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Veröffentlicht am 12.08.2019

Ganz nett - aber ...

Als wir im Regen tanzten
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Als wir im Regen tanzten verbindet viele kleine Geschichten miteinander: Da ist die Schauspielerin Recha, die zwischen Stumm- und Tonfilm strauchelt. Ihr Mann Willi, einst ein erfolgreicher Regisseur, ...

Als wir im Regen tanzten verbindet viele kleine Geschichten miteinander: Da ist die Schauspielerin Recha, die zwischen Stumm- und Tonfilm strauchelt. Ihr Mann Willi, einst ein erfolgreicher Regisseur, dem kein Hit mehr gelingen will. Da ist Willis Schwester Felice mit ihrer Familie, die versucht, die eigenen Probleme in den Griff zu bekommen. Und schließlich ist da noch die politische Situation in Deutschland, kurz bevor die Nazis richtig groß wurden.

Alles in allem lässt sich aus diesen Geschichten etwas machen. Mir lag der Fokus allerdings oft auf den falschen Inhalten. Wenn ich ein Buch über eine jüdische Schauspielerin zu dieser Zeit lese, erwarte ich nicht, dass seitenlang die eher uninteressante Geschichte von zwei Kindern erzählt wird, die von ihrer Mutter aus der Pflegefamilie gerissen wurden. Hier hätte ich viel mehr über die politische Situation und über die Probleme der Protagonistin Recha erwartet.

Hinzu kommt, dass manche Stellen im Buch sehr unwahrscheinlich und konstruiert wirken: Ein Mann mit schweren Behinderungen, der auf ein Gerüst klettert - und das im richtigen Moment. Ein anderer Mann, der mit dem schnell gekauftem Auto genau dann am anderen Ende der Republik auftaucht, als seine Frau von der Polizei abgeführt werden soll. Eine über 80-Jährige, die zu Fuß eine sehr lange Reise antritt. Und schließlich wieder Recha, die in Berlin einfach verschwindet, um überraschend in Belgien aufzutauchen. Eine Reise, die man in dieser Zeit nicht eben mal mit dem Billigflieger antreten konnte, und die aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln damals vermutlich auch nicht völlig unproblematisch abgelaufen wäre.

Mein Fazit: den ersten Teil habe ich wirklich gerne gelesen. Je weiter ich in dem Buch kam, desto uninteressanter fand ich es. Wer eine leichte Geschichte ohne großen Tiefgang sucht, wird mit dem Buch eventuell glücklich werden. Mir war es zu oberflächlich. Das Ende ist letztlich so angelegt, dass anzunehmen ist, dass ein weiterer Band folgen wird. Ich werde ihn eher nicht lesen.

Veröffentlicht am 28.05.2019

Leicht zu lesen - aber mit Schwächen

THINK - Sie wissen, was du denkst! - Folge 1
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Ein Sträfling kommt aus dem Gefängnis frei - wenn er sich eine Technik in den Kopf setzen lässt, mit der seine Betreuerin seine Gedanken lesen und kontrollieren kann. Doch kaum ist Clay aus dem Gefängnis ...

Ein Sträfling kommt aus dem Gefängnis frei - wenn er sich eine Technik in den Kopf setzen lässt, mit der seine Betreuerin seine Gedanken lesen und kontrollieren kann. Doch kaum ist Clay aus dem Gefängnis entlassen, hat er richtig Ärger. Sogar ein Mord wird ihm vorgeworfen. Wird seine Betreuerin Think an seine Unschuld glauben und ihm helfen?

Das Buch lässt sich nach einem schwierigen Start ausgesprochen flüssig lesen. Somit es bestens geeignet für eine Bahnfahrt oder einen Flug, also für Orte, an denen man leicht abgelenkt wird.

Wer sich allerdings intensiver mit dem Inhalt auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass das Buch inhaltliche Schwächen hat: Während die Geschichte rund um die Gedankenlesetechnik vermutlich eher in der Zukunft zu finden sein wird, kennt sich der Hauptdarsteller trotzdem noch nicht mit Smartphones aus, im Buch surft man noch über W-LAN, und auch ein Computer muss erst noch hochfahren, bevor er eingesetzt werden kann. Das klingt alles ziemlich altmodisch und steht im krassen Kontrast zur vorgestellten Technik, um Gedanken zu kontrollieren.

Außerdem kommen im Buch Menschen vor, die keinen weiteren Einfluss auf die Handlung zu nehmen scheinen. Sie werden aber auch nicht richtig eingeführt, so dass man als Leser etwas ratlos mit ihnen zurückbleibt.

Fazit: Eigentlich eine gute Idee für einen Plot, aber nicht ordentlich umgesetzt. Als Auftakt zu einer Serie zu schwach, um weitere Folgen zu lesen.