das Buch beginnt 1964. Die 21jährige Ruth hält das Tagebuch ihrer Halbschwester Christin in den Händen und fragt sich, ob sie an Christins Tod Schuld ist. Als Ruth sieben Jahre alt ist, kommt ihre Halbschwester Christin zur Welt. Ab diesem Tag ist alles anders. Ihre Mutter und ihr Stiefvater kümmern sich nur noch um Christin. Ruth wird ignoriert und muss ohne elterliche Liebe groß werden.

Durch den flüssigen Schreibstil der Autorin lässt sich das Buch trotz der berührenden Thematik leicht lesen. Die Charaktere sind detailliert beschrieben und sie wirken authentisch, auch wenn man es manchmal gar nicht fassen kann, wozu Menschen - insbesondere Ruths Mutter - fähig sind. Die einzelnen Lebensabschnitte von Ruth und ihre Entwicklung ist nachvollziehbar, man kann mit Ruth fühlen und leidet mit ihr.

Neben Ruth erfahren wir auch einiges in Tagebuchform über ihre Halbschwester Christin. Diese Sichtweise fand ich sehr gelungen und hat mich ebenso wie das Schicksal von Ruth beim Lesen mehrfach schlucken lassen.

Mit „Manche Engel sterben früh“ ist es der Autorin überzeugend gelungen emotionale Themen glaubhaft zu vermitteln. Mich haben die Gefühle, die die Protagonistin durch die ungerechte Behandlung, die Ignoranz und den Liebesentzug ihrer Mutter erfahren musste sehr berührt. Es ist erschütternd zu lesen wie grausam eine Mutter sein kann und wie sie damit das Leben ihres Kindes zerstört.

Ein aufwühlender, lebensnaher, emotionaler und ergreifender Bericht über das Leben eines ungeliebten Kindes. Ein Thema, das nicht übersehen werden darf und dem durch dieses Buch Raum gegeben wird. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.