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Veröffentlicht am 15.05.2021

Finsterforf

Finsterdorf
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In einem kleinen beschaulichen Dorf in Niederösterreich verschwindet ein junges Mädchen spurlos. Gut eine Woche später taucht es plötzlich wieder auf. Verstört, verwirrt und verängstigt. Thomas Radek wird ...

In einem kleinen beschaulichen Dorf in Niederösterreich verschwindet ein junges Mädchen spurlos. Gut eine Woche später taucht es plötzlich wieder auf. Verstört, verwirrt und verängstigt. Thomas Radek wird für die Ermittlungen im Vermisstenfall von St. Pölten ins Dorf geschickt. Dort erwarten ihn jedoch eine sehr seltsame Atmosphäre und eine Mauer aus Schweigen. Keiner der Dorfbewohner will wirklich mit Radek sprechen. Wenn er jedoch jemand findet der mit ihm spricht, erhält er nur abgedroschene Floskeln, Bernadett sei eben in Wien gewesen und habe dort etwas zu wild gefeiert. Radek glaubt nicht an diese Geschichten. Vor allem merkt er schnell, dass es in diesem Dorf viele dunkle Geheimnisse gibt, die er nicht wirklich einordnen kann. Die Menschen haben Angst. Aber wovor? Vor wem?
Es dauert nicht lange und Radek gerät selbst in Gefahr. Kurz darauf wird ein Zeuge tot aufgefunden, kurz nach einem Gespräch mit Radek. Daraufhin werden die Kollegen des LKA St. Pölten angefordert. Mit diesen überführt Radek die Verantwortlichen einer Vereinigung die seit vielen Jahr im Dorf die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen. Nach und nach spricht Bernadett über das von ihr Erlebte, ebenso beginnen die Eltern, und die restlichen Bewohner zu sprechen.
Schnell wird klar, dass dieses Konstrukt bis in die höchsten Kreise der Politik und Staatsanwalt sowie in den Adel reicht. Die Ermittler müssen mit höchster Vorsicht vorgehen, denn nun ist schwer zu urteilen, wem man noch vertrauen kann.

Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Die Ermittlungen im Dorf und die dort vorherrschende Atmosphäre wird gut dargestellt. Radek ist ein sympathischer Typ, der sehr gerne einmal mehr als nur Papierkram erledigen möchte. Dies kommt in der Geschichte auch sehr gut rüber.
Teilweise war mir der österreichische besonders der Wienerische und Niederösterreichische Umgangston/Dialekt zu viel (ja, mir als Österreicherin  ). Einige Szenen passten bestimmt gut ins Geschehen des Buches, waren für mich aber nicht immer stimmig. Die „richtigen“ Ermittlungsarbeiten (nach dem Tot des Zeugen) sind für mich zu spät gekommen. Denn die fand ich dann richtig spannend und stimmig. Vorher waren es mehr nur Gespräche die Radek mit diversen Personen geführt hat.
Das Ende fand ich nochmal sehr gelungen, da Gierling eine starke Persönlichkeit ist, hat es mir als Leser sehr gefallen, seine Gespräche mit den Verdächtigen zu Lesen. Radek verliert zum Ende hin immer mehr an Bedeutung steht eher nur mehr Hintergrund.
Es liegt relativ schnell auf der Hand was sich im Dorf abspielt und wer darin verwickelt sein könnte. Zum Schluss hin gab es keine wirklichen Überraschungen mehr. Der Krimi lässt sich schnell lesen, manche Stellen sind richtig spannend andere wiederum konnte mich nicht überzeugen.
Ein solider Krimi der sich mit den dunklen Machenschaften eines kleinen beschaulichen Dorfes befasst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2021

Die Todesbotin

Die Todesbotin
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Ein toter Deutschtürke in einem Handyladen. Der Beginn einer neuen Ermittlung für Ken, Begüm und Viktor. Recht durchsichtig ist der Fall von Anfang an nicht. Es deutet nichts auf einen Überfall hin. Warum ...

Ein toter Deutschtürke in einem Handyladen. Der Beginn einer neuen Ermittlung für Ken, Begüm und Viktor. Recht durchsichtig ist der Fall von Anfang an nicht. Es deutet nichts auf einen Überfall hin. Warum aber sollte jemand den Besitzer des Handyladens ermorden? Kurze Zeit später wird die Leiche eines Flüchtlings gefunden. Diese wird nach einer Explosion einer stillgelegten Kinderklinik geborgen. Diverse Spuren lassen auf einen Zusammenhang mit dem Mord im Handyladen schließen.
Doch die drei ermitteln nicht lange alleine. Schnell schlägt der Staatsschutz bei Dr. Richter auf und vermutet in beiden Fällen einen terroristischen Hintergrund. Der Fall wird dem Staatsschutz übergeben, doch während Begüm wieder Mal im Alleingang ermitteln, verfolgen Viktor und Ken eine völlig andere Spur. Diese führt sie hinaus aus Berlin, in ländliches Gebiet zu einer „völkischen Siedlung“. Viktor wird als Lehrer Teil der eigenwilligen Gemeinschaft und ermittelt ab nun „undercover“. Nur Ken ist eingeweiht. Somit ist Viktor auf sich alleine gestellt. Auf der Suche nach der Mordwaffe findet er noch viele Wahrheiten die ihn noch in große Gefahr bringen werden.
Der zweite Teil der Reihe schließt sofort an den vorangegangen Teil an. Der Schreibstil ist gewohnt spannend und flüssig. Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf. Auf eine gewisse Art ist die Ermittlung in diesem Buch sehr gespalten. Es gibt die Ermittlungen von Begüm (die wieder Mal alles auf eigene Faust erledigt), die von Viktor und Ken, und dann die Ermittlungen des Staatsschutzes. Oftmals war dies beim Lesen etwas anstrengend. Sehr viele Protagonisten und Namen bei denen man schnell durcheinander kommen kann. Besonders bei den Bekannten von Begüm aber auch im Dorf der „völkischen Siedlung“. Leider werden auch die Fäden nicht miteinander verknüpft. Für mich waren die Ermittlungen im Dorf am spannendsten.
Ab dem letzten Drittel bekommt man eine Ahnung was sich zugetragen hat. Eine Wendung mit der man als Leser absolut nicht gerechnet hat, die der Geschichte aber zusätzlich noch etwas Besonderes gibt.
Dr. Richter muss zum Schluss noch eine schwere Entscheidung treffen, die noch einmal einen ordentlichen Vorgeschmack auf den dritten und letzten Teil gibt.
Ein spannender Thriller, der sich gut lesen lies, aber nicht an Teil 1 rankommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Osterläuten

Osterläuten
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Mia freut sich die Osterfeiertage mit ihren Eltern zu verbringen. Mia ist Anfang 30, hat ihr Studium beendet und ist derzeit arbeitslos. Vor 14 Jahren hat sie ihre beste Freundin Monika verloren. Diese ...

Mia freut sich die Osterfeiertage mit ihren Eltern zu verbringen. Mia ist Anfang 30, hat ihr Studium beendet und ist derzeit arbeitslos. Vor 14 Jahren hat sie ihre beste Freundin Monika verloren. Diese ist damals spurlos verschwunden. Nun wurde nach all den Jahren in der Nähe des Dorfes ein menschlicher Schädel aufgefunden. Schnell wird dieser als der von Monika identifiziert.
Mia macht es nun zur Aufgabe den Mörder ihrer besten Freundin zu finden. Dabei gräbt sie in alten Geschichten und Geheimnissen und stößt dabei nicht immer auf viel Verständnis. Denn nach all den Jahren sollen viele Dinge nicht mehr an die Oberfläche gelangen.
Mia war damals als sie mit Monika befreundet war 14 Jahre alt, Monika war erwachsen, 34 Jahre alt. Diese Konstellation hat mich das ganze Buch über irgendwie gestört. Monika dürfte einen Mutterersatz gesucht haben, da sie mit ihrer Mutter wohl nicht so gut auskam. Monika war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens bzw. wie wir schnell erfahren zum Zeitpunkt ihres Todes mit Andre verheiratet. Andre und Mia und sind heute noch gute befreundet. Der leichte flüssige Schreibstil gestaltet es einfach das Buch schnell zu lesen. Die Protagonisten sind keine starken Persönlichkeiten, eher Randfiguren, auf die nicht im Detail eingegangen wird. Das eine oder andere Leben wird durchleuchtet.
Mir war beim Lesen relativ schnell klar wer der Mörder von Monika ist. Der zweite Vermisstenfall dringt ca. bei der Mitte des Buches an die Oberfläche. Hier war ich mir nicht gleich schlüssig.
Mia als Person ging mir sehr schnell auf die Nerven. Sie ist mühsam und völlig hilflos, launenhaft und oft undankbar.
Osterläuten ist ein Krimi der sich schnell lesen lässt jedoch ohne viele Überraschungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2021

Der Todesmeister

Der Todesmeister
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Viktor Puppe wechselt aus persönlichen Gründen vom Innenministerium zum LKA. Somit hat er noch absolut keine Erfahrungen was Mordermittlungen anbelangt. Doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihm nicht. ...

Viktor Puppe wechselt aus persönlichen Gründen vom Innenministerium zum LKA. Somit hat er noch absolut keine Erfahrungen was Mordermittlungen anbelangt. Doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihm nicht. Die Leiche eines jungen Mädchens wird an der Oberbaumbrücke in Berlin angespült. Viktor und sein Kollege Ken sowie seine Kollegin Begüm werden mit dem Fall betraut.
Doch der Fall ist nicht so einfach wie er scheint. Ständig werden sie von oberster Instanz an den Ermittlungen gehindert. Es scheint als wolle hier jemand das niemand die Wahrheit über das tote Mädchen erfährt. Die Drei lassen sich davon jedoch nicht abhalten und stoßen bei ihrer Arbeit auf viel sexuelle Gewalt und dreckige Familiengeheimnisse.

Bei „Der Todesmeister“ handelt es sich um den ersten Teil der Reihe um Viktor Puppe. Der Schreibstil ist ab der ersten Seite sehr flüssig und packend. Viktor und Ken sind sehr sympathische Protagonisten, die Dialoge der Beiden sind sehr amüsant und lassen einem das Buch noch schneller lesen. Mit Begüm hat der Autor einen sehr starken und eigenwilligen Charakter konstruiert. Man braucht als Leser sehr lange, um mit ihr „warm“ zu werden. Ihre kalte, aggressive und abweisende Art ist nicht für jedermann etwas, doch mit der Zeit spätestens am Schluss des Buches sieht man Begüm mit etwas anderen Augen.
Auch mit Stella der Gerichtsmedizinerin gibt es einen zweiten starken weiblichen Charakter. Stella ist eine „Powerfrau“ die genau weiß was sie will und wie sie es bekommt. Sie mischt dieses Buch sehr auf und lässt den Leser des Öfteren den Kopf schütteln.
Der Fall ist sehr spannend aufgebaut. Die verschiedenen Sichtweisen halten das Niveau hoch. Sei es die Sicht des Täters mitsamt seiner verkorksten Kindheit, die Sicht von Jenny die sich im Keller des Täters befindet oder die Sicht der Ermittler.
Weiters hat Viktor wie bereits oben erwähnt persönliche Gründe um zum LKA zu wechseln. Dieser persönliche Fall war für mich sehr interessant, dass nur vereinzelt Informationen hierzu im Buch eingestreut wurden, machte es noch viel interessanter für mich.
Die Ermittlungen stehen nicht zu krass im Vordergrund dies hat mich aber nicht gestört beim Lesen.
Das Ende und der Schluss sowie die Aufklärung des Falles waren für mich sehr stimmig.
Alles in Allem ein sehr gelungener Thriller!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Der Tod taugt nicht als Bräutigam

Der Tod taugt nicht als Bräutigam
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Am Campingplatz am Hirschgrund liegt Liebe in der Luft. Nein, nicht nur die von Sofia und Jonas. Denn der Campingplatz und Evelyns Cafe sollen die Location für eine Hochzeit sein. Evelyne geht in ihrer ...

Am Campingplatz am Hirschgrund liegt Liebe in der Luft. Nein, nicht nur die von Sofia und Jonas. Denn der Campingplatz und Evelyns Cafe sollen die Location für eine Hochzeit sein. Evelyne geht in ihrer Rolle als Hochzeitsplanerin auf und zusätzlich versucht sie durch Räuchern die schlechten Schwingungen vom Campingplatz zu verscheuchen.
Das Räuchern hält natürlich keine Leichen fern, denn es dauert nicht lange und Sofia und Sabrina stolpern über eben diese. Als hätte Sofia mit dem unerwünschten Erscheinen ihres Schwagers nicht schon genug Probleme, so ist auch Jonas noch auf einer Fortbildung und ist somit nicht für den Fall zuständig.
Sofia und Evelyne müssen daher bei ihren Ermittlungen vorlieb mit Jonas Kollegen nehmen, der zum Missfallen der Beiden extrem übel gelaunt ist.
Dieser Fall ist diesmal sehr kniffelig. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung wer hinter dem Mord steckt. Ich muss aber auch sagen das ich es dieses Mal als sehr diffus und verwirrend gefunden habe. Auch der sonst so viel vorkommende Humor hat mir dieses Mal sehr gefehlt. Die Auflösung und das Ende waren okay, einzig das Zusammentreffen von Sofia und Jonas war ging mir ans Herz.
Ein solider Krimi der für mich leider nicht an seine Vorgänger ran kommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere