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Veröffentlicht am 14.11.2022

Eine unglaubliche Reise, auf der Suche nach Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit.

Wo vielleicht das Leben wartet
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Kasan 1923: Ein Zug macht sich auf den Weg nach Samarkand. An Bord befinden sich fünfhundert Kinder, elternlos, von Krieg und Hungersnot gebeutelt, ausgemergelt und krank. Dejew wagt das Unmögliche, um ...

Kasan 1923: Ein Zug macht sich auf den Weg nach Samarkand. An Bord befinden sich fünfhundert Kinder, elternlos, von Krieg und Hungersnot gebeutelt, ausgemergelt und krank. Dejew wagt das Unmögliche, um sie vor dem sicheren Hungertod zu retten. Ohne Proviant, Kleidung, Heizmaterial für die Lokomotive und ohne Medikamente fährt er los, einer ungewissen Zukunft entgegen.

Puh, „Wo vielleicht das Leben wartet“ von Gusel Jachina ist harte Kost. So ein wichtiges und spannendes Thema, aber eben auch schwer verdaulich. Nicht nur die teils dramatischen Ereignisse während der Zugfahrt und der Rückblenden, auch die extremen Längen im Buch, waren für mich eine Herausforderung. Es gibt Momente, die sind so großartig geschrieben, dass sie Jahreshighlight-Qualität haben. Und dann gibt es wieder so extreme Längen, dass man den Roman am liebsten abbrechen würde. Aber es lohnt sich, durchzuhalten. Auch wenn ich mich an vielen Stellen echt gequält habe, bin ich froh über dieses Buch gestolpert zu sein. Es ist erschreckend, verstörend, dramatisch, tragisch und traurig, aber es schenkt auch die Hoffnung, dass selbst in den ausweglosesten Situationen, in den dunkelsten Zeiten, irgendwo noch Menschlichkeit auf einen wartet.

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Ein Thriller der Extraklasse!

Todesfrist
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„Todesfrist“ war mein erstes Buch von Andreas Gruber und somit auch meine erste Begegnung mit Maarten S. Sneijder, der für mich schon jetzt einen gewissen Kultstatus erreicht hat.

Kennt ihr auch Menschen, ...

„Todesfrist“ war mein erstes Buch von Andreas Gruber und somit auch meine erste Begegnung mit Maarten S. Sneijder, der für mich schon jetzt einen gewissen Kultstatus erreicht hat.

Kennt ihr auch Menschen, die sich manchmal unmöglich verhalten, aber dabei irgendwie sympathisch bleiben? So eine richtige Type? Der Profiler Maarten S. Sneijder ist so ein Mensch. Er ist stumpf, manchmal unverschämt und alles andere als ein Menschenfreund. Trotzdem sieht man schmunzelnd über sein Verhalten hinweg. So nach dem Motto: Er nun wieder 🙄🤣!
Auch Sabine Nemez ist ein interessanter Charakter und die beiden sind im Zusammenspiel einfach super!
Aber Andreas Gruber hat hier nicht nur tolle Protagonisten erschaffen, auch die Story hat es echt in sich. Super spannend, gut durchdacht und absolut rund.
Ich mache es kurz: „Todesfrist“ hat es in meine Liste der Jahreshighlights geschafft und ich habe bereits ein ganzes Regalbrett für Andreas Gruber freigeräumt. Ich freue mich wirklich sehr auf die nächsten Teile der Thrillerreihe.

Und darum geht es 👇
Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder haben es mit einem besonders gerissenen Serienmörder zu tun. Er tötet seine Opfer auf unvorstellbar grausame Art und Weise und nimmt sich hierbei ein altes Kinderbuch zum Vorbild. Dabei lässt er immer ein kleines Hintertürchen für eine Rettung offen. Wenn der Grund für die Entführung der Opfer herausgefunden wird, schenkt er ihnen das Leben. Doch hierfür bleiben nur jeweils 48 Stunden Zeit...

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Veröffentlicht am 02.11.2022

Ein ergreifender Roman über die heilende Kraft der Erinnerungen.

Café Leben
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Heute ist „Café Leben“ von Jo Leevers erschienen.

Ich hatte das Glück, dieses Buchschätzchen schon vorab lesen zu dürfen und ich kann euch jetzt schon sagen, dass es eines meiner „Top 3 Jahreshighlights“ ...

Heute ist „Café Leben“ von Jo Leevers erschienen.

Ich hatte das Glück, dieses Buchschätzchen schon vorab lesen zu dürfen und ich kann euch jetzt schon sagen, dass es eines meiner „Top 3 Jahreshighlights“ ist. Ich war schon nach den ersten Seiten total verliebt. Nicht nur die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen, auch die Charaktere haben mich verzaubert.

Und darum geht es:
Die introvertierte Henrietta bekommt ein ganz besonderes Jobangebot. Sie soll die Lebensgeschichten todkranker Menschen für die Nachwelt aufschreiben. Keine große Herausforderung, so glaubt sie. Doch als sie die Krebspatientin Annie kennenlernt, beginnt ihre Fassade zu bröckeln. Denn um die Lücken in dem Lebensbuch ihrer Klientin zu füllen, muss Henrietta sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.

Dieser Roman hat einfach alles – Spannung, Tragik, Hoffnung und die richtige Portion Herz. Ich habe gelacht, geweint und mitgefiebert. Kennt ihr diese Romane, die den Leser von innen wärmen? Wo man beim Beginn eines neuen Kapitels jedes Mal glaubt, man kehre zu Freunden zurück? Bücher, die ein trauriges Thema aufgreifen, aber dennoch ein gutes Gefühl hinterlassen? „Café Leben“ ist ein solches Buch!

Volle Punktzahl mit Sternchen

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Ein solider Thriller

Stille blutet
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Die Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just hat eine besondere Botschaft an ihre Zuschauer: Schon bald wird sie tot sein. Nur zwei Stunden später wird sie tatsächlich ermordet aufgefunden. Und sie bleibt ...

Die Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just hat eine besondere Botschaft an ihre Zuschauer: Schon bald wird sie tot sein. Nur zwei Stunden später wird sie tatsächlich ermordet aufgefunden. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer. Die Wiener „Mordgruppe“ um die Ermittlerin Fina Plank hat schon bald einen Hauptverdächtigen: Nadines Ex-Freund Tibor Glaser. Doch dieser beteuert seine Unschuld.
Hier hatte Ursula Poznanski mal eine besonders originelle Thrilleridee. In „Stille blutet“ wirft sie den Leser direkt in einen abstrusen Mordfall, der sowohl den Hauptverdächtigen als auch die Ermittler in den Wahnsinn treibt. Bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung, worauf das Ganze hinaus läuft. Die kleinen Längen zwischendurch stören das Lesevergnügen nicht wesentlich. Der tolle Schreibstil trägt einen weiter durch die Geschichte. Einzig das Ende hat mich wirklich irritiert. Es ist schwer zu erklären, ohne zu spoilern. Ihr müsst es einfach selber lesen. So viel sei gesagt: Plötzlich, quasi mit einem Augenaufschlag, sind die Morde aufgeklärt. Das war etwas unglaubwürdig. Ein oder zwei Kapitel mehr hätten an dieser Stelle nicht geschadet.
Sehr gut gelungen ist wiederum die Stimme aus dem „Off“, die Lust auf den nächsten Teil macht.
Kurz: Ein solider Thriller, der die Spannung, auch über das Ende des Buches hinaus, aufrecht hält.

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Ein tolles Jugendbuch voller Fantasie und Zauber

Dark Sigils – Was die Magie verlangt
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Rayne hat nur einen Wunsch. Sie möchte aus den Armenvierteln Londons fliehen. Ihre einzige Chance ist die Magie, mit der sie in Arenen um ihr Leben kämpft. Doch schon bald merkt sie, wie düster und gefährlich ...

Rayne hat nur einen Wunsch. Sie möchte aus den Armenvierteln Londons fliehen. Ihre einzige Chance ist die Magie, mit der sie in Arenen um ihr Leben kämpft. Doch schon bald merkt sie, wie düster und gefährlich die magische Kraft der Sigils sein kann. Als der Lord der Mirrorwelt auf sie aufmerksam wird, muss sie sich entscheiden. Entweder sie bindet ihr Leben an die Dark Sigils oder die dunkle Magie in Raynes Adern wird sie töten.

„Dark Sigils“ von Anna Benning ist eine gut gelungene Mischung aus „Die Tribute von Panem“ und „Die Bestimmung“, gewürzt mit einer Prise „Fate – The Winx Saga“. Wer diese Geschichten mag, wird sich in Londons Mirrorwelt ebenfalls sehr wohl fühlen. Ich habe mit großer Spannung Raynes Reise verfolgt und freue mich schon sehr auf die nächsten Teile. Denn dann werden wir vielleicht endlich erfahren, wer in der Geschichte zu den Guten gehört und wer zu den Bösen. Und für welche Seite sich die toughe Rayne entscheidet.

Ein tolles Jugendbuch voller Fantasie und Zauber, mit einer starken Protagonistin, die mutig genug ist, eine Gesellschaft im Kern zu hinterfragen.

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