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Veröffentlicht am 01.10.2019

Ein selbstbestimmtes Leben in schwierigen Zeiten

Die Dame hinter dem Vorhang
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Veronika Peters, Die Dame hinter dem Vorhang
Dame Edith Sitwell, geboren 1887 und gestorben 1964, war eine der schillerndsten und egozentrischsten Personen der Britischen Künstlerwelt. Sie, die Tochter ...

Veronika Peters, Die Dame hinter dem Vorhang
Dame Edith Sitwell, geboren 1887 und gestorben 1964, war eine der schillerndsten und egozentrischsten Personen der Britischen Künstlerwelt. Sie, die Tochter eines Baronets, aufgewachsen auf dem Familiensitz Renishaw, aufgrund ihres nicht perfekten Aussehens von der Mutter abgelehnt und vom Vater wegen ihres freien, unangepassten Geistes ständig kritisiert, war ihrer Zeit sehr weit voraus. Als Frau in der damaligen Zeit hat sie es gewagt, aus dem starren Korsett der Standesregeln auszubrechen und ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen. Dieses Leben war nach außen hin schillernd, Dame Sitwell war bekannt für große Auftritte in Brokat und Seide, und sie war eine der bedeutendsten Lyrikerinnen ihrer Zeit. Doch dieses Leben war auch geprägt von Entbehrungen, Schulden, Einsamkeit.

Veronika Peters bedient sich in ihrem biographischen Roman der Kunstfigur Jane Bannister, um hinter den schönen Schein zu blicken. Jane wächst auf als Tochter des Gärtners von Renishaw und wird als eine Art Kammerzofe die wichtigste Vertraute von Edith Sitwell. Und so begleitet sie Dame Sitwell nach London und Paris, erlebt die schwierige aber künstlerisch äußerst erfolgreiche Beziehung der großen Lyrikerin mit dem exzentrischen Maler Pavel Tchelitchow und erlebt auch ein Zusammentreffen von Edith Sitwell mit Marilyn Monroe in New York.

Leider bleibt alles ein wenig zu seicht, ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht, mehr Einblicke in die leidende Seele der Hauptperson und auch die Vertraute Jane gibt für meinen Geschmack zu wenig eigene Gedanken und Gefühle preis.

Mein Fazit: ein gut geschriebener, flüssig lesbarer autobiographischer Roman, der gut unterhält und zumindest mich sehr neugierig gemacht hat, mich mehr mit dem Leben von Dame Edith Sitwell auseinanderzusetzen.

Veröffentlicht am 06.01.2020

Ein gar nicht so wildes Leben....

Das wilde Leben der Cheri Matzner
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Der Anfang eines Lebens wie aus einem Roman von John Irving: am 05. August 1962 betritt ein junges, drogensüchtiges Mädchen die Trenton Family Clinic und bringt ein gesundes Mädchen zur Welt, nur um es ...

Der Anfang eines Lebens wie aus einem Roman von John Irving: am 05. August 1962 betritt ein junges, drogensüchtiges Mädchen die Trenton Family Clinic und bringt ein gesundes Mädchen zur Welt, nur um es kurz darauf dort allein zurückzulassen.

Zur gleichen Zeit verlieren der jüdische Arzt Solomon Matzner und seine schöne italienische Frau Cici ihren Sohn durch eine Frühgeburt. Um den Scherz seiner geliebten Frau zu lindern beschließt Sol, ein Kind zu adoptieren – zu kaufen – und so beginnt das gar nicht so wilde sondern eher ruhelose und aufregende Leben der Cheri Matzner, die zu einer starken unangepassten Frau heranwächst, die immer auf der Suche ist, nach ihren Wurzeln und nach sich selbst.

Der Roman hat alles, was man nur erwarten kann: Liebe, Verzweiflung, Untreue und Verrat, schwierige Familienverhältnisse, Krankheit und Tod und eine gute Portion Politik. Aber es fehlt an Tiefe, die Figuren bleiben stellenweise zu flach, man wünscht sich, manche Personen näher kennen zu lernen. So wird an einigen Stellen nur an der Oberfläche gekratzt und es bleibt ein flaues Gefühl zurück.

Mein Fazit: ein durchaus lesenswerter Debütroman mit „Luft nach oben“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2020

Psychologische Studie mit Potential

ATME!
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In diesem atemlosen Thriller geht es um Nile, die mit Ben die große Liebe gefunden hat. Doch just als sie ihr Traumkleid, das Hochzeitskleid, gefunden hat und anprobiert, geschieht das Unglaubliche: Ben ...

In diesem atemlosen Thriller geht es um Nile, die mit Ben die große Liebe gefunden hat. Doch just als sie ihr Traumkleid, das Hochzeitskleid, gefunden hat und anprobiert, geschieht das Unglaubliche: Ben ist spurlos verschwunden. Nile begibt sich auf die Suche nach ihrem Liebsten und findet ausgerechnet in Flo, der Noch-Ehefrau Bens, der sie den Mann ausgespannt hat, die einzige Verbündete.

So beginnt der Thriller und man taucht schnell ein in ein Wechselbad der Gefühle, eine Geschichte voller unvorhergesehener Wendungen. Dabei nimmt uns Judith Merchant mit in die Gedankenwelt einer Frau in einer absoluten Ausnahmesituation, denn der Roman ist aus der Sicht Niles erzählt. In kurzen, flüssig geschriebenen Abschnitten erfahren wir so mehr von der Protagonistin, einer Frau mit posttraumatischer Belastungsstörung, angewiesen auf Psychopharmaka – oder eben Ben und sein mantrahaft wiederholtes „Atme, Nile“. Wem kann Nile trauen, kann sie sich selber trauen?

Dieser Thriller hat Potential: leicht und flüssig zu lesen, eine interessantes Story und es wird viel für das Kopfkino geboten. Doch stellenweise wirkt die Handlung zäh und verworren, die Logik bleibt auf der Strecke. Manches lässt einen verwundert zurück, doch man will wissen, wie die Geschichte endet und was letztendlich real ist.

Mein Fazit: ein spannender Roman für die kommenden kühleren Abende, eher eine psychologische Studie als ein Thriller.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere