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Veröffentlicht am 22.11.2021

Offene und ehrliche Gedanken über den Tod

Was bleibt, wenn wir sterben
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Was bleibt, wenn wir sterben: Erfahrungen einer Trauerrednerin“ von Louise Brown ist 2021 im Diogenes Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 256 Seiten.

Louise Browns Eltern versterben ...

Was bleibt, wenn wir sterben: Erfahrungen einer Trauerrednerin“ von Louise Brown ist 2021 im Diogenes Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 256 Seiten.

Louise Browns Eltern versterben kurz hintereinander und dies war Anlass für sie, sich vielerlei Gedanken über den Tod und den Trauerprozess zu machen und letztendlich fand sie so auch ihren Weg zur Trauerrednerin. Louise Brown ist es ein großes Bedürfnis, anderen Menschen von ihrer Arbeit zu erzählen, von ihren eigenen Erfahrungen, aber auch der Erfahrung von anderen mit dem Tod eines Angehörigen und der Trauerbewältigung und so etwas zur Enttabuisierung des Themas „Tod“ in unserer Gesellschaft beizutragen. Gleichzeitig möchte sie mit ihrem Buch Trost spenden und zum Nachdenken - auch über den eigenen Tod - anregen.

Louise Brown schreibt in ihrem Buch sehr einfühlsam, persönlich, ruhig, tröstlich und dabei auch immer positiv. Diesen Schreibstil habe ich beim Lesen sehr genossen und ich mochte auch die vielen philosophisch anmutenden Gedankenanstöße.
Louise Brown hat mich mit ihren Schilderungen sehr zum Nachdenken angeregt und mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Reden im Umgang mit Trauernden in jedem Fall besser ist, als das Schweigen. Ebenso verdeutlicht sie, dass der Prozess des Trauerns sehr individuell ist und man sich dessen niemals schämen muss. Louise Brown schafft es, den Schrecken vor dem Tod zu nehmen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich merke, dass mir dies in meinem Leben immer wichtiger wird.

Ein wirklich inspirierendes, nachdenklich-machendes und dabei so offenes und positives Buch!

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Eine unnachahmliche, dunkle, poetische Reise – so empfehlenswert!

Grace
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„Grace“ von Paul Lynch ist 2021 im Verlag Oktaven erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 550 faszinierende Seiten – grandios übersetzt von Christa Schuenke.

Grace wird mit 14 Jahren in der dunkelsten ...

„Grace“ von Paul Lynch ist 2021 im Verlag Oktaven erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 550 faszinierende Seiten – grandios übersetzt von Christa Schuenke.

Grace wird mit 14 Jahren in der dunkelsten Zeit Irlands um 1845, als eine große Hungersnot herrscht, von ihrer Mutter mit kurzgeschorenen Haaren und in Männerkleidung in die Welt geschickt, um sich fortan selbst zu versorgen. Die Mutter selbst kann all ihre Kinder nicht mehr ernähren. Die Not ist groß und in Irland leidet jeder Hunger und sucht Arbeit und viele kämpfen ums nackte Überleben. Grace lebt jetzt auf der Straße, kämpft sich durch, erlebt Schlimmes, wächst daran und gibt niemals auf, erfindet sich immer wieder neu. Sie lernt die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele kennen – von sich selbst und ihren Mitmenschen.

Paul Lynch lässt den Leser in wirklich kunstvoller Sprache in die Seele der vorkommenden Personen blicken. Ich war stellenweise so fasziniert von der Sprache, dass ich einzelne Passagen immer wieder lesen musste und die Worte drehten und wendeten sich dabei ganz vorsichtig in meinem Kopf. An dieser Stelle muss auch Christa Schuenke erwähnt werden, die dieses Werk meisterhaft ins Deutsche übertragen hat.
Lynchs Charaktere kommen dem Leser erschreckend nahe. Sie sind komplex und tiefgründig gezeichnet und für mich war die Begegnung mit ihnen sehr intensiv. Die vorherrschende Atmosphäre im Buch ist oft sehr dunkel, da sie von viel Elend, furchtbaren Erlebnissen, Not, Tod, Gewalt und unzähligen harten Blicken in die menschlichen Abgründe gezeichnet ist und dies muss man als Leser mögen.
In mir wirkt die Geschichte sehr nach und ich möchte sie auf keinen Fall missen.
Paul Lynch ist für mich eine ganz große Entdeckung.

Ich spreche ein glasklare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 26.10.2021

Ein feiner und intensiver Blick in die Welt des Spitzenkochs Res Hubler

Seelenwirt
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„Seelenwirt: Liebe geht durch den Magen, macht aber dort nicht Halt“ von Res Hubler verfasst ist 2021 im Fontis Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten. Das Buch ist auf der ...

„Seelenwirt: Liebe geht durch den Magen, macht aber dort nicht Halt“ von Res Hubler verfasst ist 2021 im Fontis Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten. Das Buch ist auf der Grundlage autobiographischer Ereignisse geschrieben und beinhaltet zusätzlich 21 Rezepte aus Res Hublers Gourmetküche.

Res Hubler erzählt in seinem Buch seine bunte und faszinierende Lebensgeschichte. Sein beruflicher Werdegang war bereits mit seiner Geburt aus der Sicht seines dominanten Vaters vorgegeben: die „Krone“ als Koch und Wirt übernehmen. Und so wird er tatsächlich Koch, genießt aber dennoch auch die Freiheit, in die Küchen anderer Länder (Kanada, Südamerika, USA…) hineinzuschnuppern. Er kehrt dann aber doch zurück in die Schweiz und übernimmt den elterlichen Betrieb. Hier lernt er seine Frau kennen und beide führen die „Krone“ an die Spitze der Gastronomie, was mit unglaublich viel Stress, Leistungsdruck, Härte bis zu Depressionen und Panikattacken verbunden ist. Auch aufgrund eines Brandes krempeln die Hublers ihr Leben dann noch einmal um und machen sich auf den Weg der Erlebnisgastronomie und letztendlich beschreiten beide dann einen sozialen Weg im Hinblick auf die „Krone“. Res Hubler und seine Frau scheuen die Herausforderungen nicht, halten an ihrem Glauben fest und stehen füreinander ein.

Res Hubler gelingt es flüssig, anschaulich, klar, ohne Schnörkel und mit dem nötigen Humor zu schreiben und ich fand es einfach wunderbar, dieses Buch zu lesen und habe dies sehr genossen.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Ich finde die Einblicke in die Sterneküche sehr spannend und gleichzeitig finde ich es bewundernswert wie sehr auf dem Boden und so nah an seinem Glauben geblieben Res Hubler ist. Vor der Tatsache, dass er es mit seiner Frau schaffte, sein Leben immer wieder umzukrempeln, innezuhalten und auch wirklich bewusst und gezielt zu überlegen und reflektieren, was denn nun ansteht, ziehe ich voller Respekt meinen Hut.
Eine tolle, ganz besondere Geschichte!

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Veröffentlicht am 03.10.2021

Weihnachten kann kommen!

Weihnachten mit Christina
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Wieder ist ein herrliches Buch von Christina Bauer erschienen und ich freue mich darüber richtig. Es ist ein Buch voller Ideen rund um Weihnachten: feine süße und auch herzhafte Rezepte, hübsche Bastelanleitungen, ...

Wieder ist ein herrliches Buch von Christina Bauer erschienen und ich freue mich darüber richtig. Es ist ein Buch voller Ideen rund um Weihnachten: feine süße und auch herzhafte Rezepte, hübsche Bastelanleitungen, herrliche Geschenkideen, wunderschöne Fotos, ein tolles Layout und auch Persönliches von Christina Bauer. Ich mag’s!
„Weihnachten mit Christina“ von Christina Bauer ist 2021 im Löwenzahn-Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten im Format DIN A4.

Der Autorin gelingt es mit ihrer klar verständlichen Sprache, ihre Rezepte sofort umsetzbar in die Küche zu bringen.
In diesem Buch findet sicherlich jeder eine weihnachtliche Inspiration, natürlich überwiegen hierbei die Rezepte. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Rezepte nicht allzu schwer, klar strukturiert und nicht zu außergewöhnlich sind. Auch die Fülle der Rezepte hat mich erfreut. Auf jeweils einer Doppelseite wird immer ein Rezept in Textform vorgestellt und oft gibt es hier noch wertvolle Tipps. Auf der anderen Hälfte der Doppelseite ist dann ein passendes, wirklich herrlich anzusehendes Foto zu finden. Es geht von Zimtsternen, Burgenlandkipferl, Kokoskugeln und Lebkuchenknöpfen über Spritzgebäck, Keksmännchen Kürbiskernkipferl zu Nikolaus- und Früchtebrot, weihnachtlichen Schokowürfeln und Weihnachtstorte und vielem, vielem mehr. Eine grandiose Auswahl! Aber auch Herzhaftes ist zu finden, so beispielsweise Knäckebrot im Glas als Geschenkidee und Kräutercracker und eine Kräuterteemischung.
Auch werden anfangs im Buch wichtige Grundlagen gelegt was Grundteige in der Weihnachtsbäckerei anbelangt, Cremes und Füllungen, aber auch auf eventuelle Missgeschicke wird eingegangen. So habe ich erfahren, was man tun kann, wenn der Mürbteig zu kalt, zu weich oder zu klebrig ist, warum es sein kann, dass der Hefeteig nicht aufgeht oder das Spritzgebäck auseinander läuft. Christina hilft hier mit Rat und vielen wertvollen Tipps

Neben den Rezepten und Bastelanleitungen ist das Buch „Weihnachten mit Christina“ mit vielen tollen Fotos von Nadja Hudovernik und Illustrationen von Aimée Wald gespickt. Die Fotos machen richtig Lust auf Weihnachten und den Winter und zudem sind sie ein absoluter Augenschmaus.
Man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden. Weihnachten ist einfach eine herrliche, feine und genussvolle Zeit und das merkt man schon auf dem persönlichen Cover mit Christina Bauer.

Fazit: Das Buch „Weihnachten mit Christina“ ist eine wirkliche Schatzkiste mit Rezepten und mehr zur Weihnachtszeit. Ich selbst habe mittlerweile schon einige Rezepte ausprobiert, unter anderem die Burgenlandkipferl und die Schoko-Mandel-Kekse. Beides schmeckt so fein und ist kinderleicht zu backen. Danke für die vielen Rezepte und Inspirationen, liebe Christina Bauer. Wirklich ein sehr empfehlenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 13.09.2021

Ein ganz besonderer Junge, der Hoffnung ins Dunkel bringt

Junge mit schwarzem Hahn
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„Junge mit schwarzem Hahn“ ist der meiner Meinung nach herausragende Debütroman von Stefanie vor Schulte. Er ist 2021 im Diogenes Verlag erschienen und umfasst 224 packende Seiten.

Die Autorin Stefanie ...

„Junge mit schwarzem Hahn“ ist der meiner Meinung nach herausragende Debütroman von Stefanie vor Schulte. Er ist 2021 im Diogenes Verlag erschienen und umfasst 224 packende Seiten.

Die Autorin Stefanie vor Schulte erzählt in ihrem Buch auf berührende Art und Weise die Geschichte von Martin, einem elfjährigen Jungen, der nichts anderes mehr besitzt als seinen schwarzen Hahn. Seine Familie lebt nicht mehr. Er wird im Dorf gemieden und wenn dann eher schlecht behandelt, da er dort als anders und sonderlich gilt. Tatsächlich ist Martin aber ausgesprochen klug und hat mehr Verstand als jeder der Dorfbewohner, ist feinfühlig und empathisch, beobachtet ganz genau und durchschaut so die Verhaltensweisen seiner Mitmenschen. Zum Glück läuft im eines Tages der Maler über den Weg. Mit ihm verlässt er das Dorf und er macht sich auf den Weg, den Reiter zu finden, der immer wieder Kinder entführt.
Die Zeit, in der die Geschichte spielt ist nicht näher bestimmt. Es ist eine düstere, dunkle Zeit, in der der Stärkere das Vorrecht hat, in der der Aberglaube eine große Rolle spielt. Die Angst vor dem Teufel ist allgegenwärtig. Die Atmosphäre ist geheimnisvoll, fast märchenhaft, abschreckend, dunkel, menschliche Abgründe tun sich auf, Mitgefühl ist ein seltenes, verstecktes Gut und lediglich Martin und sein ihm treuer Hahn stellen ein Licht am Horizont dar.
In meinen Augen ist Martin ein wahrer Held. Er lässt den Leser an das Gute im Menschen glauben, an das Mitgefühl, die Freundschaft und an das gegenseitige Vertrauen, auch wenn der Hass und die Gewalt scheinbar vorherrschen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Der Schreibstil von Stefanie vor Schulte ist eindringlich und klar. Ihre Sätze meist kurz und sehr ausdrucksstark. Sie nutzt häufig Metaphern, die teilweise auch ungewöhnliche und verwirrende Bilder im Kopf des Lesers entstehen lassen. Ihre Sprache transportiert die vorherrschende Stimmung sehr gut und die gesamte Geschichte um Martin lässt sich hervorragend schnell lesen.

Ich spreche eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch aus. Es ist eindringlich und tiefsinnig, düster und packend, gefühlsvoll und märchenhaft, auch sonderbar, grausam und manchmal wunderlich.
Ein wirklich faszinierender und gelungener Debütroman von Stefanie vor Schulte.

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