Profilbild von Bembelchen

Bembelchen

Lesejury Star
offline

Bembelchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bembelchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.12.2019

Guter Stil der Aurotin, leider zu wenig Thriller meiner Meinung nach.

Todesfalle
0

Dies war mein erstes Buch von Karen Rose und ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäischt bin. Dieser Eindruck mag auch zum teil aus der Leserunde kommen, da hier viele Mitleser, die bereits mehrere ...

Dies war mein erstes Buch von Karen Rose und ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäischt bin. Dieser Eindruck mag auch zum teil aus der Leserunde kommen, da hier viele Mitleser, die bereits mehrere Bücher von Karen Rose kennen, der Meinung sind, dass dieses Buch das schwächste bisher ist.

Der Stil von Karen Rose hat mir im allgemeinen sehr gut gefallen, sie schreibt sehr anregend, vor allem der Start des Buchs hat mich wirklich umgehauen, gleichzeitig meine Erwartung aber auch so hoch gesetzt, dass ich einfach mir viel mehr Spannung und Dramatik während dem Buch gerechnet hatte.

ich hatte stellenweise sehr große Probleme mit der Vielzahl der Personen und deren Geschichten, da es, abgesehen von der Geschichte um Jasmin und ihre Schwester und den Mord an der Mutter dann doch sehr viele Nebenhandlungen gibt. Es würde jetzt dem Rahmen sprengen, alles im Detail aufzulisten, aber z.B. das Wiedersehen von Tylor (aka. Sienna) und ihrem Vater verlief mir irgendwie zu glatt. Die Geschichte von Tylor, die von der Mutter zeitlebens belogen wurde und der dadurch der leibliche Vater vorenthalten wurde, hat mich schon irgendwie berührt, passt aber für mich einfach nicht in einen Thriller.

Auch die Gedanken der Charaktere waren stellenweise schwer nachzuvollziehen: z.B. Gage, der erst seine Ex-Frau kaltblütig ermordet, dann bei der Entführung aber doch Gewissensbisse zu haben scheint.

Ich glaube, dass es gut gewesen wäre, darauf hinzuweisen, dass diesers Buch zu einer Serie gehört, oder es zumindest Sinn macht, die Vorgänger vorab zu lesen.

Ich habe mir vorgenommen, bei Gelegenheit eines der früheren Bücher von Karen Rose zu lesen, da ich aufgrund der vielen anderen Meinungen - auch zu den anderen Büchern - und ihrer sehr angenehemen Schreibweise überzeugt bin, dass ich die Bücher mögen werde.

Ich habe mich aber dennoch sehr gefreut, an dieser Runde teilzunehmen, die Story an sich war ja jetzt auch nicht so schlecht, es ist aber halt kein Thriller in meinen Augen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2019

Wie verhält sich ein Polizist, der seinem geflüchteten Bruder nach Jahren der Funkstille gegenüber steht?

Der Aussteiger
0

Der Kriminalroman „Der Aussteiger“ von Thorsten Kirves hat mich wirklich in jeder Hinsicht überrascht. Ich habe diesen Krimi aus Hamburg in einer Leserunde gelesen und habe mich während der gesamten Zeit ...

Der Kriminalroman „Der Aussteiger“ von Thorsten Kirves hat mich wirklich in jeder Hinsicht überrascht. Ich habe diesen Krimi aus Hamburg in einer Leserunde gelesen und habe mich während der gesamten Zeit bestens unterhalten gefühlt. Die Runde war in 4 Abschnitte geteilt, was mir am besten gefallen hat war, dass ich zu keiner Zeit genau einschätzen konnte, wer hinter dem Mord an dem Politikberater Lars Lutteroth stecken könnte, den Kommissar Tim Simon mit seiner sympathischen Kollegin Mira aufklären muss. Irgendwann hatte ich als Hobby-Detektiv jeden unter Verdacht und war mir stellenweise auch sehr sicher, auf der richtigen Fährte zu sein aber Fehlanzeige – alles am Ende doch ganz anders als vermutet.

Das Buch ist gespickt mit den unterschiedlichsten Charakteren und Handlungssträngen. Allen voran der Kommissar Tom, der einen Zwillingsbruder hat, jedoch seit mehreren Jahren keinen Kontakt mehr. Wer Geschwister hat kann vielleicht verstehen, dass es Tom irgendwann zu zerreißen droht, besonders weil sein Bruder Marco damals abgetaucht ist, seitdem steht er unter Mordverdacht. Tom spürt jedoch, dass sein Bruder nicht mehr weit entfernt ist – ob er mit seinem Gefühl recht hat? Uns was, wenn Marco vor Toms steht – wie wird er sich dann Verhalten? Wie ein Bruder, oder wie ein Polizist?

Das Mordopfer in diesem Krimi – Lars Lutteroth – scheint zu Beginn das unschuldige Opfer zu sein, dass kaltblütig in die Falle gelockt und ermordet wird. Aber auch hier: es ist dann doch nicht ganz so wie es scheint, schnell wird klar, dass in der Familie Lutteroth der Haussegen gewaltig schief hängt. Ehefrau Sarah scheint Drogen nicht abgeneigt und eine der beiden puertierenden Töchter führt dem Anschein nach ein zwielichtiges Leben abseits von Familie und Schule.

Mira, Toms Kollegin, wirkte am Anfang etwas langweilig, hat sich aber schnell zu einem der Sympathieträger entwickelt und ist für mich ein Charakter mit starken Überzeugungen, einem festen Willen und dem Geschickt, ihrem Kollegen auch in schwierigen Situation immer im letzten Moment aus der Klemme zu helfen.

Um nicht zu viel von der Handlung zu verraten: es ist spannend und bleibt es bis zur allerletzten Seite. Wer den Ausgang dieses verworrenen Falls wissen will, muss wirklich bis zum Schluss dranbleiben – es lohnt sich in jedem Fall.

Thorsten Kirves ist als Autor für ein sehr guter Unterhalter, der aber auch kritische Themen mit einfließen lässt und zum Nachdenken anregt: Geschwisterliege, Korruption und mafiöse Machenschaften, ein scheinbar überlasteter Ermittler, der mit persönlichen Dingen und dem Misstrauen der Kollegen helfen kann. Ich würde mir sehr wünschen, dass Tom und Mira weitere Fälle bekommen da ich gerne mehr von den beiden lesen würde.

Veröffentlicht am 23.11.2019

Kurz und auf den Punkt - und sehr bewegend.

Poppy
1

Ich durfte „Poppy“ von Astrid Koten im Rahmen einer Leserunde lesen, was meine Meinung aber nicht beeinflusst.

Ich wusste ja bei der Bewerbung, worum es gehen würde und habe einiges erwartet aber nicht, ...

Ich durfte „Poppy“ von Astrid Koten im Rahmen einer Leserunde lesen, was meine Meinung aber nicht beeinflusst.

Ich wusste ja bei der Bewerbung, worum es gehen würde und habe einiges erwartet aber nicht, dass mich dieses Buch so sehr nachhaltig beeindrucken würde.

Die Geschichte der kleinen Poppy, die mit ihrer Mutter zu deren neuen Mann zieht und dann jahrelang von diesem missbraucht wird, beruht auf einer wahren Geschichte, die Autorin kennt die Betroffene seit der Kindheit und gibt ihr heute eine Stimme. Astrid Koten erzählt aus der sich des kleinen Mädchens, was mich von Beginn an sehr berührt hat, da ihre Zerbrechlichkeit und Unsicherheit sehr klar rüber kommen. Auch das Umfeld von Poppy wird auf eine authentische und gleichzeitig erschütternde Weise beschrieben, sodass ich ab der ersten Sekunde ein großes Mitgefühl für Poppy entwickelt habe.

Astrid Koten nimmt sich in diesem Buch einem sehr aktuellen und wichtigen Thema an, über das leider auch heute noch viel zu oft geschwiegen wird. Dabei kommt sie immer auf den Punkt, gibt wichtigen Stellen einen angemessenen Raum, ohne etwas künstlich aufzublähen oder in die Länge zu ziehen. Sie beschreibt die Fakten, ohne den Leser belehren zu wollen, was für mich ausschlaggebend ist, da hier ja Poppy Geschichte im Vordergrund steht und nicht das Versagen der Familie oder Des Umfeldes- dieses Versagen ist ganz klar auch da, aber es ist immer schwer, Umstände zu beurteilen oder Personen zu bewerten, da man nie alle Hintergründe kennen kann.
Für mich ist das Buch eine klare Leseempfehlung, aber es ist nichts für schwache Nerven, das sollte man sich vorher bewusst machen.

Veröffentlicht am 20.11.2019

Die Geschichte einer starken Frau im Paris der 30er Jahre... mich hat sie nachhaltig beeindruckt!

Die Zeit des Lichts
0

Ich muss gestehen, dass ich mir zu Beginn gar nicht bewusst war, das "die Zeit des Lichts" sehr viele biografische Elemente beinhaltet und auf dem wahren Leben (oder zumindest einem Auszug daraus) von ...

Ich muss gestehen, dass ich mir zu Beginn gar nicht bewusst war, das "die Zeit des Lichts" sehr viele biografische Elemente beinhaltet und auf dem wahren Leben (oder zumindest einem Auszug daraus) von Lee Miller und Man Ray basiert.

Direkt zu Beginn hat mich das Buch schon komplett abgeholt und ich konnte mich sofort in die Geschichte hineinversetzen. Wir lernen eine Lee mittleren Alters kennen, die mit Alkohol zu kämpfen hat und auf mich einen sehr überforderten Eindruck gemacht hat. Und dann beginnt der Rückblick in einen früheren Abschmitt aus Lees Leben, der den Leser nach Paris in die 30er führt. Dort lernt Lee, die selbst modelt und ein großes Interesse an Fotografie hat, den berühmten Man Ray kennen - einen Fotografen der in dieser Zeit zu den Besten seines Fachs gehört. Es gelingt Lee, als seine Assistentin angestellt zu werden, wodurch sie sich nicht nur Geld und eine Lebensgrundlage erhofft, sondern auch, von Wissen des Künstlers profitieren zu können. Es entflammt eine leidenschaftliche Liebe mit Höhen und Tiefen, in der auch Kindheitserlebnisse Lee schließlich wieder einzuholen drohen.

Ich war sehr überrascht von dem Buch, der Stil von Whitney Scharer ist toll, die Schauplätze sind sehr authentisch und ich habe mich gefühlt, als ob ich das alles als Zuschauer vor Ort miterlebt habe. Die tragischen Momente aus dem Leben von Lee Miller sind sehr dirket angesprochen worden und nehmen in diesem Buch meiner Meinung nach einen angemessenen Raum ein, der den Leser aber nich überfordert. Der Grad zwischen Freude und Leid in ihrem Leben scheint stellenweise sehr schmal zu sein, das kam bei mir auch so an und die schnellen Wechsel der Gedankengänge sind für mich sehr gut ausgearbeitet worden.

Ich habe mich in Anschluss noch etwas tiefer mit der Biografie der von Lee Miller und Man Ray befasst, da ich einfach neugierig geworden bin und mehr erfahren wollte. Das Buch hat mir auch gezeigt, dass es sich wirklich lohnt öfter Biografien zu lesen, da das Leben sehr spannende und aufreibende Geschichten schreibt.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Sehr ergreifend, es hat mich irgendwie mitgenommen

Das Geständnis
0

Zu viele Einzelheiten will ich nicht verraten, daher hier nur kurz zum Inhalt:

Donté Drumm sitzt in der Todeszelle, er ist wegen Mordes an seiner Mitschülerin Nicole verurteilt, beteuert aber vehement ...

Zu viele Einzelheiten will ich nicht verraten, daher hier nur kurz zum Inhalt:

Donté Drumm sitzt in der Todeszelle, er ist wegen Mordes an seiner Mitschülerin Nicole verurteilt, beteuert aber vehement seine Unschuld. Sein Anwalt Robby kämpft erbittert um die Begnadigung und als der einschlägig vorbestrafte Travis Boyette 24 Stunden vor der geplanten Vollstreckung auftaucht und den Mord gesteht, geht das Rennen gegen die Zeit erst richtig los.

Ich habe dieses Hörbuch während der Autofahrt gehört und ich muss sagen, dass es mich komplett mitgerissen hat, den Verkehr habe ich kurzzeitig komplett ausgeblendet. Einmal stand ich an der Ampel und mit kamen die Tränen. Diese Geschichte hat mich sehr berührt, was aber auch an der Erzählstimme von Charles Brauer liegt, die wirklich perfekt passt! Es ist wirklich ein Wettlauf gegen die Zeit und das wird hier zu 100% rüber gebracht, einige der Protagonisten habe ich gehasst, andere geliebt aber alle sind sehr authentisch und ich werde das Gefühl nicht los, dass es hier evtl. reale Vorbilder geben könnte.

Wer Hörbücher mag, der sollte das hör auf jeden Fall auf die Liste setzen👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻