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Veröffentlicht am 20.08.2021

Spätsommermord

Spätsommermord
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Einer der letzten heißen Nächte im August 1990. Traditionell und wie schon die Jahre davor zelten 5 jugendliche Freunde im nahegelegenen Steinbruch. Zuerst wird gebadet, gegrillt, Musik gehört, Alkohol ...

Einer der letzten heißen Nächte im August 1990. Traditionell und wie schon die Jahre davor zelten 5 jugendliche Freunde im nahegelegenen Steinbruch. Zuerst wird gebadet, gegrillt, Musik gehört, Alkohol getrunken und dann gezeltet. Der Abend scheint zu sein wie alle die anderen davor, nur das die 5 alle etwas wehmütig sind, denn die Weichen für ihre Zukunft sind gestellt. Manche bleiben im kleinen beschaulichen Ort, andere gehen weg in die große Stadt, um zu studieren, zu arbeiten.
Und noch etwas macht den Abend zu einem Besonderen, denn nur 4 der Freunde werden ihn überleben. Am nächsten Morgen treibt einer der Freunde tot im Wasser des Steinbruchs. Ein tragischer Unfall, der Alkohol der einsetzende Regen in der Nacht, ein falscher Tritt und schon ist ein tragischer Sturz vorprogrammiert, oder?
Anna Vesper Ermittlerin der Mordkommission in Stockhalm zieht mit ihrer Tochter Agnes in den kleinen beschaulichen Ort um dort den Posten als Polizeichefin zu übernehmen. Anna umschwebt eine tragische persönliche Tragödie, vor der sie versucht zu fliehen. Schnell nach Beginn ihrer Arbeit in Nedanas wird sie mit den Ermittlungen in einem Selbstmord betraut. Anna beginnt zu ermitteln, sehr bald ist sie der Überzeugung es handelt sich um keinen Selbstmord. Bei den Ermittlungsarbeiten muss sie sich gegen den früheren Polizeichef bewähren, der noch immer das Sagen im Ort hat. Nach und nach bekommt es Anna mit den restlichen 4 Beteiligten aus dem Steinbruch zu tun. Schnell scheint es, ob der Todesfall von heute mit dem Unfall im Steinbruch zu tun hat. Anna steigert sich immer weiter in den Fall hinein, um ihren persönlichen Chaos zu entkommen und bringt sich dabei selber in große Gefahr.
Der Klappentext verspricht mir eine Geschichte, die ich ganz bestimmt mag. Geheimnisse aus der Jugend, ein Unfall der vielleicht keiner wahr und ein Mord der als Selbstmord getarnt wird.
Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Es war langatmig, Annas persönliches Chaos zieht sich wie ein roter niemals enden wollender Faden durch das ganze Buch. Die ewigen Diskussionen mit Agnes nerven. Die restlichen Protagonisten sind teilweise sehr mürrisch und unsympathisch. Spannung kam bei mir nie wirklich auf, die Auflösung und der Schluss konnten den Rest auch nicht wirklich retten.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Das Heim

Das Heim
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Joel kehrt nach langer Zeit zurück in seine Heimatstadt. Er kehrt zurück, um seine Mutter zu pflegen. Seit einem Infarkt leidet Monika an Demenz. Die Krankheit hat seine Mutter stark im Griff und wird ...

Joel kehrt nach langer Zeit zurück in seine Heimatstadt. Er kehrt zurück, um seine Mutter zu pflegen. Seit einem Infarkt leidet Monika an Demenz. Die Krankheit hat seine Mutter stark im Griff und wird zusehends immer schlimmer. Schnell wird Joel klar, dass er die Pflege allein nicht mehr bewältigen kann. Er entscheidet sich mit seinem Bruder dafür das Elternhaus zu verkaufen, und Monika in einem nahegelegenen Pflegeheim für alte Menschen und Demenzkranke unterzubringen. Da Joel momentan vor Ort ist muss er die Abwicklung des Hausverkaufes sowie die Übersiedlung von Monika ins Pflegeheim übernehmen. Sehr schnell ist Joel damit überfordert. Seine Vergangenheit holt ihn in diesem Prozess nach und nach ein. Joel war lange drogenabhängig und hat schwer damit zu tun in dieser schwierigen Zeit standhaft zu bleiben.
Nina ist Pflegekraft im Pflegeheim in dem Monika ab nun leben wird. Sie ist auch eine ehemalige Schul- und Jugendfreundin von Joel. Für Nina ist es ein harter Schlag Joel nun wieder regelmäßig zu begegnen. Beide können schwer damit umgehen da sie keine leichte gemeinsame Vergangenheit haben.
Doch dies soll nicht die einzige Schwierigkeit der Beiden sein. Monika tut sich sehr schwer in ihrem neuen Zuhause dem Pflegeheim. Ihre Demenz schreitet noch schneller voran als zuvor. Sie redet wirres Zeug, weiß Dinge, die sie unmöglich wissen kann. Sie wird dem Pflegepersonal gegenüber ausfallend, verhält sich aggressiv und verängstigend die anderen Bewohner.
Joel bekommt es mit der Angst zu tun. Er ist der festen Überzeugung es handelt sich nicht mehr um seine Mutter. Eine andere Person ein anderes Wesen muss den Körper seiner Mutter übernommen haben. Auch Nina bemerkt den rasenden Verfall von Monika und steht Joel zur Seite. Doch werden die Beiden es schaffen Monika zu retten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?
Wie der Klappentext bereits verspricht ist das Buch gruselig und auch unheimlich. Jedoch ist das Verhältnis zwischen realer Geschichte und Übersinnlichem sehr gut gewählt. Die Geschichten sind perfekt miteinander verwoben und abgestimmt. Als Leser kommt man des Öfteren in den Genuss an seiner eigenen Einstellung dem Buch gegenüber zu zweifeln. Ich habe lange nicht verstanden was genau hier im Pflegeheim wütet – und das hat mir sehr gut gefallen.
Das Buch hält von Anfang bis zum Ende seine Spannung. Der Gruselfaktor ist stets präsent.
Hätte ich das Buch als Film gesehen, ich hätte mir in die Hose gemacht 😊
Mir hat das Buch sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 17.06.2021

Vom Ende der Stille

Vom Ende der Stille
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Rachel Preuss ist vor 6 Jahren spurlos verschwunden. Ein einschneidender Fall für Nik Pohl. Er war der einzige der von einem Verbrechen ausging. Mit diesem Fall und einer gebrochenen Nase des zuständigen ...

Rachel Preuss ist vor 6 Jahren spurlos verschwunden. Ein einschneidender Fall für Nik Pohl. Er war der einzige der von einem Verbrechen ausging. Mit diesem Fall und einer gebrochenen Nase des zuständigen Staatsanwalts war die Kariere von Nik bei der Kriminalpolizei beendet.
Nun 6 Jahre nach dem Verschwinden von Rachel wird ihre Leiche zufällig bei Arbeiten an einem Grab entdeckt. Die Information gelangt auf direktem Wege zu Nik. Dieser ist fest entschlossen mit Jon dem Hacker und Balthasar dem Gerichtsmediziner und Mitbewohner den Fall um Rachels Mord zu klären.
Er hat es sich zur Aufgabe gemacht den Mörder zu finden und sich und den Eltern von Rachel Gewissheit zu verschaffen. Dabei bekommen die Drei Unterstützung von Lia, Journalistin und ehemals beste Freundin von Rachel. Genauso wie Nik verfolgt sie das Ziel endlich zu erfahren was vor sechs Jahren mit Rachel geschehen ist.
Die 4 beginnen zu Ermitteln und es dauert nicht all zu lange bis das Team auf einen weiteren ähnlich gelagerten Mord stößt. Und es wird nicht bei diesen beiden toten Frauen bleiben. Der Mörder ist nach wie vor aktiv und kann es kaum erwarten weiter zu morden.
Der Thriller kommt mit gewohnt viel Humor und unterhaltsamen Kommentaren und Dialogen daher. Die Reihe des Autors ist nach wie vor eher unkonventionell. Ein Ex-Kripo Beamter, der sich an keine Regeln hält, teilweise selber Straftaten begeht und zu all dem noch zwei beste Freunde die ihn dabei tatkräftig unterstützen. Eben diese Kombination macht diese Reihe zu etwas besonderen. Auch dieser Teil war wieder sehr spannend, bis zum Schluss ist man sich sehr unsicher was den Täter betrifft. Lia frischt mit ihrer Art den Männerhaushalt ordentlich auf, dieser Aspekt hat mir sehr gefallen. Das Ende war schlüssig und verständlich.
Alles in Allem ein gelungener Thriller.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Der Todesbruder

Der Todesbruder
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Ein junges drogenabhängiges Mädchen findet auf einem verlassenen Fabriksgelände eine furchtbar entstellte und verbrannte Leiche. Viktor und Ken werden mit dem Fall betraut. Kurz darauf gibt es weitere ...

Ein junges drogenabhängiges Mädchen findet auf einem verlassenen Fabriksgelände eine furchtbar entstellte und verbrannte Leiche. Viktor und Ken werden mit dem Fall betraut. Kurz darauf gibt es weitere Mordfälle, die ebenso brutal und grausam sind.
Beim ersten Opfer handelt es sich um ein hochrangiges Mitglied der katholischen Kirche. Die anderen Opfer standen ebenso in Verbindung mit der Kirche. Schnell wird klar, dass die Ermittlungen in diesem Umfeld nicht einfach werden. Der Täter scheint von tiefem Hass angetrieben zu werden und übt an den Opfern Rache. Doch wofür? Wen will dieser rächen? Da im Buch auch oft aus der Sicht des Täters zu lesen ist, erfährt der Leser hier nach und nach was der Hintergrund der Taten ist.
Das Buch lässt sich gewohnt zügig lesen. Ken hat für mich in diesem Buch die wohl krasseste Veränderung durchgemacht, und dies im positiven Sinne. Das Buch wird nicht nur diese Mordfälle sehr spannend, sondern auch wegen der Thematik um Viktors Großvater. Im letzten Teil der Reihe wird das große Geheimnis gelüftet und der Wahnsinn um Wilhelm von Puppe nimmt sein Ende.
Ein Ende das für Viktor furchtbarer nicht sein könnte. Dieser Teil der Reihe ist wohl der persönlichste Teil betreffend Viktor. Dies hat mir sehr gut gefallen. Dieses Buch ist spannend, schockieren und emotional. Das Ende war für mich mehr als gelungen. Die drei Protagonisten in einem Gespräch, wie am Anfang im ersten Teil der Reihe. Rundum ein gelungener Thriller und ein gekonntes Ende der Reihe um Viktor, Ken und Begüm.

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Veröffentlicht am 15.05.2021

Finsterforf

Finsterdorf
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In einem kleinen beschaulichen Dorf in Niederösterreich verschwindet ein junges Mädchen spurlos. Gut eine Woche später taucht es plötzlich wieder auf. Verstört, verwirrt und verängstigt. Thomas Radek wird ...

In einem kleinen beschaulichen Dorf in Niederösterreich verschwindet ein junges Mädchen spurlos. Gut eine Woche später taucht es plötzlich wieder auf. Verstört, verwirrt und verängstigt. Thomas Radek wird für die Ermittlungen im Vermisstenfall von St. Pölten ins Dorf geschickt. Dort erwarten ihn jedoch eine sehr seltsame Atmosphäre und eine Mauer aus Schweigen. Keiner der Dorfbewohner will wirklich mit Radek sprechen. Wenn er jedoch jemand findet der mit ihm spricht, erhält er nur abgedroschene Floskeln, Bernadett sei eben in Wien gewesen und habe dort etwas zu wild gefeiert. Radek glaubt nicht an diese Geschichten. Vor allem merkt er schnell, dass es in diesem Dorf viele dunkle Geheimnisse gibt, die er nicht wirklich einordnen kann. Die Menschen haben Angst. Aber wovor? Vor wem?
Es dauert nicht lange und Radek gerät selbst in Gefahr. Kurz darauf wird ein Zeuge tot aufgefunden, kurz nach einem Gespräch mit Radek. Daraufhin werden die Kollegen des LKA St. Pölten angefordert. Mit diesen überführt Radek die Verantwortlichen einer Vereinigung die seit vielen Jahr im Dorf die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen. Nach und nach spricht Bernadett über das von ihr Erlebte, ebenso beginnen die Eltern, und die restlichen Bewohner zu sprechen.
Schnell wird klar, dass dieses Konstrukt bis in die höchsten Kreise der Politik und Staatsanwalt sowie in den Adel reicht. Die Ermittler müssen mit höchster Vorsicht vorgehen, denn nun ist schwer zu urteilen, wem man noch vertrauen kann.

Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Die Ermittlungen im Dorf und die dort vorherrschende Atmosphäre wird gut dargestellt. Radek ist ein sympathischer Typ, der sehr gerne einmal mehr als nur Papierkram erledigen möchte. Dies kommt in der Geschichte auch sehr gut rüber.
Teilweise war mir der österreichische besonders der Wienerische und Niederösterreichische Umgangston/Dialekt zu viel (ja, mir als Österreicherin  ). Einige Szenen passten bestimmt gut ins Geschehen des Buches, waren für mich aber nicht immer stimmig. Die „richtigen“ Ermittlungsarbeiten (nach dem Tot des Zeugen) sind für mich zu spät gekommen. Denn die fand ich dann richtig spannend und stimmig. Vorher waren es mehr nur Gespräche die Radek mit diversen Personen geführt hat.
Das Ende fand ich nochmal sehr gelungen, da Gierling eine starke Persönlichkeit ist, hat es mir als Leser sehr gefallen, seine Gespräche mit den Verdächtigen zu Lesen. Radek verliert zum Ende hin immer mehr an Bedeutung steht eher nur mehr Hintergrund.
Es liegt relativ schnell auf der Hand was sich im Dorf abspielt und wer darin verwickelt sein könnte. Zum Schluss hin gab es keine wirklichen Überraschungen mehr. Der Krimi lässt sich schnell lesen, manche Stellen sind richtig spannend andere wiederum konnte mich nicht überzeugen.
Ein solider Krimi der sich mit den dunklen Machenschaften eines kleinen beschaulichen Dorfes befasst.

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