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Veröffentlicht am 18.10.2022

Ein sehr emotionaler Spaziergang

Spaziergang zu dir selbst
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Der ganz besondere Spaziergang in der Natur den man so noch nicht gemacht hat. Der Gang durch die Wiesen, und vorbei an den Bäumen und plätschernden Bächen ließ mich einige Male die Augen schließen um ...

Der ganz besondere Spaziergang in der Natur den man so noch nicht gemacht hat. Der Gang durch die Wiesen, und vorbei an den Bäumen und plätschernden Bächen ließ mich einige Male die Augen schließen um nachzudenken. Der Autor legt besonderen Wert darauf das es in dem Buch um mich geht. Um die Reise zu mir selbst und mein inneres Kind. Um Vergangenheit und Gegenwart und das Eintauchen in tiefe Selbstliebe. Das Leben ist nur hier und jetzt in diesem Augenblick. Er hilft mir mehr Achtsamkeit zu schenken und mehr Freude am Leben. Wenn man seinem Leben mit mehr Akzeptanz begegnet, das ist viel gesünder, weil man dann stolz auf sich selbst und zufrieden ist. Er spricht in sanften Tönen sich seinem Leben immer treu zu bleiben, er selbst erzählt auch Passagen aus seinem Leben.

Der Autor schreibt mit soviel Gefühl, dass ich denke ich bin direkt an seiner Seite. Ich hab mich einige Male gefragt, wie schafft er es immer so positiv zu denken. Für mich ist das nicht so einfach, jedoch ich habe etwas auf diesem Spaziergang mitgenommen. Das Leben mit mehr Achtsamkeit und Freude zu genießen. Was ich nicht loslasse zieht mich runter, also versuche ich altes loszulassen.

Ich fühlte beim Lesen eine tiefe Dankbarkeit, ich hab die gemeinsamen Momente direkt im Herzen gespürt. Danke Biyon für diesen wundervollen Weg in der Natur. Du hast mir viel Kraft gegeben.

Durch die Videos, welche man im QR Code scannen kann, ist man noch näher am Autor dran. Eine schöne Idee für uns Leserinnen.

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Veröffentlicht am 06.10.2022

Eine tief berührende Reise

Der Klang von Licht
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Der Roman erzählt die Geschichte dreier Personen mit dem Schwerpunkt Einstellung zum Leben. Viele Menschen suchen den Sinn des Lebens. Zwei junge Frauen planen am selben Tag den Tod dem Leben vorzuziehen. ...

Der Roman erzählt die Geschichte dreier Personen mit dem Schwerpunkt Einstellung zum Leben. Viele Menschen suchen den Sinn des Lebens. Zwei junge Frauen planen am selben Tag den Tod dem Leben vorzuziehen. Sie glauben das nur der Tod die letzte Ausfahrt ist, wollen nicht mehr nur ein Teil vom Leben anderer sein. Sind hier zwei Seelen miteinander verbunden? In der Notaufnahme versagt der leitende Notarzt, der in der selben Nacht eine Wandlung seines Lebens durchlebt. Was wird den Wendepunkt im Leben des verwöhnten Arztes bringen?

Wie glücklich kann eine Ehe werden, wenn man die erste Liebe nicht vergessen kann? Wie grausam ist es, wenn Männer ihren Frauen den neugeborenen Säugling wegnehmen und einfach Fremden weitergeben? Wie will man dann noch den wahren Sinn des Daseins empfinden?

Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Besonders Hermes und Virginie. Auch Margaux hat mir gut gefallen. In Juliette und Elodie konnte ich mich gut hineinversetzen, aus eigener Fam. weiß ich, dass Geschwister manchmal getrennt werden, dabei leben sie im selben Ort. Bei dem Drama um die Zwillingsbrüder Leo und Jacob konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.

Was mich etwas irritierte war, dass alle immer weggegeben wurden zur Adoption. Die Eltern wie auch die Kinder. Bei den unterschiedlichen Kapiteln der Personen kam ich einige Male etwas durcheinander. Sonst war es eine Geschichte die mich von der Thematik sehr bewegte. Das Ende kam für mich etwas überraschend, besonders mit Jean Pierre, es war eine lesenswerte Reise der Protagonisten zu sich selber, wie ich als Leserin beurteilen kann.

Habe selten so einen guten rhetorischen Schreibstil in einem Buch gelesen, das hat mich begeistert. Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, jedoch ganz bestimmt nicht das Letzte. Ich vergebe 5 Sterne und noch mehr, ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Es lohnt sich es zu lesen.

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Eine Freundschaft die tiefer nicht sein könnte

Die Engel von Berlin
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Berlin in den Dreißiger Jahren. Zwei Frauen, Martha aus England und Annegret aus Berlin lernen sich am Alexanderplatz kennen. Eine davon lebenslustig, die andere häuslich, sie könnten unterschiedlicher ...

Berlin in den Dreißiger Jahren. Zwei Frauen, Martha aus England und Annegret aus Berlin lernen sich am Alexanderplatz kennen. Eine davon lebenslustig, die andere häuslich, sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Und dennoch sollen beide eine Gruppe junger Pfadfinderinnen leiten. Kann das gut gehen? Man nähert sich langsam an und es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, welche oft auf die Probe gestellt wird. Dann bricht der Krieg aus und Nazi Deutschland beherrscht das Land und weitere Teile Europas. Besonders in London kommt es zu schlimmen Überfällen per Luft. Martha kehrt nach London zurück und Annegret bleibt in Berlin. Der eigene Mann hat sich den Nazis unterworfen, das akzeptiert sie nicht. Sie hilft jüdische Kinder mit Hilfe ihrer Freundin aus Berlin nach England zu bringen. Bomben und Krieg reißen auch die beiden Frauen auseinander. Werden sie sich je wieder finden. Berlin liegt in Trümmern.

Ein sehr gefühlvoller Roman über eine dunkle deutsche Geschichte. Es hat mich durchgeschüttelt beim lesen der Grausamkeiten des deutschen Nazi Regimes. Ich hatte einige Szenen direkt vor Augen, da fängt man an zu heulen. Die Autorin hat hervorragend recherchiert, da sie auch andere sehr bedeutende Ereignisse dem Leser berichtet. Die Sache mit den Juden ist wohl das Schrecklichste was man Menschen zufügen kann. Die Zwangsverschickung in die Arbeitslager in die weit entlegenen Gebiete, das empfinde ich als die Hölle. Das geht schon beim Lesen so tief unter die Haut. Nachrichten wie der britische Feindsender BBC wurde unter Strafe gestellt. Mischehen wurden verboten und die Frauen als Juden Huren bezichtigt. Wie kann man die Frauen so demütigen? Meine Mutter hat mir als Kind oft vom Krieg berichtet, wie sie im Bombenhagel mit den Leiterwägelchen davonrannten. Und wenn ich dann daran denke, das wir jetzt wieder Krieg in einem europäischen Nachbarland haben, dann frage ich mich, haben die Menschen nichts aus der Vergangenheit gelernt?

Das Buch hat mich sehr bewegt, die beiden Protagonistinnen haben mich nachdenken lassen, weil ihr Zusammenhalt in der ganzen dramatischen Lage oberste Priorität besaß. Ich hatte sehr unterhaltsame Stunden, der flüssige Schreibstil hat mir gut gefallen. Hatte zuvor noch kein Buch der Autorin gelesen, es wird bestimmt nicht mein letztes sein.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Aufrecht durch den Sturm gehen

Die Schönheit der Nacht
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Die angesehene Verhaltensbiologin Claire, Mitte 40, sie will nicht länger nur funktionieren, sie sehnt sich nach Leben und Freiheit. Ihr Mann betrügt sie und das gemeinsame Schlafzimmer gab es seit sieben ...

Die angesehene Verhaltensbiologin Claire, Mitte 40, sie will nicht länger nur funktionieren, sie sehnt sich nach Leben und Freiheit. Ihr Mann betrügt sie und das gemeinsame Schlafzimmer gab es seit sieben Jahren schon nicht mehr. Die Suche nach Liebe und was das Leben noch an Geheimnissen birgt. In einem Hotel trifft sie auf die Neunzehnjährige Julie und ist begeistert von deren Gesang, obwohl diese sagte, sie hat nicht gesungen. Auch Julie wartet auf etwas in ihrem Leben das Rausch und Leidenschaft bringt. Als ihr Sohn Nicolas sie eines Tages mit nach Hause bringt und sie als seine Freundin vorstellt, gerät etwas ins Wanken.

Der Jährliche Urlaub steht an und 8 Wochen Ferien. Claire fährt mit Gilles, Sohn und Freundin
In die Bretagne ans Meer. Julie und Claire entdecken eine gemeinsame Anziehung, der sie anfangs aber widerstehen können. Claire sieht in Julie ihr eigenes damaliges Leben und sie will, dass es der jungen Frau nicht ähnlich ergehen soll. Aber da war auch ihr Sohn, der Julie liebt und sie ihn. Es kommt zu Auseinandersetzungen, die auch mit bösen Worten enden. Die drei verlassen die Insel und Claire bleibt allein zurück.

Begehrt und geliebt zu werden, eigentlich war es doch leicht. Einfach umdrehen und in eine andere Richtung gehen. Das ist einfacher gesagt als getan. Doch dann passiert etwas womit ich als Leserin so nicht gerechnet hatte.

Aufrecht durch den Sturm gehen, das ist Leben. Nichts vergessen, nichts vermeiden, nichts verschweigen. Die Autorin beschreibt in einer wunderbaren Weise und mit viel Tiefgang eine Welt der Liebe die unglaublich sinnlich ist. Ist sie verboten, weil es in der Gesellschaft nicht gern gesehen wird. Etwas besonderes und unbekanntes, welches es gilt erforscht zu werden. Manchmal ist man schon lange auf dem Weg dorthin ohne es sich einzugestehen. Diese Rührung und Zärtlichkeit so voller Empathie zu beschreiben, das habe ich selten in einem Buch gelesen. Ich konnte mich gut in Claire hineinversetzen, ich war auch 20, als ich heiratete. Und ein Kind kam. Jetzt trug man Verantwortung. Ich musste einige Male das Buch kurz zur Seite legen, weil mich einiges zu nachdenklich werden ließ. Das Kapitel 33 hätte man weglassen können, denn in meinen Augen ist das eher abwegig.

Die Beschreibung der Bretagne in so wunderbare Worte zu fassen, ich hab mich regelrecht ans Meer geträumt. Danke liebe Autorin für dieses wunderbare Buch und die unterhaltsamen Lesestunden.

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Veröffentlicht am 31.12.2021

Getrennte Wege ist nicht immer das Richtige

Das größte Versprechen
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Wir schreiben das Jahr 1916 und auf Gut Benhaim wird geheiratet. Rotkreuz Schwester Klara verlässt das Gut und zieht an die Front.

Die große Liebe die dann gesellschaftlich nicht sein darf. Klara entscheidet ...

Wir schreiben das Jahr 1916 und auf Gut Benhaim wird geheiratet. Rotkreuz Schwester Klara verlässt das Gut und zieht an die Front.

Die große Liebe die dann gesellschaftlich nicht sein darf. Klara entscheidet sich gegen ihr Herz und geht ihren Weg allein, weit weg vom dem Mann den sie liebt. Die Brüder Rainer und Albert gründen eine Möbelfirma und schon bald haben sie gut zahlende Kunden.

Die spanische Grippe hat Gut Benhaim erreicht und Klara geht zurück um zu helfen. Geht aber nach getaner Hilfe wieder weg vom Gut. Als ein schreckliches Unglück Isabel erreichte, hat es mich schon emotional gepackt. Die Frauen deren Männer im Krieg waren fühlten sich einsam. Sie suchten woanders das was sie in ihrer Ehe auch noch nach Kriegsende nicht bekamen. Ich denke da auch an meine eigene Mutter.

Die Historie des Ersten Weltkrieges wurde von der Autorin gut recherchiert. Ich konnte mir einiges bildhaft vorstellen, meine Mutter hat mir oft von Kriegstagen und dem Elend erzählt. Protagonist Albert hab ich in mein Herz geschlossen. Alle anderen Charakthere wurden gut und nachvollziehbar dargestellt. Den kleine Tobias mochte ich sehr.

Ich kannte den ersten Teil leider noch nicht, aber dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Ich hatte angenehme Lesestunden. Von mir gibt es 5 Sterne und einen Lese Empfehlung.

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