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Veröffentlicht am 12.10.2021

Die Legende von Joya

Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel
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Kiran Millwood Hargrave hat mich mit Der Winter des Bären bereits verzaubert. Das ist der Autorin mit Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel nun erneut gelungen. Ich war von der ersten ...

Kiran Millwood Hargrave hat mich mit Der Winter des Bären bereits verzaubert. Das ist der Autorin mit Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel nun erneut gelungen. Ich war von der ersten Seite an gefesselt, wurde in ein mitreißenders Abenteuer hineingezogen und habe diese wundervolle Geschichte voller Geschichten innerhalb von zwei Tagen regelrecht inhaliert.

Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel ist ein ganz besonderes Buch. Kiran Millwood Hargrave erzählt einfühlsam und spannend, sowie einem Hauch Poesie die Geschichte eines jungen Mädchens, dass aufbricht, um ihre beste Freundin zu retten und dabei das Schicksal der gesamten Insel lenkt. Es ist ein großes und gefährliches Abenteuer, in das sich Isabella, die Tochter des Kartographen, stürzt, denn die Vergessenen Gebiete, in denen sich ihre Freundin Lupe verirrt hat, werden seit alten Zeiten von Dämonen heimgesucht, die Tod und Verderben bringen. Genauso wie einst Kriegerin Arinta in das Herz der ehemals schwimmenden Insel vorgedrungen ist und Joya vor dem Untergang bewahrt hat, macht es sich Isabella zur Aufgabe ihre Freunde und ihre Heimat zu retten.

Kiran Millwood Hargrave erzählt nicht einfach nur Isabellas mutige Reise. Es sind die zahlreichen Legenden und Mythen, die fein mit der Handlung verwoben, die Geschichte lebendig und magisch werden lassen. Dazu kommen überraschende Wendungen, eine düstere und teilweise unheimliche Atmosphäre, aber auch einige humorvolle Passagen, zu denen vorallem Henne La beiträgt. Isabellas Huhn ist nur einer von den vielen liebevoll und authentisch gezeichneten Charakteren, die ich ins Herz geschlossen habe. Ganz besonders der hilfsbereite Hüne Pablo, der wegen seiner außergewöhnlichen Stärke und riesenhaften Erscheinung als Außenseiter behandelt wird, hat sich in mein Herz geschlichen. Aber auch die naive Lupe, die Tochter des gnadenlosen Gouverneurs der Insel, hat mich nach anfänglichem Augenrollen begeistert, macht sie doch eine tolle Entwicklung durch. Über allem steht natürlich Protagonistin Isabella, welche fasziniert von den Mythen der Insel in die Fußstapfen ihrer Vaters tritt und mit Hilfe der Sterne die Vergessenen Gebiete erforscht.

"Die Sterne sind die ältesten Karten. Und die genauesten...Wenn du lernst die Sterne zu lesen, wirst du dich nie verirren."

(Zitat aus Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel, Seite 84)

Mich konnte Kiran Millwood Hargrave mit ihrer Geschichte über Freundschaft, Mut und Zuversicht unglaublich begeistern. Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel ist ein Abenteuer das berührt und einem von Anfang an mitreißt. Das Ende hat mich nochmal ziemlich aufgewühlt, mich traurig gestimmt, aber gleichzeitig auch Hoffnung vermittelt. Einfach wunderschön!


Fazit:

Poetisch, magisch, düster, schonungslos und hoffnungsvoll! Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel ist eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Mut mit authentischen Charakteren, unvorhersehbaren Wendungen und einem Ende, welches das Herz berührt. Ich habe Isabellas heldenhafte Reise gebannt verfolgt und kann sie wärmstens weiterempfehlen. Absolutes Herzensbuch!


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Veröffentlicht am 04.10.2021

Die Monster sind los!

Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!
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Im Mehrparteienhaus neben dem Friedhof ist mächtig was los. Alle Bewohner sind ganz aufgeregt, weil eine neue Familie eingezogen ist. Das besondere daran: Freddy, seine Schwester Flo und die Eltern sind ...

Im Mehrparteienhaus neben dem Friedhof ist mächtig was los. Alle Bewohner sind ganz aufgeregt, weil eine neue Familie eingezogen ist. Das besondere daran: Freddy, seine Schwester Flo und die Eltern sind **Trommelwirbel** Menschen! Ja, tatsächlich Menschen! Und die sind ja bekanntlich äußerst gefährlich!
Freddy, der sich wahnsinnig auf den Umzug freut, merkt schon bald, dass im Haus irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht und beschließt Beweise zu sammeln.

Ich hatte wirklich unglaublich viel Spaß beim Hören der Geschichte. Maria Kling hat ganz wunderbare Charaktere erschaffen, bzw. sollte ich sagen Persönlichkeiten. Denn wirklich jeder Bewohner des Hauses ist einzigartig auf seine eigene, zugegebenermaßen manchmal etwas skurrile, Art und Weise. So hat Bettina Blütenreich einen ganz leichten Blumenfetisch und Herr Dr. Mortis steht auf Blutorangensaft und leidet an furchtbaren Rückenschmerzen trotz 7-Zonen-Kaltschaummatratze. Die Nachbarn sind ein buntes Sammelsurium an sagenhaften Wesen. Es sind Vampire, Elfen, Hexen Werwölfe, Geister & Co., welche die Geschichte so unglaublich lebendig werden lassen. Für noch mehr "Realitätskick" kann ich die Hörbuchversion jedem empfehlen. Das Hörbuch wird ganz großartig von Martin-Uwe Kling gelesen. Man merkt wie viel Spaß er bei der Aufnahme hatte. Der Sprecher hat jedem Charakter eine ganz eigene Stimme verliehen und damit alle noch greifbarer gemacht.

Die Handlung selbst konnte mich ebenfalls überzeugen. Sie ist nicht nur spannend sondern vermittelt nebenbei die schöne Botschaft von Toleranz und Miteinander. Um es mit den Worten vom Postboten hassenden Wolfgang Wütke zu sagen

"Ihr seid doch in erster Linie keine Menschen, sondern unsere Freunde."
(Zitat aus Freddy & Flo fürchten sich vor gar nix!, Audiodatei Section 29)


Fazit
Werwölfe, Vampire, Hexen, Menschenkinder & Co.! Freddy & Flo fürchten sich vor gar nix! ist eine tolle Detektivgeschichte mit wertvoller Botschaft von Toleranz für Jung und Alt. Maria Klings toller Humor und Schreibstil wird wunderbar mit Mark-Uwe Klings facettenreicher Stimme ergänzt. Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Hören der Geschichte und kann sie wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 04.10.2021

Fesselndes, fantasievolles Abenteuer!

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Nachdem ich die "Edelstein-Trilogie" verschlungen habe und die Bücher seitdem zu meinen absoluten Lieblingen aus dem Jugendbuchgenre zählen, war klar, dass ich auch Kerstin Giers neuestes Werk ...

Nachdem ich die "Edelstein-Trilogie" verschlungen habe und die Bücher seitdem zu meinen absoluten Lieblingen aus dem Jugendbuchgenre zählen, war klar, dass ich auch Kerstin Giers neuestes Werk "Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen" kann lesen muss. Man kann also schon sagen, dass meine Erwartungen entsprechend hoch waren. Und zum Glück wurden diese auch zur Gänze erfüllt. Vergissmeinnicht hatte einfach alles im Gepäck was ich mir von einem fantastischen Abenteuer erwarte. Eine unglaublich bunte und fantasievolle Welt voll von Geheimnissen und zauberhaften Wesen, die direkt aus dem Märchenbuch entsprungen sein könnten sowie eine süße Liebesgeschichte.

Kerstin Gier hat es wieder einmal geschafft mich auf eine absolut geniale und fesselnde Reise mitzunehmen. Bereits der Beginn des Buches war derart spannend und mysteriös, dass ein Weglegen eigentlich gar nicht mehr möglich war.

Alles fängt damit an, dass Protagonist Quinn, unser smarte und coole Mädchenschwarm auf einer Party auf ein unbekanntes, mysteriöses Mädchen mit blauen Haaren trifft, welches Quinn vor einer großen Gefahr warnt. Und die Gefahr lässt auch nicht lange auf sich warten, denn noch am selben Abend ist Quinn auf der Flucht vor Wesen, die einem sonst nur in Albträumen erscheinen und er wird dabei schwer verletzt. Und der Spuk ist auch nicht vorbei, als Quinn aus dem Koma erwacht. Im Gegenteil, er sieht Dinge, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Und als ob er nicht schon genug Probleme damit hätte, dass er offenbar einen Schlag zuviel auf den Kopf bekommen hat, nervt ihm auch noch diese seltsame Luise - die eigentlich Matilda heißt - vom Haus gegenüber. Andererseits, warum sich nicht dem Mädchen anvertrauen, das einem sowieso egal ist....

Ich kann euch sagen, Quinn und Matilda sind einfach toll. Quinn, der zunächst den Eindruck erweckt er wäre total oberflächlich, ist eigentlich ganz anders. Er ist witzig, steht auf Fantasy und ist sehr sportlich, wobei er seit dem Unfall auf einen Rollstuhl bzw. Krücken angewiesen ist. Hilfe bekommt er von - wie Quinn sie nennt - "Grübchenface" Matilda, die es wirklich nicht leicht hat. Matilda kommt aus einer ziemlich gläubigen Familie, die ihr das Leben so richtig schwer macht. Und außerdem wird sie ständig mit ihrer doofen Cousine Luise verwechselt. Außerdem ist Matilda schon ewig heimlich in Quinn verliebt und das obwohl er sie als Kind in eine Mülltonne gesteckt hat. Der Zufall (in Form von Quinns Mum) bringt die beiden zusammen und katapultiert Quinn und Matilda in ein riesengroßes Abenteuer. Die beiden waren einfach großartig zusammen. Ich musste richtig oft laut und herzhaft lachen, wenn sie sich einen Schlagabtausch nach dem nächsten geliefert haben. Das Sprichwort "Was sich liebt, das neckt sich" kommt hier voll zum Tragen.

»Heißt das, wir sind jetzt offiziell verrückt?« Quinn lachte auf. »Ich fürchte schon. Aber es macht viel mehr Spaß, zu zweit verrückt zu sein.«
(Zitat aus Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann, Band 1)

Überhaupt hat mich Kerstin Giers Schreibstil wieder unglaublich begeistert. Witzig, schlagfertig und wahnsinnig bildhaft. Richtig angenehm, um darin für einige Stunden zu versinken.

Und von der Kreativität der Autorin brauche ich glaube ich gar nicht viel zu erzählen. Kerstin Gier öffnet unsere Augen und zeigt uns Dinge, die einem normalerweise verborgen bleiben. In Reimen sprechende Statuen, grinsende Totenschädel, geheime Portale, die in andere Dimensionen führen, Feen- und andere magische Wesen und ziemlich freche Wasserspeierdämonen namens Baximilian Grimm haben mein Herz erobert. Ja, vorallem für letzteren habe ich einen kleinen Fanclub eröffnet, auch wenn er leider nur einen kleinen Gastauftritt hatte. Ich hoffe, das ändert sich in den Fortsetzungen auf die ich jetzt schon ganz ungeduldig warte. Gerade das letzte Drittel und das Ende waren nämlich nochmal so richtig fesselnd und spannend, mit einigen überraschenden Wendungen und Gänsehautmomenten. Und natürlich möchte ich jetzt unbedingt wissen wie es weiter geht.

Fazit:
"Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann" aus der Feder von Kerstin Gier hat mich unglaublich begeistert. Ich feiere die charmanten und liebevollen, teilweise herrlich überspitzt gezeichneten, Charaktere, die fantastischen Wesen - allen voran Baximilian Grimm, den Nicht-Cousin von Xemerius, sowie die spritzigen Dialoge und den Humor der Autorin.

Ich kann den Trilogieauftakt allen Fans der Autorin und jenen, die es noch werden wollen, wärmstens empfehlen. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Spitzzüngige und schwarzhumorige Urban Fantasy

The Stranger Times
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Als erstes Buch im Oktober habe ich gleich mal The Stranger Times - Was, wenn die seltsamsten News die wirklich wahren wären? von meiner Leseliste befreit. Ich war einfach zu gespannt auf das ...

Als erstes Buch im Oktober habe ich gleich mal The Stranger Times - Was, wenn die seltsamsten News die wirklich wahren wären? von meiner Leseliste befreit. Ich war einfach zu gespannt auf das Buch und hatte außerdem Lust auf eine gehörige Portion Humor. Und schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass ich The Stranger Times lieben werde.

In der Redaktion der 'The Stranger Times' wird ernsthafter, investigativer Journalismus betrieben. Untergebracht in einer ehemaligen Kirche mitten in Manchester liegt die heruntergekommene Redaktion, welche sich auf seltsame Vorfälle spezialisiert hat. Man möchte nicht glauben, was Augenzeugen alles so berichten. Aliens und Geistererscheinungen sind da noch die harmlosesten Dinge. Hannah, frisch geschieden und neu verarmt, bewirbt sich bei der Zeitung, die vom groß gefeierten und tief gefallenen Vincent Cromwell geleitet wird als "die neue Tina". Nichts ahnend, was das eigentlich für ein Posten ist, sagt Hannah zu und wird schon bald nicht nur mit seltsamen Kollegen, sondern auch mit seltsamen Ereignissen konfrontiert.

"Publikation sucht verzweifelten Menschen mit der Fähigkeit, mittels der englischen Sprache Sätze zu bilden. Vollidioten, Optimisten oder Menschen,die Simon heißen, müssen sich nicht bewerben."

(Zitat aus The Stranger Times, Seite 11)

Diese zwei Sätze ziemlich am Anfang haben bei mir einen Funken entzündet. Ich hab Tränen gelacht und wusste in diesem Moment einfach, dass ich das Buch lieben werde. Ich feiere CK McDonnells spitzzüngigen Schreibstil und den Zynismus, der zwischen den Zeilen hervor trieft.
Und dann sind da noch die herrlich schrägen und unkonventionellen Charaktere angefangen beim kautzigen und dem Alkohol nicht abgeneigten Chefredakteur Vincent Banecroft über den "es ist wieder Montag, da bring ich mich um" Reginald bis hin zur sehr gottesfürchtigen Sekretärin Grace, der eigentlichen Chefin der Redaktion. Achja, und Simon nimmt natürlich auch eine ganz besondere Rolle ein. Ich könnte noch einige mehr aufzählen, machs aber kurz, denn begeistert hat mich das gesamte Ensemble.

Die Handlung selbst ist - welch Überraschung - ziemlich skurril, aber auch unglaublich spannend. Dabei liegt der Fokus in der ersten Hälfte eher auf Hannah und dem Kennenlernen der einzelnen Charaktere. Ab der Hälfte wirds dann zunehmend übernatürlich und turbulent. Ja, der Autor weiß definitiv wie man die Leser*innen an die Seiten fesselt. Und er hat auch dafür gesorgt, dass ich unbedingt schnell weiter lesen will. Die Geschichte ist zwar abgeschlossen, einen Cliffhanger gibt's aber trotzdem. Ziemlich fies. Als Cherry on Top! Very British!

Fazit:

The Stranger Times ist spitzzüngige, schwarzhumorige und vor Zynismus triefende Urban Fantasy vom feinsten. Ich feiere den außergewöhnlichen Stil des Autors sowie die zahlreichen unkonventionellen und einprägsamen Charaktere und fiebere der Fortsetzung der als Trilogie angelegten Reihe entgegen.

Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Ein bitterböses Weihnachtsmenü

SCHWEIG!
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Der Stress zu Weihnachten und die liebe Familie können einem schon mal in den Wahnsinn treiben, aber was uns Judith Merchant hier serviert, übertrifft einfach alles. Schweig! ist familiärer Psychothriller ...

Der Stress zu Weihnachten und die liebe Familie können einem schon mal in den Wahnsinn treiben, aber was uns Judith Merchant hier serviert, übertrifft einfach alles. Schweig! ist familiärer Psychothriller mit Sogwirkung. Beklemmend, raffiniert, absolut böse und durchdrungen von Manipulation und Gift. Unglaublich genial umgesetzt!

Judith Merchant hat mit Schweig! ein hochspannendes Kammerspiel zu Papier gebracht. Esther und Sue sind zwei Schwestern, die am Tag vor Heiligabend in Sues riesiger Villa im Wald aufeinander treffen. Esther macht sich Sorgen um ihre psychisch instabile Schwester Sue und möchte diese daher überreden das Weihnachtsfest im Kreise ihrer liebevollen Familie zu verbringen. Doch Sue ist wie immer abweisend. Sie will Esther loswerden. Denn wenn Esther nicht geht, passieren schlimme Dinge. Und dann setzt draußen ein Schneegestöber ein, welches die Schwestern dazu zwingt miteinander zu reden....Und eine Person wird die Nacht nicht überleben.

Judith Merchant lässt uns tief in die Gedankenwelt von Esther und Sue eintauchen. Dabei spielt sie geschickt mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen der beiden. Was als harmlose Meinungsverschiedenheit zwischen Schwestern beginnt, nimmt schnell gefährliche Ausmaße an. Wir lesen abwechselnd aus Sicht von Esther und Sue, wobei sich dabei einige Szenen wiederholen, allerdings auch einen komplett neuen Blickwinkel zulassen. Und so entblättert sich im Lauf des Streitgespräches, das uns weit in die Vergangenheit mitnimmt, die komplette und zutiefst schockierende und beklemmende Wahrheit.

Zur Auflösung liefert auch Esthers Ehemann Martin einen Beitrag. Auch von ihm erfahren wir einige Dinge, die uns bei der Beurteilung der Situation weiterhelfen.

Es ist ein raffiniertes und perfides Verwirrspiel, das Judith Merchant mit uns spielt. Glaubt man in einem Moment noch zu wissen was los ist, ändert sich im nächsten Kapitel einfach alles. Dabei entwickelt die Geschichte eine enorme Sogkraft, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Im rasanten Tempo steuern wir, zahlreiche Wendungen nehmend, einem absolut unvorhersehbaren und ziemlich genialen Ende zu.

Absolute Leseempfehlung!



Fazit:

Schweig! ist ein Psychothriller, bei dem nichts so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint. Und auch der zweite Blick ist trügerisch.

Judith Merchant hat in ihrem genialen Kammerspiel zwei wirklich unzuverlässige Protagonistinnen ins Rennen geschickt. Die Autorin spielt geschickt mit den Wahrnehmungen und serviert uns ein fesselndes, bitterböses, perfides, äußerst beklemmendes und vergiftetes Weihnachtsmenü.


Absolute Leseempfehlung für Fans von Psychothrillern mit einer besonderen Note.

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