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Veröffentlicht am 18.12.2021

Eine Zeitreise in das Prag des 14. Jahrhunderts

Die Brücke der Ewigkeit
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„Die Brücke der Ewigkeit“ ist ein spannender und gut recherchierter historischer Roman des Autors Wolf Hector.

Durch ein Unwetter wird die Moldau zu einem reißenden, zerstörerischen Strom, der auch die ...

„Die Brücke der Ewigkeit“ ist ein spannender und gut recherchierter historischer Roman des Autors Wolf Hector.

Durch ein Unwetter wird die Moldau zu einem reißenden, zerstörerischen Strom, der auch die Menschen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, bedroht. Der junge Otlin muss mit ansehen, wie seine Mutter durch die Zerstörung der Judithbrücke von den Fluten mitgerissen wird und schwört Gott eine neue Brücke zu bauen, wenn dieser ihn und seine Mutter rettet.

Kaiser Karl IV. möchte eine neue Brücke errichten lassen. Der beste Entwurf soll den Auftrag bekommen. Diese Ausschreibung führt schnell zu einem enormen Druck unter den Brückenbauern, von denen so einige äußerst interessiert sind. Unter ihnen ist auch Jan Otlin, der sein Versprechen einlösen möchte.

Mir gefiel der Schreibstil von Wolf Hector sehr gut, da sich der Roman leicht lesen lies, von Beginn an Spannung aufgebaut und gleichzeitig historische Fakten und Hintergründe vermittelt. Reale und fiktive Charaktere wurden gekonnt in das Setting des 14. Jahrhunderts versetzt und das Alltagsleben lebendig und authentisch dargestellt.

Es ist zu spüren, dass der Autor ausgiebig recherchiert haben muss. Vorweg gibt es eine Zeittafel, auf der die wichtigsten Ereignisse von 1316 bis 1870 zusammenfasst sind, so konnte ich mir schon vorab einen guten Überblick über die Ereignisse verschaffen. Ebenso interessant ist das Personenverzeichnis, in dem die historischen Persönlichkeiten gekennzeichnet sind. Abgerundet wird der Roman mit einem hilfreichen Glossar, in dem altertümliche Begriffe erklärt werden.

Ich habe das Buch gerne gelesen, da es spannend und interessant zugleich war und kann es Liebhabern historischer Romane empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Eine magische Fantasiegeschichte

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge
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„Feuerblut - Der Schwur der Jaglinge“ ist der erste Band der Feuerblut-Trilogie und das Debüt der Autorin Aisling Fowler.

Zwölf hat den sieben Clans ewige Treue geschworen und will sich zur Jägerin ausbilden ...

„Feuerblut - Der Schwur der Jaglinge“ ist der erste Band der Feuerblut-Trilogie und das Debüt der Autorin Aisling Fowler.

Zwölf hat den sieben Clans ewige Treue geschworen und will sich zur Jägerin ausbilden lassen. Aber eigentlich hat sie ein ganz anderes Ziel. Sie will Rache, Rache für ihre Familie, die von einem Clan getötet wurde. Doch dann kommt es zu einem Überfall, ihre Mentorin wird getötet und ihre Mitschülerin Sieben entführt. Gemeinsam mit Hund, Fünf, Sechs und ihrem Eichhörnchen Winnie macht sie sich auf die Suche nach Sieben.

Zwölf ist eine interessante Protagonistin. Sie ist mutig, entschlossen und zielstrebig, kämpft für ihre Ziele und trägt eine unglaubliche Wut in sich.

Zahlen statt Namen sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber da die Charaktere so unterschiedlich sind, war dies kein wirkliches Problem. Fünf ist ein anstrengender frecher Kerl, mit dem Zwölf immer wieder aneinander gerät, während Sechs mitfühlend ist und viel besonnener reagiert.

Während ihrer Suche ist das Trüppchen immer wieder großer Gefahren ausgesetzt und man lernt eine Menge fantasievolle Monster und unheimliche Kreaturen kennen. In Zwölfs Nachschlagewerk „Magische Tierwelt“ erfährt man Einzelheiten über diese, die man eigentlich lieber nicht wissen möchte.

Mir hat dieses fantasievolle Abenteuer voller Monster, Magie und mit zahlreichen Kämpfen gut gefallen. Besonders Zwölfs putzigen Begleiter - das Eichhörnchen Winnie - habe ich geliebt.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber natürlich bleiben kleine Fragen offen, die mich nun gespannt auf den nächsten Band warten lassen.

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Romantischer Wohlfühlroman

Unsere Zeit ist immer
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„Unsere Zeit ist immer“ ist ein schöner und romantischer Wohlfühlroman von der Autorin Sophie Cousens, der gerade wunderbar in die Jahreszeit passt.

Minnies Leben ist davon geprägt, dass sie eine Minute ...

„Unsere Zeit ist immer“ ist ein schöner und romantischer Wohlfühlroman von der Autorin Sophie Cousens, der gerade wunderbar in die Jahreszeit passt.

Minnies Leben ist davon geprägt, dass sie eine Minute zu spät auf die Welt gekommen ist. Der zuvor geborene Quinn hat nicht nur den für sie gedachten Namen erhalten, sondern als erstes Neunzigerjahre-Baby auch fünfzigtausend Pfund. Während in Minnies Leben immer alles schief zu laufen scheint, geht bei Quinn alles glatt.

Mich hat das Buch durch den lebendigen Schreibstil der Autorin von der ersten Seite an gefesselt. Die Idee dahinter, dass sich eine Minute auf das gesamte Leben auswirkt und alles verändert, ist ebenso absurd wie authentisch.

Minnie ist eigentlich eine sehr liebenswerte Protagonistin. Sie ist ein wenig chaotisch, hat aber eine Menge Power und weiß, was sie will. Leider hat sie aber von ihrer Mutter vom ersten Atemzug an eingetrichtert bekommen, dass sie ein Pechvogel ist. Dies hat sie so verinnerlicht, dass sie diesen Status wie eine selbsterfüllende Prophezeiung lebt. Letztendlich führt das dazu, dass sie sich von ihrem Freund trennt, ihr Cateringunternehmen pleite geht und sie sich sogar mit ihrer besten Freundin Leila überwirft.

Quinn hingegen hat das Glück gepachtet. Minnie weiß allerdings nicht, wie es bei ihm hinter den Kulissen aussieht.

Die Story wird immer wieder durch Rückblenden auf zurückliegende Silvesterabende unterbrochen. So erfährt man nach und nach mehr über die Protagonisten, die sich immer wieder sehr nahe waren, ohne sich zu begegnen. Ihre Annäherung in der Gegenwart verläuft sehr langsam und es gibt zahlreiche amüsante Dialoge, die mir großen Spaß gemacht haben.

Die Handlung ist im Norden von London, in den Stadtteilen Primrose Hill und Hampstead Heath angesiedelt und mir gefiel der Flair von London sehr gut.

Auch das Cover passt hier einfach perfekt zur Story und da die Prägung des goldglänzenden Titels erhaben ist, fand ich schon die Haptik so toll, dass ich während des Lesens immer wieder über den Buchdeckel streichen musste.

Ich hatte großen Spaß daran, dem Kennenlernen von Minnie und Quinn beizuwohnen und die vielen Silvesterabende mit ihnen zu durchleben, bei denen es immer wieder zu - mal mehr und mal weniger großen - amüsanten Katastrophen kam. „Unsere Zeit ist immer“ ist eine humorvolle und romantische Geschichte, die gerade jetzt hervorragend in die Jahreszeit passt und seine Leser ermutigt das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und den Mut nie zu verlieren.

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Veröffentlicht am 10.12.2021

Atmosphärisch, historisch und spannend

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen
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​ „Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ ist der Auftakt einer neuen Buchserie um eine außergewöhnliche Ärztin von der Autorin Henrike Engel.

Die Handlung beginnt im Januar 1910 in Hamburg. ...

​ „Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen“ ist der Auftakt einer neuen Buchserie um eine außergewöhnliche Ärztin von der Autorin Henrike Engel.

Die Handlung beginnt im Januar 1910 in Hamburg. Der engagierten Ärztin Anne Fitzpatrick ist es ein großes Anliegen Frauen in Not zu helfen. Dazu hat sie ein Frauenhaus eröffnet. Zu ihr kommt die Pastorentochter Helene Curtius, deren größter Wunsch es ist zu studieren und sich sozial zu engagieren. Mit Letzterem ist sie bei Anne genau richtig.
Nachdem zwei Frauenleichen im Hafen entdeckt werden, wirkt die Polizei wenig interessiert und geht von einem Milieumord aus. Einzig Kommissar Berthold Rheydt versucht zu ermitteln. Da die Toten in der gleichen Frauenbewegung waren wie Anne, ist diese alarmiert und versucht gemeinsam mit Helene der Sache nachzugehen. Dabei geraten sie schon bald selbst in große Gefahr.

Der Schreibstil von Henrike Engel liest sich angenehm und sie hat es geschafft mich direkt in die Atmosphäre der damaligen Zeit zu versetzen. Es gelingt ihr gut den Zeitgeist und die Lebensumstände der damaligen Gesellschaft zu vermitteln. Auch das Flair Hamburgs kam bei mir an und ich hatte die Hafenstadt direkt vor Augen.

Anne Fitzpatrick ist eine tolle Protagonistin mit einer dunklen Vergangenheit. Sie ist eine starke Persönlichkeit, der es ein großes Anliegen ist, sich für dir Rechte der Frauen einzusetzen. Helene sind die Rechte der Frauen ebenso wichtig. Sie muss sich aber erste einmal gegen ihren Vater durchsetzen, der sie lediglich in der Rolle als Hausfrau und Mutter sehen möchte, so wie es zu der damaligen Zeit üblich war. Mit dem Kommissar Berthold Rheydt hat es das Schicksal nicht immer gut gemeint und er versucht nun sich auf seinen Beruf zu konzentrieren.
Die drei Protagonisten könnte kaum unterschiedlicher sein und genau dadurch passen sie in diesem Buch perfekt zusammen.

Neben einem spannenden Kriminalfall habe ich eine Menge über Hamburg und die Menschen dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfahren. Mir hat dieser historische Roman gut gefallen und ich freue mich auf Band zwei.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

Sehr berührend !

Penguin Bloom
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„Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ ist eine einzigartige Geschichte über eine bemerkenswerte Familie, die deutlich macht, was im Leben wirklich wichtig ist.

Nach dem Prolog ...

„Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ ist eine einzigartige Geschichte über eine bemerkenswerte Familie, die deutlich macht, was im Leben wirklich wichtig ist.

Nach dem Prolog war ich einfach gefesselt von den Worten des Autors, der so voller Liebe über seine Frau und seine Familie schreibt, dass ich total berührt war. Ich wollte gerne mehr über diese Familie, ihren Zusammenhalt und diese einzigartige, starke Frau, der es das Schicksal so schwer gemacht hat, erfahren.

Im Anschluss besteht das Buch fast zu gleichen Teilen aus Texten und Fotos. Beides ist perfekt aufeinander abgestimmt und die Fotografien sind so ausdrucksstark, dass sie auch allein für sich sprechen könnten. Einige sind humorvoll, zeigen Zusammenhalt, Stärke oder Liebe, andere zeigen Situationen, in denen Kraft und vieles mehr erforderlich ist.
Sam, die durch ihre Querschnittslähmung fast ihren Lebenswillen verloren hätte, findet durch Penguin Bloom eine neue Aufgabe und gleichzeitig einen neuen Begleiter an ihrer Seite. Sams Kampf wird hier authentisch und auch sehr liebevoll dargestellt. Es ist zu spüren wie viel Kraft sie jeden Tag benötigt, aber sie bringt sie auf, immer und immer wieder.

Am Ende befindet sich ein Brief von Sam selbst an ihre Leser. Mit ihren ehrlichen, offenen und ungeschönten Worten rundet sie das Buch ihres Mannes perfekt ab.

Das Buch steckt voller Emotionen, macht Mut und die Fotos sind beeindruckend schön, anders kann ich es nicht sagen. Alles wirkt ausgesprochen stimmig und auch wenn die Geschichte dahinter tragisch ist, so ist die ungewöhnliche Freundschaft, die zwischen Sam und Penguin Bloom einstanden ist einfach eine ganz wundervolle Lebensgeschichte.

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