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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2022

Unterhaltsam, humorvoll und voller Tiefgang

Kurz mal mit dem Universum plaudern
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„Kurz mal mit dem Universum plaudern“ ist ein unterhaltsames und humorvolles Jugendbuch von dem Autor Preston Norton, das zugleich auch voller Tiefgang steckt und wichtige Themen anspricht.

Cliff Hubbard ...

„Kurz mal mit dem Universum plaudern“ ist ein unterhaltsames und humorvolles Jugendbuch von dem Autor Preston Norton, das zugleich auch voller Tiefgang steckt und wichtige Themen anspricht.

Cliff Hubbard hat es gerade nicht leicht. Vor kurzem hat er seinen Bruder verloren, sein Vater ist Alkoholiker und in der Schule wird er nur der Neandertaler genannt. Aaron gehört zu den coolen Schülern und ausgerechnet dieser tritt nun an Cliff heran, um mit ihm eine Liste abzuarbeiten, die er bei einer Nahtoterfahrung erhalten hat. Die beiden machen sich an die Aufgaben und wachsen dabei zusammen.

Der Schreibstil von Preston Norton ist toll, liest sich leicht und steckt voller Humor. Allerdings darf man nicht zu empfindlich sein, da er recht locker schreibt und - meiner Meinung nach unnötig - viele Kraftausdrücke verwendet.

Die Charaktere wirken jeder für sich authentisch und besonders gut gefiel mir Cliff, der sich gut in der Filmwelt auskennt, ein richtiger Nerd ist und entsprechend viele Anspielungen macht, die mich zum Lachen gebracht haben – zumindest die, die ich verstanden habe. ;)

Ich war überrascht was für eine Vielfalt an Themen hier angesprochen wurden. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt, Inklusion und vieles mehr, alles wichtige Themen, die hier mit einer unglaublichen Leichtigkeit in eine unterhaltsame Story eingebaut wurden. Das Buch bietet dadurch unglaublich viel Gesprächsstoff.

Mir hat diese Kombination aus Emotionen, Humor und Unterhaltung sehr gut gefallen und ich kann das Buch nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Gib Deine Träume niemals auf

Träume sind wie wilde Tiger
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„Träume sind wie wilde Tiger“ ist ein tolles Kinderbuch ab zehn Jahren, das dazu ermutigt seine Träume niemals aufzugeben von der in Berlin und zeitweise in San Francisco lebenden Autorin Katharina Reschke.

Ranji ...

„Träume sind wie wilde Tiger“ ist ein tolles Kinderbuch ab zehn Jahren, das dazu ermutigt seine Träume niemals aufzugeben von der in Berlin und zeitweise in San Francisco lebenden Autorin Katharina Reschke.

Ranji träumt davon als Schauspieler singend und tanzend in Bollywoodfilmen Karriere zu machen. Aber nun ist er erst einmal mit seinen Eltern von Indien nach Deutschland gezogen, da sein Vater als Computerexperte dort bessere Arbeitsaussichten hat. Während sich seine Eltern sehr bemühen hier heimisch zu werden, fühlt sich Ranji gar nicht wohl und hat zudem in der Schule Ärger mit seinen Mitschülern. In seiner Nachbarschaft lebt die zwölfjährige Toni, ein mutiges Mädchen, das Karate liebt und gerade mit der Trennung ihrer Eltern kämpft.
Ranji und Toni sind zwei sehr unterschiedliche Protagonisten. Es dauert auch eine Weile bis sie miteinander warm werden und Toni beginnt Ranji zu unterstützen, aber letztendlich sind die beiden ein tolles Team.

Katharina Reschke zeichnet ihre Charaktere authentisch und ihr Schreibstil ist lebendig, mit vielen Emotionen und einer schönen Portion Humor. Mir gefielen ihre beiden Protagonisten und ich konnte ihre Gefühle, ihre Träume, Sorgen und Ängste gut nachvollziehen. Aber auch Ranjis Eltern sind einfach nur toll. Ihre Bemühungen sich hier anzupassen, ihr drolligen deutschen Wortschöpfungen und die indischen Weisheiten haben mir gut gefallen.

„Träume sind wie wilde Tiger“ ist eine tolle Story über Träume, Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und unterschiedliche Kulturen, die beim Lesen einfach Spaß macht.

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Veröffentlicht am 17.02.2022

Eine unglaubliche Familiengeschichte

Das verschlossene Zimmer
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„Das verschlossene Zimmer“ ist ein komplexer und spannender Roman der in Australien lebenden Autorin Rachel Givney.

Die Handlung beginnt im Februar 1939 und spielt in Krakau. Die 17-jährige Marie wächst ...

„Das verschlossene Zimmer“ ist ein komplexer und spannender Roman der in Australien lebenden Autorin Rachel Givney.

Die Handlung beginnt im Februar 1939 und spielt in Krakau. Die 17-jährige Marie wächst bei ihrem Vater Dominik - einem erfolgreichem Arzt, der sich liebevoll um seine Tochter kümmert - auf. Marie weiß nichts über ihre Mutter und Dominik schweigt sich hartnäckig über sie aus. Deswegen sieht sich Marie regelrecht gezwungen in das geheime Zimmer ihres Vaters einzubrechen, um mehr über ihre Mutter zu erfahren.

Marie ist jung, manchmal ein wenig naiv, aber sie weiß, was sie will. Sie möchte am liebsten Medizin studieren. Obwohl sie den Eignungstest an der Krakauer Universität bestanden hat, wird sie dort nicht angenommen. Dominik ist ein selbstloser Mensch, er lebt für seine Patienten, ihr Wohl steht – genau wie Maries – immer im Vordergrund.

Nach dem ersten Drittel des Buches hatte ich unzählige Fragezeichen im Kopf. Diese haben mich gespannt weiter lesen lassen, da ich unbedingt wissen wollte, was es mit Maries Mutter auf sich hat. Durch Rückblenden in die Vergangenheit bekommt man einen Blich auf das Leben ihrer Mutter.

Der Schreibstil von Rachel Givney lässt sich sehr angenehm lesen und die Atmosphäre der Zeit, die drohende Gefahr für die Juden, durch den Einmarsch der Nazis in Polen wurde direkt greifbar.

Das Ende kam überraschend, mit so einem Familiengeheimnis hatte ich nicht gerechnet und war dementsprechend sprachlos.
Wer gerne historische Romane und Familiengeheimnisse mag, dem kann ich diesen Roman wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.02.2022

Ein wichtiges Buch über Freundschaft, Liebe & Selbstfindung

Loveless
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Mit „Loveless“ hat die Autorin Alice Oseman ein unterhaltsames und ergreifendes LGBTQIA+ Buch über Liebe, Freundschaft und Selbstfindung geschrieben.

Die 18-jährige Georgia ist eine richtige Romantikerin, ...

Mit „Loveless“ hat die Autorin Alice Oseman ein unterhaltsames und ergreifendes LGBTQIA+ Buch über Liebe, Freundschaft und Selbstfindung geschrieben.

Die 18-jährige Georgia ist eine richtige Romantikerin, aber sie selbst war noch nie verliebt und hat noch nie jemanden geküsst. Mit Beginn ihres Studiums will sie endlich wissen, was Sache ist. Stimmt mit ihr etwas nicht ? Oder ist sie lesbisch ? Oder ist ihr bisher einfach noch nicht der Richtige über den Weg gelaufen ? Sie will ihre Identität finden und das soll am besten jetzt und sofort sein. Mit diesem Vorhaben stürzt sie nicht nur sich, sondern auch ihre Freunde in ein Gefühlschaos.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Georgia geschrieben und ich fand ihre Gedanken und Gefühle sehr nachvollziehbar. Neben Georgia gibt es noch weitere Charaktere - ihre Freunde Pip, Jason, Rooney und Sunil – die ebenfalls sehr detailliert und authentisch dargestellt werden. In ihnen zeigt sich Diversität. Alice Oseman hat hier außergewöhnliche Charaktere geschaffen, die gleichzeitig so normal sind wie die Menschen, denen man jeden Tag begegnet, wodurch deutlich wird wie einzigartig jeder Mensch ist.

In dem Roman geht es um Liebe, Freundschaft, Akzeptanz, Diversität, Asexualität, Aromantik Selbstakzeptanz und -findung. Der Schreibstil ist sehr lebendig und steckt voller Emotionen. Die Geschichte ist humorvoll, berührend und sehr emotional. Liebe ist so vielfältig und auch wenn der Titel „Loveless“ heißt, irgendwie ist das Buch schon eine Liebesgeschichte. Eine Liebesgeschichte die anders ist als die klassische, aber dennoch eben eine Liebesgeschichte, die es sich in jedem Fall lohnt zu lesen.

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Veröffentlicht am 15.02.2022

Originell - fesselnd - ungewöhnlich

Wir sind das Licht
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„Wir sind das Licht“ ist das gelungene Debüt der Autorin Gerda Blees.


In einer vierköpfigen WG ist eine der Bewohnerinnen vor den Augen ihrer Mitbewohner verhungert. Wie konnte es dazu kommen ? Um dieses ...

„Wir sind das Licht“ ist das gelungene Debüt der Autorin Gerda Blees.


In einer vierköpfigen WG ist eine der Bewohnerinnen vor den Augen ihrer Mitbewohner verhungert. Wie konnte es dazu kommen ? Um dieses Rätsel zu lösen bedient sich die Autorin verschiedener Erzählperspektiven. Das ungewöhnliche daran ist, dass es sich um konkrete oder abstrakte Gegenstände handelt. So berichtet zu Beginn die Nacht, im Anschluss der Tatort, das alltägliche Brot und so überraschend geht es weiter durch 25 Kapitel.


Anfangs habe ich mich mit dem Perspektivwechsel ein wenig schwer getan, da ich mich mit jedem Kapitel auf eine völlig neue Erzählperspektiven einstellen musste und jede ihre eigene Art hat zu berichten. Aber genau das ist auch, was mir unglaublich gut gefallen hat. Jedes Perspektive konnte mich überraschen und es schwingt sowohl Humor als auch gleichzeitig einiges an Gesellschaftskritik mit.


Die Sätze sind zum Teil unglaublich lang und gehen über mehr als eine Seite. Diese Bandwurmsätze sind aber keineswegs schwer zu erfassen, sondern lassen sich trotz der ungewöhnlichen Länge gut lesen.


Die Spannung liegt hier weniger in der Handlung, sondern viel mehr in dem bemerkenswerten Schreibstil. Auch blieben mir die Charaktere fern und ich konnte keine Bindung zu ihnen aufbauen und trotzdem hat mir das Buch wirklich gut gefallen.


Wer Lust auf einen ungewöhnlichen Roman und neue Sichtweisen hat, sollte „Wir sind das Licht“ unbedingt lesen.

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