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Veröffentlicht am 04.09.2022

Die Langeweile stirbt zuletzt

Die Langeweile stirbt zuletzt
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Helmut und Margot. Die Beiden sind seit ca. 45 Jahren verheiratet. Helmut ist Hauptkriminalkommissar im Ruhestand. Margot ist Ehefrau. Nein, Margot ist viel mehr, denn sie hat die volle Entscheidungsmacht ...

Helmut und Margot. Die Beiden sind seit ca. 45 Jahren verheiratet. Helmut ist Hauptkriminalkommissar im Ruhestand. Margot ist Ehefrau. Nein, Margot ist viel mehr, denn sie hat die volle Entscheidungsmacht in dieser Ehe, ganz zum Leidwesen von Helmut. Margot beschließt nun, dass die Beiden ab jetzt im Seniorenheim leben werden, denn dieses bietet ihnen unheimlich tolle Vorteile. Marot ist hellauf begeistert (vor allem von der wöchentlichen Fußpflege und dem Streichkäse), Helmut freut sich eher so mäßig über sein Dasein im Seniorenheim.
Viele Freuden hat er hier nicht. Einzig die Küchenhilfe Selma ist ein Lichtblick in seinem Leben. In ihr hat er eine richtige Freundin gefunden, die ihn mit zusätzlichen Scheiben Blutwurst beschenkt und ihm ab und an auch mal eine Flasche Bier ins Heim schmuggelt. Außerdem darf er ab und an auch mal mit ihrem Handy Rap-Musik hören, wenn im Heim wieder mal Rocken Roll Nachmittag ansteht und er das Tanzen und Singen der anderen Bewohner mal wieder nicht ertragen kann.
Mit Herbert kann er noch ab und an eine gute Partie Schach spielen aber ansonsten ist alles im allem eher sehr dürftig.
Eines Tages kommt jedoch Helmuts beschauliche Welt sehr ins Wanken, denn Selma wird ermordet mit einer Fleischgabel in der Nase in der Küche des Heimes aufgefunden. Helmut ist zutiefst erschüttert und hat es sich nun zur Aufgabe gemacht mit Hilfe ein paar anderer Rentnern und seiner guten Kollegin der Fr. Doktor (die Fr. Doktor war Gerichtsmedizinerin und ist am Todestag von Selma ins Heim einzogen) den Mörder von Selma ausfindig zu machen. Dies gestaltet sich jedoch nicht so leicht, denn die Fr. Doktor hat nicht immer lichte Momente und ganz oft liest sie dann gerne in einem Telefonbuch. Dann wird auch noch Margot als Hauptverdächtige Nummer 1 verhaftet. Aber das stört Helmut eigentlich gar nicht, denn jetzt haut er mal so richtig auf den Putz.
Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Die Idee einen Krimi in einer Seniorenresidenz zu schreiben finde ich sehr witzig und in diesem Fall auch sehr gelungen. Die Charaktere sind sehr gelungen. Ganz voran für mich auf alle Fälle die Fr. Doktor. Mit ihrer lustigen und ironischen Art hat sie mich sehr gut unterhalten. Der Fall und die Aufklärung rund um den Mord von Selma gestaltet sich doch etwas kniffeliger als gedacht, ich zumindest war bis zum Schluss eher sehr planlos. Trotz alle der Ermittlungen und Diskussionen rund um Streichkäse, Blutwurst und den geführten Gesprächen mit toten Haustieren (eine Attraktion im Heim) bekommt der Leser doch die ein oder andere Lebensweisheit der älteren Herrschaften präsentiert.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich habe die Geschichte gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Tief in den Wäldern

Tief in den Wäldern
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Der Cold Creek Highway liegt im Nordwesten Kanadas. Seit Jahren verschwinden an diesem Highway jungen Frauen. Manche werden einige Zeit später tot aufgefunden, andere bleiben für immer verschwunden. Einen ...

Der Cold Creek Highway liegt im Nordwesten Kanadas. Seit Jahren verschwinden an diesem Highway jungen Frauen. Manche werden einige Zeit später tot aufgefunden, andere bleiben für immer verschwunden. Einen Täter oder Verdächtigen gibt es bis zum heutigen Tag nicht. Die hiesige Polizei ist sich unklar, ob sie hier von einem oder mehreren Tätern ausgehen müssen.

Hailey muss nach dem Tod ihres Vaters zu ihrer Tante und ihrem Onkeln ziehen. Sie ist noch immer tieftraurig und noch kein bisschen über den Tod ihres Vaters hinweg. Dennoch beginnt sie schnell zu merken das etwas ganz und gar nicht stimmt. Ihr Onkel (der hiesige Polizeichef) benimmt sich seltsam. Hailey und ihr bester Freund Jonny beginnen der Sache auf die Spur zu gehen und stoßen dabei auf ein schreckliches Geheimnis. Hailey weiß das sie in der Familie nicht mehr sicher ist. Sie muss verschwinden, zumindest bis sie volljährig ist. Sie kennt die Wälder wie ihre eigene Westentasche und entschließt sich, ein Jahr dort unterzutauchen.

Hailey taucht unter, doch das Töten und Verschwinden der jungen Frauen nimmt kein Ende. Hailey macht es sich zur Aufgabe den Mörder zu suchen und tritt dabei eine Lawine los. Mit Beth bekommt sich unerwartet Unterstützung. Aber Beth ist auf Rache aus, den ihre Schwester wurde ein Opfer des Highway-Killers.



Das Buch war mit den Kapiteln und Abschnitten sehr gut eingeteilt. Der Beginn und das erste Drittel waren für mich sehr spannend zu lesen. Also kurzum ein starker Start. Sämtliche Szenen sind sehr anschaulich beschrieben. Besonders die Wälder, die Natur und Cold Creek hatte ich bildlich vor meinen Augen. Die Protagonisten sind stark gezeichnet. Die Charaktere stark und gut greifbar. Doch dann nahm das Buch leider Seite um Seite ab. Die Spannung sowie die Logik blieben für mich aus. Szenen wurden unnötig in die Länge gezogen. Zum Schluss blieben leider einige Fragen für mich völlig unbeantwortet. Das fand ich im Anbetracht der Geschichte dann doch sehr schade.

Bei „Tief in den Wäldern“ handelt es sich um einen Thriller der einiges an Potenzial hatte, dies wurde jedoch leider nicht völlig ausgeschöpft. Mit dem unlogischen und teils nervigen Verhalten der Protagonisten, sowie das offen bleiben einiger Aspekte bekommt das Buch von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Das Gotteshaus

Das Gotteshaus
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Chapel Croft. Ein Dorf. Eine verdammt düstere Vergangenheit und Gegenwart. Vor 500 Jahren wurden Märtyrer bei lebendigem Leib verbrannt. Vor 30 Jahren verschwanden zwei junge Mädchen spurlos. Vor ein paar ...

Chapel Croft. Ein Dorf. Eine verdammt düstere Vergangenheit und Gegenwart. Vor 500 Jahren wurden Märtyrer bei lebendigem Leib verbrannt. Vor 30 Jahren verschwanden zwei junge Mädchen spurlos. Vor ein paar Monaten erhängt sich der Pfarrer vor Ort in seiner Kirche.

Pfarrerin Jack Brooks wird nach einem Vorfall in ihrer Gemeinde samt ihrer Tochter versetzt. Genau, nach Chapel Croft. Dort stoßen die Pfarrerin und der Teenager auf viele sehr unheimliche Vorfälle und auf seltsame Bewohner, die alle sehr viele Geheimisse zu verbergen wissen und auf einen erhängten Pfarrer. Aber hat sich dieser wirklich erhängt? Warum verschwanden die beiden Mädchen vor 30 Jahren? Sind sie wirklich gemeinsam weggelaufen und haben dem Ort den Rücken gekehrt und leben nun ein anderes Leben, so wie sich die Dorfbewohner das Erzählen? Oder sind die beiden gar nicht mehr am Leben?

Jack eckt mit ihrer direkten und neugieren Art bei vielen Bewohnern an. Dazu kommt noch das Jack eine Frau ist. Sie hat keinen leichten Start in diesem altertümlichen Ort. Sie wird mit ihrer Vergangenheit und dem Vorfall, der sich in ihrer alten Gemeinde ereignet hat konfrontiert. Sie wird bedroht, ihr Eigentum wird beschädigt. Nach und nach merkt sie das sie auf der richtigen Spur ist. In diesem Ort stimmt etwas ganz und gar nicht, und das hat nicht nur mit dem unheimlich anhimmeln dieser Märtyrer zu tun. Sie ist der Auflösung der Vorfälle der letzten 30 Jahre sehr nahe und muss dieses Wissen bitter büßen. Ebenso ihre Tochter Flo, die sich unwissend in große Gefahr begibt.

Welchen Preis hat die Wahrheit? Und sind die Bewohner bereit diesen auch zu bezahlen?

Ab Seite 1 war ich in Chapel Croft. Ich stolperte mit Jack und Flo über die Grabsteine vor ihrem Haus. Fühlte das bedrückende unheimliche Gefühl in dieser alten unheimlichen Kirche. Chapel Croft ist kein schöner Ort. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, spannend, unheimlich und packend. Die Szenen sind anschaulich und bildlich beschrieben, das gesamte Buch sehr atmosphärisch. Die Spannung baut sich fortlaufend immer mehr und mehr auf. Lange Zeit versucht man zu verstehen was genau passiert ist, viele Handlungen aus vielen Jahren vermischen sich und werden zum Schluss zu einem großen gemeinsamen Nenner.

Während des Lesens wusste ich zu keinem Zeitpunkt wer hier sein böses Unwesen treibt und was genau vor 30 Jahren wirklich passiert ist. Der Schluss und das Ende waren schlüssig und sehr spannend.

Ein spannender Thriller bei dem alles passte!

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Das Haus der stummen Toten

Das Haus der stummen Toten
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Eleanor hatte es nie leicht. Ihre Mutter starb bald, Geschwister hatte sie keine. Die einzige Option für sie als Kind damals war ihre Großmutter Vivianne. Vivianne hingegen war keine leichte Frau, man ...

Eleanor hatte es nie leicht. Ihre Mutter starb bald, Geschwister hatte sie keine. Die einzige Option für sie als Kind damals war ihre Großmutter Vivianne. Vivianne hingegen war keine leichte Frau, man kann behaupten Eleanor hatte nicht unbedingt eine schöne Kindheit, dennoch hängt sie an ihrer Großmutter und liebt sie. Die Beiden haben nun eine Vereinbarung. Eleanor ruft sie einmal wöchentlich an, immer am selben Tag. Weiters muss Eleanor sonntags zum Essen bei Vivianne vorbei kommen.

An so einem Sonntag findet Eleanor ihre Großmutter tot auf. Ermordet. Der Täter flüchtet vom Tatort, Eleanor kann ihn noch kurz sehen. Doch dies ist leider keine Hilfe, denn sie leidet an Gesichtserkennungsschwäche. Das bedeutet jeder könnte an Eleanor vorbeigelaufen sein, sie könnte die Person sogar kennen, doch sie würde den Mörder niemals wieder erkennen.



Eleanor erfährt nach dem Mord, dass sie von ihrer Großmutter einen Hof namens „Solhöga“ geerbt hat. Vivianne hatte zu Lebzeiten diesen Hof niemals erwähnt. Eleanor ist zu Recht verwundert, macht sich jedoch mit ihrem Freund und ihrer Tante auf den Weg dorthin, um sich mit einem Anwalt zu treffen der gemeinsam mit den Frauen und Eleanors Freund den Nachlass regeln wird.

Schon bald ereignen sich die ersten mysteriösen Dinge, bald darauf gibt es Verletzte. Schnell wird Eleanor klar, dass sie nicht alleine auf dem Anwesen sind. Schnell stellt sich für alle Beteiligten die Frage wie sie bei dem schlimmen Wetterverhältnissen wieder wegkommen und nein viel mehr, ob sie überhaupt wieder lebend wegkommen.



Ich kannte noch kein Buch der Autorin und war gespannt da mich der Klappentext sofort überzeugen konnte und ich wurde nicht enttäuscht. Die Atmosphäre war ab Seite 1 zu 100% vorhanden. Stark, düster, bedrückend. Der Schreibstil ist flüssig und man kommt sehr gut voran. Einige Szenen waren so treffend beschrieben das ich die bedrückende Stimmung und die Angst teilweise selbst spüren konnte.

Die Geschichte ist fortlaufend spannend, durch die Rückblicke wird sich nochmals aufgewertet. Die Auflösung und die Wendung der Geschichte fand ich stimmig und auch überraschend.

Mich konnte dieser Thriller definitiv überzeugen!

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
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Fentje Jacobsen ist Rechtsanwältin. Aber eben keine gewöhnliche Rechtsanwältin in einer Großstadt mit stressigem Job und kaum Freizeit. Nein, Fentje geht es eher ruhig an. Sie lebt mit ihren Großeltern ...

Fentje Jacobsen ist Rechtsanwältin. Aber eben keine gewöhnliche Rechtsanwältin in einer Großstadt mit stressigem Job und kaum Freizeit. Nein, Fentje geht es eher ruhig an. Sie lebt mit ihren Großeltern und ihrer Nichte auf einem Bauernhof. Dort hat sie ihre Kanzlei und kümmert sich nebenher noch um die Schafe und den Rest des Bauernhofes. Die Fälle die auf ihrem Schreibtisch landen sind eher unspektakulär und keine große Herausforderung. Doch dieser Zustand hält nicht mehr allzu lange an. Fentje findet auf ihrem Kontrollgang auf der Schafweide einen jungen Mann auf, dieser ist schwer verwirrt, hat keine Erinnerung mehr und kann sich nicht erklären, wie er zu den Schafen gekommen ist.

Fentje bringt den jungen Mann zu seiner Freundin und die beiden finden diese tot auf. Die Lehrerin soll sich erhängt haben, doch schnell stellt sich heraus das dies nicht der Fall ist, und schnell wird der Lebensgefährte der jungen Frau verdächtigt und festgenommen. Fentje hat es nun mit ihrem ersten Mordfall zu tun, denn sie wird den jungen Mann vertreten und will seine Unschuld beweisen.

Gleichzeitig ist der Journalist Niklas John auf der Suche nach einer Story, die am nächsten Tag in der Zeitung abgedruckt werden kann. Doch das Sommerloch gibt nicht sehr viel her. Doch Niklas bekommt schnell Wind vom Tod der jungen Frau und trifft auf der Suche nach weiteren Infos für seine Geschichte auf Fentje. Die Beiden sind nicht sonderlich angetan voneinander, doch diesen Zustand legen sie sehr schnell ab, denn kurz nach dem Tod der jungen Frau verschwinden zwei jungen Mädchen spurlos.

Fentje und Niklas sind der festen Überzeugung das hier viel mehr dahintersteckt und machen sich gemeinsam auf die Suche nach dem Mörder und setzen alles daran die beiden Mädchen zu finden, und den Mandanten von Fentje zu entlasten.



Die Geschichte lässt sich schnell und flüssig lesen, einzig mit den etwas eigenwilligen Namen hatte ich so meine Probleme ab und an. Der Fall an sich ist sehr verstrickt und es dauert bis man alle Informationen soweit geordnet hat um alles zu verstehen.

Ein solider Krimi der etwas anderen Art. Denn ein Duo aus Rechtsanwältin und Journalist gibt es nicht all zu oft.

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