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Veröffentlicht am 24.09.2020

Beware! It's Halloween in Underwood!

Halloween in Unterwald
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Unterwald ist ein Kaff am Ende der Wald, glauben zumindest die Teenager des kleinen Ortes. Nie passiert hier etwas. Das einzig Spannende ist die Halloweenparty auf dem Friedhof, und genau dorthin wird ...

Unterwald ist ein Kaff am Ende der Wald, glauben zumindest die Teenager des kleinen Ortes. Nie passiert hier etwas. Das einzig Spannende ist die Halloweenparty auf dem Friedhof, und genau dorthin wird sich Angie, eine junge Außenseiterin des Dorfes, aufmachen. Ausgerechnet einer der angesagtesten Jungs hat sie eingeladen. Zur selben Zeit macht sich der zwölfjährige Robbie mit seinem Schäferhund auf den Weg, um Süßes oder Saures einzufordern. Und dann sind da noch die beiden Kriminellen, die ausgerechnet diese Nacht ausgewählt haben, um ein reiches Unternehmerpaar zu kidnappen.

Vorneweg: Es ist eine Novelle und als solche auf jeden Fall unterhaltsam geschrieben mit netten Einfällen, wobei mir das Menlow-Haus und dessen Geschichte und der Twist am Ende am besten gefallen haben. Es zeugt von Einfallsreichtum und hätte bei etwas mehr Ausarbeitung auf jeden Fall besser funktioniert, das Potenzial ist vorhanden.

Was für mich wenig bis gar nicht funktioniert hat, war der Erzählstrang von Robbie und Boomer, dem Schäferhund. Ohne Hund - okay, das ginge. Mit Hund klappt es für mich gar nicht, außerdem kam mir dieser Zwölfjährige eher wie ein Junge vor, der halb so alt ist, so arg kindlich gezeichnet wurde er. Das ist vielleicht auch das Problem bei diesen kurzen Geschichten: Es ist furchtbar schwer, Charaktere zu entwickeln, die ein bisschen mehr Tiefe als eine Pappschablone besitzen. Die Figuren bekamen daher nur Strichmännchenqualität: die seltsame Außenseiterin, die fiesen Sportler, die noch fieseren Gangster, der eine das Hirn, der andere die Muskeln.

Was mir auch so gar nicht gefallen hat, war das Verwenden von deutschen Anführungszeichen anstatt der in Büchern geläufigen französischen, dadurch hatte man weniger das Gefühl, ein "richtiges" Buch zu lesen.

Alles in allem haben mir sowohl der Schreibstil als auch einige Ideen der Autorin gut gefallen und wussten zu unterhalten. Mit ein bisschen mehr Nachdruck auf die Figurenzeichnung hätte hier großes Kino entstehen können.

Veröffentlicht am 21.09.2020

Rache an den Rächerinnen

Get Even
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Vier Mädchen einer Highschool wollen nicht mehr länger zusehen, wie die Bullys und unfairen Lehrer mit ihren Methoden durchkommen und sie schließen sich zu einer Gruppe zusammen, die sich DGM (Don't get ...

Vier Mädchen einer Highschool wollen nicht mehr länger zusehen, wie die Bullys und unfairen Lehrer mit ihren Methoden durchkommen und sie schließen sich zu einer Gruppe zusammen, die sich DGM (Don't get mad) nennt. Immer, wenn sie wieder öffentlich einen Mobber bloßstellen, hinterlassen sie eine Visitenkarte mit den drei Buchstaben. Die ganze Schulleitung ist hinter ihnen her, die sogar eine Art Schülergestapo ins Leben gerufen hat, um DGM zu fangen. Als dann noch einer dieser Jungs, der als nächstes auf der DGM-Liste stand, plötzlich ermordet wird, ist klar, dass es ab jetzt um mehr geht als Gerechtigkeit: Es geht um Rache!

Ich mochte den Anfang und auch die Idee. Dass vier clevere Mädchen auf eine sehr coole Art gegen Mobber losschlagen, gefällt mir gut. Allerdings wurde es mir auf Dauer und vor allem im Mittelteil des Buches einfach zu viel Teeniedrama. Wer liebt wen und warum und überhaupt. Dazu mag ich es nicht, wenn ein Gegner so übermächtig ist, dass er alles weiß und kann und allen anderen um gefühlt zwanzig Schritte voraus ist. Auch unlogisch erscheint mir, dass ein Mädchen völlig vergisst, wie ihr ehemaliger bester Freund aussieht, den sie wohlgemerkt vor drei und nicht dreißig Jahren zum letzten Mal gesehen hat. Der Schluss wurde dann wieder spannender, ärgerte mich dann aber dadurch, dass es sich hier um keinen abgeschlossenen Band handelt, sondern man Teil 2 auch noch lesen muss, wenn man wissen will, wie es ausgeht. So was nervt mich und macht den Eindruck, dass es hier um reine Geldschneiderei geht. Jedenfalls kein Vergleich mit der One-of-us-Reihe.

Veröffentlicht am 17.09.2020

Schieben - Schauen - Verstehen

Das Buch mit der Lupe: Mein Körper
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Mit diesem Buch liegt ein hochwertiger, fester Band aus der Reihe "Das Buch mit der Lupe" vor. Es hat zwar nur 24 Seiten, aber auf diesen wird auf kindgerechte Weise viel über den eigenen Körper erklärt. ...

Mit diesem Buch liegt ein hochwertiger, fester Band aus der Reihe "Das Buch mit der Lupe" vor. Es hat zwar nur 24 Seiten, aber auf diesen wird auf kindgerechte Weise viel über den eigenen Körper erklärt.

Dabei bewegt man sich von der "Hardware" zur "Software", beginnt also mit dem Skelett und Erklärungen über Knochen, Gelenke, Rippen und Wirbelsäule, dann hinüber zu den Organen, Muskeln und Sehnen. Es folgen interessante Wunderwerke wie das Herz samt dem Blutkreislauf, die Verdauung und Atmung. Selbst einen kurzen Abstecher, wie ein Kind entsteht, gibt es.

Auf vier Schautafeln kann man dabei eine Lupe benutzen, um am Körper eines Jungen oder Mädchen ins Innere zu schauen. Diese Lupe hakt manchmal etwas und ich könnte mir vorstellen, dass ungeduldige Kinder sie schnell kaputtmachen oder selbst die Lust verlieren, mit ihrer Hilfe etwas zu erkunden.

Gut finde ich, dass überhaupt schon mal ein grober Überblick über den Körper gegeben wird und sogar ein paar Sachen angesprochen werden, die man auch als Erwachsener nicht unbedingt weiß. Nicht so optimal finde ich, dass manchmal Dinge außerhalb des Körpers dargestellt wurden wie zum Beispiel die Nieren. Das wirkt auf Kinder möglicherweise so, als gehörten sie gar nicht dazu. Auch wurde der gesamte Unterleib ausgelassen, warum? Damit Kinder gleich von Anfang an ein gestörtes Verhältnis dazu bekommen?

Und eher nicht durchdacht ist auch am Schluss der Vorschlag, was alles gegessen werden soll: Fisch, Fleisch, Milch ... Nein, es ist nicht grundsätzlich gesund und hier hätte ich mir etwas mehr Differenzierung gewünscht.

Alles in allem ein schönes Einstiegsbuch für Kinder, aber nicht ohne permanente Erklärung eines Erwachsenen. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 16.09.2020

Sprung in die Vergangenheit

Vortex – Das Mädchen, das die Zeit durchbrach
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Achtung, hier handelt es sich um eine Rezension zu einem zweiten Band und es gibt mögliche Spoiler zum ersten. Wer den nicht kennt, schleicht sich bitte oder heult leise.

Elaine und Bale haben zwar Hawthorne ...

Achtung, hier handelt es sich um eine Rezension zu einem zweiten Band und es gibt mögliche Spoiler zum ersten. Wer den nicht kennt, schleicht sich bitte oder heult leise.

Elaine und Bale haben zwar Hawthorne einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber aufgegeben hat der Leiter des Kuratoriums noch lange nicht - und genial wie er ist, hat er bereits neue Pläne geschmiedet. Die Rebellen vom Sanctum kommen dahinter, als sich ein Überläufer bei ihnen meldet, der ihnen auch neue Munition überlässt. Schnell stehen zwei Sachen fest: Erstens: Menschen und Vermengte stehen ganz knapp vor einem Krieg. Und zweitens: Hawthorne hat einen neuen Plan, seine Läufer zum Urvortex zu schicken und Elaine, Bale und ihre Freunde müssen alles daran setzen, diesen Plan zu durchkreuzen. Dabei durchbrechen sie nicht nur den Raum, sondern auch die Zeit und mit jedem Sprung in die Vergangenheit werden Fragen beantwortet, doch mehr noch aufgeworfen ...

Es handelt sich hier um einen guten und spannenden zweiten Teil, obwohl er in der Mitte einmal ein bisschen zäher wurde. Doch durch das, was passierte, bekam man endlich ein paar mehr Einblicke in das, was ursprünglich geschehen war und wie alles zusammenhängt. Was mir hier gut gefällt, ist, dass nicht von Anfang an klar ist, wer Freund oder Feind ist oder was die Agenda hinter jedem einzelnen ist, der hier die Fäden zieht. Einziger richtiger Wermutstropfen für mich ist die Unlogik am Schluss, die mit der Identität eines der wichtigsten Charaktere zusammenhängt, aber ansonsten bin ich sehr gespannt, wie das Ganze bei Band 3 alles aufgelöst wird. Ich hoffe, die Trilogie endet so stark und fesselnd, wie sie sich bisher gezeigt hat.

Veröffentlicht am 16.09.2020

Verwünscht und zugehext!

Hex Files - Wilde Hexen
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Ivy Wilde ist den Fängen des Ordens entkommen und freut sich darüber.

Nicht.

Immerhin bedeutet das, nicht mehr mit dem gestrengen, aber megaheißen Rafael Winter zusammenarbeiten zu dürfen und das geht ...

Ivy Wilde ist den Fängen des Ordens entkommen und freut sich darüber.

Nicht.

Immerhin bedeutet das, nicht mehr mit dem gestrengen, aber megaheißen Rafael Winter zusammenarbeiten zu dürfen und das geht ihr ganz schön nahe. Aber es dauert nicht lange und schon klopft der Orden ein weiteres Mal bei ihr an, dieses Mal nicht nur Winter, sondern sogar das Oberhaupt des Ordens. Und sie möchten, dass sie Ivy an das Set der Serie "Verwünscht" schmuggelt, um dort den Tod eines Kandidaten zu untersuchen. Ihre Lieblingsserie! Und sie soll wieder mit Winter ermitteln! Ivy stürzt sich Feuer und Flamme in den Fall, faul, aber gewitzt und auf ihre typisch trottlig-geniale Art.

Wie schon der erste Teil ist das eine kurzweilige, unterhaltsame Lektüre, obwohl ich das Buch dieses Mal nicht ganz so witzig fand. Ein Highlight ist natürlich wie immer Brutus mit seinen Kernaussagen wie "Futter!", "Mann!" und "Schlecht!", aber auch von dem cleveren Kater hatte ich zwischendrin mehr erwartet. Ivy muss sich hier ganz schön strecken und kann nicht halb so viel faulenzen, wie sie es gewohnt ist, dafür bleibt ihr genügend Zeit, sich rechts und links Freunde und Feinde zu schaffen und in Fettnäpfchen zu treten. Es handelt sich hier um Wohlfühlgeschichten mit Humor, nicht sehr tiefgehend, aber das wird weder erwartet noch verlangt. Spaß soll es machen und das tut es auch.