Profilbild von AnnaMagareta

AnnaMagareta

Lesejury Star
offline

AnnaMagareta ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit AnnaMagareta über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2021

Erschreckender historischer Roman mit viel Spannung

Die Frauen von Kopenhagen
0

​ „Die Frauen von Kopenhagen“ ist ein fesselnder historischer Roman der Autorin Gertrud Tinning.
Nachdem in einer Weberei eine der Arbeiterinnen stirbt, versucht Nelly die Missstände dort aufzudecken. ...

​ „Die Frauen von Kopenhagen“ ist ein fesselnder historischer Roman der Autorin Gertrud Tinning.
Nachdem in einer Weberei eine der Arbeiterinnen stirbt, versucht Nelly die Missstände dort aufzudecken. Obwohl ihre Vorgesetzten ihr mit Konsequenzen drohen, gibt sie nicht auf und lässt sich nicht unterkriegen. Sie kämpft ohne Angst vor Verlusten für bessere Arbeitsbedingungen.

Der Schreibstil der Autorin liest sich angenehm leicht und flüssig. Sie beschreibt den anstrengenden und arbeitsreichen Alltag der Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts und macht die Unterschiede der Gesellschaftsschichten und die zwischen dem Leben auf dem Land bzw. der Stadt deutlich.

Die Ausbeutung der Frauen in der damaligen Zeit wird hier sehr eindringlich beschrieben. Es ist erschreckend was die Arbeiterinnen hingenommen haben und mit welchen Ungerechtigkeiten sie sich herumschlagen mussten, um für ihre Familien sorgen zu können. Aber auch in anderen Lebensbereichen sind die Umstände katastrophal.

Neben dem Leben der Frauen, ist in die Geschichte noch ein Mord verwoben, dessen Entwicklung sich spannend und wendungsreich gestalten.

Das Nachwort rundet die Ereignisse des Buches gelungen ab, da die Autorin hier verrät an welchen Stellen sie die Realität verändert hat und noch einmal ganz klar schreibt, dass es sich um einen Roman handelt, bei dem sie sich gewisse Freiheiten erlaubt hat.

Interessant fand ich den Originaltitel des Buches, der „En uretfærdig tid“ lautet, was übersetzt „Eine unfaire Zeit“ bedeutet. Dieser Titel spricht für sich und ist einfach treffend.

Da ich mich bisher noch nicht mit der dänischen Geschichte und den Lebensbedingen zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigt habe, konnte ich in diesem Roman viel Neues erfahren. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen werden gut dargestellt und ich habe mich zeitlich zurückversetzt gefühlt und wurde durch die spannende Handlung gefesselt. Ich kann das Buch Liebhabern von historischen Romanen empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2021

Ein fantastisches Buch voller Abenteuer und Überraschungen

Monster & Magie: Diebe des Drachendolchs
0

„Monster & Magie: Diebe des Drachendolchs (Deine Entscheidung – dein Abenteuer)“ ist ein interaktives Abenteuerbuch des Autors Dane Rahlmeyer.

Schon auf den ersten Seiten ist es dem Autor gelungen mich ...

„Monster & Magie: Diebe des Drachendolchs (Deine Entscheidung – dein Abenteuer)“ ist ein interaktives Abenteuerbuch des Autors Dane Rahlmeyer.

Schon auf den ersten Seiten ist es dem Autor gelungen mich in die magische Welt des des Königreiches Windórin abtauchen zu lassen und schnell standen die ersten Entscheidungen für mich an. Zunächst fand ich es noch einfach, aber dann war ich doch sehr unsicher ob ich besser den Krallenwald oder den Kerker von Kardún wählen sollte (?). So richtig einladend klang beides nicht und war es dann auch nicht. Aber ich hatte großen Spaß dabei mich in das Abenteuer zu stürzen, falsch abzuzweigen, zurück zu gehen, kleine Erfolge zu feiern oder von vorne zu beginnen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und es macht einfach Spaß diese auszuprobieren. Unterwegs bin ich in einige Fallen getappt, bin auf merkwürdige Wesen gestoßen und habe gekämpft wie nie zuvor in meinem Leben.

Abgesehen von dem Spielspaß bietet das Buch auch optisch einiges. Zahlreiche passende Illustrationen verleiten zusätzlich dazu, dass man jeden Weg einmal durchlaufen möchte, damit man keine von ihnen verpasst.

Neben gelungener Spannung, findet man aber auch eine gute Portion Humor, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Für mich war dies das erste Fantasy-Spielbuch, aber sicherlich nicht das letzte und ich kann nur eine Spiel- oder Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2021

Eine ganz zauberhafte Biografie

Von ganzem Herzen ...
0

Mit „Jane Austen Von ganzem Herzen“ ist der Autorin Penelope Hughes-Hallett ein ganz zauberhaftes Buch zum Träumen und zum Eintauchen in das England des 19. Jahrhunderts gelungen.

Jane Austens Romane ...

Mit „Jane Austen Von ganzem Herzen“ ist der Autorin Penelope Hughes-Hallett ein ganz zauberhaftes Buch zum Träumen und zum Eintauchen in das England des 19. Jahrhunderts gelungen.

Jane Austens Romane haben mich begeistert und damit bin ich nicht alleine. Ihre Literatur gehört zu den englischen Klassikern, die man einfach gelesen haben muss. Über die Autorin selbst wusste ich bisher allerdings nicht viel und diese Lücke konnte ich nun schließen.

Das Buch ist in sechs Abschnitte eingeteilt

STEVENTON 1796-1801 FRÜHE SCHÖPFERISCHE JAHRE
BATH 1801-1805 ABSCHIEDE UND UNGEWISSHEITEN
SOUTHAMPTON 1807-1809 NEUE PERSPEKTIVEN
CHAWTON 1809-1813 EIN NEUES UND GEORDNETES ZUHAUSE
CHAWTON 1813-1816 ERFÜLLTE JAHRE
HAWTON UND WINCHESTER 1816-1817 LETZTE TAGE

und in jedem gibt es neben ihren Briefen an ihre Freunde und Familie – von denen viele an ihre Schwester Cassandra gingen - zahlreiche Zeichnungen und Fotografien, die den Zeitgeist lebendig machen und mich direkt in die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts in England eintauchen ließen. Die Briefe lesen sich genauso schön wie ihre Romane und man kann ihr inniges Verhältnis zu ihrer Schwester spüren. Sie schreibt oft über ganz alltägliche Dinge, die ihr damals wichtig erschienen. Es ist wirklich ein ganz privater Einblick in das Leben der Autorin. Sehr aufschlussreich und interessant fand ich die Gegenüberstellung ihrer Briefe und ihrer Romane.

Mich hat diese Briefbiografie begeistert und ich möchte fast sagen, dass sie ein Muss für jeden Jane-Austen-Fan ist, da sie optisch ebenso viel Freude bereitet wie inhaltlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2021

Ein sehr intensiver irländischer Roman aus dem 19. Jahrhundert

Grace
0

„Grace“ ist ein unglaublich beeindruckender und intensiver Roman des in Dublin lebenden Autors Paul Lynch.

Grace ist gerade einmal vierzehn Jahre alt als ihre Mutter sie, als Junge verkleidet, fortschickt ...

„Grace“ ist ein unglaublich beeindruckender und intensiver Roman des in Dublin lebenden Autors Paul Lynch.

Grace ist gerade einmal vierzehn Jahre alt als ihre Mutter sie, als Junge verkleidet, fortschickt und sie alleine ihr Überleben sichern soll. Begleitet wird sie von ihrem kleinen Bruder Colly. Aber nicht nur die beiden Kinder ziehen durch das Land. Die gesamte Bevölkerung ist arm und jeder kämpft ohne Rücksicht auf Verluste um sein Überleben. Grace zieht durch das Land und jede aufkeimende Hoffnung auf Besserung der Lage wird ebenso schnell wieder zerstört, wie sie gekommen ist.

Der Schreibstil des Autors ist sehr eindringlich, einfühlsam und intensiv, dass mir beim Lesen fast die Luft wegblieb. Nicht weil es so spannend war, sondern weil ich regelrecht fühlen konnte, was Grace fühlt und nicht nur Grace, auch die anderen Menschen leiden. Die Armut des Landes ist bedrückend, die Menschen haben Hunger und jeder kämpft für sein Überleben. Auch wenn das Verhalten von Grace Mutter zu Beginn sehr brutal wirkt, so versteht man doch nach und nach warum sie sich so verhalten hat.

Paul Lynch hat hier anhand von Grace ein Stück dunkle irische Geschichte lebendig gemacht, in die ich beim Lesen komplett abgetaucht bin. „Grace“ ist keine leichte Lektüre, aber eine die sich lohnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2021

Ein sehr einfühlsamer Roman über Demenz

Das Gedächtnis des Baumes
0

In „Das Gedächtnis des Baumes“ beschäftigt sich die spanischen Autorin Tina Valles sehr einfühlsam mit dem Thema Demenz.

Als die Großeltern bei dem zehnjährigen Jan und seinen Eltern einziehen, verändert ...

In „Das Gedächtnis des Baumes“ beschäftigt sich die spanischen Autorin Tina Valles sehr einfühlsam mit dem Thema Demenz.

Als die Großeltern bei dem zehnjährigen Jan und seinen Eltern einziehen, verändert sich der Alltag für die Familie komplett. Jan unternimmt viel mit seinem Großvater Joan, die beiden gehen oft spazieren, Joan erzählt Jan viel und die beiden verbringen eine Menge Zeit miteinander. Jan merkt schon bald, dass sein Großvater sich verändert, schweigsamer wird und sich in eine eigene Welt zurückzieht.

Die Ereignisse werden aus Jans Sicht geschildert. Er ist schon sehr erwachsen für seine zehn Jahre und auch wenn der Altersunterschied groß ist, die beiden sehr verschieden sind, wirkt ihr Beisammensein harmonisch. Jan erlebt die Veränderungen seines Großvaters und schildert diese aus seiner Sicht, aus der Sicht eines Kindes. Zwischendurch erfährt man auch immer wieder wie die Eltern und die Großmutter mit der Situation umgehen.

Bäume spielen zwischen Jan und Joan bei ihren Spaziergängen eine große Rolle. Joan hat als Kind einer Trauerweide seine Geheimnisse anvertraut und je mehr er vergisst, desto wichtiger wird diese für Jan.

Die Abschnitte sind sehr kurz, es sind oft nur kleine Momente oder Ereignisse die Jan erzählt, mal sind es sehr emotionale und mal nur ganz alltägliche Momente. Tina Valles berichtet sehr einfühlsam und schon fast poetisch über die Veränderungen im Leben der Familie. Die Sorgen und Ängste, die Demenz für alle Beteiligten mit sich bringt, wird hier gut dargestellt.

Auch wenn der Großvater sein Gedächtnis verliert, wird deutlich, dass hier nichts verloren geht. Mit dieser Botschaft spendet das Buch allen Angehörigen demenzkranker Menschen Mut und Hoffnung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere